zu/lassen

Es gibt so Worte wie „einlassen, zulassen, loslassen“, die einen unterwegs zu unterschiedlichen Zeiten nerven oder erfreuen können. Besonders „loslassen“ wurde ein Erfolgsschlager der verbalen Wissensvortäuschung, bis man selber in die Nähe der ungeheuren Kraftanstrengung kam, etwas wirklich „loslassen“ zu können. Z.B eine Neigung, die man an sich selbst entdeckt und gerne verändern möchte, aber merkt, dass man irgendwo damit hängt in  der eigenen Geschichte und ich mich früher oder später dem betreffenden Punkt in meiner Story  widmen muss, auch wenn ich ihn als Identitäts-Kult oder „Besonderheit“ verkauft habe. Oder auch andere Zugänge finden, die „Verhaftungen“ in freieren Zugang transportieren können. Dann gibt es die kulturellen Bedingungen, die wiederum bestimmte Formen und Phänomene und Gegebenheiten erschaffen, die einander sehr fremdartig erscheinen mögen. In Indien ist es eben nicht möglich, sich an der Wirkung einer persönlichen Psychoanalyse zu erfreuen oder Unterstützung zu finden in einer therapeutischen Behandlung, wo die Chancen zu psychischer Heilung doch sicherlich mehr gegeben sind als die Einstellung, das Leben sei halt auch von Wahnsinn und Leid geprägt, was soll’s. Nur ist das indische Leben nicht von tiefem, persönlichem Interesse am Anderen geprägt, sondern von der Aufmerksamkeit auf gemeinsames Schalten und Walten in den Großfamilien, wo viele Menschen auf engem Raum miteinander auskommen müssen. Hier im Westen dagegen wurde die Ich-Form geprägt und erforscht und zugelassen als vorherrschender Anspruch auf ein selbst gewähltes Leben, das man ja hier zumindest für möglich hält. In der Tat ist es „die Qual der Wahl“, wenn Möglichkeiten und Vorstellungen unbegrenzt scheinen, die Umsetzungen aber der eigenen Vorstellung nicht (mehr) entsprechen oder sich schwerwiegender zeigen, als man dachte. Es ist also ein Glück und „gutes Karma“, wie die Inder sagen würden, wenn man um sich schaut und das Leben, das man erzeugt hat, mit Freude und Wohlwollen betrachten kann. Dazu gehört sicherlich, dass man sich im Augenkontakt mit denen, mit denen man lebt, auch d i e eingeschlossen, die man im erweiterten Kreis liebt,  eine Freude oder einen Zuspruch finden kann zu eigener Resonanzbereitschaft….Oder ist  das auch schon zu fixiert, also eher ein Gefühl des eigenen „Zulassens“ förderlich ist, in dessen Raum man aufatmen und hervorkommen kann und das Verborgene, das in einem schlummert, auftauchen kann und teilnehmen am Spiel, statt sich eben nicht zugelassen zu haben oder nicht zugelassen  zu werden zu dem verborgenen Reichtum der Wesen. Die Entscheidungsklarheit, ob etwas für mich „Ja“ oder „Nein“ ist, muss immer bleiben. Dann kann ich ja offen sein für das Daseiende, denn ich kann mich schützen und verantwortlich mit mir umgehen. Muss ich aber ablehnen und mein System verschließen und kann nicht zulassen, wer und was ein Anderer ist, dann gibt es Stoff zum Denken. Ich meine jetzt d a s Denken, das direkt in den Augenblick führt.

Es war einmal

 

Es war einmal ein Erleuchteter, der ging leichten Herzens
seines Weges dahin, denn auf dem Marktplatz des
Wünschens und Wollens fiel er nicht weiter auf. Da ergriff
ihn ein tiefer Schmerz. „Was ist denn das nun schon wieder“,
murmelte er vor sich hin, „ich dachte, ich hätte die
Schmerz-Ebene hinter mir gelassen!?“ Da sich nun in seinem
Seins-Raum wieder ein Hinten und ein Vorne auftaten,
fand er sich in abgründigem Tal und genoss die
erfrischende Müdigkeit simpler Vorgänge. Aber wie lange
konnte das anhalten, wenn Gaukeln und Gambeln nicht mehr
vor ihm selbst verborgen bleiben konnten, denn er sah,
was sich in ihm abspielte. Auch war ihm bewusst, dass alles
sich abspielte, so gut es konnte, und auch seine Spule nur
so gut war, wie er sie selbst abspielen konnte. Da war keine
Zeit zum Proben, das war konstante Premiere, absolutes
Theater im pursten Sinn, unsterbliches Training im Umgang
mit den uns umgebenden Kräften. Da erinnerte er sich
zenschlagartig daran, dass weder ein Drin noch ein Draußen
beweisbar waren, wie die Entkernung einer Idee, die ihre Zeit
im Pudel erfüllt hatte. Da erschien ihm auf einmal alles in
dermaßen gleicher Gültigkeit, dass  er dadurch erwachte und
sich wohl gestimmt vorfand.

Demo

Mir fällt auf, dass ich diese 4 Buchstaben (Demo) in Indien so oft in dem Demonetisierungsplan der indischen Regierung gesehen habe, wo oft scherzhaft das Wort „Demon“ herausgehoben wurde, und habe gerade entdeckt, dass zwar in „Demo“ noch kein Dämon steckt, aber in Demonstration  un „monstra“. Und heute, belehrt mich Google beim Einstieg in das Weltfenster, ist der „Tag der Erde“. Das erinnert mich wiederum an den „Tag der Frau“. Die Erde bekommt einen Tag! Wie hat sie das verdient? Und auf ihr demonstrieren heute sehr viele Menschen. Alle Wissenschaftler der Erde sind schon auf den Beinen und draußen in der wilden, fremden Welt, um mehr Achtung für die wissenschaftliche Arbeit zu bekommen. Alle Achtung! Wo soll man hinschauen? Hinauf zum Raum-Müll, oder hinunter zu den Affen. Überhaupt zu den Tieren. Du (ich) wirst doch hier den Fortschritt nicht vergessen! Willst du vielleicht…….nein, will ich nicht. Nicht mal vor Paracelsus will ich blicken. Weder auf das Eine noch das Andere will ich blicken, denn in der Tat, es ist alles bereits da. Die Linken und die Rechten und die Mäßigeren und die Unmäßigen sitzen heute in großer Anzahl in Bussen und lassen sich ein auf ihre jeweiligen Gruppierungen. Ein 5 Star Hotel ist umzingelt mit polizeigewaltigen Stoßstangen an Stoßstangen an Stoßstangen. Ich wäre davon ausgegangen, dass ich mir keinerlei Meinung über die AfD bilden wollte, aber warum war ich dann erstaunt, dass sie im Maritim wohnen? Habe ich sie eher in einer Zirkus-Arena gesehen? Oder nirgendwo gesehen?, weil ich ihnen gar nicht begegnen möchte? Ein Freund erzählt mir, Herr Gauland sei „gegen die Vertuntung der Welt“. Da schaut man irgendwie oder irgendwo hin und weiß gar nicht, wo das ist. Einmal musste ich einer Hass-Rede zuhören, die nur in meiner Gegenwart stattfand. Sie war nicht durchgehend auf mich gemünzt, war aber für mich gedacht. Ich merkte, wie ich immer stiller und ruhiger wurde, ja, nahezu heiter. Vor lauter Staunen wurde ich total entwaffnet. Entwaffnet, ein schönes Wort. Ich erkannte etwas über mich, was ich vorher nicht wusste: ich kann meine Waffen niederlegen, wenn es sein muss und wenn das Spiel zu einem Scheiß-Spiel wird. Man baut eben für Menschen keine Fallen und lässt sie bewusst hineinfallen, damit man sieht, ob es klappt. Trotz aller Dinge, die noch zu bewältigen sind, war es gut, das zu verstehen. Ich habe Respekt für Bürger, die sich aufmachen und sich öffentlich für Frieden einsetzen. Sie verdienen Respekt. Ich bin nicht ganz und gar unbeteiligt. Heute früh habe ich von jemandem gehört, die den Stimmen von Sterbenden gelauscht hat. Die Töne, die Menschen machen, wenn sie sterben. Das geschieht nicht nur in den Kriegen, dass Menschen die Stimmen der Sterbenden hören,  sie werden an vielen Orten gehört, auch in Katastrophengebieten, wenn Hilfe nicht kommt, oder überhaupt, wenn wir Fremdlinge diesen Planeten wieder verlassen: was für Töne werden wir von uns geben…..was für eine „Zeichnung“ hinterlassen, wie es jemand anderes ausdrückte.

was wissen

Wir wissen alle so viel, das ist ja beeindruckend. Durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurch wussten immer sehr viele Menschen sehr viel von allem Möglichen. Vom Töpfern, vom Schreinern, vom Malen, vom Denken, vom Deuten, vom Unterdrücken, vom Foltern, vom Lehren. Der Blick, der schnell ist und frei, prallt zB. auf Pyramiden. Ist (auch) Wissen ein regressiver Vorgang? War schon immer alles Wesentliche gewusst? Dann kommt in unserer eigenen Lebenszeit immer neues Wissen dazu. Ganz Indien ächzt unter der neuen Flut des medialen Wissens, wir Indien-Travellers haben unter der Flut des indischen Wissens geächzt, während das meditative Ächzen den Indern ziemlich fremd blieb. Vielleicht hier und da ein paar narzissistische Exzessliebhaber, die ihren Arm ein paar Jahre nach oben hielten und lächelnd zuschauten, wie er vertrocknete. Oder andere Entrückte, die 12 Jahre nur standen, bis an ihren dicken, geschwürträchtigen Beinen zu sehen war, dass sie es wirklich taten. Gerade, als sich im kollektiven Unterbewusstsein ritualfreudiger Hindus  eine große ewigkeitssatte Ermüdung anbahnte, kamen wissensdurstige Westler erst einzeln, dann stromweise nach Indien. Manche landeten in Ashrams und bei Gurus, andere lernten Chillums rauchen bei Eingeweihten. Massive gesellschaftliche Bewegungen setzten sich in Gang, die niemand mehr wirklich durchschauen konnte, da sie lange für harmlos galten. Erst als ganze Generationen nicht mehr in die Heimatstätten zurückkehrten, kamen CIA- Agenten in Gang, denen selbst das Drogenproblem nicht mehr so wesentlich schien, sondern vielmehr: was tun die alle da draußen, und wo sind sie alle überhaupt!? Nun ja, sie waren dem Wissensstrom gefolgt, mal in die kanadischen Wälder, mal an die Küsten von Goa. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tanzen sie noch heute, auch wenn die Drogen sich entwickelt haben. Ich selbst kam nach ziemlich langen Jahren meditativer Praxis in die schockierende Erkenntnis, dass das Wissen, das wir (Vielen) leidenschaftlich am Umsetzen waren, nicht wirklich dafür sorgte, dass uns bei Rückkehr in den Westen  das menschliche Verhalten mühelos von der Hand ging. Viele Bücher wurden verfasst. Wie werde ich glücklich, wie kommuniziert man eigentlich usw….Seinsformen wurden und werden als ultimative Wahrheit ausgerufen. „Einfach im Sein bewegen“, oder ohne ein Ich weiterbewegen, ist doch grandios! Was kümmert’s mich, was die da draußen alles treiben! Dann aber, wie in einem von Leonard Cohens superben Songs, wenn der eigene Blick  auf einmal auf den Hass in den Augen des Sohnes trifft, was dann? Weiterschwimmen im Sein? Die letzte und erste Wahrheit proklamieren, als wäre sie bereits in meinem Besitz?, wie: einfach alles akzeptieren, wie es ist. Ja, wie ist es denn?

 

 

unabhängig

Heute dann Eiskristalle am Fenster. Haben die Magnolien durchgehalten? Kommen die
Kirschblüten wieder aus ihrer Erstarrung? Hätte ich doch lieber den Rosenstock abdecken
sollen! Da ich keinen grünen Daumen besitze, bringt es mich nicht um die Ruhe wie
vielleicht manche Gärtnerseelen. Ich denke jetzt manchmal an indische Freunde, die für
möglich halten, mich mal in Deutschland zu besuchen. Würden sie tagelang herumschlottern,
wenn nach sommerlichen Temperaturen plötzlich der Winter einbricht? Ich fliehe ja auch
immer gerne vor den ansteigenden Hitzegraden in Delhi in kühlere Gefilde. Auf jeden Fall
empfiehlt sich das Üben der Wetterunabhängigkeit, auch wenn es erfreulich ist, dass sich
heute der „schönste Tag der Woche“  aus dem Eis herausschälen soll. Schließlich ist die Welt
voll mit anderem, wovon es sich auch empfiehlt, nicht dran zu hängen: Nachrichten und
ihre Auswirkungen auf die Psyche, Bücher, die man nicht oder nicht mehr lesen wird,
Geschichten, die sich zu Anekdoten verdichtet haben, die Bereitschaft, Meinungen zu bilden
und sie als unverrückbare Tatsachen in die Welt zu setzen, Reisen, bei denen man denkt,
die Gefahren könnten sich dadurch erhöhen, ehemalige Freundschaften, die man enthängen
muss, die Idee, in den angesammelten DIN A4 Blättern oder den Zeitungsartikeln aus Ost und
West nochmal die gewünschte Ordnung zu erreichen. Oder die Sucht nach Unabhängigem in
Freude an Daseiendem zu verwandeln. Die Vision von einem Tatami-bedeckten Raum mit
nur einer Wurzelschönheit im feinen Sand als Richtungsweiser behalten, was soll’s. Vielleicht
werde ich am Ende meines Lebens eben nicht wortlos und staunend im Gras stehen, meine
kreativen Leidenschaften gelassen im Nichts gebündelt, aber auch davon relativ unabhängig,
sollte es tatsächlich geschehen. Es geht also hauptsächlich um ein Bild, wo nichts hängt, nichts
so haftet, dass man sich nicht weiterbewegen kann. Man merkt ja selbst, dass einem in der
geistigen und körperlichen Bewegung Besseres einfällt. Was heißt „besser“? Förderlich finde
ich ein gutes Wort dafür, förderlich für mich selbst und die Anderen, mit denen ich in diesem
Abenteuer unterwegs bin.

