nachrichten

Als ich dieses Bild eines Selbstportraits von Francis Bacon abgebildet sah, das während einer Auktion im verhältnismäßig renommierten Sotheby Auktionshaus aufgenommen wurde, da konnte ich nicht umhin, mit ein paar aufhellenden Pinselstrichen Francis Bacon sein eigenes Portrait mit den Armen des Bildhochhalters verschmelzen zu lassen, und somit wie nebenher die Kunst mit dem Lebendigen zu rahmen (nachrichten). Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch beim Überfliegen des dazugehörigen Artikels lernen, dass ein Unternehmer gerade das Auktionshaus Sotheby für müde 3,7 Milliarden Dollar gekauft hat. Jetzt gehört es ihm und er kann damit machen, was er will. Interessant daran (außer der Tatsache, was man mit Geld alles kaufen kann) wäre nur wie bei allen Geschichten, wenn man Zugang hätte zu den tieferen Gründen und Hintergründen einer nach außen hin berichteten Tatsache. Alles andere im Artikel handelte vom Erscheinen an und Verschwinden von der Börse. Auch weiß man nicht, warum ausgerechnet dieses Bild von Bacon gewählt wurde, vielleicht war es ja ein ähnlicher Blick wie meiner. Mir persönlich hat das Selbstbildnis noch einmal die Gelegenheit gegeben, an diesem unerklärlichen Mut zum Erschreckenden, den Francis offensichtlich hatte, teilzunehmen. In welcher Verfassung er da als Künstler auch immer war (nicht, dass es gleichgültig ist), so ist es ihm doch immer wieder gelungen, den Betrachter mit dem Erschreckenden in Verbindung zu bringen. Man muss ja nicht, aber wenn man sich davon berühren lassen kann, so ist es meines heutigen Erachtens genauso wesentlich, wie mit der hellsten Ebene in einem mal in Berührung zu kommen, ohne gleich ein Epos daraus zu machen oder eine neue religiöse Abzweigung zu gründen, die weitere Heerscharen davon abhalten wird, zu sich zu kommen. Dann wurde ich noch von den Nachrichten  von der Auflösung eines Schreckens informiert, das ist auch stets bemerkenswert, wenn sich auf einmal unerwartet Portale öffnen und das Licht hereinlassen, wo es ziemlich dunkel aussah. Ja, natürlich auch jüngst die Geschichte mit der „Sea-Watch“ und der mutigen Kapitänin, das braucht es eben immer noch häufig: ein gutes Beispiel, ein Vorbild. Dann gab es aber auch heute die Nachricht von einer Kirche, in der ein Pfarrer das eventuelle Vergeben von Missbrauchstätern predigte. Der Ausbruch der Empörung in der Kirche war so groß, dass ein Teil der Gemeinde  wutentbrannt (wie Jesus im Tempel, nehme ich mal an) die Kirche verließ. Sie wollen den Pfarrer nicht mehr haben, so wurde er abgesetzt. In jedem Fall ist es ein Hoffnungsstrahl. Noch hoffnungsstrahlender wäre es, wenn alle Empörten einfach aufgestanden sind, ohne dass es jemand anführte, nicht, dass es so einen großen Unterschied macht. Oder macht es doch einen großen Unterschied? Überall soll es ja auch immer mal wieder gute Könige gegeben haben, die zumindest die ihm Anvertrautenn nicht gnadenlos ausgebeutet haben, aber, wie wir von uns selbst wissen, ist ein sogenannter guter Charakter schwer zu erringen, es hängt von der eigenen Orientierung und ihrem Anspruch ab. Da ist eine Idee, die einen immer noch, bei aller Nüchternheit, von der Antike her anwehen kann, nämlich, dass jeder Bürger, ich füge mal die genderdurchtrainierte Bürgerin hinzu, dass also jeder Bürger und jede Bürgerin sich verantwortlich zeigt in Hinsicht auf die „Polis“ und deren demokratische Umsetzung der bürgerlichen Entscheidungen. Es ist in der Tat schwer in unserer momentanen Zeit, die sogenannte „Masse“, zu der wir ja auch alle gehören, einigermaßen einschätzen zu können , zu vieles ist im Umbruch, und alles bricht gleichzeitig um. Die Offensichtlichkeit der Veränderungen hat bereits ihren Höhepunkt durchschritten. Nun gilt es, sich so nah wie möglich bei sich aufzuhalten und auch während des Kehrens nicht vom Beisichsein abzulassen, dann aber auch die Anderen nicht aus den Augen zu verlieren, ja, ganz im Gegenteil, sie von Herzen bei sich aufzunehmen. Ich wünsche allerseits und allerorts einen mutigen Dienstag.

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