bewusst (?)

Fleißig dreht sich das Spinnrad weiter … -… oder hoppla, dreht es sich doch schneller als gedacht? Und hält mich gerade die unterschwellige kollektive Stockstarre davon ab, die rasende Geschwindigkeit wahrzunehmen, mit der die bereits entlassenen Turbulenzen ihre eigenmächtigen Bahnen ziehen. Das kosmische Bewusstsein, soweit als solches akzeptiert, hat eine immense Freiheitsverfügung in die Schöpfung gestreut,.Denn warum sollte nicht gerade das genderlose Bewusstsein mit unzähligen Ausdrucksformen nicht die Chance des freien Seins erhalten. Gleiches Erbrecht für alle! Ein Planet als Spielfläche, und dann gesehen und beobachtet, wie es sich entwickelt. Also wie jedes einzelne Teil des Organismus sich entwickelt, und dann, wie das Ganze sich zu gemeinsamem Miteinander fügt. Nun ist es wohl so gekommen, dass weit und breit kein Engel und kein Gott zu sehen ist, sondern nur ein Bewusstsein, das sich fragt, wie es so weit kommen konnte. Oder fragt sich das nur ein Teil des Bewusstseins, und der andere Teil wird fast gezwungen, sich selbst zu widersprechen, obwohl es schon eine ganze Weile gar keine Antworten mehr gibt auf die Fragen. Ist es zum Beispiel vereinbar mit dem Parteiprogramm der AfD, dass Ulrich Siegmund trotzdem ein authentischer Mensch sein kann? Oder hat ihn der kosmische Humor ganz bewusst ins Spiel geworfen, damit Verstaubtes und Verwelktes und von seiner Wichtigkeit Besessenes sich räkelt und reckt, und plötzlich sich selbst mal infrage stellen darf. Natürlich ist es gefährlich, wenn murrenden Massen auf einmal ein Licht aufgeht in Bezug zu dem Grad ihres Ausgebeutetwerdens. So wie Trump, der öfters Worte für ausgestorben hält, weil er selbst mit ihrer innewohnenden Erfahrung noch nie in Berührung kam. Oder ein Friedrich Merz, der erstaunt ist, dass er gar nicht weiß, wer da unten so alles rumläuft, und der nun den Absturz des imaginierten Höhenfluges erleben muss. Und nicht, weil ein erboster Rachegott mit dem Zeigefinger droht, obwohl auch der eine intensive Rolle hat, sondern diese Herren, (und vielleicht auch ein paar Damen als Negativschmuck) ersticken ganz allmählich an ihrem selbst generierten Geltungsdrang. Und da sie alleine gar nicht geradestehen können für ihren Missbrauch des verfügbaren Bewusstseins, wollen sie so viele (von uns) wie möglich mitreißen in das brodelnde Chaos. Deswegen, und vor allem deswegen, arbeitet die andere Seite des Bewusstseins an einer Lösung, obwohl auch diese Phase der Exerzitien abgeschlossen scheint. Auch ein Fluchtweg hat sich nicht offenbart. Wohin auch fliehen. Und tatsächlich weiß das Spiel selbst, was auf dem Spiel steht. Und dass jedes Stück einmal ein Ende hat, und dass in diesem Ende bereits ein Anfang ruht.

bezeugen

Ja, es gibt sie, diese Zeiten,
wo der Atem stockend
in die Tiefen starrt, und
im Herbstwind nicht nur
Blätter fallen, sondern
Menschen, Bäume, Masken:
die Enttarnung des Verborgenen
ist im Gange. Befangen tanzt
der Geist vor dumpfen Spiegeln
und sucht nach Schlüsseln einer
anderen Weltenordnungszeit,
die doch vor Kurzem noch
verständlich schien, doch ganz
dem Scheinenden verfallen.
Unruhig zittert das Gehäuse
der zeigerlosen Uhr und weist
mit unsichtbarem Finger auf
eine Spur des Unvorhersagbaren.
Da öffnet sich ein unbedachtes
Tor, und lässt sie durch: die
Zeugen und die Bezeugerinnen,
die dieses Spiel durchschauen.

