reisen

Einige Einheimische haben uns den Hinweis gegeben, auf keinen Fall im Sommer nach Apulien zu kommen, wenn alles, was jetzt so leicht verschlafen erscheint, zu voller Touristenbedienung hochgetrieben wird für die paar Monate, die versichern, dass man den Winter über alles hat, was man sich angewöhnt hat zu brauchen. Auch das hat mich an Indien erinnert, als sich über die Jahre hinweg auf einmal alle viel leisten konnten und bauten, wie es Menschen gerne tun, sich Häuser, die dann viel Wartung in Anspruch nehmen. Oft wird im Aufbau des Materiellen  vergessen, dass dann, wenn alles Erwünschte sich manifestiert hat, andere Fragen auftauchen. Jetzt ist die Form da, nur welche Substanz beinhaltet sie? Asiatische Weisheitslehrer sprechen ja gern von dem Inhalt als Leere als (z.B.). des Kruges wahre Substanz. Aber diese Leere, oder man könnte sie auch den geistigen Freiraum nennen, ist aber das Arbeitsfeld eines ganzen Lebens, das sich prioritätsmäßig auf diese Möglichkeit ausgerichtet hat, einmal MeisterIn des eigenen Feldes zu sein und der eigenen Samenbank. So ist es auch immer förderlich, sich aufzumachen und aus dem gebauten Rahmen zu treten, wo trotz aller potentiellen Dynamik und Kreativität immer auch die Bequemlichkeiten ihre Wege finden, einen zu hindern an der Abenteuerlust. Es zwingt einen auch keiner, durfte ich feststellen als Antivakanzianerin, sich als Tourist zu benehmen, denn überall, denke ich, wird einigermaßen authentisches Verhalten auch wertgeschätzt. Wenn man nicht zwanghaft nach netten Verbindungen mit Fremden sucht, kann es so ziemlich überall zu überraschenden Begegnungen kommen. Auch gibt es ja nicht wirklich ein Land, in das man einfach hineinfahren oder durchwandern kann, als wäre alles nur für den eigenen Bedarf hergerichtet, auch wenn viele das so sehen, weil man sich ja gegenseitig bedient. Das ist Tourismus, den ich auch in Indien als eine Art tödlicher Bewegung wahrgenommen habe, eine Krankheit, die man allen Menschen gönnt, weil nicht alle, aber doch sehr viele, sich alles leisten und auch überall hinschauen können. Da passiert dann was in der Gesellschaft. Es kann auch gesund sein, die Wurzel einfach links liegen zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen, aber zu welchen? Nicht jede Zeit bringt einen Leonardo da Vinci hervor, auch nicht unbedingt einen Fellini oder einen Visconti. Doch wer weiß, was gerade alles kreativ hervorgebracht wird und wer es versteht, die Zeit mit einer guten Lupe zu betrachten, damit uns selbst klar wird, in was w i r uns bewegen, und was für uns noch möglich ist, auch wenn es einen minimalen Aufwand an Blindheit erfordert, und was ganz einfach n i c h t mehr geht, weil es mit dem eigenen Wesen nicht mehr kompatibel ist,

 


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