Die vermutlich in allen Sprachen vorhandene Nachfrage, wie es einem Gegenüber geht, erwartet selten tiefere Antwort, denn es beruht eher auf floskelhafter Vereinbarung, und will meistens keinerlei Berührung mit Negativnachrichten. In Indien wurde mir klar, dass es zu den Pflichten eines bewusst gelebten Lebens gehört, darauf zu achten, wie es einem innerhalb der Oberfläche geht, damit ein Kennenlernen von sich selbst gewährleistet ist. Die Wurzel einer möglichen Veränderung ist der Blick. Hinter dem Blick, der nach außen strahlt, ist der Inhalt. Die Software. Da liegt das, für was wir verantworlich sind. So wie jede Entscheidung ein Windhauch zwischen Leben und Tod sein kann. Und ich finde die Frage an mich, wie es mir geht, immer mal wieder spannend, denn ich bin eine/r von uns Menschen, die wir die Möglichkeit haben, die Bedingungen für ein gutes Leben auf diesem Planeten zu erforschen und zu bezeugen. Dass es tatsächlich möglich ist. Ist auch nichts Neues. Steht irgendwo hinten auf der Alten Straße schon geschrieben: Erkenne dich selbst. (Und: Alles in Maßen.)