surfen

Ja, vielleicht (unbewusst) ausgelöst durch Stan Lee’s Tod (Schöpfer der Marvel Comics), (die ihm Gemäßen mögen seine Seele begleiten), hat sich bei mir auch ein Super Hero gemeldet. Man sieht, dass er noch Schwung und Absicht eines „Silver Surfer“ in sich trägt, auch die Sorge um den Zustand der Welt und der Menschen ist deutlich in seinen Zügen zu lesen, aber da ist auch noch etwas anderes. (?) Während der Silver Surfer, bei aller Verzweiflung, die ihn da oben im kalten All auf seinem Surfboard ergreifen konnte und zu gewaltigen Reden anregen, den zeitlosen Epen ebenbürtig, so verlor er doch nie das Vertrauen in die Möglichkeit der Weltrettung. Ein Job, für den er zweifellos geeignet war. Gut, da war Zen-La, sein Zuhause, wo er sein hautenges Kostüm mal ablegen und etwas Gesundes (vegan?) zu sich nehmen konnte, um in Form zu bleiben. Und da war auch Shalabal, die liebliche Verkörperung des Wartens auf den Weltenretter, der viel zu tun hatte – multitasking, sozusagen. Doch was hat der bildlich bei mir Erschienene zu tun? Er hat nicht einmal einen Namen. Er schaut und schaut, und was er sieht, das wissen wir nicht, nur, dass er kein Weltenretter ist, sondern ein Weltenschauer. Vielleicht weiß er auch, dass er keinen retten kann. Er betrachtet von oben im Bewusstsein einer Drohne, wie die Schulkinder durch geschriebene Botschaften klar machen, was sie alles retten wollen. Rettet das Wasser! Hier vor Ort gibt es schon mehr Hotels als Wohnhäuser, und hat man noch kein’s, baut man eins. Alle Menschen, die dort vorübergehend tagen und nächtigen, duschen ausgiebig. Der Besitzer möchte ihnen nicht sagen, dass sie Wasser sparen sollen, denn die Zimmer sind teuer geworden und Wasser für die Reisenden selbstverständlich. Deswegen wird Wasser gekauft. Wo und wie rettet man Wasser? Und wo und wie rettet man das weibliche Kind? Und das Leben? Wo und wie rettet man das Leben? Der Held, der sich da durch die Lüfte schwingt, fühlt eine Ohnmacht dem nicht mehr Fassbaren gegenüber. Wenn nichts mehr gerettet werden kann oder möchte, dann fallen da, wo die letzten Surfer noch ihre Ausbildung erhalten, eine Menge Jobs weg. Auch die Luft macht das Surfen  nicht mehr so angenehm. Es ist nicht schön zu sehen, wie die Menschheit sich allmählich vergiftet. Doch der Surfer surft unbeirrt weiter. Gut, er ist namenlos, aber gibt es Schöneres als surfen? Wenn man das lange genug und unermüdlich praktiziert hat und die Stunde erlebt, in der es fast wie von selbst geht, nur dass man wach sein muss und anwesend. Man legt dann das Board an die Seite und verlegt die Bewegung nach innen: die Freude, die Präzision, die Lebendigkeit! Er surft also weiter. Was soll er sonst tun?

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert