Jean Genet

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Jeder hat vielleicht einmal diesen Kummer, wenn nicht sogar Schrecken verspürt, die Welt und ihre Geschichte in einer unausweichlichen Bewegung  befangen zu sehen, die immer weitere Kreise zieht und nur die sichtbaren Erscheinungen der Welt zu immer gröberen Zwecken zu verändern scheint. Diese sichtbare Welt ist, wie sie ist, und unsere Einwirkung kann keine andere aus ihr machen. Man denkt deshalb mit Sehnsucht an ein Universum, in dem der Mensch, anstatt so verbissen auf die sichtbare Erscheinung einzuwirken, bemüht wäre, sich davon zu befreien, nicht nur jeder Einwirkung auf sie zu entsagen, sondern sich genügend zu entblößen, um den geheimnisvollen Ort in sich selbst zu entdecken, von dem aus ein ganz anderes menschliches Abenteuer möglich wäre. Aber vielleicht haben wir gerade dieser unmenschlichen Bedingung, dieser unvermeidlichen Einrichtung die Sehnsucht nach einer Zivilisation zu verdanken, die sich anderswohin als ins Messbare vorwagte.

Aus: Jean Genet: Alberto Giacometti


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