killefitz

Das ist doch Pillefitz, sagte eine Frau über etwas, worüber wir redeten, oder meinte sie gar sich selbst damit. Ich fand es nicht Pillefitz, obwohl ich jetzt nicht mehr weiß, um was genau es ging. Was blieb ist das Wort, das mir neu war. Pillefitz, dachte ich, was bedeutet das? Ist es ein Wort, das ich finden kann, und natürlich konnte ich es finden, denn das Netz lockt alles zu sich und behält es dann bei sich, und wir gehen einerseits hinein, sind aber eigentlich schon lange drin. Und dort fand ich heraus, dass es gar nicht Pillefitz heißt, sondern Killefitz. Vielleicht hatte ich es nicht richtig gehört, was ja zur Standardausrüstung des Zwischenmenschlichen gehört: dass man es nicht richtig hört, sondern unbeirrt ist im Glauben an das vermeintlich Vernommene. Killefitz gefiel mir sofort wesentlich besser, weil es statt einer Betäubungssuggestion (Pille) einen Kill in sich hatte, hier weit entfernt vom Mordgedanken. Eher ein Hinweis auf das, was im Fitz meist geladen ist: eben nix Kleines, oder als Kleines vielleicht gesehen als ein Kernpunkt, und dieser Kern interpretiert als nutzloses Zeug, als Kleinkram, als Unsinn. Es kann auch unterwegs nicht schaden, sich zuweilen als Killefitz zu empfinden, auch wenn man dazu in poetischer Weise auch „Staubkorn“ oder „ein Nichts“ sagen kann, wobei das meistens die Praxis benötigt, sich nicht in Identitätsformen zu verstricken und wahrnehmen zu können, dass man noch etwas anderes ist als diese Zuschreibungen, mit denen man die innere Unruhe schützt aus Angst vor weiteren Ausgrabungen, die wiederum der kühne Pfad sind zur Existenz des Nichts als Nichts an sich. Und wer weiß, vielleicht trifft es da auf die Fülle und ist im wahrsten Sinne ganz anders, als man dachte. Viel mehr fällt mir dazu nicht ein, außer vielleicht ein schöner Titel für ein Kinderbuch: „Killefitz macht Firlefanz“. Killefitz könnte ein durch und durch verschmitzter Tänzer sein, dem es mit seiner Begabung, das Nichts, nämlich sich selbst, zu tanzen, es ihm also dadurch gelingt, eine sehr anregende Wirkung auf bestimmte Gemüter zu haben, die das Gefühl beflügelt, auf einmal zu wissen, wie das ist: sich selbst sein. Mehr muss es ja auch nicht sein, das genügt (erstmal) vollkommen. Auch wenn man weiter möchte, kann man das tun, es gibt da keine Grenzen.

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