verpflichten

Ich habe dann gestern meinen guten Freund Anil, der zur Zeit mit seiner Familie in Dubai lebt und arbeitet, gefragt, ob die Nachricht von Sachsen-Anhalt dort auch angekommen ist und diskutiert wird. Auf jeden Fal wurde es registriert, dass Deutschland nun auch öffentlich an einem Kipp-Punkt entlangwandert. Die Wendung des Blattes lässt auf einmal die Herren der westlichen Politriege alt aussehen, so etwa, wie eine ostdeutsche Journalistin Sven Schulze als ’so dynamisch wie eine Büroklammer‘ bezeichnete. Da gibt’s auf einmal den guten Siegmund, der seinem Namen alle Ehre macht, und wirkt noch nicht mal total unsympatisch, sodass man auf einmal merkt, wie diese Abstoßtendenzen der westlichen Meinungsmasse etwas unhöflich, wenn nicht gar verzweifelt wirken. Eine verdammt schwierige Situation für Friedrich Merz, der praktisch schon am Stolpern war, bevor Siegmund von allen Plakaten herablächelte. Und dann noch diese unheimlichen Milliarden, die in Wirklichkeit gar nicht da sind, für die Rüstungsindustrie, wo doch alles schon am Verstauben war, weil sich keine/r mehr einen Krieg vorstellen konnte. Die offizielle Frage ist demanch: was nun? Denn klar ist, und noch klarer muss es werden, dass wir trotz AfD-Jubelei ihr Programm rigoros ablehnen. Noch muss man die Kirche im Dorf lassen oder ein wenig Wu-Wei üben, also statt dem Chaos ängstlich entgegenfuchteln, das Chaos erst einmal akzeptieren, denn es ist da. Was noch nicht da ist sind Lösungen, wie man am klügsten damit umgeht, damit die Lösungen des Feindes einen nicht beherrschen. Denn wenn man selbst zerknirscht ist, kann es dem Gegenüber zum Lebendigsein verhelfen. Wenn die Schleusen sich dem Druck beugen müssen und sich öffnen, ist mit allerlei Zeug zu rechnen, was da durchkommt. Aber es heißt nicht, dass man selbst von der eigenen Bahn geworfen werden muss, nur, weil auf einmal alles in Bewegung ist, also wie aus der Stockstarre herausbefördert in den Raum. Dort bereitet sich das Drama nun auf eine Art letzten Akt vor. Ob d e r, nach der Premiere, gleich wieder ein neues Stück beginnt, dass wissen wir nicht. Wenn scheinbar unsterbliches Epos und nackte Wahrheit sich die Hand geben, bevor das entscheidende Duell beginnt. Wie verlassene Geister tauchen aus ihren Gruften die uralten und bewährten Weisheiten auf und leuchten arglos, so, wie es ihre Art ist. Sie sind es doch, unsere Erbschaft, die uns zur Zeugenschaft verpflichtet.

nachwehen

Jetzt kommen die Nachwehen. Aber Achtung!, ist überhaupt etwas geboren worden, oder gar etwas gestorben? Nach einem kurzen Besuch im Meinungsgetümmel (also mit durchaus klugen Menschen, die die Sachlage diskutieren) wird klar, dass hier gerade nicht viel Anregung zu erwarten ist. Denn selbst da, wo der gute alte Geist als Laserbeam eingeschaltet wird, sieht er nur den roten Faden in den zerfallenen Gemäuern des Labyrinthes versinken. Geht hier nun wieder einmal eine überholte Weltvorstellung flöten, oder geht’s an einem ganz bestimmten Punkt tatsächlich ums Ganze? Ein bisschen so, wie das sehr kleine Sachsen-Anhalt jetzt von der ganzen Welt wahrgenommen wird als ein Signal. Denn dass genau hier die berühmte Brandmauer durchbrochen worden sein soll, liegt vielleicht (auch) an dem medialen Machtpotential eines Elon Musk, ein Verbündeter der AfD im gemeinsamen Kampf um die Vorherrschaft des radikal rechten Denkens. Deswegen ist auch die Persona (Maske) des Herrn Siegmund so günstig, weil er noch teilweise glaubt, was er sagt, und das spürt der Unzufriedene, also sehr viele Menschen spüren das, denn sie glauben, jemand müsste sich dringend um ihr Leben kümmern, das nicht den eigenen Vorstellungen entsprechnd funktioniert. Sodass es nun sichtbar wird, dass zwischen Idee und Wirklichkeit ein Schatten immer mehr an Volumen zunimmt bis hin zu mentaler Finsternis. Hier wiederum kann, völlig unerwartet, ein Licht aufgehen. Komm also heran, du Finsternis, damit ich dieser deiner Begleiterscheinung gewahr werden kann. Dem Unzerstörbaren Respekt zollen.

