Wer beobachtet, dass auf dem Marktplatz der politischen Aktionsfelder das Dunkel erfolgreich als das Helle angeboten und verkauft wird, weiß, oder sollte man es lieber ‚wittern‘ nennen, wittert man also den Wind des unheilvoll Dagewesenen. Es trägt nur ein neues Kostüm und sucht nach Kopf und Körper dessen, der für diese Arbeit geeignet ist. Ein mystisch anmutender Wirrwar von religiös untermauerten Ideologien, ein starker Wunsch und Wille nach Herrenschaft, und zurück mit Mutter und Kind in die Stube. Für die K.I.-und IT-Welten muss man die kalte Gabe haben, man muss Technik lieben und verschmelzen mit ihr, meint z.B. Ray Kurzweil, der diese neue Technikbesessenheit vorantreibt, wohl wissend, dass man ihr nicht entkommen kann. Diese neuen Spieler sind nicht nur sehr reich, sondern sie sehen sich als wohlhabende Götter, die das absolute Recht auf Herrschaft haben gemäß ihren Vorstellungen. Das ist die eine Seite. Wo ist die andere? Welche Kräfte werden sich durchsetzen? Und vielleicht muss es ja dunkel werden, ich meine dunkel sein, also genug dunkel, dass es uns allen auffällt, wie eben jetzt, wo es uns auffällt. Zweifelsohne werden Gegenkräfte gebraucht, man kann sich entscheiden, hat Bett, Kissen und Decke. Was ist uns möglich?
Die Regierungsgeschäfte in Amerika sind ja wieder am Anlaufen, soweit man sie unter Trump überhaupt noch mit einem übereinstimmenden Maß betrachten oder bewerten kann. Vielmehr hat der unbegrenzte Irrsinn Einzug gehalten ins Weiße Haus, und man würde aus dem erstarrten Kinderstaunen über die grotesken Darbietungen der Spieler:innen im Trumpcircle kaum mehr herausfinden, gäbe es nicht noch anderes zu tun und zu denken. Doch fällt beim momentanen Nachrichtenkurzüberfliegen auf, dass sich ein Thema, wie vermutet, nach dem Shutdown wieder kräftig durchsetzen würde, und da ist es. Es geht um Männer, die, aus zuweilen psychisch erforschten Gründen, ihre Markierungen auf körperlich ihnen unterlegenen Kindern und Mädchen hinterlassen müssen, und damit in ähnlich gesinntem Freundeskreis prahlen, als würde es sie zu Männern machen, die wissen, wo’s langgeht. Klar, das geht uns alle irgendwie, irgendwo und irgendwann an. Der ‚mächtigste Mann der Welt‘, den man auf Tape gehört hat, als er meinte, man müsse ’sie‘, die Frauen also, nur bei der Pussy grabschen. Und schon gehört sie einem, war der Sinn des Satzes. Dass nun ein Mann an der Spitze eines vor Kurzem noch demokratischen Landes derart offensichtlich seine gefährliche Dummheit zur Schau stellen kann, ist schon bemerkenswert. Und es wäre nur gerecht, nickt Justizia, wenn der selbsternannte Genius Trump genau über diesen Pussygrip stolpern würde. Und Achtung, was nun die kleine blaue Welt betrifft, gebannt im Spiel der Kräfte! Selten sieht oder weiß man vom Erwachen eines mit der Krankheit des ‚malignant narcissism‘ Belasteten, mit was man hier rechnen muss, aber immerhin kann man gedanklich vorbereitet sein. Das verborgene Buch gibt seine Blätter preis.
Ganz ohne Ungeduld werde ich träumen, Ich werde mich an die Arbeit machen, die nie enden kann, und nach und nach, gegen Ende, Kommen Arme den Armen entgegen, Öffnen sich wieder hilfreiche Hände, Licht geben die wiederauflebenden Augen, In ihren Höhlen, Und du, plötzlich unversehrt, Wirst auferstehen, nochmals Wird deine Stimme mir Lenkerin sein, Für immer seh ich dich wieder.
Es ist offensichtlich, dass die Welt und die Zeit, in der wir gerade leben, geradezu überschäumt mit einer unvorstellbaren Skala an potentiellen Erlebnisangeboten. Und gerade d a s scheint vielen Menschen gar nicht zu bekommen, denn nicht nur ist das (sogenannte) einfache Leben überschaubarer, aber ich brauche trotzdem eine gewisse Kenntnis von den 10 000 Dingen, um eine mir angemessene Entscheidung fällen zu können, vor allem was die Wahl meiner eigenen Lebensweise betrifft. Und sind Angebote aller Art nicht größtenteils Ablenkungen, die durchaus willkommen sein können, aber nicht nur. Da draußen brodelt’s und rumort es mit allen Abarten, die der Mensch ersinnen konnte, und ja, man könnte verzweifeln. Aber es sollte mich nicht ablenken von dem, was ich selbst anfangen möchte mit der mir geschenkten Zeit. Nein, kein Geschenk von ganz oben aus der Götterhand, sondern nur die Gesetzmäßigkeiten des galaktischen Systems erfassend, soweit das möglich ist, und dann das Fassen auch noch lassen. Auf jeden Fall habe ich den Fluch ‚Mögest du in interessanten Zeiten leben‘ verstanden, und bedanke mich freien Herzens für den Hinweis.
Traumlos, sagte ich. Meinte ich Welt? Meinte verloren gegangenes Gut in meinen Schriften, meinte mich selbst in einem Vorne des noch nicht Entstandenen, wenn ich Raum einnehmen werde im zukünftigen Hier, um in der zwischengelagerten Werkstatt d a s Werkzeug zu bauen, das mir offenlegen könnte des Labyrinthes verwegenes Rätsel. Meinte ich Licht, und wollte nur stillstehen, und nirgends, nirgends mehr hingehen, nur das Unvermeidliche treffen, das zukam auf mich?
