Prem Giri

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Ich wohne noch bis morgen bei Freunden (gesegnet sei die Freundschaft!) und fühle mich wie in einem Wellness.Hotel: indischer Tee/Chai und gutes Essen und ein riesiges Bett in einem gerade fertig gewordenen Zimmer mit genau dem westlichen Komfort, den sich ein wohlwollender indischer Geist als Freude für westliche Menschen vorstellt. Alles glänzender und teurer als bei mir in beiden Zuhausen, zwischen denen ich mich bewege, und unser Gäste-Studio in Deutschland ist, wie ich hier im Vergleich erkennen darf, eher der indische Traum einer bequemen,  und einfachen Herberge. Guter Schlaf ist in beiden Welten möglich. Hier lag ich dann noch nachmittags auf einer technisch durchgetüftelten Liege, bei der man bei 60 Grad Hitze heftige Massageknüppel über das Rückgrat geschoben bekommt, vom untersten Wirbel bis zum obersten. Man kann eigentlich nur durchatmen und entspannen, ansonsten nur laut aufschreien. Wahrscheinlich ist auch deswegen die Wunderheilrate so hoch, weil man zur Entspannung gezwungen wird. Wenn man dann nach 40 Minuten aufsteht, ist man überzeugt, etwas sehr Gesundes erlebt zu haben. Shivani wurde nach vielen Schmerzen wundergeheilt und ihr Vater kaufte ihr eine der sehr teuren Maschinen, auf der sie jetzt nicht meht liegt, weil sie ja geheilt ist. Jai ho Jai ho!

Die beiden Zeichnungen oben sind von Prem Giri. Er ist der neue Servant von Shivani und der kleine Bruder eines früheren Servants. Sie kommen aus Nepal und werden wegen der Armut in der Familie als Dienstboten in Häuser und Hotels nach Indien geschickt und meistens ausgebeutet. Prem Giri ist 13, sieht aus und wirkt eher wie 9, und ist sehr  lernbegeirig. Eine gute Chance, wenn sie Glück haben, an einem guten Ort zu landen wie hier bei Shivani. Gerade saß er neben mir und wollte auch was mit einem Stift machen. Er hat aus einem Buch eine Seite Deutsch abkopiert, um die Buchstaben zu lernen. Dann hat er die beiden Zeichnungen gemacht. Überall schreibt er seinen Namen hin, in großen Buchstaben. Prem Giri heißt „Berg der Liebe“. Er mag seinen Namen und hört oft nepalesische Musik. Er hat Heimweh, und da ich einmal 9 Jahre in Nepal verbracht habe, erzählen wir uns ein bisschen was von den schönen Dingen, die es dort gibt.


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