Die Zeichnung zwischen den beiden „Shots“, die ich gestern beim Lesen gemacht habe, ist von
Mobina, einem 6-jährigen Mädchen aus Afghanistan, die bei uns zu Besuch war und zeigt mich,
wie ich von einem Affen attackiert werde.

Garten

Wahnsinn! Das Rauschen der Bäume!
Das Grün! Ja, das Grün! In einer Ecke
der Welt ist ein Garten, in dem ich mich
reglos und wohlgestimmt vorwärts bewege
in den Reisebegleitungsgewändern.Durch
die Gehirne der Völker wandern die
Götter und erschließen und verschließen
mit ihren Schlüsseln die künstlichen
Wortparadiese. Ich aber lausche diesem
Dahinter nicht mehr und lerne vergessen,
was ewig schien. Mein tiefstes Verlangen
ist bereits in Erfüllung gegangen.
Doch noch hab ich die heilige Scheu.
Ich verstumme und staune, wenn Wunder
sich melden. Der Ernst dieser Besorgtheit
rührt an mein Wesen und lässt mein
Dabeisein reifen wie freigegebene Frucht.

Two Oceans

Man reflektiert ja nach solchen Tagen, die einiges Ungewohnte mit sich bringen, dann dies und jenes, vor allem auch erweitert durch die Beobachtungen oder Gespräche Anderer mit anwesenden Gästen erfährt man…ja was erfährt man denn?
Mir ist es zum Beispiel seit meiner Rückkehr aus Indien zum ersten Mal, auch über diesen Blog, gelungen, mein Indien-Erleben nicht nach einigen Tage meiner Ankunft irgendwo in meinem geistigen Indien-Archiv zu versenken, bis es wieder Zeit wird, das Indien-Aufenthaltsgepäckstück herauszuholen, um den Faden einer anderen Kultur mit mir drin wieder aufzunehmen. In Indien bin ich „automatisch“ in die zweite Lebensoption der Inder hineinmanövriert worden, und zwar als Soloistin im Reich der „Einzelnen“ wie Sadhus , Mönche oder Priester etc., ganz einfach deshalb, weil ich weder verheiratet bin noch Kinder habe. Auch auf diesem Weg werden bestimmte Einstellungen und Ausbildungen und Verhaltensweisen geschult und erwartet, vor allem für eine indische Frau gäbe es keinerlei Ort, ein Solo-Leben zu leben, nur weil sie nicht heiraten will. Hier in Deutschland besteht mein Freundeskreis zwar vielfach aus ja, wie sage ich das…künstlerisch interessierten Menschen, wobei das eingeschränkter klingt, als es ist. Ich bewege mich sehr selten innerhalb von größeren Familien, daher ist es auch interessant für mich, diese Erfahrung zB an solchen Festtagen machen zu können. Auf jeden Fall finde ich es anregend, von Menschen aller Altersgruppen umgeben zu sein, was übrigens auch in Meditations-Ausbildungen oft als gutes Zeichen gewertet wird. Wir haben am vergangenen Familientag auch festgestellt, dass ein „Spiel“ , das wir auf Anregung junger Mädchen alle gespielt haben, sich als außerordentlich geeignet zeigte, scheinbar Unvereinbares zusammenfließen zu lassen in Freude und vor allem in viel gemeinsames Lachen. Was Unterhaltungen betrifft, so merke ich, dass eine gewisse Müdigkeit sich in mir bewegt über die Lust an Meinungen, die wir in dieser Kultur so gerne persönlich äußern. Bevor ich aber bei mir selbst ansetzen kann, muss ich noch mal gründlicher darüber nachdenken, was für mich ein Dialog eigentlich bedeutet und wo und wodurch ich ihn förderlich finde oder auch nicht. Das Erste, was mir einfiel war, zwischen Unterhaltung und Dialog zu unterscheiden, aber wie gesagt, muss nochmal brüten. Manchmal höre ich mich auch sagen…“meine ganz persönliche Theorie…das ist auch noch eine Variante…zum Beispiel habe ich eine persönliche „Theorie“ über den Vorgang der Auferstehung, die ich mir gestern zum Glück verkneifen konnte. Zufällig war aber ein Gast bei uns, der auch wusste, dass nicht nur das Grab von Jesus in Kashmir ist, und der Abdruck seines Gesichtes auf dem Totentuch, sondern ich habe auch Bilder gesehen, wo Krishna, der indische Gott der Liebe, blondes, schulterlanges Haar hatte, eine geschichtliche Verschmelzung zwischen Krishna und Christus also durchaus möglich. Also, dass es eher so war, dass seine Freunde ihn, nachdem er abgehängt werden musste wegen Shabbath, ihn wegbefördert haben und in Sicherheit gebracht, und dort in Kashmir und Indien hat er nochmal eine Weile gewirkt. Die Inder haben ja nicht solche Probleme mit menschlichen Gottheiten. Dann auch: Auferstehung als Symbol, ja, nachvollziehbar. Es fällt Schnee im kältesten April seit Klimaaufzeichnung, aber die Natur bewegt sich ungerührt in die Auferstehung. Jedes Leben ein Sieg über den Tod, jedes Frühstück nicht nur das Gelingen des Aufstehens, sondern auch die Auferstehung aus den unbewussten Reichen der Dunkelheit in die Möglichkeit des Seins.
**********************************************************************************************************************

Das Bild mit „Two Oceans“ kam so zustande: als ein Freund von uns  heute früh genau in dem Moment zur Tür hereinkam, als wir gerade unser Gespräch beendet hatten, und ich zu ihm sagte: good timing, denn wir haben gerade zwei Ozeane durchquert. Da erzählte er von diesem Bild, das er gestern im Rewe gemacht hatte von dem Weinflaschenetikett, vermutlich in ganz anderem Kontext. So steht es hier bei mir neben der vorüberschwebenden Familieneinheit für …ja…überraschende Momente.

Mutter aller Bomben

 

Ja wie kam’s, dass ich an die „Mutter aller Bomben“ dachte? Bei längeren Feiertagen kommt es ja vor, dass man in den verfügbaren Pausen bei sich auf etwas stößt, was man lange nicht gesehen hat. Ich meine jetzt nicht (nur) geistig, sondern auch Dinge. So bin ich auf diese beiden „Bilder“ gestoßen, die ich vor einigen Jahren mal kurz ins „Feminine“ gestrichelt hatte, und zwar sind es auf beiden Abbildungen die Pilze der Atombomben, die in Japan 1945 auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden Damals erschien ein unter meine Haut gehender Artikel über diesen Vorgang, und ich begann, meine Erinnerung zu aktivieren, was mich wohl zu der Bildfeminisierung angeregt hatte. Es war der Fakt, dass der Pilot der Maschine, der die vernichtende Waffe abwarf, sie nach dem Namen seiner Mutter benannte, die „Enola Gay“ hieß, was mir grotesk vorkam, vor allem, da die erste Atombombe „Little Boy“ hieß. Die erste Versuchsbombe sah übrigens aus wie ein Ei und wurde von den Anwesenden  in der desolaten mexikanischen Landschaft gezündet, die schon vorher „Jornado del muerto“ hieß, „Reise des Todes“. Das Ei wurde unter den Todesschöpfern „das Ding“ genannt. Vor allem aber erinnere ich mich immer mal wieder an den Artikel, weil  Oppenheimer, der Kopf der Zeugung, sich bei der „gelungenen“ Detonation  nach eigenen Berichten an einen Pfosten klammerte und hörte, wie seine Lippen einen Satz aus der von ihm geehrten Bhagavad Gita murmelten, und zwar: „Ich bin der Tod, der alles raubt, Erschütterer der Welten.“ Wen meinte er? Auch hieß der tödliche Sand, der anschließend aufgesammelt wurde, später „Trinity“. Es wurde vermutet, aber nie bestätigt, dass damit nicht die christliche, sondern die hinduistische Dreifaltigkeit gemeint war. Es wird auch berichtet, dass sie nach erfolgreicher „Mission“ sich die Hände schüttelten und jemand zu Oppenheimer sagte: „Jetzt sind wir alle Scheißkerle.“ Wie dem auch war und sei, denn die Auswirkungen gibt es immer noch, so schützt uns als Menschheit die kollektive Angst vor diesen Auswirkungen wohl mehr als das kollektive Erwachen der Vernunft. Eher darf man ein bisschen zum Abschluss der Ostertage etwas phantasieren: Donald Boy meldet sich auf Dark Room Basis bei Wladimir, der natürlich Verständnis dafür hat, dass Donald jetzt nicht nur dringend mal ausprobieren muss wie auch er, Wladimir, ob die herumliegenden Dinger überhaupt noch funktionstüchtig sind, sondern dass Donald dringendst seine Tolle-Hecht-Form darbieten muss, damit verdammtnochmal, ihn die Welt ernst nimmt und aufhört, sein blondes Haar oder Melanias Botoxlippen zu besprechen. Klar Kumpel musst du das Ding irgendwo hinwerfen, wo möglichst wenige herumlaufen. Die trifft es natürlich, what to do.

In der Zwischenzeit ist eine zauberhafte Form von Schnee gefallen. So große Flocken habe ich noch nie gesehen. Und dieses rasend schnelle Sprießen der Blüten! Jedes Jahr eine Quelle der Verwunderung. Auf einmal ein Kirschblütenmeer! Und der Magnolienbaum daneben! Auch diese Erscheinungen können einem den Atem rauben. Jetzt fällt mir natürlich noch zu den Atomfeldern ein, dass man selbst da, in der tödlichsten Sphäre menschlicher Vernichtung, hat Pflänzchen herauswachsen sehen. Weitgehend unbeirrt sprießt die Natur mit ihrer Kraft aus allem Möglichen hervor. Ich nehme es dankbar zur Kenntnis.

 

 

 

 

 

 

 

Paul Valery

Wer verlangte deinen Verlust,
Tropfen? Hieß es ein Seher gut?
Oder hat nur mein Herz so gemusst,
meint ich, den Wein vergießend, Blut?

Gleich und schon wieder wie immer
klärte durchscheinender Schimmer
von mir das Meer, drin es rötlich verrinnt…

Weg der Wein, doch die Wellen sind trunken!…
Und da sah ich den herberen Wind
vor Gestalten der Tiefe durchwunken…

kein Tanzen

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2e/BurnandJeanPierre.jpg

Wie ich höre, musste der gefolterte und nun tote Mann dann vor Shabbath vom Kreuz heruntergenommen werden. Ich halte mich bewusst auf Naiv-Niveau mit meiner Forschung, ganz einfach, weil man beim Nachschauen sofort in so vielen Geschichten und Ritualen und Religionskämpfen versinkt, dass ich weiß: darum geht es mir nicht. Prächtige Bilder, prunkvolle Riten, emotionsgeladene Filme sind entstanden. Da auf Präzision vor allem der religiösen Geschichte weitgehend zu verzichten ist, und ich religions-unverankert in den Geschichten herumwandern kann, schau ich mal, was so bei mir auftaucht.  Die Läden sind heute geöffnet. Tanzen ist verboten. Eine Engländerin ist von einem Palästinenser erstochen worden.
Heute also Grabesruhe. Man nennt diese Tage, so lerne ich, auch die Pascha-Tage, vermutlich anders ausgesprochen, als ich es tue. Die vielen fremden Worte, auf die man trifft, können in Erstaunen versetzen. Eine fremde Welt, in der ich ja auch irgendwie sitze. Sind alle um mich herum in der Nachbarschaft Christen? Oder Christinnen? Gewohnheistgemäß oder auch tief verbunden wird u.a. in die großén Tempelanlagen gepilgert. Dort ist Großes los. Bach. Menschen in andächtigem Lauschen vereint. Ich erinnere mich an meine Betrachtungen am See in Indien. Was, wenn man das alles wegnehmen würde, die ganze Schau beendet und der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen?  Während all dieser Pascha-Tage also, in denen wir zB die Jünger Johannes und Petrus in einem schönen Bild zum Grab von Jesus eilen sehen (s.o. im Gemälde von Eugene Burnand 1898), wedelt Herr Trump mit gefährlichen Waffen in der Weltpsyche herum. Möge, über welche diplomatischen Kanäle auch immer, der sogenannte Weltfrieden erhalten bleiben. Klar ist, dass er nicht durch die Kraft der facettenreichen „Gläubigen“ erhalten werden wird, sondern wohl eher durch die Angst vor der absoluten Vernichtungskraft atomarer Waffen, die weiterhin hoch im Kurs stehen.

So, bei uns kommen heute Menschen allen Alters zu Besuch und die Vorbereitungen sind im Gange. Ich wünsche allerseits einen guten, gelungenen Tag.

