bröckeln

In der Tat könnte es als ein wunderbares Zusammenspiel von Komödie und Tragödie gesehen werden, wenn dieser in Wirklichkeit gar nicht beidseitig stattfindende Dialog zwischen Washington und Rom das Gehäuse und Gehabe des amerikanischen Machthabers zum Bröckeln bringen könnte. Oder war das Bröckeln schon voll im Gange und brauchte nur das extra Bröcklein zum ganzen Einsturz-Desaster. Viele von uns sind ja von einer Art erstarrtem Staunen gefangen beim Anblick dieser unfassbaren politischen Gaukelei, die sich bis jetzt so erfolgreich durchmogeln konnte. Auf einmal blinkt ein, oder sind es gar zwei unerwartet scharfe, knallrote Lichter, die da aufblinken? Das eine ist der Atomknopf, ungern vermutet im Blickfeld eines zerstörerschen Wahnsinnigen, das andere ist der Papst, der so gar nicht seinen ganz persönlichen Gelüsten, sondern seinem Amt gerecht wird. Nun kommt es natürlich darauf an, was und wen man für ‚göttlich‘ halten möchte, und ich könnte mir vorstellen, dass diese Szene im ewigen Script Anlass zu erfrischtem Denken unter Christ:innen geführt hat. Und so schnell wird die Suche nach dem ’stärksten‘ aller Männer vermutlich nicht aufhören. Obwohl kaum jemand geeignet scheint für diesen Job, da der Preis doch sehr hoch ist. Wenige sind es, die es geschafft haben, die Prüfungen einigermaßen unversehrt zu überleben. Trump hat bestens gelernt, wie man die Umstehenden mundtot macht. Das einzig Unerträgliche für ihn ist, wenn es jemand so viel besser kann als er. Zum Beispiel der Papst. Tragische Komik oder komische Tragik?

bühnenreif

Suchbild: Wo versteckt sich der griechische Philosoph?

Das ist eine sehr schöne und lehrreiche Bühnenaufführung, die uns der Papst und Donald Trump/J.D.Vance/Pete Hegseth zur Zeit in der politischen Groteske darbieten. Der Papst ist ein Glücksrabe, da er schon mit ziemlich guten Karten in der Zirkusarena des amerikanischen Präsidenten ankam, also nicht freiwillig, sondern über geheimnisvolle Synapsenkorridore versucht wurde, ihn in etwas hineinzuziehen, was überhaupt nicht zu seinem Amt gehört. Da war nun sehr bewegend zu sehen, wie eine souveräne Macht einer schlichtweg weltlich tumben Macht gegenüberstand und immer noch steht. Das erlebt man doch selten, vor allem in dieser Zeit, dass eine eindeutig geistige Macht eine ganz klare und verständliche Botschaft in die weltlichen Machtzentren sendet, ohne viele Worte darüber zu verlieren. Ich persönlich lehne schon sehr lange meinen Kopf nicht mehr an eine Gottesschulter oder tanze ud schweige für und mit ihm oder ihr, dem hilfreichen und ehrenwerten Konstrukt, aber s e l b s t Gott sein wollen wie diese ruchlose Trinität es den Gläubigen zu vermitteln sucht, das muss schon mal genauer betrachtet werden. In Indien, wo Gott – oder Göttinsein leichter gemacht wird, könnte die päpstliche Botschaft auch nützlich sein zum Nachdenken. Und vielleicht sollte man sich ganz persönlich mal befragen, was man eigentlich darunter versteht (also unter ‚Gott und Manselbstsein (etc.)), und ob man hier nicht nur über Eigenarten des Menschseins redet. Auf jeden Fall haben sich ein paar (gefährliche) Narren zusammengetan, und haben, ganz gegen ihren Willen, der Menschengemeinde eine gute Dosis Lachen geschenkt, was als gutes Hausmittel für Befreiung gilt.