November 11, 2025
Heute früh im Garten: zwei Rehe, ihres Weges gehend, bzw. an unserem Erfeu frühstückend. Das kann in ungewisser Wehmut an paradiesische Zustände erinnern, wobei auch Rehe einem die geschätzten Rosensträucher anknabbern können, wenn man nicht die trennsicheren Zäune aufgebaut hat. Hier in der Gegend sind auch die Wildschweine nicht so beliebt trotz der freien Gangart, denn sie wühlen ungeheure Massen von Erde auf, um etwas für ihre Geschmacksrichtung zu ergattern. Auch Katzen und Kater gehören meistens irgendwo in einen Haushalt, und Hunde müssen an die Leine und lassen ihre Besitzer:innen in demütige Haltungen verfallen. Und doch ist es wahr, was Jane Goodall gesagt haben soll, nämlich dass wir in der Welt der Tiere leben. Es gibt ja noch all die Tiere, die wir selten oder nie sehen, die aber dennoch unter uns und über uns (ach ja, die Vögel!) leben und um uns herum, und die sich alle ihrer natürlichen Programmierungen gemäß fortbewegen. So wohl auch der Mensch, der schon sehr auffällt mit seinen exzentrischen Ideen, viele davon im Kontext wild entfachter Leidenschaften um die Beherrschung der Erdkugel sich drehend. Obwohl das Vergängliche vollkommen offenliegt in seiner klaren Anwesenheit, was wiederum das Geheimnis des gelungenen Aktes ist. Das Seil wird dünn und man bewegt sich auf unsicherem Terrain. Jetzt gilt es, loszulassen von der Vorstellung, um das Seiende in seiner direktesten Form zulassen zu können. Dem eigenen Atem zu lauschen in der lebendigen Fülle, getarnt als die große Leere. Und dann das befreiende Lachen! Die Welt verschwindet ja nicht, nein, ganz im Gegenteil: Rehe am frühen Morgen – Wildschweine – Vögel!
gibt es traumatisierte Orte gibt es heilige seit jeh hat die heiligkeit der orte menschen nicht daran gehindert sie zu zerstören kiew coventry bamiyan dresden ayodhya seit jeh hat das grauen der orte menschen nicht gehindert zu siedeln prachtvolle städte erblühen auf blutigem grund villen und residenzen von mördern ateliers und wohnungen deportierter ein neues nationales heim errichtet auf den trümmern des heimes einer anderen nation instrumente ort der musik in der nachgeborenen samtenen händen wer fragt nach dem blut das an ihnen oder wem sie entrissen man fragt doch auch nicht woher der sein geld hat oder die das erbe was ist erinnerung?
* von tauchgold (Heike Tauch und Florian Goldberg)
Auf den Mond kann man mit genügend Phantasie genauso viel projezieren wie auf eine Teetasse. Und wenn dann ausgerechnet in der Supermondwoche sich, wie bei uns tatsächlich geschehen, täglich etwas neues Ungewöhnliches ereignet, da habe ich selbst als erklärte Feindin der esoterischen Anwandlung mich beim Gedanken erwischt, es könnte an der Nähe des Mondes zur Erde liegen. Aber wie meistens sind einerseits auch bei wissenschaftlicher Kenntnis die Beweise schwer zu erbringen. Und andrerseits ist ja klar, dass alles auf alles einwirkt, und das konstant. Erstaunlich ist und bleibt nur, dass der Mensch, trotz seinen phantastischen Anlagen zum Herausfinden und Auseinandernehmen der Geheimnisse ganz offensichtlich vieles, sehr vieles, niemals wissen werden wird, denn ihm ist eine Grenze gesetzt, das ist er selbst. Gerne rufe ich Elon Musk, dem Mythoscreator, zu: hinauf mit dir und deinen Milliarden zum Mars, und nimm noch ein paar mit, die auch da hinwollen, bis weitere Dinge klar werden, gegen die sich der Mensch, oder ist es vor allem der Mann, so gerne wehrt und schützt. Held will er sein und sich nach Widerstand gegen die Sirenen sehnen, und nicht nach dem Mutterkörper, dem er entstiegen ist ohne Leistung, da lockt nur noch das Meistersein. Nur von was. Dabei kann der vorhandene Geist abrücken vom kleinen blauen Planeten und ja, ihn besingen und bedichten und besprechen, was bleibt ihm (oder ihr) anderes übrig. Bei aller tiefen, unleugbaren Verbundenheit unter uns, der Spezies Mensch, sehen wir das menschliche Treiben doch alle ganz unterschiedlich, das macht den Strom der Erzählungen ja so unterhaltsam. Aber Achtung!, wir selbst sind die Erzählung, die vor sich geht, eben so lange sie dauert. Ach du untröstliche Bedeutungslosigkeit des Unterfangens, sei gegrüßt. Oder wollte ich ‚ sei gesegnet‘ sagen.
So fügt sich eins zum anderen, Nu für Nu, und nie weiß man, ob’s eine Perlenkette wird oder ein plötzlicher Riss im Netzwerk, wo irgendwas in einem aus irgendwelchem Grund zu straucheln anfängt und man nachts im Viertelschlaf düster vor sich hingrübelt. Anlass gibt es genug, im persönlichen Bereich genügt es, wenn die Bullen einem 35 Euro abknöpfen für falsches Parken. Ach hätt’ich nur, ach hätt‘ ich nur. Diese Schnittschnellen des Daseins sind allerdings zu bewältigen, selbst wenn ein unerwarteter Tod seinen Auftritt hat. Man ist dabei, man kann handeln, man kann angemessen trauern, shit happens, man kann nicht erwarten, dass alle Tage festlich dahingleiten, wer will das schon. Die persönlichen Katatstrophen ermöglichen Wachstum und Reifung, ohne Dunkel kein Hell. In einem sebst lebt ja auch dieser Widerspruch, und für den nächsten Baustein braucht man frische Kräfte. Aber ich bin gleichzeitig im Draußen drin, und je besser ich mein inneres Toben bewältigen kann, desto klarer kann ich bezeugen, was im anderen Teil des Weltgeschehens los ist. Denn egal, wo jemand als wer auch immer steht, so sehen wir alle das ‚Es‘ aus eigenem Blickwinkel, das soll ja auch zum Ich werden, sodass es sich entlang dem Wahrgenommenen entwickeln kann. Und da versteht man doch dann, dass angesichts des unermesslichen Leidens in der Welt das Mitgefühl so grenzenlos werden muss, dass es die finsteren Schatten über dem Menschsein zumindest flüchtig vertreiben kann, wenn auch nicht wirklich. Oder doch? Man darf das nicht nur glauben, und wir sehen ja, dass auch das Wissen scheitert. Und da webt er so vor sich hin, der todlose Teppich der subatomaren Ebene, auf der d a s, was wir sind, sich manifestiert. Immerhin kann man da arbeiten.
