flüchtig

20160983

Trink, Bruder, trink! Trink aus
den dich spiegelnden Wassern!
Trink dich voll von dir,
trink dich leer und gib acht!
Dich umspült schon das Gift von
den Meeren, das du selbst in
den Umlauf gebracht. Schon öffnet
ein größerer Mund als der deine
den Abgrund der Verwegenheiten.
Trink, Bruder, trink!
Lass dich voll laufen von dir.
Nackt liegst du vor den staunenden
Augen am Ufer: die Augen,
das sind wir. Trink, Bruder, trink,
bis es eng wird in deiner Haut.
Bis du verstehst: es gab nie wirklich
Menschen, die ihr Herz auf dich gebaut.
Dein Herz, Bruder, ist trunken von sich,
das lässt nicht mal Raum für deinen
eigenen kleinen, flüchtigen Traum.

 

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Mit einiger Bewunderung sieht man im politischen Raum hohe und sicherlich angebrachte Diplomatien ihre Formen entfalten. Ich aber will fassungslos bleiben, bis eigene Ordnung sich wieder innen erschafft. Das Ausmaß des Geschehens und seine Wirkungen kann ja nicht einfach geleugnet werden. Ich höre der eigenen Sprache zu und meinem Schweigen. Alles Gesagte kann manchmal nur Korn sein in der Wüste.

 


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