 

 

3 x

Obwohl wir auch täglich von einem Hahn aus dem Nachbarhaus besucht werden, ist mir dieser Hahn im Bild von der Titelseite von „Greenpeace“ zugespielt worden, o Geheimnis subatomarer Partikel!, als ich gerade auf der Suche war nach einem Hahnenbild. Heute hat ja in der traurigen („kara“-Trauer, Wehklage) Geschichte der Hahn bereits gekräht, das muss sehr früh am Morgen gewesen sein, wenn Hähne krähen, und da, so stelle ich mir das bildlich vor, kamen die Ausführenden des diktatorischen Systems, denen der berühmt gewordene Mann schon lange ein Dorn im Auge war, und fragten: wo ist er!!!!? Da hob sich wie von selbst ein Arm aus dem Gewand und zeigte auf ihn: der da, das ist er!!! Und: “ Jetzt will ich nicht mehr er oder wie er  sein, wo alles schief zu gehen droht, sondern der da, der hat das alles angezettelt! Ja der da! Nehmt ihn mit!“ Was ich mir noch vorstellen kann, ist dass, sagen wir in Saudi Arabien oder im Iran, anno 2017, sich derselbe Arm aus einem kuttenartigen Dingsda hebt und auf eine Frau zeigt, die zur Vernichtung gereizt hat: Die da! Die war’s. Die hat mit wem auch immer dort das Unausprechbare getan. Alle sind sich einig, das braucht keine Nachfrage, denn es ist klar: Die muss öffentlich gesteinigt werden. Wer den ersten Stein wirft, ist in diesem Umfeld ein Held. Anderen lockert es die Lust an der Vernichtung, die latent im Menschsein vorhanden ist, wenn man ihrer nicht Herr wird. Man schmeißt also zusammen genügend Steine auf die Frau, bis anzunehmen ist, dass sie tot ist. Dann macht man einen Feiertag draus. Klar, dass war kein Sohn Gottes. Sie konnte nicht übers Wasser schweben, auch Lahme hat sie nicht wieder zum Gehen gebracht, ganz zu schweigen von wiedererweckten Toten. Aber dass sie ein Mensch war, kann keiner bezweifeln. Man spielt also die Geschichte jährlich nochmal durch, benutzt für die Steinigungsspiele natürlich keine harten Brocken, sondern vielleicht Styropor. Auch das Blut ist natürlich künstlich. Man kann ja das blutige Tuch von ihrem zertrümmerten Schädel in einem ornamentalen Rahmen aufbewahren und durch die Straßen tragen, sodass alle immer wieder was erfahren. Das würde mich schon interessieren, was die sogenannten „Gläubigen“ alles so erfahren, wenn der Papst zB den Leidensweg mit ihnen durchgeht. Sind sie in dem Stück die, die am Straßenrand stehen, den Stein noch versteckt in der Hand, und zusammen glotzen, wisserisch tuscheln und lachen!? „Ach der!!!, wusste ich doch, dass mit dem was nicht stimmte!“ Oder waren sie die, denen es leid tat, dass sie trotz seiner Aufforderung alle eingeschlafen sind in der letzten Nacht vor seinem Tod? Ich hatte schon immer was dagegen,  Leid zu verherrlichen. Sich erst um das eigene kümmern, ja, empfehlenswert. Dann weiß man, dass danach lange nichts kommt, bevor man sagen kann, man „verstehe“ das Leiden der Anderen. Und: „Er lud auf sich unsere Schmerzen!!!!!???? Konnte er das? Kann er das? Das sagt man auch von Shiva, dass er das Gift der Anderen geschluckt, also auf sich genommen hat. Leider merkt man herzlich wenig davon in der Bevölkerung. Wird dem Gift eine Chance gegeben, sieht man doch erst, was wirklich los ist. Al-Haladsch, einem islamischer Mystiker wurden, weil ein Satz dem mächtigen Irgendwer missfallen hat,  erst die Hände, dann die Füße abgehackt. Dann wurde er auf einem Baumstumpf gekreuzigt. Jemand kam vorbei und sagte: Was ist Mystik? Halladsch sagte: „Ihre niedrigste Stufe ist , was du hier siehst.“

(Grün) Donnerstag

 Ob unterwegs als Nicht-Christin oder als Nicht-Hindu, so bekomme ich doch mit, wenn in beiden Welten etwas besonders Heiliges im Gange ist. Wenn ich Hindus direkt befrage, zB „wann ist es denn nun genau“, erhalte ich meist vage Antworten, denn alle werden langsam aber sicher durch Andere informiert über das Näherkommende, oft auch kurz bevor die entsprechenden Gänge dafür geleistet werden müssen. So auch hier. Ach, schon wieder Ostern, sagt da jemand, oder ich will kurz im Aldi einen Bio-Mozarella holen und stehe etwas länger als geplant vor derart überladenen Einkaufswägen, die signalisieren, dass wegen der nahenden Feiertage gefürchtet wird, man könne unversehens aus Mangel an Esswaren verhungern. Es kommt dann auch vor, dass ich etwas genauer wissen will, diesmal war es über das „Grün“ im Donnerstag, was das Dargebotene eigentlich bedeutet. Es ist ja einfach. Man drückt ein paar Tasten und schon wird man wissensbetäubt. Ich erfahre also, dass niemand weiß, woher das Grün kommt. Es wird aber einiges vermutet und zu verschiedenen Zeiten dies und jenes eingeführt, was vorher nicht da war, und so entsteht summa summarum auch am Gründonnerstag eine gewaltige Gelegenheit, an Großem und farbig Kostümiertem teilzunehmen.  Warum allerdings gleichzeitig mit dem nahenden Grauen der Tat gegen den Schuldlosen überall Osterhasen und Eier zu suchen und zu finden sind, habe ich nie wirklich verstanden,  es kommt einem auf jeden Fall nicht trennbar  vor. Auf jeden Fall bringt es in die vorgeschriebene Trauer etwas Frohsinn. Ja, und abends wird es dann ja schon ziemlich düster. Was haben sich Künstler seither abgearbeitet an diesem Abend-Event! Wo wohl dieser große Tisch herkam, an dem sie alle saßen, die 12 Männer mit dem Auserwählten? Oder hat diesen ersten Stammtisch der christlichen Welt auch der Künstler erfunden, weil es ihm edler oder leichter darzustellen erschien, als alle auf dem Boden herumlagernd zu malen ? Und obwohl der heilige Sohn schon einiges Wunderbare geleistet hatte, kann man sich ja auch damals eine Atmosphäre des menschlichen bzw männlichen Zusammenhalts ohne inneres Konkurrenztoben kaum vorstellen. Weiß man bzw ich eigentlich, wo sich Maria und die andere Maria zu der Zeit aufhielten? Oft sieht man auf dem Tisch ja einen Weinkrug, der vielleicht gefüllt werden musste? Auf jeden Fall kann die Atmosphäre nicht besonders heiter gewesen sein, denn der hohe Sohn des Vaters wusste ja bereits, dass bald ein Hahn 3x krähen würde, und er von einem der Männer verraten. Es ist schwer für Menschen, sicher zu wissen, dass ein andrer Mensch der Sohn Gottes ist. In Indien in meinem Dorf gibt es die von Polizei und hohen Sandsäcken geschützte Halle einer jüdischen Glaubensgruppe, deren auferstandener Messias schon vor ein paar Jahren kam und in Brooklyn lebte, dann  auf verhältnismäßig normalem Weg verstarb. So kann es einem auch im Hinduismus ergehen: auf der einen Seite des Glaubens sitzt Shiva immer noch mit Parvati/Kali/Uma/etc. auf einem Berg und führt mit der Facettenreichen tiefe Gespräche, auf der anderen Seite des angeblichen Wissens ist er nur ein winziger Punkt außerhalb des Weltalls (Oder auch drin?). Viele Menschen möchten sehr gerne viele Feiertage haben, egal, was da los ist, damit sie mal ausschlafen und durchatmen können und die Kinder zu den neuen Videospielen schicken. Das ist natürlich nur bei uns hier möglich, weil es an christlichen Sonn-und Feiertagen  draußen so entmenschlicht wirkt durch die Totenstille der traumatisch blockierten Konsumgesellschaft, dass man sich in der Familie gerne auch mal umschauen kann. In Indien kann auch sonn-und feiertags eingekauft werden, niemand kümmert sich drum, wer auf und wer zu hat. Meist haben alle auf, schon weil sie es zuhause nicht aushalten. Was soll man denn da ohne Arbeit machen? Die, die wissen, was sie an solchen Feiertagen machen, sind geübt darin. So einen gelungenen Karfreitag hinzulegen stelle ich mir für Christen gar nicht so einfach vor. Ausschlafen oder trauern? Und wie und um wen trauern? Es passiert ja erst morgen, dass alles noch viel schlimmer wird. Der Hahn kräht erst morgen. Morgen ist auch noch ein Tag. Heute ist Vollversammlung am Tisch. Brot und Wein. Judas geht noch davon aus, dass seine Performance ihm keinen persönlichen Schaden anrichten wird.
  •  Bild: Tanz der Toten“, Passionsspiel am Gründonnerstag in Verges in Spanien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

freie Fahrt

Der Windjammer Alexander von Humboldt © www.gruene-segel.de

Als ich vor (vielen) Jahren im indischen Dorf etwas eingesiedelt und angesiedelt war und allmählich andere „Foreigners“ eintrafen und auch länger blieben, fragten mich die Einheimischen öfters erstaunt nach westlichen Vorstellungen von „Freiheit“. Für Hindus war es z.B. undenkbar, dass ein Mensch, der ab 10 Uhr aufsteht und dann irgendwann aufs Klo gehen muss, „frei“ sein kann. Der Busfahrer, der indische Menschen in einen Morgen hineinkutschiert, weiß genau, wann alle w a s müssen, und zwar, wenn auch er nach indischen Traditionsvorgaben muss. Die Freiheit, die ein Inder oder eine Inderin erfährt, ist die Freiheit, die Bürde des Schicksals, das sich im Laufe der Zeit zu erkennen gibt, auf angemessene Weise zu handhaben. Daher verblüfft es sie, wenn ein Mensch, den die westliche Gesellschaft ja ziemlich „frei“ lässt zu entscheiden, sich der Meinung des Kollektivs nach nicht „angemessen“ verhalten kann. Das bedeutet: gemäß sorgsam reflektierter Werte, die durch die Jahrtausende des menschlichen Verhaltens noch optimiert werden konnten. Der westliche Mensch trägt aber genau die gleiche Bürde, nur in anderer Kostümierung des Gedankentums. Im Westen ist ja das sogenannte „Ich“ gründlich hervorgelockt und stabilisiert worden. Und nun darf man sich drum kümmern und darf, gleichermaßen als Frau und als Mann, gründlich darüber nachdenken….ja über was denn, über was denken die meisten“ freien“ Menschen im Westen eigentlich nach.(?) Es gibt ja nach wie vor  exzellente Vordenker/Innen, und zur Optimierung des Seins gibt es ebenso viele anlockende Angebote wie zur Heilung all der seelischen und geistigen Wunden, von denen ein westlicher Geist notgedrungenermaßen ausgeht, da er überall mit Wunden in Berührung kommt. Oder er fällt dem erholsamen Gleichmut anheim, wo aufgetankt werden kann zu neuem seelischem Aufschwung. Vielleicht kommt deshalb die Wortschöpfung „fly sein“ als Jugendwort des Jahres gekürt, aus kollektiver Erfahrung,  denn hier geht immer jemand oder etwas ganz besonders ab. (Ist frei sein fly sein?) Inder fliegen auch ganz schön ab von ihren kulturellen Positionen, aber das Kollektiv, mit naivsten Formen der Gläubigkeit an die lebensspendenden und erhaltenden Rituale gebunden, hält die ständig dahinter brodelnde Anarchie noch im Zaum. Überall kann man sich, wenn man möchte, auch aus zutiefst persönlichem Interesse, in der Menschheit nach „freien“ Menschen umsehen, was eher einer Schulung der Wahrnehmung gleicht, was ich überhaupt selbst unter „Freiheit“ verstehe. Dieses  Jahr in Indien ist mir noch klarer geworden, dass das Heraustreten des Individuums aus dem Pulk der Gesellschaften, seien es Religionen oder Familienbünde oder Industrieunternehmen usw. erst ermöglicht, sie als Konstrukte zu erkennen, wodurch die Frage nach“Drin-oder Draußensein“ relativ unbedeutend wird. Bedeutend wird aber die „Verantwortung“, ein Wort, das ich gerne durch ein anderes mit dieser Bedeutung ersetzen würde, wenn es eines gäbe, was weniger schwer geladen ist. Die Verantwortung für das eigene Vorhandensein also. „Verantwortung“ bedeutet ja nur „Antwort geben können“, in meinem Sinne auf das, was man als Freiheit versteht, und was einem, auch unabhängig von persönlichen Meinungen, als letztendlich situativ angemessen erscheinen mag im Umgang mit Menschen. Ich denke, wenn Freiheit und Verantwortung zusammenfließen, ergibt sich daraus ein kreatives Potential, das zu angemessener Resonanz auf das jeweilige Geschehen in der Lage ist.
Den Artikel über die Jugendsprache und die jährlich prämierten Worte habe ich monatelang in meinem Gepäck herumgetragen. Mich interessieren neue Worte, die im Sprachgebrauch auftauchen, da ich selbst Worte kreire, wenn ich das bisher Verfügbare für mich erweitern möchte. Noch ein Wort, das mir gefallen hat, war „Niveaulimbo“(2010 prämiert). Das Versinken eines gewissen Niveaus, dem man bei der abenteuerlichen Reise in der Navigation immer mal wieder ausgesetzt ist, sollte durchaus ab und an als Gefahr gedeutet werden.

(auch)&(u.a.)

 

Die, die still sein wollen, reden.
Die, die schweigend sich bewegen,
haben keine Wahl. Denn ihr Innerstes
muss sich nach außen kehren, bis sich
gesagt hat, was sein will, und dann
noch darüber hinaus.
Im Hinaus der Weitblick ins Unsagbare,
eben hinein in die wortlose Tragweite, und,
gespannt hineinhorchend in des dunklen
Urleibs tönendes Ohrgebilde: das sich
Gebärende der ohnmächtigen Macht:
das Wort
und der Name,
mit dem ich dich rufe
und dich hervorlocke aus
der sich nur langsam
erhellenden Schwere
verwundeter
Schweigsamkeit.