alkibiades mein spießgeselle bist du lange fort ich weiß nicht: wohin bist du gegangen ach nur bei der regatta bist du nicht an bord und die forellen muß ich jetzt alleine fangen und selbst das mokkamahlen macht mir nicht mehr spaß und wenn es regnet wirst du nicht mehr naß jetzt bin ich traurig wenn ich grog bestelle
alkibiades mein spießgeselle lange bist du fort
in meinem schrank liegt noch die alte pfeife woanders (im notizbuch steht vielleicht der ort) in einem zimmer das ich nicht mehr ganz begreife liegt unser roter kater und liegt unsre braut die kneipen sind jetzt alle leer und laut die nächte angenagt von grüner helle
alkibiades mein spießgeselle du bist lange fort ich muß dich, lieber, wohl zu end vergessen zuweilen schlaflos fällt noch ein vertropftes wort ein streich ein schlips ein heisersein ein essen ein angstruf mir von weißen vögeln ein sonst bin ich alt und lächelnd wie ein kieselstein und warte gern auf die uns forttut auf die sanfte welle alkibiades alkibiades mein spießgeselle
Die drei gewichtigen Worte oben bedeuten ‚Allerheilgen‘, man lernt nicht aus. Wenn einem die christliche Religionsausübung fremd ist, weiß man nicht, um welche Heiligen es sich eigentlich handelt, weswegen man sich bei Wikipedia schlauer macht und weiß nun, dass der ‚verherrlichten Glieder der Kirche, die schon zur Vollendung gelangt sind‘, gedacht wird. Verherrlichte Glieder der Kirche? Schon zur Vollendung gebracht? Sowas zur Vollendung gebrachtes möchte man gerne mal kennen lernen. Und Indien müsste hier durchaus die Vorrangstellung haben, denn dort wimmelt es förmlich von ‚holy men‘, die allerdings ihre verherrlichten Glieder noch nicht zur Vollendung, ‚Samadhi‘ genannt, gebracht haben, sich aber oft so verhalten, als hätten’s sie’s schon. In Indien wird Heiligsein sehr geschätzt, was nicht heißt, dass die meisten geringste Abweichungen vom Konzept nicht sehen können. Alle versuchen ihr Bestes, wenige gelangen zum Ziel, wenn man Heiligsein ein Ziel nennen darf. Wahrscheinlich scheitern so viele auf diesem Trip, gerade weil sie ein solches Ziel im Auge haben. Nur, wer verhängt jeweils das Prädikat ‚ganz besonders wertvoll‘. Auch im Lauf der ersten Jahrhunderte, lese ich, wurde es wegen der zunehmenden Zahl an Heiligen schwierig, alle einzeln zu ehren mit einem Tag. So hat man sie offensichtlich gebündelt gefeiert und man wüsste ja supergern, wer die waren. Ab wann wird einem einzelnen Menschen Heiligkeit zugestanden, und wie erkennt man sie. Und gibt’s da, wo sie anerkannt sind, auch heilige Frauen, oder könnte man sagen, dass jede Frau, die einen Menschen aus sich herausgebiert und es überlebt, schon dadurch Heiligenstatus verdient. Oder jeder Mann, der erkennt, dass Sex nicht der verdiente Balsam für alle Arten von Erschütterungen ist. Selbst in Indien sitzen zur Zeit ein paar als heilig gehandelte Schwerenöter im Gefängnis, was nur beweist, wie schwer das sein muss, das Heiligsein, wie verführerisch, und wie gefährlich. Und wenn es euch wirklich gegeben hat oder irgendwo noch gibt, may the cosmic play shower blessings on you!
Irgendwann kommt dann wie gerufen eine Art Müdigkeit über einen. Zum Beispiel dem komplizierten Spiel gegenüber, dem eigenen und dem der anderen. Man könnte es auch eine Gleich-Gültigkeit nennen, also dem Wunsch gegenüber, ob man verstanden oder gehört oder gesehen wird. Denn ich ganz persönlich habe noch nie jemanden getroffen, der sich gehört, verstanden und gesehen fühlte, die Therapeut:innen kommen kaum hinterher. Auch romantische Liebe kann das nur einen sehr illusionären Moment leisten, dass man das glauben möchte, was schon deshalb unmöglich ist, weil man in letzter Konsequenz nur sich selbst verstehen kann, soweit das möglich ist. Wie weit ist es denn möglich. Hier sollten wir (spätestens) auch die als heilig geltenden Alleswisser hinter uns lassen, denn auf jedem Altar wird anders geräuchert, und auch wenn man bleibt bis zur angeblich letzten Erkenntnis, muss man auch die noch zurücklassen. Und hat denn zufällig jemand die letzte Erkenntnis? Oder ist es doch nur immer die vorletzte? Und wer sagt einem, wann Schluss ist mit der Hoch-und der Tiefgrübelei. Wenn die Leere beginnt zu locken mit ihrem abgründigen Angebot. Oder wenn diese Leere einen anblickt als Auge, das Eine betrachtend, das alles bewirkt. Kann man’s wissen, oder nur erfahren? Dem Wissen also den Schutzmantel rauben und sich dem radikalen Sein überlassen? Dann diese Zärtlichkeit, dieser Goldstrom, dieses kosmische Auffanggerät gleich einer Hängematte, aufgehoben in namenlosem Zuhause, frei von dem, was man dachte, weil man dachte, man wüsste das alles im Voraus. Aber Hinterherhinken ist auch nicht gefragt, man entscheidet ja selbst, wo man sich körperlich und geistig aufhalten möchte und kann. Oder nicht?
Liebe, liebe Besserwisser. wer kann das wohl besser wissen als ich! Ich kann weissagen, was sich zugetragen! Ich weiß, dass eine weiße Weste nicht immer voller Erfüllung zu sein scheint. Manchmal weint dann einer ganz allein. Da kommt dann, wenn er kann, der Schein raus: die Fülle ging leer aus. Man verliert dann auch ohne viele Gerüchte sein wohnliches Ohnehin-Gesichte. Das Beste scheint zu sein, sich zu bessern. Man kann dann auch ohne weiße Weste weise sein, doch kann nur der es dann wirklich fein, der das Geheimnis kennt, warum nur die Fülle der Melasse die Süße der vollen Hülle gelassen erfassen kann. Ihr, die besten Wissens-Wanderer: mutig voran!
