er/sie/es

20160924

Der Mensch ist männlich, zumindest schlägt das der Artikel (Geschlechtswort) vor, und man wird öfters auch mal darauf hingewiesen. Man will sich das „man“ ja eh abgewöhnen, und es mit „frau“ zu ersetzen, erscheint einem, nein: einer wie mir, absurd. Auch wenn der Artikel „der“ immer noch auf Offensichtliches hindeutet, so kann ich auch darauf hindeuten, dass es sich nicht glaubwürdig  gezeigt hat, dass der Mann im Paradies so alleine war, dass der Herr, der ja auch männlich ist, Mitgefühl hatte mit der eigenen Einsamkeit und aus der Lende des Menschen  eine Gefährtin schnitzte, damit es ihm besser gehe. Lange, lange und vor der Sonographie, wussten wir ja gar nicht, was da drinnen in der Lendengeschnitzen vor sich geht, wenn sie so nah wie möglich bei ihm sein wollte, und dadurch dann wieder in der glücklichen Lage, einen neuen Mann zu gebären. Die Aufklärung fordert immer noch ihre Opfer. Wir wollen ja auch nicht immer darüber begeistert sein, dass es keine Scheiterhaufen mehr gibt in unserer Demokratie, zumindest keine sichtbaren. Was will ich sagen? Es fiel mir heute früh in einem bestimmten Kontext auf, dass ich, wenn ich „Mensch“ sage, gar nicht locker mit „sie“ weitermachen kann. Der Artikel ist männlich besetzt. Wenn ich (aus „man“ soll „ich“ werden) mal an den Artikeln entlanggehe, fällt mir auch auf, dass viele Bereiche, in denen die Männer (natürlich auch Frauen) glänzen, einen weiblichen Artikel haben: die Wissenschaft, die Kunst, die Mathematik, die Philosophie etc, in die der Mensch den kostbaren Samen legen kann, damit er aufgehe. Dann gibt es den Krieg, der ist eindeutig männlich. D e r Krieg. Der Krieg, von dem bemerkt wird, dass nicht nur Männer Schaden in ihm nehmen, sondern auch Frauen und Kinder. Der Krieg, der zur Zeit wieder mal viele Geister beschäftigt, diesmal als kollektive Ohnmacht beim Zuschauen bzw Wegschauen, so als könnte man wirklich darüber hinwegschauen. So als dürfte man, beziehungsweise ich, mich nicht wundern, wo und in welcher Form sich das ganze Wissen und die in Büchern und Kulturen vorhandene Weisheit des Menschen irgendwo glaubhaft niederschlägt, sodass wir nicht gezwungen werden, die Ketten der Hoffnung endgültig zu sprengen. Obwohl! Why not? Was passiert, wenn die Ketten der Hoffnung vollkommen gesprengt werden? Keine Enttäuschung mehr, keine Erwartung. Keine Spielchen mehr, keine Projektionen wie, wenn man nur ein Fünkchen von dem/der Anderen wahrnimmt, gleich auf das Ganze zu schließen.. Und doch: klar bleiben und bei sich. Dass du dich nicht vor mir fürchten musst, weil ich bei m i  r bin. Und ich mich nicht vor dir fürchten muss, weil du einerseits bei d i r bist, aber  wir auch wissen wollen, wer der/die Andere ist, damit wir nicht mit dem Hunger nach Anerkennung so beschäftigt sind, dass wir vergessen, sie auch großzügig zu geben. Oder auch mal was ab/schließen….why not?

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Das Bild stammt aus meiner Bildersammlung. Darunter steht (auf dem Original): „Das Ungeborene wurde bis ins 19. Jahrhundert als auf die Geburt wartendes Kind dargestellt. Der Embryo war Anatomen unbekannt.“ Das wusste ich nicht. Aber klar, wie soll man es verstehen, wenn man nicht hineinschaut. Natürlich wären Kinder auch ohne Hineinschauen geboren worden, aber…….undsoweiter……

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