War/Krieg

Letztes Jahr im November, als ich nach Indien flog, war der Krieg in Syrien auch schon jahrelang am Toben. Jetzt hat er noch an Schwung zugenommen. Das halbe Volk ist auf der Flucht. Immer war Krieg. Oder war mal überall keiner? Gibt es unermessliches, den Verstand sprengendes Leid, damit unser Mitgefühl aktiviert bleibt? Wir mitfühlen können!? Oder gibt es einfach immer wieder unermessliche Dummheit verdrossener und verbitterter oder machthungriger Geister, denen der Aufruf zur Waffe in jeglicher Form gerade recht kommt, um ihrem ihnen selbst unbedeutend vorkommenden Leben einen der vielen illusionären Heldentaten zuzufügen, von denen Geschichte voll ist? Am Wochenende saß ich in einem Saal vor vier Syrern und einer deutschen Moderatorin, die arabisch sprach, und wir hörten von schreibenden Menschen ihre Erfahrungen aus den Städten, die durch die Nachrichten und unsere Systeme geistern: Homs – Rakka – Damaskus. Wohl all denen, die Wege schon hatten oder durch das Grauen finden, um sich auszudrücken darüber, und wer das Translatierte lesen will, der lese. Es wird viele Bücher geben über den Krieg in Syrien, viele Berichte, endlose Dokumentationen. Es wird lange dauern wie in allen Kriegen, bis vieles an Geschehenem ans Tageslicht kommt und mit kollektiver Mühsal verdaut werden wird. Habe ich da auf dem Stuhl was gefühlt? Lieber mit Künstlern aus diesen Ländern sitzen. Man versteht sich auch ohne Worte. Aber Sprache muss sein, damit der eigene Ton und das Hören des Anderen vertieft werden kann – oder auch nicht. Arabisch, eine wunderbare Sprache. Syrisches Arabisch. Vertrautes Fremdland. Durch die Flucht sind viele zu uns gekommen. (Jabbar Abdullah zum Beispiel ist der Initiator und Veranstalter dieses Abends. Er hat auch angefangen zu schreiben und liest als Dritter am Mikrofon  in Arabisch, ein Schauspieler liest das Übersetzte. Er schildert seine Fahrt nach Rakka, den Abschied von seiner Mutter, die Angst an den Kontrollpunkten, da er mit dem Pass seines Bruders reist, alles geht gut, er sieht mit eigenen Augen das zerstörte Homs.) Andere sind Gefährder geworden, weitere werden schießen und erschossen werden. Wegen dem vielen Sterben und den Folterungen und den Vergewaltigungen, die „üblicherweise“ in solchen Situationen stattfinden,  fühlt man die Hemmung, einfach zu sagen – ja können diese Idioten vielleicht einfach mal ihr Scheiß-Spiel beenden undsoweiter, denn man weiß ja zutiefst, dass sie es nicht beenden werden, weil sie es nicht können und überhaupt ganz andere Ziele verfolgen als all das, was im Weltentaumel  so diskutiert wird mit der chronisch übermüdeten Einstellung, s e l b s t durch Meinungen einwirken zu wollen in Welt, andrerseits aber lieber zurückschreckt bzw in einem Publikum sitzt und sich immer wieder fragen darf, was man eigentlich selbst mit sich erfährt. Nein, keine Meinungsbildungsschwaden verfügbar. Ich danke.
Da fiel mir ein Video-Link ein, der mir neulich geschickt wurde. Das hat mich erreicht. Da ist er: der syrische Rapper Amer Wakka:

 

Giacomo Leopardi

Bildergebnis für Giacomo Leopardi

L’INFINITO

Immer lieb war mir dieser einsame
Hügel und das Gehölz, das fast ringsum
ausschließt vom fernen Aufruhn der Himmel
den Blick. Sitzend und schauend bild ich
unendliche Räume jenseits mir ein
und mehr als menschliches Schweigen
und Ruhe vom Grunde der Ruhe.

Und über ein Kleines geht mein Herz ganz
ohne Furcht damit um. Und wenn in dem Buschwerk
aufrauscht der Wind, so überkommt es mich, dass ich
dieses Lautsein vergleiche mit jener endlosen Stillheit.
Und mir fällt das Ewige ein
und daneben die alten Jahreszeiten und diese
daseiende Zeit, die lebendige, tönende. Also
sinkt der Gedanke mir weg ins Übermaß. Untergehen
in diesem Meer ist inniger Schiffbruch.

 

*********************************************************************************************************

In der Übertragung von R.M. Rilke

(Da ich auch gestutzt habe: es heißt tatsächlich „Aufruhn“)

 

 

 

Privatsphäre

In Indien gibt es das Wort „privat“ in Hindi (noch) nicht, und wenn es ankommt, wird es „private“ heißen wie alles, was gekommen ist und vorher nicht im Blickfeld war, dann englisch vorkommt. „Cigarette zB oder „Porno“. Allerdings, als „es“ vor Jahren begann, sozusagen der Umschwung in eine Moderne, waren die ersten Anzeichen schon klar zu sehen: Land wurde rasend schnell aufgekauft, dann drumherum eine dicke Steinmauer gebaut und ein Tor angebracht. Dann ging meistens das Geld aus, es blieb bei Mauer und Tor, Formen der Privatsphäre also. Es ist auch nicht üblich bis heute, über „private Dinge“ zu reden, dazu fehlt die Übung, persönliches Leben zu reflektieren, und vor allem die männlichen Fronten sind geübt in der Ablehnung dieser bedrohlichen Herausforderung, für das innerlich Vorhandene auch noch verbalen Ausdruck zu finden. Dafür brodelt es ungehemmt in den Gehirnen und an den Versammlungsorten, sodass man selten zu einer klaren Einschätzung des Geschehens kommt. Ravi zB wedelt lächelnd und erfolgreich jede Nachfrage in sein Privatleben ab, während in der Gerüchteküche mächtig gestaunt wird. Weiß er und muss er wissen?, dass alle um ihn herum der Ansicht sind, dass er seine Frau, die er mit den Kindern weggeschickt hatte, absichtlich mit medikamentösen Giften versorgt hat, sodass sie auf dem Rückweg verstarb, und er dann kurz danach die Tochter ihrer Schwester heiratete, worauf der Bruder demonstrativ und vollkommen nackt durchs Dorf lief, um seiner Empörung einen Ausdruck zu verleihen, da er gegen Ravi’s Weglächeln nicht ankam. Ich auch nicht. Ja, die Geschichten der Menschen sind seltsam, aber muss man nicht wissen, wie inmitten einer großen Bibliothek stehend, warum und wofür man gekommen ist, damit man, wie in der „Bibliothek von Babel“(Borges), nicht dem Irrsinn geweiht ist? Und auch das menschliche Verhalten hängt ja nicht nur von der Kultur ab, sondern von der Kultivierung des Menschen, der ich selbst gewillt bin zu sein. So bleibt in Indien zB die offizielle Sphäre eher durchgehend freundlich und wohlgestimmt, wenn ich selbst freundlich und wohlgestimmt durchgehe, eine gewisse Begräbnisstätte für Geschichten in mir tragend: Shamshan. Ja, und so anders ist das ja auch in Deutschland nicht, nur dass ich selbst hier augenscheinlich zu etwas mehr Privatperson mutiere. Der Mann vom Haus etwas weiter hinter uns, dessen Hahn uns täglich besucht und in unserem Kompost herumwühlt, erzählte mir nach meiner Rückkehr auf seinem Spazierweg,  dass seine jahrelangen Depressionen durch die Therapie etwas besser geworden sind, und er jetzt sogar herauskommen kann aus dem Haus bzw dem Bett. Ich freue mich für ihn, klaro. Wir sind nicht mal ein Dorf, sonder eine Ansammlung von Häusern vor allem Un-Einheimischer, die wir uns alle an die gelingende Formel halten: freundlich, aber bitte nicht zu nah. Klar, fragt man mal nach, wenn der junge Schwiegersohn von gegenüber vom Dach fällt und seither im Rollstuhl sitzt. Wer will schon dauernd hören: Na, wie geht’s ihm denn so? Alle super nett, auch die daneben im Haus. Als ich mal irgendwo in vertrautem Gespräch in einem Cafe saß, wollte die Bedienung wissen, wer wir seien, und ich nannte den Ort, wo ich wohne. Ach da, sagte sie, behandle ich doch den Mann, der Krebs hat. Das wusste ich nicht. Wir sehen ihn kaum, und wenn, ja auch wenn….ist Mitgefühl hier ein Wert? Ich weiß es gar nicht. Oder gilt: Privatsphäre vor Mitgefühl. Menschen haben Angst vor allem Möglichen. Der Mann, der jetzt unser ganz naher Nachbar geworden ist, weil er das Haus gekauft hat, das auf demselben Grundstück wie unseres steht, sollte oder wollte mit seiner Lebensgefährtin dort einziehen. Nun ist aber was passiert und er zieht alleine ein. Er hat das auch gleich kommuniziert, weil es ja offensichtlich ist. In Indien wird mir öfters auf subtile Weise suggeriert, wie glücklich und frei wir doch alle sein müssen, da wir alles zu haben scheinen, wovon ein in die Weltgemeinschaft aufsteigender Inder nur träumen kann, zB keine 20 Familienmitglieder am Hals hängen haben, für die man sorgen muss, oder ein Auto haben und eine Krankenversicherung, und wenn nichts mehr geht, wird man vom sozialen Netzwerk aufgefangen. Stimmt ja, das ist wunderbar eingerichtet. Da fallen mir die Sätze ein, die Indianer mal irgendwo über Weiße sagten: Sieh, wie grausam die Weißen aussehen. Ihre Lippen sind dünn, ihre Nasen spitz, ihre Gesichter von Falten durchfurcht und verzerrt. Ihre Augen haben einen starren Blick. Sie suchen immer etwas. Was suchen sie? Die Weißen wollen immer etwas, sie sind immer unruhig und ratlos. Wir wissen nicht, was sie wollen. Wir verstehen sie nicht. Wir glauben, dass sie verrückt sind. (Habe den Text gefunden). Nun ja, denke ich, so schlimm ist es nun auch  wieder nicht. Oder ist es viel schlimmer?

 

die Worte

Von einem indischen Psyhoanalytiker (Sudhir Kakar) habe ich vor Jahren einmal anlässlich einer Artikel-Serie über die Praxis und Handhabung der Psychoanalyse in verschiedenen Ländern eine wichtige Information über die Inder und ihre „Psyche“ bekommen. Er sagte nämlich, dass die therapeutische Behandlung in Indien sehr mühsam anläuft, ja, noch kaum anwendbar ist, und zwar aus dem einfachen Grund, weil  die indische Kultur keinen Wert darauf gelegt hat, das persönliche Schicksal eines Menschen zu ergründen, da die Grundfesten indischen Lebens  festgelegt sind, und zwar in zwei Richtungen, sodass jeder Mensch, der in diesem Kulturraum aufwächst, nur diese beiden Wege zur Verfügung hat, also den „Familienpfad“ und den Weg der Einzelnen wie Mönche oder Gurus oder Priester etc…. das natürlich auch „nur“, wenn ein gesellschaftliches Leben daraus entstehen soll, was ja auch hier im Westen vielen Menschen vorrangig wichtig ist, dh vor allem im Außenbereich jemand zu sein und dort auch zu scheinen. Nun kommt nicht automatisch mit dem „Draußen sein“ oder dem „Sehr-Beschäftigtsein“ auch ein „Sich-selbst-sein“ zustande. So gibt es in der indischen Kultur eben diese zwei klugen Optionen des Seins, den Familienpfad und den Pfad derer, die das Familienleben für sich nicht geeignet halten, also keine Kinder, keine Heirat, dafür aber Verantwortung für das reichhaltig dokumentierte Abenteuer der Selbsterkenntnis, das unter günstigsten Bedingungen eben auch zur „Befreiung von der Anhaftung an das Leiden“ führt. Mich würde interessieren, wie Sudhir Kakar die heutige Situation in Indien sieht, wo, ganz wie bei uns, sich die kulturellen Vorgaben nach und nach aufheben, und die Übergänge, auch zur Welt der Maschinen, fließend sind und vor allem sich sehr schnell formieren mit derart neuem Outfit, dass eigenständiges Denken, nie individuell angekurbelt, hier eine weitere illusionäre Facette erhält, nämlich der Eindruck, durch kompetente Handhabung von Maschinen ein bewusstes Individuum zu werden. Die ausländischen Indien-Durchwanderer hingegen, auch gut ausgerüstet mit technischem Spielzeug, zeigen eher Anzeichen kollektiven Stammesverhaltens zB mit allerseits durchtätowierten Körpern und dem uneingeschränkten Bedürfnis,  mit häufg gedrehten Joints  die Herausforderungen des persönlichen Daseins leichtfüßiger zu gestalten beziehungsweise vollständig zu ignorieren. Die uralte Frage scheint hartnäckig zu bleiben: „Wie kommt man eigentlich zu sich“, und woher weiß ich, dass ich das bin, von dem/der ich denke, ich sei es ganz einfach und es bestünde keine Notwendigkeit, „es“ tiefer zu reflektieren, denn wen kümmert es schon wirklich, dass „es“ zuerst „ich“ werden soll, bevor es von mir aus für immer verschwindet. Doch wie geht’s? Und hat das „Schau dich selbst an“ hier noch seine Konsequenzen, die spürbar und wahrnehmbar sind? In Indien sitzt fast niemand mehr aus den Familienclans an den Feuern der Sadhus. Zu auffällig selbst für den Ungeübten ist das geschwafelte Reden geworden, und selbst das wird nur durch Drogen-und manchmal auch Alkoholkonsum überhaupt noch aufrechterhalten, wodurch sich dann entsprechendes Miteinander an den Feuern gestaltet.
All das wehte heute früh so durch meinen Geist, weil mir klar wurde, dass in der Tat nur durch inneren oder äußeren Dialog das diffuse Innenleben erfasst werden kann, da es die Worte sind, und nur die Worte, die hier Klarheit und Präzision und Überprüfung gewährleisten können darüber, wieweit ich weiterhin davon ausgehen kann, von meinem eigenen Selbst ein Bild zu haben, das meiner gefühlten oder für selbstverständlich gehaltenen Realität  entspricht.  Von der Erfahrung weiß man auch, dass Worte nicht letzte Objekte des „Wahren“ darstellen. Aber ohne sie: weder bewusstes „Ich“ noch „Welt“, in der ich anwesend bin als mich selbst. Dann reift auch gleichzeitig das leichtherzige Schweigen.

**************************************************************************************************************************

Bilder: das Photo eines Inders vor meinem Fenster, der einem Äffchen, das ohne Arme das Becken durchschwommen hatte, seine Ehrerbietung zollt, und rechts der heilige Franziskus, gemalt von Zurbaran.