Oktober 29, 2025
unabhängige Einheit
Und i s t das Bild tatsächlich eine unabhängige Einheit, jetzt, wo es draußen ist und nichts mehr mit mir zu tun hat, oder hat es was mit mir zu tun, und wenn, was. Müsste ich mir darüber Gedanken machen, was dieses bleiche Geschöpf im geschöpften Quadrat da träumt oder ausbrütet. Oder sind es gar Mordgedanken, oder aber wird ein Schatten noch rechtzeitig erwischt und vertrieben. Ich weiß es nicht, denn das alles wäre ein Nach-Denken, also dem Geschehen hinterher denken, um vielleicht Tieferes davon zu verstehen, wenn man das möchte. Es kann aber durchaus nur ein flüchtiger Nu sein, der sich im Vorübergehen ausgedrückt hat, ja von welcher Quelle aus, da bin ich mir noch nicht so sicher. Sie könnte im Überall sein, das Überall an sich, das ausdrückt, was es will, in dem Fall durch mich, so wie des Bäckers Brötchen oder des Herrschers Überheblichkeit undsoweiter. Und was haben sich gewisse Geister bemüht, die Gewissheit des flüchtigen Nu’s zu erfassen, die in schlichtester Logik zum ‚Be here now‘ führen kann, aber nicht muss. Aber waren wir nicht immer schon da, oder zumindest am Anfang, bei den Spielzeugen, in direktem Kontakt mit dem Seienden, oder gar das Seiende selbst noch, in der ungelabelten Welt noch, noch ganz bei der Sache, ohne Ablenkung durch das Unwesentliche. Allerdings scheint es ganz so, als müsste das Verdunkelte durchschritten werden, bis sich die Möglichkeit einer Erhellung zeigt. Meist fängt es mit Neugier und Wissen an, mit Fragen, mit Grübeleien um das Verborgene herum. Wenn man eines Tages da wieder herauskommt wie aus einer Schlangenhaut, dann kann man sich glücklich schätzen, denn auf einmal zeigt es sich so wie damals das Bauklötzchen: direkt und ohne Vermittler. Warum nicht? Man kann es ja selbst probieren.
Wäre meine Lebenswahrnehmung anders, wenn ich ganz sicher wüsste, dass es ein Traum ist? Aber es wird nur vermutet, und tatsächlich kann einem zuweilen das Ganze vorkommen wie ein guter oder ein schlechter Traum. Manche Menschen waren schon so nahe am verlassen dieser Realität und waren dann enttäuscht, in den sorgenbelasteten Nebel der Welt zurückzukehren. Was auch immer dieses Dort war, dort soll es geleuchtet haben, und man selbst auch, sozusagen befreit, vielleicht gar von sich selbst. Man heißt nicht mehr irgendwie und hat keinen Zeitplan, dort. Wenn man an Glauben nicht interessiert ist, muss man zugeben, dass man vieles nicht weiß, zumindest nicht aus eigener Erfahrung. Geheimnisvolle Prozesse wirken ständig durch unsere Energie, die wir der Welterfahrung zur Verfügung stellen. Nun ist allerdings alles, was wir die ‚Realität‘ nennen, immer nur das Resutat menschlicher Entscheidungen, eingebettet in das ewig Unerklärbare. Das sich ständig Neuerfindene, das zu keinerlei stabiler Realitätsauffassung taugende, das Impermanente, sich glaubwürdig darstellend als das Ewige, das ewige Trugbild, Wirklichkeit genannt. Wenn man es zulassen kann, ist es befreiend. Was also ist es, das Wachwerden, an dem man angeblich auch scheitern kann. Und genau hier tauchen sie auf, die uralten Fragen, und da setzt (endlich?) ein Lauschen ein. Aha, also doch noch ein Wachruf, was könnte das sein. Hier wird das Gemeinsame einen Nu unterbrochen. Dann weiß man, ob man überlebt hat oder nicht.
In Indien konnte man, natürlich vor der Smartphone-Zeit, in jeder Art von Menschenansammlung verständiges Nicken bei dem Wort ‚Kaliyuga‘ (dunkles Zeitalter, Zeitalter des Todes) hervorrufen, denn es war bereits klar geworden, dass die äußeren Neuheiten bereits in den epischen Schriften beschrieben wurden. Waren es Hellseher:innen? Nein, es waren Herumsitzende, oft in extremen Temperaturen, die hineinstarrten in das Daseiende und daraus ihre Schlüsse zogen. Oder es waren durch Beobac
htung gewonnene Schlussfolgerungen, die bei einem selbst und auch den Anderen zutrafen, und so entstand einst die Wissenschaft der Innenschau, und es gab keinen Religionsführer, nur die Zeugenschaft. Und in dieser jedem Menschen verfügbaren Zeugenschaft entstehen ja dann auch die Ämter und die Berufungen und die Berufe, alles durchwoben von dieser geheimnisvollen Schicksalsmacht, an der sich die Geister zermürben oder entzücken oder einfach annehmen, was ihnen gegeben wurde. Nur weiß keine/r wirklich, ob da was Gebendes ist oder einer oder eine, und so wird geistig sehr viel gebastelt. Aber ich denke, es ist sichtbar und spürbar, dass es gerade um die Menschheit herum dunkelt, und die Nachfrage nach Stille wächst. Wieder herumsitzen im Nichts und beobachten, wie das alle so ist. So zutiefst erschreckend, und so wunderbar. Lüge und Wahrheit so nahe zusammen, dass man sie trennen muss. Gut, wenn man einen mentalen Antrieb hat und kann das Ding smoothly durch die Wogen steuern. Bei den Herumsitzenden Halt machen!
Diese zwei Sätze habe ich auf einem Zettel gefunden und weiß weder woher sie kommen, noch wer sie geschrieben hat.
Die weibliche Energie nimmt die Stimmung des Schönen in ihrer Abstraktheit bewusst wahr. In der lebendigen Wirklichkeit des Abstrakten hat sie das nach rückwärts gerichtete Sehnen überwunden.
Ich musste, wie sagt man doch, ‚herzhaft‘ lachen, als ich dieses Titelbild der neuen Donnerstagsausgabe der ‚Zeit‘ gesehen habe. Und diese Frage dazu, die man sich ja auch ab und zu mal stellt, also ist das nicht alles doch eher ein Irrenhaus, in dem alle mehr oder weniger suchtgetrieben auf der Suche nach etwas zu sein scheinen, das es nie gab. Aber jede/r denkt es auf seine oder ihre Weise. In langen Telefongesprächen habe ich mit Anil, einem guten Freund, der mit seiner Familie von Delhi nch Dubai gezogen ist und dort als Programmierer arbeitet, über seine Überzeugung diskutiert, dass er denkt, wenn alle Hindus die Grundbedürfnisse zur Verfügung hätten und dadurch mehr Zeit für die wesentlichen Dinge des Daseins, wären die schlimmsten Probleme gelöst, und auch hier ist natürlich ein Tröpfchen Wahrheit in der Tinte zu finden. Ich erzähle ihm dann zum Beispiel, dass ich so um mich schaue, und sehe, dass die meisten Menschen, auch aus dem engeren Freundeskreis, entweder in Therapie sind oder eben waren, wenn der berühmte Traumaknoten tatsächlich zum Platzen kam. Fakt ist und bleibt, dass man da draußen, wenn man mal genauer hinschaut, eher sehr viel Trübsal wahrnimmt, die als Normalität gehandhabt wird. Und ja, es gibt sie nicht, die Wunderdroge, die einem die Begeisterung für diesen abenteuerlichen Durchgang genannt Leben durch die Venen fließen lassen kann, aber immerhin kann man’s versuchen, das ‚Ganze‘, immer ein zu großes Wort, auch mal anders anzuschauen. Vielleicht bringt die Wohnerei im Schlaraffenland ganz ähnliche Aspekte hervor wie der Schrecken der Armut, denn wenn es irgendwann einmal nichts mehr zu haben gibt, was man nicht schon hat, dann schleicht sich vielleicht die Armut in die Synapsen und man beginnt zu glauben, das wäre so für alle. Sodass ein Trauma wie gerufen kommt, um wenigstens etwas Bedeutung zu erlangen, vor sich selbst, wohlgemerkt.
