Vergessen erzählen

Der gestrige Beitrag ist also auch unter dem heutigen Datum drin, das hat ja für niemanden wirklich eine Bedeutung, außer, dass ich mich interessanterweise schon beim Aufmachen des Computers daran erinnert habe, dass ich gestern nicht abgeschickt habe, dann habe ich erst gesehen, dass es stimmt. Ob jetzt die gespeicherte Erinnerung eher aus dem Körper oder dem Geist stammt, ist immer wieder eine spannende Frage, und ich würde sagen, hier kam sie eher aus dem Körper, denn die fehlende Handbewegung wurde erinnert. Man kann solche scheinbaren Erfahrungswinzlinge ja auf Weiteres übertragen im unermüdlichen Interesse an der inneren und äußeren Beschaffenheit des menschlichen Apparatus, in dem viele Wahrnehmungspotentiale gespeichert und auch eifrig benutzt werden. Wo das Angeschaute nicht reicht, kann man dazudichten oder weiterspinnen oder vor sich hingaukeln, denn der Wahrheitsgehalt in den Geschehnissen ist selbst bei höchster Bemühung relativ klein. Da mir gerade die amerikanische Politik als Lehrstuhl dient, finde ich es bemerkenswert, dass die plötzlich wie durch ein Wunder aufblühende Seite der Demokraten tatsächlich wie eine Truppe von LichtkämpferInnen wirkt, und ganz aktuell benutzt Biden diese Worte ‚Licht und Dunkel‘ genau s o, wie es in epischen Geschichten geschrieben steht. Die hellen (in Indien sind es die weiblichen) Kräfte werden auf den Plan gerufen, um die dämonische Herrschaft zu bekämpfen und natürlich zu besiegen, und lange geht der Kampf hin und her, denn auf beiden Seiten sind Kräfte, mit denen man rechnen muss. Und es gibt sie, die Zeiten, wo man sich glücklich schätzen kann, wenn Wut und Empörung geäußert werden können, ohne dass man gleich dafür sterben muss. Nun gibt es auch bei Wut und Empörung verschiedene Urgründe, aus denen sie kommen und das Handlungsfeld bestimmen, und wo ist es dunkel, und wo ist es ganz eindeutig lichter!? Daher die Sternstunden: da kann es funkeln am Nachthimmel, was das Zeug hält, aber das ist noch keine Garantie, wieviele Wolkengebilde das Gefunkel verschleiern oder gar gänzlich verdecken können. Deswegen freut man sich, wenn etwas so empörungswürdig wird, dass sich immer mehr Kräfte einschalten, um wenigstens das Schlimmste zu verhindern, was im Dritten Reich ganz offensichtlich nicht gelungen ist. Die intelligenten Mitspieler wollen oft ihre eigenen Karrieren nicht aufs Spiel setzen und vor allem nicht die Karrieren der Kinder und Kindeskinder, da lügt man sich doch gerne hier und da mal was vor und macht auf der Skala was Kleines draus. Bis jemand den Mut hat zu sagen: das ist gar nichts Kleines, das ist riesig, dann sehen Andere auch, dass es eigentlich nie klein war, sondern immer schon riesig. Es kommt auf die Schulung meiner Augen an und ob sie bereit sind zu sehen, was d a ist. Angst, zum Beispiel, vor den Handlungen der Rachesüchtigen auf dem Marktplatz schwer zu besiegender Eitelkeiten. Und sicher möchte Trump auch so ein knallharter Kerl wie Putin sein, der Widersacher einfach vergiften lässt, und er, Trump, so ein finsteres Weich-Ei, schon als Kind, wie die Nichte berichtet, unerträglich und bar jedes Mitgefühls. Oder gibt es schon vor Erscheinen aus dem Mutterleib das Blut, dessen geheimnisvolle Zusammensetzung bereits angelegt ist und mit dem man hantieren muss so gut man eben kann. Trump, sagte die Nichte, ist immer noch der kleine, gemeine Nichtsnutz von früher, nur, dass er jetzt Präsident ist und von den Zuvielen bejubelt wird, die sich so fühlen wie er. Und obwohl die Frage der Gerechtigkeitsschalen schon längst entschieden ist, hat man berechtigte Angst vor dem verwundeten Tier. Denn wenn keine der Tricks mehr helfen und die Reality Show absackt ins vollständig Durchschaubare, dann weiß man, dass der Kampf nicht leicht sein wird. Und auch das war schon immer so, kein Zweifel, und vielleicht scheint es nur so viel geballter und dichter, weil wir selbst (noch) über die Erde gehen.

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