Wir konnten ja zusehen, wie während der Vollversammlung in New York einer nach dem anderen die jeweiligen Reden hielt, doch die meisten kannten schon den Subtext von den Zwischenzeilen, also da, wo nichts sichtbar ist, aber alles lesbar. Nun gibt es in diesem großen Saal zum Glück Regelungen, die die verschiedenen Triebhaftigkeiten vorläufig in Zaum zu halten vermögen, das kennt man in der Welt als Diplomatie, hier leicht entgleist in die Groteske. Aber gerade die Groteske macht es möglich, sich von einer gewissen Gebundenheit an das Spiel zu trennen und dem Erstaunen über das sich entfaltende Script Ausdruck zu verleihen. Netanjahu wird zeremoniell zum Redepodium geleitet, ein Großteil des Publikums verlässt geräuschvoll den Saal. Netanjahu lächelt und meint, er müsse jetzt mit dem Satz beginnen: Wenn noch jemand so feig ist, sollen sie gehen. Dem bleibenden Rest erklärt er, wie er bei den Plänen über Gaza (und das Westjordanland?) bleiben wird. Und so merkt man, wie auf diesem Feld mit scharfen Klingen gekämpft wird, nicht wirklich ums Überleben, sondern um die planetarische Machtergreifung. Der ist ja auch, wie wir wissen, Dagobert Trump hinterher. Jeder Mafiaboss weiß, wie man den Feind anlächelt, damit dem der kalte Angstschweiß ausbricht. Xi Jinping hat nicht einmal d a s nötig. Er weiß, wen er vor sich hat undsoweiter. Hier geht’s nicht um menschliche Intelligenz, sondern um künstliche. Da will sich was verbinden, velleicht eine Art Radikalität in der Bereitschaft des Machtmissbrauchs. Oder, und das ist viel gefährlicher, ist es nicht vielleicht doch der Rachefeldzug des ungeliebten Kindes gegen die Mutter, deren Vernichtung Teil des Planes ist. Doch…wessen Plan? Bei dem Teinahme gar nicht erforderlich ist.