Oktober 24, 2025
In den neun Jahren, die ich in Nepal gelebt habe, wo der Buddhismus ziemlich natürlich neben dem Hinduismus dahinlebt und webt, da waren die Anekdoten vom Buddha weit verbreitet. Was ich persönlich immer anregend fand war die Story, dass er als Prinz aus Versehen mal auf die Straße kam und erschüttert war vom Leiden, das er s o nicht kannte. Die Frage, ob und wodurch dieses Leiden zu heilen oder zu mildern war, beschäftigte ihn von da an unentwegt. Und wie das halt so läuft, wurde eine Lehre daraus, vielleicht, damit Menschen in Kontakt mit diesen Gedanken kommen. Die können immerhin hilfreicher sein als das, was die Buddhisten gerne ‚crazy monkeybrain‘ nennen, eben das ziemlich irre Gequatsche, das sich aus irgendwelchen Vergangenheiten speist und dem man keine Bedeutung zumessen kann, außer, man will es studieren. Also furchtlos näherkommen und schauen, was es wohl ist. Bin ich das, oder bin ich das nicht. Wenn nicht ich, wer dann. Oder bin gar nichts Festzumachendes, sondern eine Energie im Strom des Geschehens. Und wenn man an der Manifestation des scheinbar Wirklichen beteiligt sein will, ist es gut, die Bedingungen zu verstehen, unter denen das Spiel läuft. Kann ich entscheiden, ob ich dem auf mich Zukommenden begegnen oder ihm ausweichen möchte? Oder die uralte Frage taucht bei mir auf, ob und wie ich aus dem Spinnennetz herauskomme, wenn ich erkenne, dass es auf einer bestimmten Ebene gar keine Spinne gibt. Oder es gibt sie außer der natürlichen Spinne in der Form von Donald Trump, der in seinem Netz die Beute fängt, die er braucht für sein Spiel. Die Matrix hat viel zu bieten, vor allem die Täuschungsmanöver. Doch wenn es diese Komödien und diese Tragödien nicht gäbe, was würde uns anfeuern zu eigenem Spiel, und dann noch zur Freude daran.
Manchmal muss man sich in seiner Mußerühren, wenn die Welt in Eis erstarrt, wenn der Mensch den Menschen narrt, wenn es nicht mehr geht. Jetzt wollen sich ja einige wieder treffen, nachdem sich viele nicht mehr treffen konnten oder wollten. Noch weiß ja keiner, wen er wirklich treffen sollen wollte, denn alle haben viele anderen ja schon getroffen, und trotzdem wollte keiner mehr betreffen und betroffen werden. Es sind ja auch am Treffen einige gestorben und andere am Nicht-sich-treffen- können. Nun kennen viele, die sich früher oder später wieder treffen werden, die eigene Erfahrung ganz genau: sie wollen nicht mehr einfach alles machen, denn auch der Mensch muss ja mal schließlich Leben leben. Da werden alle Welten sehr, sehr fein: die hohen künstlichen, die schon gekünstelten, die geistig reichen von den Leichen-Teichen, sieh!, denn alle Welten werden, was sie sind, ganz sicher sein. Lass viel hinein! Lass viel hinaus! Ja, bald! Der Widerspruch in sich ein Halt. Die Stelle kommt, wo ich, die Yoganauten- Surferin, komm raus aus meinem Internetten-Schwellen- Swing und bin zur Stelle, das Brett kommt an den Fuß. Muße!, sagt es in mir zu mir, und lächelt. Ich treffe nun die nektartrunkenen Amritoiden-TänzerInnen, es liebt in mir den Singsang der Kernblütensüßigkeit, den Lullabye-Love-Lang-Ling-Blues, dann hören wir News, dann sehen wir Nu, dann sinnen wir nah an das Dran ran. Ja! Ich und die Anderen, und du.
Oktober 21, 2025
Auch wenn man das Schauspiel der Welt als solches akzeptieren kann und sich in der günstigen Position befindet, es nicht (nur) erleiden zu müssen, sondern es bezeugen zu können, so kann es auch dann den Geist aufreiben, bis man für sich klärende Denkprozesse gefunden hat. So ist Politik, genau wie andere Wissenschaften, einem Schachspiel gleich, in dem es für jeden der Beteiligten gute und weniger oder gar ganz miserable Züge zu verzeichnen gibt. Und klar, man muss das Spiel nicht nur kennen, sonden es selbst erlernen, damit man sieht, dass es überall und zu allen Zeiten unter Menschen geübt wurde: das Menschsein. Jeder Mensch ist ein Beispiel dafür, wie Leben gelebt werden kann oder muss oder will. Und auch wenn die Spielräume zuweilen sehr klein werden, so sind sie dennoch da, und wir alle können auf abenteuerlichste Weise leben und sterben. Und die Politik sollte den Konsens der Vielen erfassen und zum Bestmöglichen für alle steuern, dann sind wir Pass-Inhaber:innen zufrieden und können in Ruhe unsere eigenen Fähigkeiten einbringen, wo auch immer sie geeignet scheinen. Manchmal (aber nicht immer) hilft es, die Sache sehr zu vereinfachen. Und an den Millionen von Amerikanern, die am Samstag auf die Straße gegangen sind, kann man sehen, dass uns auch immer etwas Gemeinsames berührt. Zum Beispiel, wenn die Frage auftaucht, wem unser Leben eigentlich gehört, oder ob die Farbe einer Haut Anlass bieten darf zum Mord. Man darf das Menschenleben ebenso wenig unterschätzen wie das Tier- und das Pflanzenleben, denn da ist was, was uns verbindet, während es uns gleichzeitig trennt. Denn es ist gut zu wissen, wann man trennen muss. Wenn ein Mensch wie Trump eine Gefahr für jede Art von Wohlbefinden auf der Welt ist, dann ist man doch froh, wenn es mehrere merken. Es ist ja nicht der Name allein, sondern die Menschenfigur, die uns gerade zeigt, dass etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Wie lange schon?, dass so etwas passieren konnte als ein Resutat davon. Von was? Gehört es zu einem Akt des Dramas, dass die Weltbevölkerung in eine geistige Umnachtung getrieben wird, just an dem Punkt, an dem sich die Lösungen zeigen? Zu spät? Unumkehrbar? Und was hat es mit mir ganz persönlich zu tun, wo ich endlich das irreführende Konstrukt des ‚guten Menschen‘ habe sich auflösen lassen können.