verhangen

Draußen ein goldener Herbstmorgen, drinnen verhangen, verhalten. Diesem AfD-Superstar Ulrich Siegmund zuzusehen oder zuzuhören macht klar, wie gefährlich die Lage ist. Wie sich da etwas galant aus der braunen Soße herausschleust und strahlend vor sich hin siegmundet in schmuckem weißem Hemd. Denn von ihrer Seite her gesehen, also der rechtsradikalen Partei von Alice Weidel her, ist er der richtige Stern für das Parteiprogramm. Bei sehr hoher Wahlbeteiligung hat es sich nun bestätigt, dass es vor allem den Neuwählenden gelungen ist, das ganze unheimliche Gebilde in die 40% Ebene zu hieven. Vielleicht ein heimlicher Racheakt am verblendeten Westen, ein ‚Wir zeigen euch jetzt mal, wo’s langgeht‘ undsoweiter. Vielleicht ein kosmischer Wachrüttelaufruf zum Kampf gegen die entgleisten Suchtprogramme, gegen den zitternden Finger am Roten Knopf, durch dessen Aktivierung ein Großteil der Menschheit ausgelöscht werden kann. Über die, also uns, es vermutlich dann keine geschriebenen Werke mehr geben würde, die erklären könnten, wie es dazu kommen konnte. Dass sich die Menschheit, also wir, uns deart haben narren lassen von diesen Psychopathen. Aber noch ist es ja nicht so weit. Nun gilt’s, dem Gong zu lauschen, bis auch der verstummt. Doch an jeder schlechten Nachricht klebt auch eine gute Botschaft. Man muss sie entschlüsseln können. Eine nicht registrierte Lücke etwa im Netz kann als Eingang und Ausgang gesehen werden. Alles ist in Bewegung. Noch kein Ende des Dramas in Sicht. Vielleicht wird in den Irgendwo-Ställen gerade ein weißes Pferd gesattelt. Und d a s kurz bevor Peter Thiel erkennt, dass er selbst in die Rolle des Antichristen geschliddert ist.

ausgleichen

Das Bröckeln der Fassade
(Das Bild habab‘ ich gekapert von Kelly Boesch)

Es sieht nach viel aus, ist aber dunkel und leer. Das Andere ist auch leer, aber hell, na ja, bis auf den Punkt in der Mitte, wodurch Bewegung erst möglich wird. Nimmt nun auf einmal, oder aber stetig, das Gewicht einer Seite zu, zum Beispiel durch Überschreiten des vereinbarten Maßes, wird die Gegenseite automatisch aktiviert. Es ist etwas, worauf man sich verlassen kann, daher die beliebte Aufmerksamkeit auf Ausgleichung. Wenn nun die vorherrschenden Kräfte sehr dominant sind, kommt es zu geistigen Duellierungen und Kampfhandlungen. Und nicht nur gibt es in dieser riskanten und hochexplosiven Phase das Heldenschauspiel der vermuteten männlichen Überlegenheit, sondern es gibt auch, hier als Gegenspielerinnen, weibliche Kräfte, die sich selbst von den Musikinstrumenten auf die Waffenkünste verlagern. Denn wer hat noch Geduld, Massenpsychose zu studieren, wenn sie bereits zum Normal erklärt wurde. Grenzen müssen erkannt oder erspürt werden, Gongschläge gehört. Und vielleicht kann man tatsächlich nichts anderes tun, als sich dem Lebendigen gegenüber wach und bereit zu halten, und das Vertrauen in sich selbst und ein paar wenige Andere nicht zu verlieren.

starren

Dieses abgründige Starren auf die Tragödie von Nepal hat einen weiteren Damm gebrochen. Das Auge sieht, dass alles möglich ist, wenn das Unfassbare selbst seine Fassung verliert. Oder war es schon lange Fassade, der Missbrauch schon lange unterwegs, und dann die Vernichtung so vieler Geister und Körper. Was für ein Preis für das Unbehagen, das sich in die tatsächlichen Täter schleicht, weit hinten in den Kulissen, wo die Büroräume der Drahtzieher liegen mit ihrem surrenden Ton der Air-Conditioner. Dann die andere Ebene, auf der ein Nepalese fragt, wie Shiva, der von allen (Hindus) geliebte Gott, sowas zulassen kann. Dabei ist Shiva zwar einerseits der Yogi und der Unschuldige Herr und talentierte Liebhaber, andrerseits jedoch eine wilde, unzähmbare Kraft, die Totenschädel ins Spiel wirft, wenn es zur Sache geht. Und es geht zur Sache, da trifft sich das epische Treiben mit der lebendigen Wirklichkeit. Was also ist die Ursache dieser todbringenden Gletscherbewegung, und wie lange kann ein guter Mantel geflickt werden, also wo genau driftet guter Geschmack ins Unwägbare. Solange der Mensch für den anspruchsvollen Titel ‚Mensch‘ (noch) geeignet ist, bleibt ihm die Sicht auf die unheimlichen Zusammenhänge nicht erspart. Und ob sich einem das Lebendige über das Spinnennetz oder über die Quantenphsik enthüllt, ist relativ gleichgültig. Und ja: trauern! Trauern um die Schönheit einfacher Lebensweisen, Trauer um verlorenes Tempelgeläute, um das schwer errungene Maß.

