Ach ja, das war schon vor zwei Tagen, der Frauentag. Auch in Indien fand er seinen Anklang, Frauen durften frei mit dem Bus fahren, es gab Andrang und Gequetsche. Und ein Mann meinte ‚das wäre doch immerhin was‘. Man macht so seine und sie ihre Erfahrungen, zum Beispiel, dass für eine Frau jeden Tag Frauentag ist, beziehungsweise von dem Moment an, wo wir uns als Frauen, bzw. weiblich, definieren. Doch auch das muss nicht unbedingt sein, denn wir alle haben ja unterschiedlich viele Anteile von beiden Geschlechtern in unserem System, sodass das Maß in jeder Hinsicht von einem selbst bestimmt werden muss. Es geht ja hier auch um die Ungeheuerlichkeit eines sogenannten als ’normal‘ empfundenen Umgangs einer bestimmten Geschlechterart mit einer anderen. Diese Überdosis von maskuliner Überschätzung, die offensichtlich auch in manchen Frauen eher die simpelsten Seinsebenen zum Klingen brachte bzw. bringt. Doch warum sollten derart zahlreiche Frauen sich versammeln, um das verschobene Maß zu bezeugen, die eklatante Unverfrorenheit, sich selbst auf der Basis monadenhaft errungener Erkenntnis, also aus dem Schneckenhaus heraus, so selbstvergessen hervorragend zu erleben (wie viele Männer sich), sodass es einen Beobachter davon braucht, zum Beispiel die Frau. Natürlich ist es die Frau, die erkennen muss, ob sie tatsächlich diese Rolle weiterhin spielen möchte oder aber nicht. Nach wie vor kann man von den meisten Männern nicht erwarten, dass sie freiwillig ihren eh schon wackelnden Thron abgeben. Aber Frauen sind sichtbar und überall unterwegs. Keine Sorge. Das Spiel weiß, was auf dem Spiel steht.