dunkel

Das Dunkel, in dem sie sich
finden und Schrecken verbreiten
am helllichten Tag -.
Schrecken der finsteren Nacht -.
Blut fließt aus der Quelle der Sagen
von dem Raubtierherzen der Macht.
Möchte jagen und siegen mit
goldenem Kelch, größter Stern
sein unter Sternen. Und können dann
nicht mehr im Menschenherzen
das Gute immer wieder neu erlernen.

einsetzen

Aus: The Guardian.
Illustration: Ben Jennings

Wir können froh und dankbar sein, dass Menschen wie Sokrates, beziehungsweise e i n Mensch wie Sokrates auf dieser Erde herumgelaufen ist und Wissenswertes aus seiner Erfahrung hinterlassen hat. Interessanterweise hat gerade er gar nichts geschrieben und publiziert, sondern wurde von anderen beschrieben, wie er so war. Und das, was davon im Äther hängen blieb, beschäftigt noch heute die Geister. Dafür muss man nicht griechisch gewesen sein, sondern kann verstehen, dass gute Beispiele der Einzelnen von allen Menschen verstanden werden können. Gerade ist es Papst Leo, der einen ziemlich guten Ruf hat, ebenfalls passiert (wie damals Sokrates), dass er sich dem kümmerlichsten Level des Menschsein gegenüber sah, das aus wenig anderem besteht als aus Profitgier, zur Zeit verkörpert vom amerikanischen Präsidenten. Man muss auch nicht christlich sein, um die Lage einzuschätzen. Denn grundsätzlich kann jede/r glauben, was er oder sie will, solange man nicht mit der Machete auf sie zugeht im Glauben, auf höherer Ebene angesiedelt zu sein. Und wer ist David, und wer Goliath, nicht wirkliche eine Frage aus der Zeugenschaft. Papst Leo hat klargemacht, was er als sein Amt sieht, und das ist nun mal das Friedensamt, egal, was andere Männergehirne sich ausdenken und dann so tun, als müsste man die Tötung von hunderten, in diesem Fall libanesischen Kindern, als ein Nebenprodukt des Unvermeidlichen sehen. In bestimmten Notzeiten fließt das geistige Interesse wie automatisch mit dem politischen Geschehen zusammen. Nicht, um von dem weltlichen Gerangel zermalmt zu werden, führt es doch oft genug ins Bodenlose (S)selbst, sondern um Gegenkräfte zu aktivieren, die in den Adern der Menschheitsgeschichte lagern und nun ihren Wachruf erfahren. Einfach: wozu all diese Mühen um das Wissenswerte herum, wenn es als einsatzbereite Kraft gar nicht taugt? Wem Glauben hilft, prima. Wem Wissen hilft, gut. Einsatzbereit!

gesund?

Donny als ‚Arzt‘

An dieser kritischen Kipppunktpotentialität erlaube ich mir ein Fünkchen überflüssiger Hoffnung, dass wir uns zeitnah aus der redlichen Empörungsabhängigkeit ( ganz zum Wohl unsererer Gesundheit) über die historischen Events unserer Jetztzeit herausarbeiten werden können, um in heiterem Lachen Zuflucht zu finden. Das wird ein bisschen dauern, denn nicht nur brodelt an der Hormuzgurgel der schwelende Stillstand, und bei uns an den Tankstellen wird auch weltmännisch und weltfraulich rumgegrübelt, und die Afd steht praktisch schon auf der Matte, da schießt aus den sogenannten United States of America ein neuer Weltempörungsabgrund hervor: Donald kritisiert den sehr beliebten und immerhin glaubwürdigen Papst Leo den XIV.,und denkt offensichtlich, der sei auch so ein Businessclown wie er selbst, und kann es gar nicht leiden, Donald, wenn einer irgendwas hat, was er nicht hat, aber dem wird er’s dann schon zeigen, dass er es doch hat, und noch mehr davon. So also ist das obige Bild entstanden, das ich mir aus dem Netz geangelt habe, damit auch die Groteske ihren unsterblichen Nu erhält. Und Trump, der weltregierende Irrwisch, meinte dazu, dass das wieder typisch fake media sei, von wegen Jesus und so, denn das war doch er als Arzt, Red Cross, und er helfe ja auch vielen. Nicht vergessen, sagte sie zu sich, dass erst gestern ein Wunder geschehen ist! Victor Orban ist besiegt worden! Vom wählenden Volk!!! Klingelingeling! macht’s da im Menschentreibhaus, wo demokratische Bestrebungen durchaus einen Aufschwung in Gang setzen können, wenn es wirklich darauf ankommt.