Also sieben Millionen Menschen die zu der ‚No king‘ Demonstration in nahezu allen Staaten Amerikas gekommen sind, um ihren Unmut über die Trumpregierung auszudrücken, das ist schon eine anständige Masse. Ob es schon die sogenannte ‚kritische Masse‘ ist, durch die sich etwas ins Unumkehrbare neigt, das bleibt zu beobachten. Momente der Empörung kann immer noch auslösen, wie dieser sehr dumme Mensch, gegen dessen schlechte Handhabung des Amtes hier mit Millionen von Kehlen ausgesagt wird, darauf reagiert. Es ist klar, dass von einem Narzissten dieser Größenordnung keine heiteren bzw sorgenvollen Reaktionen zu erwarten sind, aber doch nicht d a s, Mr. Trump! Also ein K.I.-Video erstellen lassen und in ‚Truth social‘ posten, in dem er, Trump mit Krone aus einer selbst gesteuerten Rakete Fäkalien auf das Volk schütten lässt, alles maschinell of course. Wo sind wir? Ist das der Beglückwünschte der vielen Frieden, die er ermöglicht haben soll, undsoweiter? Wie lange dauert sowas, und wann wird es klar, wann und ob sich die eine Macht der anderen gegenüber behaupten kann. Oder dass das ganze Theater noch in der Schwebe gehalten werden kann, bis es reif ist für den Kipp-Punkt. Es gibt Handlungen und Verhaltensweisen und ein Denken, die den Geist beschämen und die Würde des Menschen antasten. Wie, sie ist unantastbar? Das liegt doch im Ermessen des Einzelnen, isn’t it?
Die unmittelbarste Quelle der menschlichen Erkenntnis ist die Erfahrung und zwar in der Form der Wahrnehmung. Da diese aber nur auf das sinnlich Wahrnehmbare gerichtet ist, genügt sie nicht, um die Welt zu verstehen. Vielmehr ist ein großer Teil des Seienden nicht der Perzeption zugänglch; wir haben von ihm nur dadurch Kunde, dass wir aus dem Wahrgenommenen auf etwas Nichtwahrgenommenes schließen, welches zu ihm entweder im Verhältnis einer Ursache oder Wirkung steht, oder aufgrund eines Vergleichs bzw. durch Feststellung seiner Selbstverständlichkeit oder seines Nichtvorhandenseins erschlossen wird. Die Schlussfolgerung ist daher ein weiteres Erknntnismittel.
Von indischen Samstagen bin ich über viele Jahre hinweg gewohnt, etwas Beunruhigendes in der Luft zu spüren, beziehungsweise drückte es sich samstags vielleicht eher aus. Nicht nur flackerten im Saturn (Shani)-Tempel die unruhigen Lichter, und blutrote Hibiskusblüten lagerten im überfließenden Öl, sondern es wurde angenommen, dass samstags in den Häusern gestritten wird, immerhin konnte man es auf die Karte des rastlosen Gottes schieben. Den gibt es hier nicht, aber es gibt nach geschäftigen Tagen nicht nur den Ansturm auf die Versorgungsläden, sondern die Vorfreude auf den noch etwas entfernten Sonntag, an dem endlich, irgendwie auch auf Gottes Kappe hin, Ruh‘ ist da draußen, um nicht zu sagen: totenstill ist es oft, und aufgestaute Erschöpfung ruft nach Lösungen, die es selten gibt auf dieser Ebene der praktischen Wahrnehmung. Zurück zum heutigen Samstag, an dem in den Städten Amerikas die größten Anti-Trump Demonstrationen stattfinden sollen. Trump, der einem völlig anderen, perfiden Plan huldigt, will nun mit aller verfügbaren Gewalt beweisen, dass diese Demos ein Aufstand sind. Lustige Sachen lassen sich die Aufrüttler einfallen zum Beispiel in Chicago, wo Menschen sich in aufgeblasene Tierkostüme stecken und tanzen und singen, damit die Videos danach die Friedfertigkeit beweisen können, wenn weitere Richter mitspielen, solange sie noch können. Ob uns das alles etwas angeht, nämlich wie das ausgeht, das müssen wir selbst entscheiden. Ich persönlich bin jetzt nicht beängstigt von einer Entwicklung, die mir an den Hals gehen könnte, auch wenn sie es letztendlich tun würde. Aber es liegt mir schon etwas an der Bezeugung der Ereignisse dieser Zeit, solange ich durchwandere und staune, was einem so alles geboten wird vom Menschentun her. Wie weit man die Gesetze von Chaos und Ordnung begreifen kann etwa, bevor man sich wieder verabschieden muss, komme was wolle. Komme was wolle also, zumindest funktionieren die selbst gewählten Informationskanäle noch, und alles Weitere bleibt zum Glück dem eigenen System überlassen. No kings, no tyrants, no misuse, no war. Too late?
Die Zeugenschaft ist eine Art Amt, das einem der kosmische Prozess zur Verfügung stellt, falls man daran interessiert ist. Es hat mit der notwendigen Erweiterung der zwei Augen, die auf den äußeren Vorgang konzentriert sind, auf ein drittes, inneres Auge hin zu tun, das sich um andere Blickwinkel bemüht. Die gezeichneten Stirnen, die man im indischen Alltag überall beobachten kann, haben alle mit der Kennzeichnung dieser Fähigkeit des menschlichen Vermögens zu tun, nämlich den Blick auf sich selbst zu richten, wo es von einer starren Überschätzung des Ichs zu unterscheiden ist. Zum Glück tun sich immer wieder neue Bedingungen auf, die zu verstehen sind wie in einem gut konzipierten Spiel, sodass durchgrübelt werden kann und muss, was noch im Bereich des zu Verstehenden ist. Hat sich dieser Bereich als begrenzt genug erwiesen, kann die Bemühung um klare Zeugenschaft beginnen. An diesem Punkt ist es günstig, wenn Therapiestunden zu Ende gehen und der belagerte Geist freiwillig die Gespenstergeschichten zurücklassen kann. Nun schau ich mal, was innen eigentlich los ist. Wenn nun also inmitten dieser scheinbaren, lebendig pulsierenden Leere das sehende Dreieck sich mathematisch präzise im Nichts als das Fühlen selbt zeigt, dann ist schon was gelungen. Man selbst als Baustein.