Studie

Eine Studie über das Reden der Maschinen
unterwirft die Vorträge der Roboter den
Abstraktionen frischer Intelligenz, längst
bevor diese die Herrschaft über das Lächeln
künstlicher Weltwirtschaft bestimmen.
Kann es sein, dass alle Gehirne im selben
Wind stehen?, was eine viel zu gescannte
Ära irritierender Ernsthaftigkeit entwirft
und den Bot-Vorstand um den Schlaf bringt,
da er zum Börsenliebling wird! Die
Ausweitung der Weltzimmerzonen beginnt.
Man spricht über eine Zukunft, die nicht mehr
vom Menschen abhängt, sondern sich als
Gegenstand unserer Sprache entziehen und
das Vokabular der Sieger übernehmen wird.
Dadurch ist Anreiz zur Selbstaufgabe gegeben.
Heikle Negativismen sind als erste Klagen
bereits unterwegs. Algorithmen übernehmen
die Arbeit der Selbstverzwergung. Die Frage
taucht auf, wer die ihm zugedachten Rollen
noch auszufüllen vermag. Faktenwiedergabe
verkümmert zu historischem Relik. Was tun,
wenn erbaulicher Aufschwung sich über dunkle
Kanäle zum Kreis schließt? Du kannst jederzeit
als humanoider Körper die Verhaltensmuster
und Gefühle der Menschen erhalten und sie
nicht aus deinem Einflussbereich entlassen.
Auch wird es selbstständiges Denken immer
geben, da es sich selten außer Reichweite befindet.
Die entmündigte Anzahl der Menschheit entsteigt
ihrem Panorama und steht nun im Zentrum eines
unbegrenzten Volumens, das im Äther seine
Entsprechung sucht und findet. Eine neue Sorte
von Prognosen bahnt sich einen Weg zu den
Stimmen der Lebenden, wo es zum Nachdenken
anregen kann über die Grundüberzeugungen.

***************************************************************************************************************************

Das durch mein Auge gesehene Bild stammt von der Titelseite der „Zeit“, ebenso kommen viele der einzelnen Worte aus Ausgaben der „Zeit“.

anders

Wir wohnen in der Nähe eines Turmes, auf dem außer einem Handyempfangsmast auch eine Fahnenstange angebracht ist. (Ich bräuchte keine Fahnenstange). Dort weht meistens, so höre ich, die deutsche Fahne. Nun fiel es uns neulich auf, dass auf einmal eine andere Fahne da wehte mit einem seltsamen Symbol drauf, das uns nicht bekannt war. Man konnte es vielfach deuten, ein Lieblingssport der Menschheit, der oft fatale Verluste mit sich bringt. Noch griff keine Beunruhigung um sich, als wir zu simplem Einkauf in das nächstliegende Städtchen fuhren. Dort sahen wir an der Wand der Bahnhofshalle auf einmal dasselbe Symbol. Der Deutungstrieb wurde noch einmal aktiviert, denn dort standen auch Worte, die durchaus deutungswichtig waren. „Erhebt Euch!, steht da. Wer soll sich erheben!? Und sind das zwei Schwerter, die  im Symbol mit der Spitze aneinander stoßen? Ein Aufruf zum Kampf?, oder eine engagierte, christliche Sekte? Ein heilbegabter Praktiker, der zu den Leidenden spricht? Oder ein deutschstämmiger Gefährder, der Gleichgesinnte aus dem Volk hervorlocken möchte? Ich selbst fühlte mich nicht bewegt, etwas zu unternehmen, aber meine Begleiterin schon. Sie rief bei einer Frau im Rathaus an, die wir seit Jahren kennen, die nicht anwesend war. Man empfahl ihr das Ordnungsamt. Dem Herrn waren zwar keine rechtsradikalen Bewegungen bekannt, er war aber offen für die Nachricht und wollte mal nachsehen lassen. Vermutlich ist die Fahne in der Zwischenzeit entfernt worden, aber immerhin kam einiges in Bewegung. Mir fiel auf, dass die Zeiten doch sehr angespannt sind. Wäre man auf die Idee gekommen, dass es einfach ein Buben-Streich ist? Macht doch allen Jugendlichen Spaß, die sogenannten Erwachsenen etwas aufzuschrecken!? Oder müssen die Erwachsenen ein neues Aufschrecken lernen, wenn geheime Bünde im gesellschaftlöichen Raum ihre Zeichen setzen? Wie sicher kann Einer sein, wer der Andere ist? Welcher Weg führt denn zur Kenntnis des Gegenüber, wenn diese Kenntnis überhaupt erwünscht oder angebracht ist? Welche Gedanken und welche Sprache und welche Zeichen sende ich permanent in die Welt, oder gibt es tatsächlich einen Abschied vom Senden? Oder ein gelassenes Beisichsein mit freiem Willen zu gelungener Handhabung der Realität(en)?

Heute früh, als das Thema des Zeichens auf Fahne und Wand nochmal auftauchte, fiel mir eine künstlerlische Arbeit von Henrike Robert ein, die sie für eine unserer Performances („Schauplatz des Kriegens“) in einem Skulpturenpark gemacht hatte (und später noch einmal bei einer Jubiläumsfeier von Amnesty International zeigte), und zwar war es eine Serie von Feind-Bildern, die sie numeriert hatte, es waren insgesamt 21 Bilder, die sie, langsam die Zahlen aussprechend, vor das Gesicht hielt. Ich möchte hier ein paar von ihnen zeigen, weil ich sie so passend zu den unheimlichen Themen aller Zeiten finde: was sehe ich? Und wie sehr ist dieses Sehen und Hören geprägt von mir und meiner Geschichte, und in welchem Verhältnis steht die Erkenntnis von mir selbst zu der Erkenntnis eines Gegenübers….usw…..und was für ein Gegenüber bin ich.

 

Bio-o-Bio

Da steht es, das Wort, das ich heute noch ungern ausspreche, aber mich daran gewöhnt habe, es mit dem dankbaren Grundgefühl zu vereinen, dass ich auf etwas gestoßen bin, das meiner Persönlichkeitsstruktur vielleicht nicht wirklich entspricht, aber sich doch durchgesetzt hat als wertgeschätzte Lebensqualität. Wenn ich bin, was ich esse, dann bin ich in der Tat lieber Biogemüse als Schweinshaxe. Überall lauert allerdings auch die Gefahr eines unauffälligen Kastensystems, sodass die Schulung zur Weisheit hier ebenfalls angebracht ist und in der Tiefe verstanden wird, dass der Mensch frei ist, zu wählen. In meinen Indien-Beiträgen habe ich  etwas Nennenswertes vergessen zu erzählen, nämlich, dass das ganze Dorf vegetarisch ist bzw isst. Kein Fisch (nur Fischfütterung), kein Ei (weder Hahn noch Hennen), kein Fleisch (nur auf dem Schwarzmarkt). Sie hätten eine zeitlose Besonderheit des Dorfes daraus machen können, wäre einerseits die Anziehung an das Verbotene nicht immer so groß. andrerseits die Giftmengen (DDT aus dem Westen) so reichhaltig in allem enthalten, sodass mich zu meiner Überraschung die Einheimischen auf meine Frage, ob sie denn einen Geheimtip hätten von nichtgiftspritzenden Gemüsehändlern, mitleidig anschauen und mir sagen, dass Ungespritztes schon lange nicht mehr zu haben ist. Nichts ist giftlos. Meine kleine Tasche, die ich als Fluggepäck dabei habe (außer der größeren), ist angefüllt mit Biomaterialien, die mal hier, mal da hineingestreut werden können, sozusagen als Sonnenstrahlen in den Giftkeller. Was sind denn das für winzige Samen?, erkundigt sich Lali bei einem Besuch, erstaunt, dass sie in einer Küche etwas Unbekanntes entdeckt. „Chia-Samen“, strahle ich überzeugend, eine Art Wesensnahrung, die den illusionären Ekstaseebenen spirituellen Trainings nicht unähnlich ist. Es ist eine Erfahrung von Qualität, der man zumutet, Gewaltiges zu bewirken. Wie schön, dass es Bioläden gibt. Alles sieht so gehaltvoll aus. Ja, auch hier gibt es Skandale, werden illegale Vorgänge aufgedeckt, aber bitte, im Verhältnis zu der wohlüberprüften Ware!, ist das ja wohl tragbar. Der Betrug lauert überall. Indien hat eine gewisse Berüchtigtheit (?) erlangt durch kleingeistiges Betrügen, an dem oft mehr Menschen zugrunde gehen als an größeren Betrügereien. Ach ja, Alkohol ist im Dorf dort auch verboten. In der Zwischenzeit torkelt regelmäßig mal jemand durch den Bazaar, bewusstlos bis halbtot von dem lokal gebrauten Whisky. Da lob ich mir doch so ein wohltuendes Weinchen aus dem Bioladen. Ja und dann, weil ganz persönlich so hell begeistert von der Poesie der Nahrungsquelle, wurden wir eingeladen zu einer Messe (Bio Provider), wo sehr viele Menschen, die einem vertraut vorkamen für einen Augenblick, exzellente Nahrung anboten und von derselben Art Menschen angelächelt wurden wie sie selbst. Weniger (auch von mir) gefürchtetes Rotbäckchen und Heidekraut, sondern eher Intelligenz am Werke, am Werke der eigenen Existenz und der der Nachkommen. Man tut auch hier, was man kann, und wenn man es kann, fühlt man sich gut.

Beim Zeus!

Nein, in dem Bild, das ist nicht Zeus, aber es könnte natürlich Zeus sein, z.B. wie er darüber nachgrübelt, in welcher Form er Leda beglücken könnte, oder es könnte ein indischer Sadhu sein auf der Kumbha Mela, dem Treffen der einstmals als heilig empfundenen Mönche, wo dieser  dann ebenfalls grübelt, z.B. ob er den Blödsinn mit den Smartphones auch mitmachen soll, oder freiwillig in der endgültigen Bedeutungslosigkeit versinken, oder er könnte als edler Obdachloser darüber nachdenken, wo er die Nacht verbringen kann und dort auch wohl was zu essen bekommt, oder es könnte Diogenes in der Tonne sein, der die Ankunft von Alexander dem Großen begrübelt, und wie er ihn kleinhalten kann bei der Ankunft, damit die Verhältnisse klar bleiben. Es zeigt aber in malerischer Wirklichkeit Hieronymus den Heiligen, wie er sich nach Art des Menschenwunsches dem geräumigen Nichts zuwendet und dort Resonanz erhofft auf menschlich Unsagbares. Dass dieses Gemälde des großen Grüblers sich als Fälschung erwies, war sicher für jemanden ein sehr teurer Verlust, aber auch 850 000 Dollar, der ersteigerte Preis der Fälschung,  können in manchen Welten mühelos ausgeglichen werden. Mir selbst fiel auf, dass ich dieses Jahr, gerade eine Woche aus Indien zurück, schon ein paar Mal vor mir selber und Freunden erwähnt hatte, dass mir die Unterschiede zwischen Ost und West nicht mehr so krass erscheinen wie früher oder noch letztes Jahr. Das mag an der bemerkenswerten Sucht der Inder liegen, sich in rasanter Geschwindigkeit die technischen Instrumentarien der Welt anzueignen, sodass der Tod durch ein überstürztes Selfie genauso irrsinnig erscheinen mag wie andere Heldentaten der Geschichte, in denen Männer ihre überbordende Natur entfesseln bzw fesseln können je nach selbst erzeugter Notlage, was auch gern Schicksal genannt wird, oder Karma. Klar, Indien kann einen durch vieles erschrecken und direkt in das Bauklötzchen-Staunen transportieren, wo es auch oft beim Staunen über die Klötze, hier als Tradition, bleibt und bleiben muss. Ich hatte mal eine kleine Sammlung solch bemerkenswerter Vorfälle wie z.B. die Geschichte  eines 6-jährigen Mädchens, das mit einem Hund verheiratet wurde, um  irgendeine lokale Göttin in Schach zu halten. Überhaupt wird da viel Menschliches geopfert, und auch heute noch in Tempeln mit Ziegenopfern ersetzt, das habe ich dann als Sammlung beendet. Oder das Kastensystem, das so viel Aufregung erfährt. Wahrscheinlich aber gibt es in „Wirklichkeit“ innerhalb des indischen Kastensystems mehr Freiräume als in den versteinerten Schollen westlicher Psyche, wo einsames Sein wie überall von der Fähigkeit abhängt, dem Ich so viele Facetten oder Fenster zu Welt und Anderen zu ermöglichen, wie eben möglich ist. Das erinnert mich an einen sehr unaufgeregt geschriebenen Artikel über einen Mann, einen Agalmatophilier, der schon seit Jahren mit einer Puppe lebt. Er ist nicht allein, denn in Kontakt mit 50 000 Agalmatophieliern, die auch mit Puppen leben. Man wird doch wohl noch lieben können, wen und was man will. Das „Was“ beziehungsweise „das Es“ nehmen global sehr deutliche Formen an, was an regressive Prozesse erinnert. Hier wenden wir bzw. ich mich dem strahlenden Tag zu mit einem Lächeln, das wiederum gute Gefühle aktiviert, und sage: Jai ho!

Hannah Arendt

In der Liebe, nur in ihr, gibt es wirkliche Gegenseitigkeit, die auf dem Einander-Bedürfen beruht. Ein Mensch sein heißt, zugleich, eines (andern) Menschen bedürfen.
Alles Reden mit Anderen ist immer schon Reden über etwas beiden Gemeinsames, also nicht Reden aus und in der Sache selbst. Ohne die Form des ‚über‘ gibt es kein Gespräch. Im ‚über‘ drückt sich aus, dass wir zusammen die Erde bewohnen. Nur die Rede der Liebenden ist frei von diesem ‚über‘; in ihr spricht man mit dem Du wie mit sich selbst, weil dies Du das Du nur eines Ichs ist.  Die Rede der Liebenden erlöst von beidem zugleich, von dem ‚über‘, in dem man die Welt mit Vielen (Fremden) gemeinsam hat, und von der Zwiespältigkeit der Einsamkeit.
Die Rede der Liebenden ist daher von sich aus ‚poetisch‘.  Es ist, als ob in ihr erst Menschen dazu werden, als was sie sich als Dichtende geben: Sie reden nicht, und sie sprechen nicht, sondern sie ertönen.
Die Liebe verbrennt, durchschlägt wie der Blitz das Zwischen, das heißt den Welt-Raum, zwischen den Menschen. Dies ist nur möglich mit zwei Menschen.
Das Herz ist ein komisches Organ; erst wenn es gebrochen ist, schlägt es seinen eigenen Ton; wenn es nicht bricht, versteinert es. Der Stein, der einem vom Herzen fällt, ist fast immer der, in welchen sich das Herz fast verwandelt hätte.