P.S. Trump kam so unter Druck wegen dem
Bild, dass er es aus ‚Tuth social‘ nehmen
musste.
Truth social!

Gutes

Heute früh stoße ich gern mal mit der Europäischen Union und weiteren planetarischen Mitbewohner:innen ein gemeinsames Ufffh! aus und entspanne die Daumen, die wir alle gehalten haben, hoch erfreut über das gute Resultat. Die erfreuliche Nachricht aus Ungarn, dass politisch noch und doch einiges möglich ist, brauchten wir auch als Energieschub. Denn es geht ja immer weiter, und Verzweiflung kann zwar auch was bewirken, ist aber auf längere Sicht hin keine gute Begleiterin. Nicht nur nebenbei war es ein heller Punkt für Selenskij, das war dringend nötig, denn Helden brauchen Durchhaltekraft, wir natürlich auch, hihihohohaha. Denn auf der Straße von Hormuz gurgelt’s weiter und man darf sich auf weitere Entgleisungen der gottverdammten Bösewichte gefasst machen, die dort ihre unseligen Egos auftreten lassen. Schaut hin! ihr Völker und Menschen und Mitbewohner:innen des blauen Planeten, und entscheidet selbst, also höchstpersönlich, wo ihr mit euch selbst steht, also wir mit uns, und ich mit mir, da schaue ich hin. Wenn es wirklich schlimm wird auf dieser Welt, dann tauchen aus Höhlen und Gärten und Wüsten und Oasen oder von mir aus auch aus dem Vatikan die tiefen Fragen auf wie Gespenster, und wehen durch Städte und Dörfer wie einst die Gedichtsfetzen von Majnoun an Leila, die nur dadurch Erreichte. Liebe – befreit vom Erfüllungszwang, und politisch unangreifbar.

gurgeln

Niemand hätte vor Kurzem denken können, dass wir bald in einzelnem Gemeinsam auf den Würgegriff an der Gurgel von Hormuz starren, ob sich dort was lockert und dadurch Wirkung zeigt auf die Zapfsäulen und die Lebensmittlpreise. Und all die Ware, die da in den Containern lagert und nicht ankommt, wo sie erwartet wird. Und überhaupt das große Ächzen der Räder, die die Weltgeschichte in eine andere Ordnung hieven. Doch d i e ist noch nicht da. Was aber da ist, ist ein Stöhnen und Staunen über die fragwürdigen und frechen Bedingungen, die die Akteure dieses Umbruchs einem großen Teil der Weltbevökerung zumuten. Aber wer weiß, vielleicht braucht es den Einsatz dämonischer Kräfte, um kraftvolle Gegenbewegungen hervorzurufen. Denn wir alle spielen ja gerne ‚Wach sein‘, doch wann genau stumpt Wachsein unbemerkt ab? Auf jeden Fall tönt der Gong hinein in die Finsternis, von der gemunkelt wurde und weiterhin wird, dass sie einen Lichtpunkt in sich trage, auf den Verlass ist. Wenn der (verhältnismäßig) freie Beitrag zum Weltendrama massiv eingeschränkt wird durch plötzliche Erkenntnis der totalen Abhängigkeit von den Bedingungen des Gegenspielers, dann ist es ratsam, die eigene Positionierung zu überdenken. Es gilt, die Wdersprüchlichkeiten in sich selbst anzunehmen und ihnen unter gewissen Bedingungen Souveränität zuzugestehen. Das Problem mit der Abhängigkeit ist, dass Souveränität nahezu unmöglich ist, wenn einem das Wasser bis zur Gurgel steht.

