Riss in den Heldentaten

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Trauert, o Chöre der Götterstimmen!
In erhabener Sprache und als Sagen
wurden uns früher die schlimmen Dinge
in das Verständliche übertragen. Doch
schlimmere Dinge noch sind uns geblieben.
Wir hören den großen Atem der Taten versiegen.
Die leeren Throne werden erstürmt von Toren,
von Menschen und Göttern nicht auserkoren.
Die Angst geht um, dass sie mächtiger werden.
Die Klugen verstummen. Es herrscht
Ohnmacht auf Erden. Müde greift die Hand
in den Bücherschrank, schlägt auf die
ägyptischen Klagen: sie sagen dasselbe,
nur mit anderen Reimen und Stimmen,
die das Unerklärliche in den Ausdruck
wagen: Wir gehen in Trauer wegen dem,
was in der Welt geschieht. Das Rätseln
um die Quelle dunkler Dummheit,
die kein weiser Kopf erzieht.

 


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