Oktober 16, 2025
Noch ist nicht aller Morgende Mittag. Alles kann noch geschehen, oder noch nicht geschehen, oder gar nicht geschehen. Manches muss noch geschehen, manches soll nicht geschehen, manches darf nicht geschehen, ja, darf nicht geschehen. Doch ist es geschehen, dann ist es wohl richtig, wohl richtig.(?)
Aber noch besser: Verstehen, dass schon aller Morgende Mittag ist, und in welcher Reichweite sind Zeugin und Zeuge in Bezug auf die ausgerichtete Frage: Auge? Mein Auge?
Auge, Auge, mein Auge, mein Paradiesapfel. Komm zurück, zurück zum Baum, wo der gerissene Film nun die gerissenen Autoren der Wunde bewegt, und bewegt sie, sich selbst zu vergeben. In den wiedergeborenen Wäldern weben die Feen den Stoff für den Mythos von morgen.
Noch ist nicht aller Frühstücke Nacht. Noch kann alles geschehen.
Nun ist auch, unvermeidbar durch technische Entwicklung, in der sogenannten Mitte der Gesellschaft, die Nachricht angekommen, dass die milliardenschweren K.I. -Entwickler und Steurer und Verehrer ihre teilweise abgründigen Ideen sehr, sehr schnell umsetzen können. So rasend schnell, dass man davon ausgehen kann, dass bald in datenmäßig hochgradig gebündelter Form alles von uns gewusst werden kann, was wir selbst vermutlich gar nicht wissen. Wobei die persönliche Wahl hier gänzlich ausgeschlossen ist. Und natürlich ist das alles beunruhigend, aber auch Unruhe kann zu gesundem Ackern führen. Es stellt sich also die Frage, ob eigene Denkfurchen genauer beobachtet werden sollten. Auch d a s natürlich nur unter der Voraussetzung, dass man in sich selbst ein Interesse vorfindet, das einen dazu anregt, mögliche Fluchtwege aus der sich verdichtenden Matrix zu erwägen und zu durchdenken. Dass man die einen oder anderen Spuren hinterlässt, ist unvereinbar, aber bei der sich auf wunderliche Weise selbstgestaltenden Form der Muster hat man doch Möglichkeiten! Also entweder, sie in grenzenlos angelegter Eigenart immer wieder ziehen zu lassen, oder aber in der eigenen Schaltzentrale das einem als wesenlich Erscheinende derart radikal zu bündeln, dass es den hohen Wert der Einfachheit in Anspruch nehmen kann. Hier ‚einfach‘ als Seiendes, das dem gängigen Muster nicht mehr entspricht. Ganz einfach: weil es nicht mehr kann.
Oktober 14, 2025
Der Begriff ‚Engel‘ ist ein gutes Beispiel dafür, dass man an die reale Existenz von etwas Nennbarem nicht glauben muss, um es dennoch schön zu finden. Oder etwas daran berührt einen, gibt einem vielleicht die Ahnung von einem möglichen Dasein, das einem aus der scheinbar unerschwinglichen Ferne zuwinkt. Als gäbe es ein Schwingungsfeld, auf dem Beflügeltsein ermöglicht und unterstützt wird, und auch da gibt es noch Dunkel und Hell. Wenn der Muezzin, so sagt man, seinen Gesang beginnt, hat er die Lücke geschlossen, beziehungsweise hat er den präzisen Moment des radikalen Einsatzes der Dämmerung zum Anlass seines ersten Tones genommen. Es ist die Zeit, in der man die verborgene Schöpfung aus der Nacht emporsteigen sieht, und dann gegen Abend sich wieder zurückziehen. Und obwohl sich manche Vorgänge täglich zu wiederholen scheinen, so ist doch jeder vorbeihuschende Nu unwiderruflich verschwunden. Und natürlich sind neue da, nie diesselben, und es passiert das Lebendige weder in der Zukunft noch in der Vergangenheit. Es passiert nur da, wo ich mich im Schwingungsfeld plaziere und dem auf mich Zuströmenden aktiv begegne, ausgerüstet mit dem, was ich gerade bin. Und sicherlich gibt es auch einen Sog hin zu den dunklen Schwingen, doch man muss nicht Luzifer werden, um dem Gott zu widersprechen. Am besten, man bringt ein eigenes Script mit, damit einem die ganz persönliche Leitlinie nicht entgleitet.
Es schadet ja nichts, das ‚Ganze‘ (in diesem Fall als Planet gesehen), mal von ganz außen zu betrachten. Also sich innen so weit wie möglich ins All zurückzuziehen und sich umzuschauen: und da ist er, unser Planet, die vorübergehende Wohnstätte, das Labyrinth des menschlichen Denkvermögens, inmitten der Welt der Tiere, wohlgemerkt, und der Natur, die an sich keine Grenzen beherbergt. Im Rahmen ungezählter Galaxien kann man die runde Erdkugel als ein kleines Kügelchen betrachten, auf dem allerdings alles, was wir von ihr wissen, sich abspielt und abspult. Zum Beispiel kann man wissen von der eigenen Beobachtung her, dass es im vorhandenen Raum eine exzellente Ausgleichung geben muss, damit all das, was wir erfahren können, stattfinden kann. Da noch keine glaubwürdige Begegnung mit außerirdischen Wesen stattgefunden hat, sind wir dafür geeignet, uns selbst zu ergründen. Es gibt ja Gerüchte aus allen Zeiten, dass das uns verfügbare Instrument des Bewusstseins zu gewünschter Erkenntnis eingesetzt werden kann. Und es gibt unüberwindbare Gesetzmäßigkeiten, die durch unsere Akzeptanz von ihnen außerordentlich hilfreich werden können. Deswegen kann man dem Licht in der Dunkelheit unbedingt vertrauen. Man muss nur lange genug hineinschauen (in die Dunkelheit).