aufhalten

Der kaum überbrückbare Abgrund, der Mondfahrt und menschliche Vernichtungsgelüste immer mehr trennt, kann durchaus Anregung zum Denken geben. Ist es die von universellen Gesetzen getragene Skala, wo auf beiden Seiten ein brandrotes Notlicht auftaucht, und Menschen bei der inneren Situationseinschätzung entweder Einhalt gebieten, oder ein Immerweitertreiben befürworten, einem Klarheitsdrang oder einem inneren Irrlicht Folge leistend. Und überhaupt: gehen Tragödie und Komödie immer Hand in Hand, oder gewinnt mal die eine oder die andere die Oberhand. Ich lehne Hoffnung ab und bin für genaues Hinschauen. Frühling – Sommer -Herbst und Winter, eine gewisse Stabilität ist zu erkennen. Die Bühne, das Bühnenlicht. Die geschenkten Auftritte im Woauchimmer, wo gewisse Umstände gewisse Resultate sichtbar machen. Bis eines Tages diese Resultate auf eine vorher verborgene Grenze zusteuern und auf etwas hinweisen. Auf ein mögliches Scheitern am Menschsein, und gleichzeitig Aufklärungsschub im besten Sinne der Mondfahrt. Die kurzzeitige Loslösung des Menschen von gewissen planetarischen Bedingungen als Aufenthaltsort an sich!

Die große Weltformel
wurde in die Halle gebracht.
Wir standen und betrachteten das Ding,
das Wunder vollbringen sollte.
Wir starrten darauf.
Wir erstarrten.
Irgend etwas ging vorüber.
Dann war auch das nicht mehr da.
Der letzte Hunger erloschen.
Ich selbst ging aus dem Tor
und schüttelte die Mähne.
Und lauschte dem:
Willkommen
du
Licht,
willkommen!

Mit einem übermüdeten ‚Uffh!‘ streicht sich der Weltgeist über die durchgrübelte Stirn. Und ja, die zur Vernichtung ausgelieferte Zivilisation steht noch, und hoppla!, wer sind nochmal die Bösen!? Und ja, wer hätte gedacht, dass der führende Psychopath im angeblich freiesten Land der Erde sein Gegenüber in der Nachfolge des gefürchteten Ayatollah findet. Oder findet sich hier überhaupt noch jemand durch im seltsam entgleist wirkenden Dschungel der menschlichen Verhaltenskunst. Und nun passt hier ganz gut der (angeblich) chinesische Fluch ‚Möget ihr in interessanten Zeiten leben‘, also wenn Kriege und globaler Umsturz alle in Atem, bzw. an ihren Geräten gebannthalten. Oder wenn jemand wie der Papst sich genötigt fühlt, auf Werte hinzuweisen, die nicht beinhalten, dass sich jemand eigenständig zu einem Jesus hochstapeln kann, und das geht ja dann auch meistens nicht gut. Es läuft nicht so gut im Weltgeschehen, man will einem ausgewachsenen Narzissten nicht unbedingt bei einer Zwangserkenntnis zusehen. Zum Glück darf er nicht nachts alleine besinnungslos auf den Atomknopf zutaumeln, damit so viele wie möglich mit ihm in den gähnenden Abgrund stürzen. Ach ja, da gibt es noch viel zu tun. Immerhin hängt die höllische Denkwelt jetzt in einer Art Schwebe. Auch das auf künstliche Intelligenz programierte Nerdnest selbst, immer im Hintergrund mit den Fäden spielend, entpuppt sich als Psychokult, dem einige Followers gerade noch entfliehen können und dann berichten, wie es dort ist, wo unüberschaubare Milliarden die neuen Rechenzentren bauen, die sie brauchen zum Götterspielen. Vorsichtig lugt der Humor um die Ecke, doch etwas bange um seine Zukunft. Denn wo darf er noch auftreten und wo nicht!? Das ist doch nun wahrhaftig ein großes Stück vom Problemkuchen!