Da, wo ich lebe

Da, wo ich lebe, sind die Wiesen zur Zeit so frisch und grün und lebensspendend! Ach wie schön ich es fände, wenn Menschen aus Indien, die mich hier besuchen, immer auf so ein Wetter stoßen könnten, wo einem das Herz aufgeht durch das satte Grün, und die Luft noch so leer ist von Beschwerung, und das Gezwitscher, auf das ich extra hingewiesen wurde dadurch, dass jemand intensiv hinhörte. Dem Gezwitscher der Vögel volle Aufmerksamkeit geben! Vor allem für alles Schöne und Gute muss man empfänglich werden, also das Empfangen kennen lernen wollen, vor allem, wenn man dem Geben und Tun Vorrang schenkt. Hier im sanften Grün eines Frühlings, es war das Jahr 2017, kann man, wenn man sich sorgen möchte, auf die Blüten und Knospen schauen, die in dem wärmsten März, wie ich höre, seit der Klimaaufzeichnung, schon in vollem Drang sich nach vorne bewegen, und der April kann da noch einiges anrichten, muss aber nicht, wenn der Ausdrucksdrang sich stark genug entwickeln konnte. Irgendwas in mir wollte immer Großstadtpflanze bleiben und als solche gelten, vielleicht mein Hang zu Science Fiction, gutes Science Fiction natürlich, wo der Geist andere Ebenen des geistigen Raumes betreten kann und potentielle Mutationen für möglich halten, die dem schöpferischen Geist zuweilen vorkommen wie Nektar gegen die Ödnis der menschlichen Weltgestaltung (wenn der eigene Blick begrenzt ist). Aber wie ich sehe, hält sich mein Körper meistens in Landgebieten auf, in Indien vor allem auch an einem See und am Rande der Wüste, wo immer noch mehr Weite und Raum möglich ist, und hier, ja: wir können die Türen offen lassen und in den Wald gehen mit ein paar Schritten und furchtlos darin umhergehen. Dort und hier ist die Natur der Rahmen, den ich als wohltuend und förderlich für das menschliche Wesen empfinde. Die freie Entfaltung des jeweils Schöpferischen im Einklang mit allen zu verrichtenden Handlungen, die diesen Einklang fördern. Stimmt, ich bin gar keine Stadtpflanze (mehr). Manchmal gehe ich hin, zum Glück nicht weit weg, immer mal auch unterhaltend. Doch die Gestaltung des Seins, wie es sich mir erschlossen hat, ähnelt durchaus dem „Kepos“, dem Garten des Epikur, wo die Gespräche mit den Freunden über die förderlichste Lebensweise stattfanden, mit seiner freundlichen Einladung an die Fremden, die eintreten können und teilnehmen an guten und einfachen Dingen, deren Wert über bestimmte Einstellungen wahrgenommen werden kann und zu einem Leben führen, das Anderen und mir selbst Freude bereitet.

Da ich gestern dieses Photo von der Wiese mit den Gänseblümchen gemacht habe, fiel mir ein, dass ich vor Jahren mal etwas über Gänseblümchen in einem Pflanzenbuch gelesen hatte, nämlich, dass es das ganze Jahr über blüht. Das Volk liebte es und nannte es Tausendschön. Aber eines schönen Tages, irgendwann im 18. Jahrhundert, geriet das Gänseblümchen in Acht und Bann und wurde systematisch vernichtet. Es wurde, übrigens zu Unrecht, stand da, angeklagt, ein abtreibendes Mittel zu sein.. Heute ist das Gänseblümchen in der Gesellschaft wieder aufgenommen (uffh) worden und akzeptiert.

Der berühmten Gänseblümchenforscherin
Lakshmi Radikali, die an sich selbst eine
wohltuende Heilung durch Gänseblümchen-
Blättersud erfahren hat, liegt sehr viel daran,
der Gänseblume wieder einen lebendigen
Rahmen zu geben, denn die Heilforschung
der natürlichen Medizin kann ja selbst kaum
noch natürlich überleben, weil sie im
Operationssaal der modernen Technologien
so gründlich seziert wird,  dass nicht viel
übrigbleibt von ihrer eindeutigen Wirkung.

 

HüterInnen (?)

Kaum bin ich gelandet, kann ich mir das Morgenland kaum mehr vorstellen. Wie „wirklich“ kann alles gewesen sein, was grad so natürlich  schien im Sinne von seiner lebendigen Leuchtkraft. Nicht, dass ich’s bezweifle. Was bezweifeln? Dass die Illusionsebene überall ihre Macht ausübt, und man wachsam sein muss im Überall, dass man von den Formen und Formalitäten nicht zu sehr gefangen wird? Gestern konnte ich mich in einem Gespräch daran erinnern, wie ich in Deutschland letzte Woche ankam. Gewohnt an die übliche Passkontrolle mit den todernsten Menschen drin in den engen Sitzkapseln, die immer noch Spuren in mir wecken können von einer bestimmten, sicherlich auch neuerweckten Kollektiv-Angst, deutscher Kälte zu begegnen, als wäre man durch einen negativ geladenen Zauberstab auf einmal zum Alien eines gegenüberstehenden Gehirns mutiert. Oder noch schlimmer: zum Feind. Ich war nicht gewappnet, als ich auf einmal vor der Passkontrollmaschine stand. Noch war da ein Mensch, eine Frau, bemüht, uns als die neuen Unwissenden zu belehren, wie man sein wichtiges Papier  durch die neue Anordnung schleust, damit sich die Körpersperre 1 vor einem öffnet und Körpersperre 2 offenbart. Da wird man mit grellstem Licht ganzkörperlich geblitzt und ist erschrocken für eine Blitzsekunde, wie man aussieht nach dem 8-Stundenflug. Sieht man wirklich so aus, oder ist es das grelle Licht am Grenzübergang!!??? Kommen Sie mal her, sagt die Polizistin zu mir, die das alles von vorne bewacht, bzw von hinter den Durchgängen, kommen Sie mal her. Ja?! Wenn Sie an der gelben Linie richtig gestanden und vor dem Blitzer nicht gezögert hätten, wäre alles reibungslos abgelaufen!, erklärt sie mir meinen ihrer Meinung nach Aus-der Reihe-Tanzschritt, an den ich mich erinnere als  „Was issen hier los?“. In meiner Erinnerung kommt es mir so vor, als wäre mir der Mund offenstehen geblieben, denn sonst hätte ich ja was sagen können, aber es kam kein Wort. Man ist ja froh, wenn man davonkommt. Das liegt nicht nur in meinem deutschen Blut, sondern auch an der selbst erzeugten Illegalität späterer Jahre, zB das Reisen mit einem Totenkopf aus den Katakomben von Palermo usw, hat diese Angst immer am Leben halten können, ist sie doch latent vorhanden als Angst auch vor dem deutschen Geist, der so Unglaubliches denken und vollbringen konnte und kann, aber auch in der Selbstzerstörung Meister war. Wenn ich in Indien auf die frische Neugier nach Ländern antworte, erntet Deutschland immer Beifall. Früher wurde auch Hitler als Held eines gigantischen Epos gesehen, denn alle glaubten, nur Gott persönlich könne einem Menschen so viel „Macht“ geben, so wie bei „Ravan“ halt, dem indischen Bösewicht. Vielleicht hätte ich „Untergang des Abendlandes“ doch mal gründlicher lesen sollen. (Noch stehen sie da drüben in der Bibliothek, die beiden Bände von Spengler,  Bücher meines im Damals verschwundenen Vaters, auch so ein sprachlich kultiviertes Genie seiner Tage, bis er abgeholt wurde, um sein bereits erloschenes Land zu verteidigen). Sicherlich sind alle wesentlichen Frage offenn geblieben. Gehen wir unter, oder sind wir die HüterInnen der Flamme? Immer wieder neu zu bedenken, ob es ein Oben gibt und ein Unten, oder ein Hier und ein Dort, und durch was es formiert und gedeutet wird, und wodurch es geworden ist und ist, was es ist.

Da eines Tages…

Da eines Tages das, was sagt, sagte,
hörte ich aufmerksam hin, und siehe,
es war ganz nahe, so nahe, dass ich,
die ich da war, es erkennen konnte,
und wohl, weil es wollte, und weil
auch ich wollte, es sich zutraf, dass
die Netze, die in den Ätherstrassen
ausgeworfen dahinweben, mich im
Stromkreis des inneren Wortes auf-
nahmen, welches ohne Begrenzung
und nicht, wie man denkt, sondern
ganz so, wie man nicht denkt, wirklich
ist, denn es formt sich heraus aus
dem ersten und letzten Sichtbaren,
welchem viele Namen gegeben wurden
und werden, von dem aber alles
herausgezeugt und gezeigt wird, in
dem  auch hilfloser Spirit herumirrt,
mit goldenem Kelch belastet, und am
Ende, welches natürlich der Anfang
ist, alle Ideen eingehen und heraus
aus dem An-sich-Heranziehen, wo er
sie sein nennt, doch aber viel lieber
das, was er nicht herangeholt hat,
als seines erkennen würde, was dann
nicht mehr zugänglich ist, sondern
allein durch allerlei Methoden auf
Laborebene nun Schlüssel geformt
werden müssen, die vom „Genug!“
ihre Einengung so erfüllt sind,
dass nur eine einzige Drehung alles
zur Weite führt, und dieser Schritt
ist ein ganz alter Schritt, der hat
das Universum als seinen Altar, auf
dem steht das innere kosmische Paar
in aufgehobener Zweiheit  als eins
sich formierend, vom schützenden
Ring des Bewusstseins gehalten.

 

continued

Irgendwann lese ich dann den Artikel aus der FAZ über die Wirkung der „Demonetisierung“, die hier „Bargeldreform“ genannt wird, unter indischen MitdenkerInnen eher als Dämonetisierung bekannt, die Wirkung also davon auf die Himalaya-Länder. Ein Bild (rechts oben) wie aus der fernen Märchenwelt, von Menschen in einem Irgendwo, die sich die Ideen der Politiker nun gar nicht mehr leisten können und durch sie in noch gravierendere Armut gestürzt werden. Ich habe auch mal 9 Jahre da gelebt unter den fünfstelligen Tempeldächern Nepals, da gab es einen  verhältnismäßig guten König, der alles noch im Lot halten konnte, bevor die ganze Familie umgebracht wurde von einem Sprößling. Aus einer Elite-Redaktion wird ein Mann losgeschickt, um was darüber zu berichten, wie sie da drüben darunter leiden. Er sucht und findet Chiranjivee Dahal, der ein Lied von all dem zu singen weiß. Erhalten wir Einblick in eine Welt?
Eigentlich ist es der Tag, wo ich entscheiden muss, ob ich die fünfte Spritze gegen Tollwut wirklich brauche. Ich rufe bei zwei Ärzten an. Die Sprechstundenhilfe des Einen weist mich darauf hin, doch bitte Schlange zu sitzen in dem prallen Warteraum, da das Serum nicht vorrätig ist und überhaupt alles besprochen werden muss. Die andere hat keine Erfahrung mit Tollwut, kennt aber einen „Reisearzt“, an den ich mich wenden kann. Tue ich, und ja, erstaunlich freundlich ist die Dame am Telefon, und ja, der konsultierte Arzt meint, es sei schon wichtig, auch die Fünfte zu nehmen, damit das System erinnert wird. Gut. Nachmittags im Wartezimmer greife ich zunächst nicht nach den Zeitungen, denn ich will mir die Menschen ansehen, ich so ganz neu im Land und noch nicht viel in Kontakt mit den Außenstehenden-und gehenden. Dann aber doch in „GEO“ reinschauen. Bald stoße ich auf ein Doppelblatt mit einem ebenfalls sinnvoll geschriebenen Text. Deutsch, oh wunderbare Sprache, hat u.a. die Fähigkeit, präzises Verstehen vorzugaukeln. Der Text steht oben links im Bild und spricht unter dem Titel „Turnväter“von einer der heiligsten Stätten des Jainismus, in deren Lehre die Welt nicht von einem Gott regiert wird, sondern von kosmischen und sittlichen Gesetzen., und dass die Figuren aussehen wie Yoga-Übende, aber in Wirklichkeit die 24 Tirthankaras der Jains sind. …So. Das ist die vollständige Doppelseiteninfo. Ob es jemand liest und dann was davon versteht? Dann werde ich gerufen und sitze dem freundlichen Arzt gegenüber. Er erzählt mir ausführlich, dass Tollwut unter Füchsen und Hunden nun besiegt sei, a b e r es gäbe noch die Tollwut der Fledermäuse. Ach ja, sage ich, gibt es denn solche Fälle. Ja, sagt er, wenn so eine Fledermaus im Vorhang hängenbleibt, fassen Sie n i e ohne Lederhandschuh an, denn sie haben spitze Zähne und beißen. Viele haben Tollwut. Ich verspreche, mir einen Lederhandschuh zu besorgen, damit ich in so einer Lage gewappnet bin. Dann fragt er mich aus über Indien, wo ich da bin und wie!!!!!???? keinen Impfpass!!!! Nein, wusste ich gar nicht, dass es das gibt, auf einmal scheint jede/r einen zu haben. Ich nicht. Bekomme einen von ihm. Er war zweimal in Lucknow (Hauptstadt von Uttar Pradesh), erzählt er mir gerne, hat in einem Krankenhaus dort gearbeitet. Und wie fanden Sie’s, frage ich. Aufregend und anregend, sagt er, ein anregendes Land. Dann wird mir Blut abgezapft für einen Spezialtest, der zeigen kann, ob Spuren von Tollwut sich in der Blutbahn bewegen. So einen Tod, sagt genüsslich der Experte, wünscht man keinem Menschen.