gut

Ach wie gut, dass
nunmehr jeder
wissen darf,
dass der Name
Rumpelstielzchen
war – jetzt, wo um
den Märchenwald
wieder eine große
Rosenhecke blüht,
die uns Liebende
beschützt vor dem
grauenvollen Sog
des Schlafes. Nun
verliert die Welt den
Nektar unsrer Sagen.
Stummfilstreifenartig
sägt die Stille durch
die Menschenstraßen.
Sesam! Seh-Sam!
Öffne dich!

maßgebend

Reclaiming the measure

In einer Gesellschaft, in der sich trotz aller Klagelieder sehr viele Menschen ziemlich viel leisten können, was als Befriedigung der ‚Grundbedürfnisse‘ gesehen wird, ist der/die Einzelne praktisch gezwungen, sich eine eigene Vorstellung von Maß anzulegen. Wieviel brauche ich also von all dem, was mir da angeboten wird und vor allem geraten, was ein Mensch alles zu haben hat, um in der jeweiligen Gesellschaft eine Rolle zu spielen. Und man kann beobachten, dass gleichzeitig mit der ungeheuren Erweiterung der Körper sich eine Gegenbewegung gebildet hat, die durch strenges Maß an Einnahme von Lebensmitteln bewundert werden kann, bis auch da die gähnnde Leere ihre flüchtigen Skizzen zeichnet. Also der Maßlosigkeit auf beiden Seiten, wegen oder des Übermaßes, wenn etwas automatisch in seine andere Seite kippt, ohne von ihr gewusst zu haben. So kann auf einmal ein dunkler Schatten über die lebendigen Felder gleiten und sie zu lichtlosen Sphären machen. Wenn auf einmal Eigenlicht angefragt ist, damit das Maß nicht verloren geht in den unruhigen Wirbeln des Wahnsinns. Denn wenn das menschliche Maß, auf das man sich untereinander geeinigt hat, nicht mehr anwendbar ist, entgleist wie von selbst die aufgebaute, fragile Struktur der Vernunft. Und gerade ihr soll man als aufgeklärter Mensch weiterhin Vertrauen schenken. Wenn es denn sein muss, dass ich mich aufrichten muss an dem (Maß-) Stab – und Haltung zeigen.

genug

Die eine Seite vom ‚Genug‘ ist, dass man zum Beispiel um sich schaut und mit einiger Verwunderung feststellt, dass man so ziemlich alles hat, was man braucht. In wirklicher Wirklichkit hat man ja schon ziemlich lange mehr als man braucht, das Zeug sammelt sich an. Da wird auch gern gespendet, wenn jemand es wirklich braucht, denn wie es sonst wieder loswerden, falls man das wollte. Oder sich einmal vorstellen, wie das wäre, wenn alles, was man grad hat, von Schlammfluten überzogen werden würde, darunter auch Menschen, die man kannte oder gar liebte. Aber so ein ungeheurer Veralust kann einem in schrecklichem Ausmaß zeigen, was man hatte, mit all seinen Freuden und Erbärmlichketen. Und dass es förderlich ist für ein gutes Leben, wenn man es durch sich selbst kennt und wählt: das Genug. Und natürlich ist die andere Seite vom Genug nur sein Schatten (oder ist es sein Licht?), nämlich dann, wenn etwas seine erkennbare Grenze erreicht hat, also wenn es reicht im Sinne, dass man ins Handelnmüssen hineinbugsiert wird, weil etwas Bestimmtes nicht mehr tragbar ist. Man sieht ja an der Donald Trump Groteske, dass um ihn herum noch alle mittragen, und die sind schon so weit über alles Vorstellnare hinaus, dass man es nicht mehr mit erkennbarer Realität verwechseln darf. Da brüht und brodelt was auf ganz unheimliche Weise, und auf einmal sieht man, dass selbst der herabstürzende Gletscher im Himalaya etwas damit zu tun hat. Mit dem Nicht-erkennen vom Genug, durch das jetzt die Dämme brechen. Es ist das Genug, dem es reicht. Oder ist es der schlafende Riese, der sich brummend nach links und nach rechts dreht. Oder schlägt gar die Natur zurück mit ihren Waffen? Mutter Natur? Nun, ja, diesmal halt mit Schwert und Totenschädeln um den Hals. Und Glöckchen am tanzenden Fuß.