Man(n)

 


Ich hatte einige Artikel-Titel aus der Zeit zur Verfügung in Anbetracht dieses Bildes, viele hätten gepasst, so wie“Ist der Mann ein Opfer?“, oder „Was will er denn eigentlich?“, oder „Steckt dahinter ein Sinn?“, oder „Warum so gehemmt?“ und viele mehr. Seit der Krieg begonnen hat, ist ein großer Teil meiner Artikel- und Bildsammlungen in der Papiertonne gelandet, keine leichte oder leichtfertige Handlung, denn ich war selbst erstaunt, was mir so alles sammelwert erschien. Da waren viele Artikel über Oppenheimer und die Unfähigekeit, dem Bösen, hier verdinglicht durch die Atombombe „Little Boy“ in Oppenheimers Auto, also dem als Böses Erkannten nicht widerstehen zu können. Denn auch die Machtgier giert auf einen Orgasmus hin, bevor die Nachwellen und die Nebenwirkungen eintreten. Dann hatte ich Artikel über das Leben der Kleinwüchsigen und über einen Autisten-Poeten, der sehr schöne Zeilen verfasste. Dann war da sehr viel Verschiedenes über Künstliche Intelligenz, angefüllt mit vertrauter Anziehung an die Welten begabter Science Fiction Schreiber, gepaart mit einer neuerdings aktivierten Erkenntnis der sich aus dem Spielfeld schleichenden Menschlichkeit, die man einst als das zu Erringende des (menschlichen) Daseins betrachtete und weiterhin bemüht ist zu betrachten. Die Mappe über Frauen war auch da, also diese dunklen Kontinente, die maßgeblich an der Erhellung des Weltsystems beteiligt sind, wenn auch meistens ohne sichtbare Medaillen an der Uniform, und klar, da war auch einiges über Männer. Viele Bilder zeigten eine große Ansammlung von Menschen, die bei näherer Betrachtung alles Männer waren, bei politischen Versammlungen oder beim Bad der „Heiligen“ am Ganges, oder bei den grandiosen Waffenspektakeln, die in Ländern vorgeführt werden, damit man die phallische Macht des Thronbesetzers zu spüren bekommt.  So kann sich Putin sicherlich nicht vorstellen, wie seltsam uns so manches an seiner Mannheit vorkommt. Da ist immer noch Raum für Ohnmachtsanfälle,wo man eben etwas gar nicht mehr ausdrücken will und kann und auch keinen Versuch in diese Richtung unternehmen sollte. Denn wenn man zum Beispiel eine Minute konzentriert auf das Bild oben schaut, dann versteht man automatisch eine Menge, was sich vielleicht nicht sagen lässt, aber dennoch verstanden werden kann. In diesem Sinne verabschiede ich mich nun häufiger von dem, was mir einmal humorvoll oder bedeutsam schien. Denn an die meisten Dinge erinnert man sich nur, wenn sie vor der Nase auftauchen. Außerdem gibt es unendlichen Nachschub an Unbegreiflichem, und das gilt ins Oben genauso gut wie ins Unten. So kann man sich (u.a.) die Ebene der Berührungen frei halten, denn wenn es tatsächlich darum, also um die Berührungen und die Verbindungen geht, damit das Epos in seiner ganzen uns verfügbaren Reichweite erfasst werden kann, dann ergibt es sich, dass man sich mit großer Wahrscheinlichkeit der direkten Nähe des Erlebens widmet, um sich selbst darin weder zu vermeiden noch zu verpassen.

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