 

 

Euro(pa) Ji

Bildergebnis für romulus und remus
 Auf meinem wieder erweckten Schreibtisch liegt ein Bild von der Ttelseite der FAZ, das mir gleich die Worte „Romulus und Remus“ entlockt. Wie lange habe ich sie nicht ausgesprochen! Vermutlich seit der Schulzeit. Es muss uns alle beeindruckt haben, dass zwei Menschen von einem Tier gesäugt werden. Wie war das doch gleich nochmal. Schnell nachschauen. Genau, warum nicht gleich ein paar Worte herauskopieren.
„In der Version von Plutarch hatte Amulius, der König von Alba Longa, seinen älteren Bruder Numitor vom Thron gestürzt. Dessen Tochter Rhea Silvia – auch Ilia genannt – zwang er, Vestalin zu werden. So wollte Amulius verhindern, dass in der Familie des Bruders Nachfahren entstünden, die seinen Thron gefährden könnten. Mars stieg jedoch zu ihrem Tempel hinab, vergewaltigte sie, und sie empfing von ihm die Zwillinge Romulus und Remus.“
Ich merke rechtzeitig, dass ich mich in Europa befinde. Wer steigt also hier herab und vergewaltigt die Vestalin Rhea Silvia!? Es ist der Gott Mars! Von wegen „in your country only materialism“ usw, nein! wir haben auch Götter gehabt, dann wohl irgendwann nicht mehr so dringend gebraucht und abgeschafft die Verbindung zu ihnen, was sie hat entweichen lassen und hineinfahren in die Museen, wo sie weiterhin bestaunt und bewundert werden, aber im persönlichen Leben selbst nichts mehr bewirken außer Wertschätzung für Kunst und Wert des Objektes. Der für uns alle Schmerzensleidende hat Vorrang erhalten. Auch daraus ist Götterzwang geworden. Es muss unter allen Umständen gelitten werden, sonst ist man nichts wert. Wer leidet, hat recht. Wie, dir geht’s gut? Das kann doch nicht wahr sein! In Indien weiß man auch, dass es irgendwie nicht wahr sein kann, denn das Leben so vieler ist tatsächlich eine einzige Bürde. Das persönliche „Ich“ hat immer noch keinen Vorrang (obwohl es z.Zt. nach vorne drängt), sondern es wird geopfert für die Anderen, und natürlich für die Götter, die das alles ja ausgleichen mit ihrer grenzenlosen Souveränität. Außerdem machen sie auch, wie in unseren Heldengeschichten, ganz viel, was Sterbliche auch machen, z.B. vögeln, Intrigen spinnen, sich gegenseitig bekämpfen und zugrunde richten durch mächtiges Waffengeklirr und Machthunger auf die Beherrschung von Welten. Aber dort in Indien, wo ich täglich zuschauen konnte bei ihrer tiefen Verehrung der hohen Herrschaften, habe ich mich mehrmals gefragt, wie diese wunderbare Atmosphäre wohl zu erschaffen wäre, wenn die Götter es nicht durch die an sie glaubenden Geister bestimmenn würden. Als ich einem Gott mal sehr nahe war, ging’s mir auch sehr gut. Heute noch könnte ich rätseln, wessen herzhaftes Lachen das wirklich war, wenn nicht das liebevolle Lachen des Gottes (über mich). So lernt man die Dinge kennen, und wenn man tief genug eintaucht, das ist meine Erfahrung, taucht man auch wieder auf, und zwar mit dem Kopf über Wasser. Da ändert sich das Bild dann wieder, und man muss lernen, einiges zurück zu lassen, ohne wieder danach Ausschau zu halten.

Nachklang im Nu

Wer sagt, dass es im Westen keine kosmischen Tänzer gibt? Shiva, der kosmische Tänzer im Bild, stammt aus dem 14. Jahrhundert und steht vor einem Fenster unseres Hauses, ein Geschenk der wahrhaft großzügigen und liebenswerten Hausbesitzer und Vermieter, die ich auch in Indien immer wieder loben konnte, wenn es um die weit verbreiteten indischen Nachbarkämpfe-und Dispute ging. Ja, auch das gibt es: die gelungenen Nachbar-Beziehungen, die sich über Jahre hinweg in guter Ausgleichung und gegenseitigem Respekt in eine tiefe Freude verwandeln, dass man auf  angenehme Weise voneinander lernen und aneinander hat teilnehmen können. Jetzt ist diese gemeinsame Phase beendet. Unser „Landlord“ hat bereits vor Jahren das Zeitliche gesegnet, (meine Güte!, was für ein Ausdruck für Sterben!), und sie, die Landlady, ist nun in die Stadt gezogen in eine neue Umgebung, und es wird nicht nur die Freundschaft weiter gedeihen, sondern wir haben ein paar wunderbare Dinge aus dem Haus übernehmen dürfen, eben u.a. diesen tanzenden Shiva, „Natraj“ genannt. In Indien wird diese Figur übrigens gefürchtet, weil die Welten beben bei seinem Tanzschritt, und ich habe die Figur noch in keinem Haus einfach so herumstehen sehen, in einem Shiva Tempel schon eher. Es kann ja auch sehr günstig sein, wenn man die kulturellen Bedeutungen und Deutungen nicht so gut kennt und sich in der Arglosigkeit bewundernder Schönheit bewegen kann. Überhaupt ist mir dieses Jahr immer wieder aufs Neue klar geworden, wie sehr die Weltwahrnehmung vom individuell schauenden Auge, und die Verantwortung des Blickes ganz und gar von der Zufuhr der Gehirnnahrung abhängt, mit der man den Geist in Bewegung hält. Und dass es dann über diesen Weg ziemlich schnell zu den Quellfragen kommt (kommen kann), z.B. w e r schaut, wer projeziert, wer kommentiert auf der Basis welcher Information und welcher Anschauung des Weltgefüges.
Als Zurückkehrende aus Indien bin ich gerade hochzufrieden. Die Sonne scheint, heute sollen es 21 Grad werden, daran kann ich mich über die vielen Jahre dieser selben Reise hinweg nicht erinnern, eben dass es so strahlend ist am Himmel, und die guten Freundschaften innerhalb unseres Hauses sind ein wahrer Segen…ja! Was haben wir Schöpferisches und Kunstvolles zusammen erarbeitet!, und geackert wie die Wilden an uns selbst mit unermüdlicher Stetigkeit. Jetzt kommt es mir so vor, dass alles wesentlich leichtfüßiger ist. Wir sind in unseren eigenen, individuellen Welten mehr gefestigt, was das Gemeinsame in freiere Bahnen lenkt und: mal schauen, wie es ist…….

Bhagavad Gita

Bildergebnis für Bhagavad Gita

Eine Flamme an einem
windstillen Ort flackert nicht.
Mit ihr wird der Yogi verglichen.
Worin sein Denken ruht,
worin er sein Selbst
mit dem Selbst schaut, dieses, worin
er sein höchstes Entzücken findet,
das mit dem Verstand Wahrnehmbare,
jenseits der Sinnesbereiche Liegende,
worin gegründet er nicht mehr von
der Wahrheit abweicht.
Das, welches er für einen nicht mehr
zu übertreffenden Gewinn hält,
sobald er es gewonnen hat,
worin gegründet er vom stärksten Leid
nicht mehr erschüttert wird.
Das möge man unter dem Namen
Yoga erkennen, die Loslösung  aus
der Verbundenheit mit dem Leiden.

Durchquerung des Raumes

Wer sagt, dass es ein Ende gibt, oder dass Ende sein muss. Wer entscheidet, wenn es überhaupt etwas zu entscheiden gibt. Was ist ein Ende?
Manchmal zeigt sich ein Ende bestimmt, manchmal begrenzt, manchmal unendlich. Fortfahren mit was? Fahre ich fort, oder fährt es mich fort. Bin ich mein Weg. Ist der Weg mich. Im Flugzeug, wo ich mich dann doch meistens für den Sitz am Gang entscheide wegen der größeren Beweglichkeit, habe ich dann doch vorne, wo es keinen Vordersitz mehr gibt, einen freien Platz gesehen. Schon waren andere Ausspäher in Bewegung für Sitzesveränderungen. Es gilt, „entschlossen“ zu sein, ein schönes Wort. Da war ich am Fenster. Was sich dort draußen abspielt, dafür habe ich keine Worte. Wer es kennt, wird es wissen, dass es sie nicht gibt. Der Flug über das Schwarze Meer! Wenn sich dort manchmal nach unten der Blick öffnet auf Orte und Pfade, wo der Geist sich Menschen nicht vorstellen kann, muss ich tief durchatmen. Wüsste ich in dieser eisigen Steppe den Namen solch eines Ortes und wollte dort einmal ankommen, um zu sehen, wie es ist, als Mensch solch ein Leben zu leben: wie lange würde es dauern, bis ich ankäme!? Wer lebt dort, und wie gehen sie um miteinander undsoweiter. Dann schließt sich die Wand zwischen mir und ihnen. Ich wusste schon vorher, dass ich dort nie sein werde. Ich sitze im Flug nach dem Westen. Ich fahre in mein anderes Zuhause und komme dort an, auch wie von einem anderen Planeten, aber nicht als Alien, sondern ich komme zu Nähe und flackerndem Feuer. Die Materie hat mich befördert. Schaut man zu lange hinaus aus den eiförmigen Fenstern, verbeugt man sich gern vor der schöpferischen Kraft des Geistes. Wie lange muss er getüftelt haben, bis es normal wurde, dass 700 Menschenwesen mit ihrem Gepäck durch Space traveln. Wir sind also da, wo wir hinwollten, im Magen liegt schwer das ziemlich leckere indische Essen. Dann doch es deswegen gegessen. Gulab Jamun!!!mmmmmmhhhhh (zuckersüßtriefende indische Süßigkeit zum Nachtisch). Dann so viel aufnehmen von der neu geenterten Welt, wie noch möglich ist vor dem Schlaf.

Wie Captain Picard zu sagen pflegte:

Das Bild ist von einem bemalten Tisch im indischen Dorf, wo ich herkomme. Der Maler war ziemlich ausgespaced und hat den Auftrag bekommen, alles im Haus zu bemalen. Bob Marley und Shiva zum Beispiel. Und Eulen und Elfen und Tische, wo „Energy“ draufsteht.

So

In ein paar Stunden ist mein Flug und ich verabschiede mich und
bedanke mich bei allen, die ab und zu mal hereingeschaut und Teil
genommen haben an meinem Erleben in dieser hochkomplexen
Kultur und diesem facettenreichen und zweifelsohne
geheimnisvollen Land, das einen oft verstummen lässt vor lauter
Erstaunen und lauter Erschrecken, dann aber immer wieder
zurückführt zum eigenen Herzen, wo es einen zeitlosen Ort in
Anspruch genommen hat.

 

 

bei John

Schöne Objekte. …Gutes Essen, von Madhu zubereitet, die schon seit Jahren für John kocht.  Nachmittags kommt Celeste zum Kehren, Tanushri, die währed meiner diesjährigen Zeit in Indien geheiratet hat und jetzt in Hongkong wohnt, flìegt jedes Wochenende hin und her und managed weiterhin  das Messing-Objekte-Business von John, für das in der Nähe 15 Angestellte arbeiten. John hat sich von dem erworbenen Reichtum oben in den Bergen Land gekauft und ein Haus  darauf gebaut. (Er ist der einzige Foreigner, den ich kenne, der die indische Staatsangehörigkeit hat). Dort will er bald (auch) wohnen und dem Rauschen des Wassers lauschen….Ich wandere herum und mache Photos. Die tiefroten Blüten liegen wieder am Boden…berauschend. Die Hitze nimmt stündlich zu, sodass ein gewisser Trance-Zustand zu genießen ist im Bewusstsein eines baldigen Klimawandels und der Freude auf liebevolles Dort…Hier kühlt es am Abend etwas ab und  bei John läuft fernes Sehen auf ziemlich großer Flatscreen. Während 3 Folgen einer Marvel  Comic Netflix Serie ablaufen, erzählt er mir von seinen 4 Kindern dreier Mütter, die irgendwo in der Welt ihr Leben gestalten. Zwischendrin immer mal wieder  „Iron Fist“, ein Held, geschult in Kampf und Geist. John nennt es ‚play of mind‘, na gut, wer will’s bestreiten. „Time pass“, wie Sadhus und generell Inder gerne sagen, so als müsste das Sein mit seinen vielen Stunden irgendwie herumgebracht werden. John sagt, er hat keine Lust mehr, in der Welt herumzuhantieren. Verständlich.

 

Eisenbahn

Aufstehen um 4 Uhr in Shivanis Haus. Zum Abreisen gehören die Bewegungsmittel. Kommt der Taxifahrer pünktlich!? Nein, kommt er nicht, er muss telefonisch geweckt und erinnert werden. Dann rast er mit mir und dem Gepäck mit kaum sichtbaren Scheinwerfern durch die noch dunkle Gegend. Ich bin eh schon leicht nervös, denn jetzt kommen einige Leistungsanforderungen auf mich zu. Ich verbinde die Nervosität mit der Tatsache, dass ich vor zwei Jahren geradezu schändlich beraubt wurde im Zug, 5 Minuten vor der verlangsamten Einfahrt in Delhi, Alt-Delhi, das als gefährlich gilt. Aber eigentlich war und ist das Reisen in Indien immer abenteuerlich. Ich erinnere mich an Zeiten, wo ich regelmäßig stundenlang an Bahnhöfn herumsaß, ohne zu wissen, ob der Zug nun tatsächlich eintreffen wird oder nicht. Da habe ich auch gelernt, mit Gruppen von Menschen umzugehen, die sich mit großen, neugierigen Augen um mich herumgruppierten, ohne zu ahnen, dass sie 20-30 Anwesenheiten darstellten, deren Augen alle auf mir ruhten. Dann fand ich den genial-simplen Trick. Nach freundlichem Hin-und Herlächeln und auch mal die uralte Frage, wo ein Fremdling herkommt, beantwortet habe, fing ich meinerseits mit Fragen an: und duuuuuu, wer bist du? Das Feld war rasch geräumt. Im Zug selbst war es dann anders. Großherziges Einlassen allerseits auf die Gegebenheiten. Wer will schon eine miese Reise haben? Jetzt ist ja auch alles neu geordnet. Zum Beispiel führt die Neuordnung mit den Rädchen an den Koffern dazu, dass ich nun, als ich 20 Minuten vor Zugeinfahrt am Bahnhof ankomme, weit und breit keinen rotbekleideten Porter finden kann. Ich muss einen Herumstehenden zum Helden machen, der mir die schwere Tasche durch die Taschenüberprüfungmaschine schiebt und auf der Platform abstellt. Hätte ich ein Gewehr quer auf dem Kopf getragen, wäre es auch niemandem aufgefallen. Der für mich Tragende strahlt. Er hat bereits um 5:30 Unvorstellbares geleistet, sein Tag ist gut. Jemand findet dann doch noch einen Porter für mich, was sich als günstig herausstellt, denn der Zug fährt zur Abwechslung mal auf einem anderen Gleis, sodass man eine der anstrengenden Brücken auf den Bahnhöfen überqueren muss. So, jetzt schön runterschrauben. Der Zug ist einigermaßen pünktlich, und der nette Porter mit meiner Geldgabe zufrieden, das ist auch selten, denn bei uns Bleichgesichtern kann immer nach mehr gefragt werden. Dann den gebuchten Sitz erspähen. Alle schlafen noch. Ich muss mich auch legen, denn der Mittlere schläft auch noch. Irgendwann werden dann im Laufe des Morgens alle Mittelsitze heruntergeklappt, kleine Handtücher und Zahnputzzeug wandert ruhelos hin und her, dann kann das gemeinsame Sitzen beginnen. Und das Schauen, mit wem man hier reist, obwohl das Schauen und Durchfühlen nicht mehr so klar spürbar ist wie „früher“, denn kaum ist das morgendliche Erfrischungsritual beendet, werden allerorts die Smartphones eingeschaltet. Mein Gegenüber hört Nachrichten, zimlich laut, finde ich. Ich höre die BJP Parteigenossen skandieren und sage laut: Ah, BJP!? Es dauert eine Weile, bis er das Wort mit mir verbinden kann. How you know?, fragt er mich, ich sage: one learns to know things. Das führt dann im Laufe der Fahrt zu angenehmen Gesprächen. Neben mir sitzt ein riesengroßer, fast schwarzhäutiger Mann aus dem Süden, nett und freundlich. Er beteiligt sich nicht am Reden, bitet aber allen Tee an. Er spielt unermüdlich ein buntes Computerspiel, wo er bunte Bällchen mit einem bunten Bällchenstab abknallen muss, bis alle verschwunden sind, dann entsteht sofort wieder ein Feld von Bällchen. Eine junge Frau kommt und versucht, ihr Smartphone bei uns aufzuladen, aber irgendwas funktioniert nicht. Drei Männer bemühen sich, das richtige Aufladegerät zu orten, und tatsächlich, ein winziges Aufsteckding macht’s möglich, das mein Gegegnüber in der Tasche hatte. Wir reden über die Veränderungen in Indien, jaja, aber und so, und er erzählt mir, dass in seinem Haus keiner mehr das Zimmer verlassen muss, um mit dem Anderen zu reden, sondern, wie praktisch, man sendet eine Message, baaas!, (fertig!). Und natürlich wartet auf ihn ein Uber-Taxi am anderen Ende. Die junge Frau sendet nun Facebook-Botschaften aus und lächelt oft vor sich hin. Ihre Eltern sitzen auch bei uns. An einer bestimmten Halte-Station holen sie ihr Essen draußen von einer Online-Bestellung ab, frische Chapattis und Sabzi (Gemüse). Ich werde informiert, dass man das jetzt gerne macht, teilnehmen an einer aufsteigenden oder bereits prallen Marktlücke, die schon hochgradig im Wettbewerb ist, daher die Qualität gut, sagen sie. Als ich meine von Shivani mitgegebenen Chapattis und das wohlschmeckende Dazu heraushole, schauen bereits weniger erstaunte Blicke auf mein Display. Ob ich die Chapatis selbst gemacht hätte? Ich lüge. Ja, aber ich hätte es natürlich nicht im Blut wie indische Frauen, mein Gott, das schafft doch keine von uns. Chapattis! Perfektes Rund vor dem Herrn! Bescheiden esse ich das königliche Mahl, habe auch Servietten dabei wie alle anderen, das hilft sehr beim zu erwartenden Kleckern. Es wird über Indien geredet, über Modi und sein „Cashless India“, während unsere schon wieder wegen dem Sauerstoffmangel im AC-Waggon ermüdenden Augen im Draußen auf endlose Abfallhaufen starren, auf vor Dreck wimmelnde Teiche und Gewässer, in die kein Mensch mehr einen Fuß senken will. Dann wieder grasgrüne Felder und wunderbare Wohnhäuser mit Kühen und Büffeln und Ziegen im Hof, wo man aussteigen möchte und herumwandern. In der Zwischenzeit ist unser Abteil total entspannt. Überall offene Blicke, wenn sie von den Smartphones hochblicken und lächeln. Gefahrlose Atmosphäre, das ist auch Indien. Hat man den familiären Kontakt mal geknüpft und alle sind zufrieden miteinander, bzw haben sich aneinander gewöhn und die Normalität eines Wunders hat sich ausgebreitett, ist es ein bisschen wie ein gemeinsam erschaffenens Wohnzimmer. Ein paar Stunden lang. Ich spüre das deutlich, als sie alle vor Delhi vor mir austeigen. Freunde weg. Wieder Fremde. Tasche festhalten. Neue Leute. Keine Zeit mehr zum Kennenlernen. Old-Delhi, gefährlicher Ort. Ich komme gut aus dem Zug und finde einen Porter und gehe stracks auf das Prepaid Scooter Häuschen zu, denn es gibt doch keine Prepaid Taxis, wie es das Internet suggeriert hat, und ich will nicht um Preise feilschen, da eine Meute Taxifahrer uns schon auf den Fersen ist. Ich fahre Scooter mit einem Brudertyp Mann, der Muslim ist und er freut sich, dass ich mit dem Hazrat Express aus Ajmer gekommen bin und die Moschee kenne und Sufis schätze und ihre Poesie. So komme ich nach einer Stunde gerade in Hochform ausbrechender Hitze, heute 37 Grad, bei John an, wo ich jetzt bin.

noch (essen)

Na bitte, schon ganz im Ausklang meines Erlebens wird mir ein bei mir auffallend fehlendes Thema zugespielt, und zwar durch den gestrigen Tag, wo „wir“ alle kalt gegessen haben: das Essen. Das berühmte indische Essen. Ich verbringe gerade zwei verborgene Tage (weil überall schon abgemeldet) bei Shivani, die Kochkurse gibt und Meisterköchin ist. Ihr Wesen giert nach Perfektion in jeder Hinsicht, und die Vorbereitungen für diese paar Dinge auf dem Teller links oben im Bild haben Stunden gedauert. Sie hat auch auf dem oberen Stockwerk drei, mit endlosen Kochkursen reichhaltig finanzierte Räume eingerichtet für KochkursteilnehmerInnen oder auch Menschen, die mal auf exzellenten Matratzen und seidig-blumigen Überzügen und elegant gestaltetem Badezimmer (und hervorragendem Welan) ein paar Tage verbringen möchten wie das junge Paar aus Bombay, das oben in einem der Zimmer wohnt, und beide angenehmst unterhaltsam und freien Geistes sind. Sie macht ihr PhD , und er kommt von einer so reichen Familie, erzählte er am Nachmittag, dass seine Eltern, selbst wenn sie keinen Finger mehr rühren würden, genug Geld hätten für alle Mitglieder des Clans bis zu ihrem seligen Ende. Die Eltern rühren aber immer noch Finger, sodass er sich entschieden hat, vor allem Geld für (s)ein Leben auszugeben, statt immer mehr anzuhäufen. Zum Glück gehen seine Interessen in eine gute Richtung, er leitet eine Dramaschule in Bombay, was, wie bekannt, nicht reich werden lässt, bzw noch reicher. Ja, mit ihnen haben wir den Shitala-Mata Essens- Vorbereitungs-Marathon gemeinsam genossen und sehr viel gelacht, auch über Shitala Mata, was erfrischend war. Auch die beiden wussten nur, was man da macht. Man isst eben kalt, und am ganz frühen Morgen macht man Puja. Ich weiß jetzt auch nicht mehr so genau, ob man sich wirklich kundtun muss, oder einfach den Tag mit kaltem Essen genießen, man sieht ja oben, dass viel Leckeres dabei ist. Alles ist speziell nur für diesen Tag zugeschneidert. Es gibt zwei Arten von Pakora, ein mit Kirchererbsenmehl und eins mit Linsen zubereitet, dann eine süße Yoghurtspeise mit schwimmenden Bällchen drin, dann Reispudding und Puris, die heute die Chapattis ersetzen. Und ja!, nur an dem Tag gibt es (oben im linken Bild das dunkelste Item): Wüstenblumengemüse, das teuerste Gemüse Indiens! Es fällt auf, dass ich kein Kochbuch schreiben könnte, bin dann aber doch erfreut, zwei so anregende Essensphotos gemacht haben zu können, bei denen ich dabei war. Wenn ich mal krank war in den letzten Jahren, hat Shivani ihren Servant mit Essen zu mir geschickt, danach war ich immer gut durchgeölt und kam wieder mühelos in Fahrt. Vor Indern verschweige ich oft, was ich gerne koche und esse, deswegen wird mir am Ufer von Brahmanen ab und zu mal Mehl geschenkt, weil Inder sich ein Leben ohne Chapattis nicht vorstellen können. Klar, sage ich, mache ich auch Chapattis, aber nicht wirklich. Das Mehl geht an Manju. Der Servant von Shivani hat in der Frühe die Essenssachen auf dem rechten Teller oben gebracht. Das sind die überall in den Häusern gekochten Teile, überall gleich gebacken und gleich schmeckend. Sie sind kaum gewürzt, denn es war ja Tag der Kühle. Ashok, Shivanis Mann, erzählt mir beim morgendlichen Kaltknabbern, dass seine Mutter die aufbewahrbaren Shitala-Mata- Essens-Sachen in solchen Ausmaßen hergestellt hat, dass die Familie davon noch drei Wochen hinterher essen musste oder vielleicht waren sie ja ganz glücklich darüber. Was mich jetzt so ein bisschen begeistert, ist die Tatsache, dass Inder ihre Rituale trotz aller Unkenntnis darüber so ernst nehmen, dass man davon ausgehen kann, gestern in keinem einzigen Haus ein Feuer vorzufinden. Was würden die Nachbarn sagen!, wenn man am brennenden Herd erwischt würde! Dann stelle ich mir persönlich vor: eine feuerlose Stadt. Vielleicht hier und da ein paar heimliche Teekochvorgänge, sonst: Stille. Keine Teigknetung, kein dreimaliges Auffahren von Gemüse. Die Frauen haben dann frei, heißt es. Doch wer isst das alles.!? Und Shivani erklärt mir, dass man dann Zeit hat, alles durchzuwaschen. Na bitte.

Shitala Mata

Gestern habe ich auf Nathu gewartet, der nur schnell eine Runde um den See drehen wollte, um dann mit mir einen Abschiedstee zu trinken. Beim Warten fiel mein Blick erst auf eine Kuh, dann auf den Raum, aus dem sie kam. Ah!, dachte ich, das ist doch der Shitala Mata Tempel! Wenn man nicht zufällig mal ein paar hundert Frauen um 4 Uhr morgens um diese verborgenen Tempel herum hat antreten sehen zur Shitala Mata Puja, kann man eine Ewigkeit durch Indien wandern, ohne von ihr zu hören. Als die Kuh wieder reinging ins Innere, um den Rest der Blumenmala am Hals der Göttin zu fressen, bin ich auch hinein, um mal genauer zu sehen, wie die Mata aussieht. Das Bild oben habe ich da gemacht. Ich finde, es ist auch ein Gedicht. Mal wieder mit staunender Intensität gehe ich den dunklen, ölüberfluteten Dingen entlang…was sehe ich da? Und tatsächlich!, erzählt mir Nathu später, ist Shitala Mata Tag im Anflug. Heute wird in allen Häusern kein Feuer entfacht, es wird kalt gegessen, was am Tag zuvor extra zubereitet wurde. Die Göttin muss beruhigt werden, höre ich, sonst bringt sie Krankheit, heiße Krankheiten wie Pocken, Masern undsoweiter…Da ich etwas Zeit habe, beginne ich mich zu fragen, wo die eigentlich herkommt. Was ist ihre Geschichte? Diese Frage hatte ich schon mal gestellt, als ich früher kurz im Tempel der Santoshi Mata, der Friedensgöttin, lebte. Niemand hatte die geringsten Probleme damit, dass sie durch einen Film geboren wurde und es sie vorher noch gar nicht gab. Es hatte mal wieder so eine kosmische Note, im Erscheinen solch unruhiger Zeiten einen Friedenstempel mit einer Göttin produziert zu bekommen. Aber nicht nur, nein. In der Wurzel des Baumes innerhalb der Tempelwände wurde von einem pilgernden Mann ein Ganesh, also der Elefantengott, entdeckt und farblich herausgearbeitet. Nun wusste auf einmal jeder, dass es der Sohn der Santoshi Mata war, und alle waren hochzufrieden. Woher wussten sie das, und wie kam es zu so einer seligen Übereinstimmung über Jahre hinweg, immer mehr Menschen anziehend!? Sie hat nun einen festen Tag in der Woche, wo man hingeht und Segen erhält für ein kleines Entgelt. Ja, zurück also zu Shitala Mata, die mir so ähnlich vorkommt in ihrer urdunklen Erscheinungswurzel, wen kümmert’s außer mich (kümmert’s mich?), und wir Foreigners fragen ja dauernd „warum“, bis auch wir stiller werden.“Shital“ heißt „kühl“. Man macht also heute gar kein Feuer an, damit sie sich nicht ärgert und ihre innerlich heiß machenden Krankheitssamen ausstreut…..Gut. Ich habe dann etwas herumgefragt und war schon verblüfft, dass es keinerlei Info gab, außer dass man heute kühl isst, was ich ja bereits selber wusste. Dann habe ich den Fehler gemacht und bei Wikipedia nachgeschaut, bis mir schwindelig wurde, obwohl ich gerne daraus ein bisschen kopiert hätte, denn es hat klar gezeigt, wie Dinge entstehen und ihren vielseitigen Gang nehmen, und jeder macht mit der energetischen Zufuhr aus den Dingen, was sie oder er möchten. Und auch die Kinder, wenn sie können oder dürfen, tun gerne, was sie möchten, fühlen sich wie Spiderman oder der Silver Surfer, und aus allem entsteht wieder Neues, und vergeht dann irgendwann wieder. Wie Shitala Mata, die sich verblüffend lange gehalten hat und immer noch ihre Zweige ausstreckt wie ein Banianbaum. Ich wünsche allerseits einen gelungenen Shitla Mata Tag. Und keine Sorge, wenn jemand aus Versehen ein Feuer entfacht. Der Ernst der Lage ist nur denen vertraut, die ihn kennen. Sie tragen die volle Verantwortung.