Eudaimonisches Wohlbefinden beschreibt die Erfüllung eines wertebasierten und selbstentfaltenden Lebens, das auf persönlicher Entwicklung, Autonomie, Verbundenheit und dem Streben nach Exzellenz basiert, im Gegensatz zum hedonischen Wohlbefinden, das auf angenehmen Empfindungen beruht. Der Begriff stammt vom griechischen Philosophen Aristoteles und bedeutet, dass der eigene ‚gute Geist‘ (Daimon) gelebt wird, indem das eigene Potential ausgeschöpft und das Leben im Einklang mit den eigenen Werten geführt wird.
Gelobt sei die friedensnobelpreisausteilende Gesellschaft und Gemeinschaft, dass sie (wahrscheinlich) wegen eines Gerüchtes, (dass der Name der Preisträgerin bereits durchgesickert sein soll), (vermutlich) keinen Rückzieher mehr machen konnte(n), und daher die Ehre der Nobel Gesellschaft (verhältnismäßig) erhalten blieb, auch wenn aus Oslo Beunruhigung zu hören war über mögliche Folgen und Bestrafungen des großen Überdaddy’s wegen mangelndem Gehorsam. Ach, was muss das im WH für ein inneres Toben und Wüten sein mit gallopierenden Rachegelüsten, gut verpackt in einem erfrorenen Lächeln, wenn es mal (wieder) nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Das alles hatte insofern einen gute Wirkung auf meinen Samstag, da ich fälschlicherweise annahm, an diesem Punkt des Scriptes nicht enttäuscht werden zu können. Denn es hätte mir (unsinnigerweise) (fast) passieren können, obwohl ich keine Unterstützerin des ‚Hätten‘ bin. No more hätting please. Es wurde also in Oslo eine Frau ernannt, Frau Machado aus Venezuela, wir gratulieren! Ein gelungener Komödiantenstreich des Universums. Aus dem Schattenreich, wo die Maßstäbe hergestellt werden, kommt die Meldung des geöffneten Tores mit Blick auf die unbegrenzten Möglichkeiten.
Ich möchte gar nicht zu fürchten anfangen, zum Beispiel, wenn um 11 Uhr unserer Zeit der oder die Friedenspreisträger/in verkündet wird, dass es Donald Trump ist. Also d e r Trump, der aus dem Gazastreifen vor Kurzem noch eine milliardärsbesiedelte Riviera machen wollte, und nun zum Zeitvertreib Amerikaner:innen in den Straßen jagen und schlagen und fesseln lässt. Der will, dass sie sich die Köpfe einschlagen, damit er mühelos d i e vertreiben lassen kann, die ihm nicht in den Kram passen. Und Rache will er nehmen an denen, die es gewagt haben, nicht für ihn zu sein. Dann herrscht nur noch die Angst, und bereitwillig geißelt sich der von allen guten Geistern verlassene Follower, bis seine Substanz sich in das von ihm selbst nicht mehr Erkennbare aufgelöst hat, was wiederum die Frage aufwirft, ob der Mensch sich verpassen kann. Aber zurück zum Friedensnobelpreis, und dass ich die inneren Daumen halte, dass woanders, also im Nobel Königreich, die angemessenen Entscheidungen fallen, und dass der Maßstab erkennbar sein möge.
Während sich überall bedeutsame Frauen und Männer in den Beratungszentren der Welt treffen, um über die vielen sichtbaren Zeichen der menschlichen Entgleisung zu konferieren, neigt sich ein hochentwickelter Transhumanoid einem zitternden Ohr zu und flüstert mit warmer Herrscherstimme die Worte: ‚Peter, auch du wirst bald sterben‘. Peter will’s nicht glauben müssen, hat er doch höchstpersönlich die Entwicklung des Bots unterstützt. Und er, Peter, hat sich extra junges Blut in die Adern spritzen lassen, um fit und unsterblich genug zu sein, um die Weltherrschaft demnächst selbst zu erfahren. Alles, was nicht passt oder die falsche Hautfarbe hat, raus damit. Alles läuft schon auf Hochtouren und sah doch so gut aus. Doch es war halt nicht, was der Mensch unter ‚gut‘ versteht. Der Mensch im Griff seiner Enttäuschung über sich selbst. Das gehört wohl dazu zum Reifeprozess, dass man mal von sich enttäuscht ist und sich dann etwas aufmerksamer betrachtet. Wer man sein könnte und was man beitragen könnte. Und Peter, also Peter Thiel zum Beispiel, wird auf einmal belehrt von der Intelligenz, die er selbst geschaffen hat, dass er nur ein Sterbling ist, der sich zum Gott erheben wollte. Attention, traveller!
Es ist sicherlich angebracht, dass einem zuweilen die eigenen Meinungen oder Betrachtungen oder Beurteilungen freiwillig im Hals stecken bleiben. Was soll man auch sagen (zum Beispiel) über die raubtiererischen Auswüchse der Hamas-Mitglieder an jenem Tag einer weiteren lichtlosen Finsternis. Aber dann dieser Vernichtungswahn von der anderen Seite, das macht dann zusammen eine Hölle, deren Feuer alles verbrennt, was man sich unter ‚menschlich‘ vorstellen wollte. Und dann gehört man, ich meine ich, noch zu einem Volk, das sich diese Art der Hölle niemals mehr vorstellen konnte. Wir selbst sind ja noch Kinder und Enkelinnen der Mitspieler:innen, und nun sieht man das Ganze noch einmal, und ja, man macht sich Gedanken. Kann es sein, dass Menschen als Mörder und Vergewaltiger auf die Welt kommen, oder macht jede/r aus dem Paket einfach das, was ihm oder ihr möglich war. Und so gibt es diese Menschen, die Sokrates den Giftbecher reichen, weil er ihnen überlegen ist in einer Weise, die sie demütigt. Oder die, die kichern, wenn ein Blutüberströmter an ihnen vorbeigetrieben wird. Oder die, deren Blut keine andere Botschaft dem Weiblichen gegenüber kennt als die Dominanz darüber, was nur die Täter selbst auf „die niederste Stufe der Mystik‘ katapultiert, wie es der Dichter al-Halladsch nannte, als sie ihn wegen seiner Ansichten (am 26. März 922) halbtot schlugen und ihn auf einem Kreuz zur Schau stellten. Man kann auch nicht sagen: so sind die Menschen, denn sie sind ja gar nicht so, nicht nur. Nicht alle. Und manchmal fürchtet man, dass es sehr viele sind. Durch die jeweiligen Neigungen, die wir kultivieren, treffen wir Entscheidungen, die Folgen und Wirkung haben. Und einerseits kann einen das blanke Entsetzen ergreifen, und andrerseits kann man sich selbst um das Menschsein bemühen, das einem so vorschwebt. Denn, was ist das genau, und wie geht das: das Menschlichsein.