Ostermontag

Es birgt seine eigene Logik, dass der Mensch, ab wann auch immer und von wem er und sie Mensch genannt wurden und werden, sich die Unterstützung eines Allwissendwesens wünsch(t)en, dann danach suchen und es auch finden, oder schon vorrätig haben in der Ahnenkultur. Oft wird derjenige, der dem vor sich hinblühenden Kultgeschehen entfliehen möchte, mit dem giftigen Pfeil getroffen. Denn auf einmal, der Himmel allein weiß, woher sie kommen, gibt es ganz viele, die das Gleiche denken, obwohl sie diese Gedanken gar nicht selbst gedacht haben, und da fällt der oder die Andersdenkende auf. Es ist erstaunlich, dass die Idee eines Gottes, der alles möglichst Wunderbare vollbringt, auf so breite Glaubensfähigkeit trifft. Vielleicht ist es die Angst, ständig auf das Unerklärliche zu treffen, denn Achtung, Achtung!, noch hat keine/r erklären können, was wir hier als herumwanderndes Phänomen eigentlich machen. Sind wir ein Zufallsprodukt des kosmischen Regietalentes, oder einfach so unterwegs zwischen Sternen, ohne Erklärungstext in gänzlich Unfassbares hineingeworfen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften und Wahrnehmungen (?). Und dennoch, dennoch, sind wir auch sich immer weiter selbstbildendes Potential mit atemberaubenden Fähigkeiten, die sich auf sehr kreative Weise ausagieren undsoweiter. Ach ja, seufzt es da aus dem kollektiv empfindsamen Menschenherz, ach gäbe es doch dieses strahlende, multitalentierte Supergehirn mit dem liebenden Auge, in auf Höchste getrimmter Paternalität sich (für mich) um alles Wesentliche kümmernd, während die Mama oder die Maria die Materie für das Mahl zusammenholt. Zugegeben, es sind ganz interessante und bewegende Geschichten, die alle weder Ende noch Anfang haben, aber das kann man ja immerhin noch selbst bestimmen. Oder gibt es tatsächlich keine Pause in diesem Stück?

*

There is a crack in everything –
that’s how the light gets in…*

*Aus einem Lied von Leonard Cohen

mühselig

Papst Leo gibt sich alle Mühe, dem mühseligen Weg gerecht zu werden. Gerne, sagte er einmal, hätte er gehabt, dass der Kelch an ihm vorübergegangen wäre. Aber nun, da er ihn austrinken muss, will er sein Bestes geben und das Kreuz selber tragen. Und, wenn es sein muss, die amerikanische Regierung anklagen wegen des Blutes an ihren Händen. Doch die amerikanische Regierung hat sich einen eigenen Gott zurechtgezimmert, dessen Fürsprecher ein Halunke ist. Zu dieser bitteren Tatsache wacht nun die Welt auf. Eben, dass diese Gesellen jetzt die Peitschenführung in der Arena haben, und selbst in den eigenen Reihen fallen Frauenköpfe (zuerst) aus den unseligen Ämtern. Aber der Maffialord spinnt weiter seine aus dem Bauch heraus sprudelnden Geschichten, hemmungslos darauf vertrauend, dass die Show in seinen Gunsten weiterläuft. Aber wie sagt man doch im Volksmund, dass jemand die Rechnung nicht ohne den Wirt gemacht hat, also sich verrechnen und möglicherweise dramatisch scheitern kann, schon während er eine seiner Lügengeschichten erzählt. Papst Leo hat auch Füße gewaschen, ja, sogar die Füße geküsst! Als Nichtchristin kann einen das verblüffen, aber vielleicht sind diese dramatischen Demutsgesten ein wichtiges Zeichen für die Gläubigen. Wir sollen ja, klug beraten von Calvino, in der Hölle d a s suchen und finden, was nicht Hölle ist, und dem Gefundenen dann Raum und Dauer geben. So sind wir wieder bei der Freiheit angelangt, die uns ermöglicht, eine zutiefst persönliche Entscheidung zu treffen.

