Art und Weise

 
‚Montage‘
Als ‚Montage‘, lese ich (interessiert an der Bedeutung des Wortes, das mir zugeströmt ist), ‚bezeichnet man die Gesamtheit aller Vorgänge für den Zusammenbau von Körpern mit geometrisch bestimmter Form‘. Ja, stimmte etwas in mir zu, so kann man es nennen. Denn wenn es genannt ist, tritt es nochmal in einen anderen Zusammenhang. Manchmal muss das Urheberrecht bedacht, also das Original nicht verfälscht werden, ansonsten gehört so ziemlich alles (in letzter Konsequenz) zum Welteigentum. Auch wenn man etwas aus seinem Zusammenhang nimmt, kann man es nicht als ‚das Original‘ bezeichnen, aber es muss auch keine Kopie werden, sondern kann sich in neuen Zusammenhängen wieder in ein Eigenes verwandeln. Einem Geschichtenerzähler würde beim Betrachten der obigen Montage vielleicht die Idee kommen, dass eine weise Frau, erweckt und erschreckt von grollendem Donner, einen Weg findet von der Gefangenschaft der Angst in eine Beflügelung, oder man könnte sich sorgen um das Schicksal Griechenlands, dessen schmerzliche Befindlichkeit durch keine Erinnerung an antike Höhen mehr zu heilen ist. Denn die Heilung kann meist nur stattfinden, wenn sich genug Kraft angesammelt hat, um die sieben Schleier zu lüften und den Blick werfen zu können auf das Allerletzte. Vorausgesetzt natürlich, es gibt so ein Allerletztes, so einen Ort, wo (zum Beispiel) kein Bußgeld gefordert wird für selbstbestimmte Entscheidungen, und wo das Wohl Anderer im Verhältnis stehen muss zum Klang des eigenen Tones. Wir fügen ja ständig Dinge zusammen, in der Sprache, beim Essen, überall. Doch das Bild, in dem man sich selbst als Person bewegt, ist meist schwerer zu sehen als der ständig ablaufende Film, den man vor Augen hat und in dem man die Spieler und Spielerinnen betrachtet und beobachtet und beurteilt, ohne sich selbst visuell in das Bild einfügen zu können. Entweder sind wir auf die innere Ausrichtung angewiesen, oder wir sitzen einfach mit den Anderen in einem Boot und schauen mal, was die so machen. Wenn d i e aber (eines Tages?) was machen, was mir  gar nicht gefällt, dann ist es sicherlich gut, den ganz persönlichen  Landeplatz zu kennen, denn von da aus ist der Flug leichter zu managen. Als ich noch für möglich hielt, dass es einen Gott geben könnte, da dachte ich ihn nie als einen, der Strafe austeilt, um Himmels Willen. Deswegen suchte ich nach der Antwort zur Frage in Indien, weil die Götter dort schön sind, klug und unterhaltend. Man kann dem Leiden ganz sicherlich nicht entrinnen, aber frei sein möchte ich schon im Umgang damit, auch wenn es nicht leicht ist. Nein, es ist verdammt schwer, d a s zuzulassen, was sich in einem versteckt oder was einen gefangen hält, und dann fühlt man sich manchmal wie eine kleine Eule, die nicht weiß, wie man dem Donner standhalten kann. Meistens fällt einem dann zum Glück etwas ein. Und wenn nicht, kann man Tote oder Lebendige um Begleitung bitten, damit man weiterhin tanzen kann mit den Atomen.

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