News (?)/Reality (?)

Das Bild ist von der Titelseite der heutigen Times, auf der u.a berichtet wird, dass in Alwar in drei Monaten das sechste Opfer von einem Leoparden erwischt wurde. Außerdem wurde auch berichtet, dass Algorithmen heimlich unsere Welt bestimmen, wieder mal so eine Wundernotiz, wo geschaudert werden darf  vor kalten Formularen, und eigentlich vor menschlichen Fehlschaltungen geschaudert werden sollte. Oder gar nicht mehr geschaudert.
Also  im politischen Großbereich gibt’s nicht viel Neues, obwohl ja endlos Neues geschieht; überhaupt gibt es nur das ewiglich Neue und das niemals Neue. Der Kernpunkt des Ganzen scheint konstant, die Erscheinungen wechseln Farbe und Form. Immer mal wieder läuft das Drama auch aus dem Ruder. Gewalt-und Gewaltlosigkeit können Dinge aus den Angeln heben, können tiefe Schrecken erzeugen  und wahre Wunder vollbringen.
Durch die Informationen in der Tageszeitung ist zu beobachten, dass das Interesse an Narendra Modis Geldtricksterprojekt und die Sucht nach weiteren diktatorischen Exzessen von Trump fast gleichzeitig nachlässt. Das war und bleibt dennoch eine bange Frage: was, wenn er siegt, (u.a. auch verursacht durch den erschöpften Rückzug denkfähiger BürgerInnen) bzw. all seine Geisteskumpel auf den eisigen Gipfeln ihrer Politik. Das Ermüden am Weltgeschehen und die Chance, den Zeitraum gut zu nutzen, um Ordnung und Klarheit im eigenen Leben zu checken, sind zweierlei Dinge. Sind wir verpflichtet, den Werdegang der Weltgeschichte auch in seinen schwächsten Darbietungen pausenlos und atemlos zu verfolgen?, als gäbe es nichts Wesentlicheres zu tun bei sich selbst und mit sich selbst und Anderen im Dialog. Oder mit Freunden das Daseiende bewältigen in liebevoller Zuwendung. Nichts Neues? Dann kann es ja ruhig so weitergehen…

  • Die Transvestitengemeinde hat einen Durchbruch bei der Zutrittserlaubnis spiritueller Großtreffen erzielt. Eine große Anzahl von ihnen sind vor Ort in safranfarbenen (heilige Farbe)) Saris erschienen und erklärten sich als Akhara (geistige Bruderschaft). Es gab gelinden Aufruhr. Dann sagte der oberste Entscheider, es gäbe nichts dagegen einzuwenden, dass sie nun eine Bruderschaft seien. Nur gäbe es keine Anerkennung dafür. Das war ihnen vermutlich egal. (!??) 
  • Von den Hügeln Indiens (zB. Uttarkashi und Garwhal), wo gerade gewählt wird, kommt die Nachricht, von einem dortigen Priester bestätigt, dass vor den Wahlen stets ein Anstieg an Tieropfern für die Götter stattfindet. Das geopferte Ziegenfleisch wird den Dörflern angeboten, die wiederum über die Identität der opfernden Politiker Schweigen wahren. Nicht nur muss hier die verbreitete Idee erneuert werden, dass Hindus generell Vegetarier sind, sondern man muss manchmal aus dem Staunen auch wieder herausfinden.  Tiere opfern für die Götter!!! Wo stecken sie wohl während dessen  ihre Smartphones hin!?
  • In meinem persönlichen Bereich habe ich wieder mal gesehen, dass es erstaunliche Geschichten gibt, aus denen vermutlich oft die gehaltvolleren Streifen  und Seriendramen gemacht werden. Das Leben ist aber häufug besser, weil es nicht erstarrt, sondern sich weiterbewegt ohne direktoriale Anweisungen. Seit ein paar Tagen erkundige ich mich auf einem kleinen Umweg bei einer Sindhi-Familie (aus dem ehemaligen Sindh) danach, wie es zwei jungen Männern aus dem Dorf geht, die vor einigen Tagen in der Nähe von Jaipur einen mysteriösen Unfall hatten, denn an ihrem Motorrad und an ihren Körpern gab es keinerlei Spuren, aber beide lagen auf der Strasse mit Wunden am Kopf, und beide liegen im Koma. Gestern treffe ich am vorletzten Tag von Kalu’s Todesfeiertagen die Tochter von Reena, die in Jaipur studiert, und bin erschrocken, wie schlecht sie aussieht. Später erfahre ich, dass sie mit einem der Verunglückten schon jahrelang (und auf seiner Familienseite heimlich) liiert ist. Sie ist im Schock, da niemand sagen kann, wann und wie und ob er erwachen wird. Dann hat jemand, der eingeweiht war, sie gebeten, an sein Bett zu kommen. Sie sagte, er hätte bei ihrer Stimme eine Hand gehoben, und als sie ging, ihre Hand gedrückt. Das sind gute Zeichen. In der Tat werfen gute Zeichen ihr Licht voraus. Geduld ist angesagt.
  • Überall

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