Freitag

Die Todesstrafe und das Hängen und Quälen der Körper ist ja beileibe nicht ausgestorben, nein, es wütet sich weiterhin durch Gesellschaften hindurch und muss den inneren Frustknoten nach außen abstoßen, am besten einen Feind basteln, auf den man abladen kann. Und solange die Menge aus feigen Gaffern besteht, erfährt man nur selten die Erleichterung des angemessenen Handelns, ach seht nur, seht nur, da läuft einem das Blut unterm Hut, beziehungsweise unter der Dornenkrone, hervor. Dann soll er ja auch (außer Gottes Sohn) einer gewesen sein, der große, freundliche Ausstrahlung hatte, freiwillig sind sie ihm nachgegangen. Dem Herrn Jesus, der so langsam aber sicher auffiel mit diesem Charisma, das bringt ja die meist männlichen Neider in Wallung. Die Followers empfanden diese (männliche) Neuheit vermutlich zutiefst attraktiv, dann aber musste das Gemeinsame doch scheitern, weil er sich von Gott und der Welt verlassen fühlte, falls…falls…falls die Legende nicht doch ein Tröpfchen Wahrheit enthält, eben dass man ihn, Jesus Christus, noch, und eben doch, vermutlich durch hohes Bestechungsgeld, herunterholte vom Kreuz und letztendlich nach Kashmir brachte, wo ein Totenhemd mit dem Abdruck seines Gesichtes liegt. Und da auch Krishna der Gott der Liebe ist und jeder einen Gott der Liebe gern hat, fand er dort eine neue Heimat und eine neue Aufgabe. Das war die Freitagsanekdote aus der Geschichtenpinselei.

wenn

Wenn wir und da wir ja sind
Wo ich und wie es auch sei
Wie dann das Jetzt eh wie jeh war
Sicht wohl wie Windsand verband.

Was kann denn einfacher sein
Vieles verschlang dem der Nu
Atem im Losen des Schriftzugs
klang auf ein Eines nur zu.

Was das Vertriebene rief
ruft es auch jetzt aus dem Gut
und richtet den Pfeil der Tiefe
auf den sichtbaren Trugschluss.

ex it

Auch die Frage nach dem Geheimnis des ‚Exit‘ ist eine uralte Frage. Man weiß von den Legenden des Labyrinthes, dass es hilfreich ist, einen roten Faden dabei zu haben. Oder selbst der rote Faden zu sein, der in der verwirrenden Lage sich an den Ausgang manövrieren kann, wo noch die Frage lauert, ob es Flucht ist oder Befreiung. Trump z.B. bugsiert die Welt hemmungslos durch seine Machtphantasien, und nun will er heraus aus dem öd laufenden Spiel und findet den Ausgang nicht. Kenntnis von sich selbst steht nicht auf dem Plan, das kann dann peinlich werden. Das kollektive Unterbewusstsein wälzt sich als ächzend zum Wachsein getriebener Riese dem Spielplan in den Weg. Was wird hier gespielt? Die Einen wollen nur hellhäutige Gesichter auf dem Parkett, Andere wollen nur Burkas über den Köpfen der Frauen im gerade noch (von mir) aufgefangenen Ausbruch der Gedanken darübr, wo gerade der Bär am schlimmsten wütet. Und warum konnte das überhaupt so weit kommen, liebe Mitspieler-und Mitspielerinnen. Vielleicht schleicht ja auch das intergalaktische Bewusstsein durch seine/ihre Reifejahre, und will nun auch den Schlüssel zum Geheimnis des Spielplans. Doch gibt es überhaupt einen Plan, oder spinnt es sich einfach so fort und wenn einem was nicht passt, muss man sich was ausdenken. Und dann eben die Frage, ob es einen Ausgang gibt, also schon v o r dem Tod, eine Art Freiheit, am Spiel nicht teilzunehmen. Und was würde das heißen? Was wäre die direkte Wirkung davon?