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Wie alle Feiertage, so auch dieser ein guter Grund (und Boden) für Streitgespräche. Die Fakten irritieren. Wer hat noch Zeit, den Mauerfall und seine Folgeerscheinungen ernsthaft zu kontemplieren, wenn das adäquate Augenmaß für die souveräne Gegenüberstellung noch gar nicht geleistet wurde, oder auch vielleicht so viel Ungeahntes geleistet wurde, was nicht wirklich das nun verbundene Volk interessiert, jetzt, wo alles so unübersichtlich geworden ist, dass in diese gewaltige psychische Lückenformation alles hineingezaubert werden kann, nicht wie in Harry Potter, sondern mit trickreichen Zaubergriffen, für die man sich selbst verantwortlich zeigen muss, und spätestens, wenn die Stunde kommt zum Nachdenken. Oft erhält ja auch das Gelungene weniger Aufmerksamkeit all das Nicht-Gelungene. In meiner persönlichen Erfahrung und Beobachtung kommt es u.a. daher, dass das als“gelungen“ Empfundene naturgemäß eine natürliche Ausstrahlung hat, sodass man dabei oft gar nicht merkt, wie natürlich man selbst sich in solch einer Atmosphäre bewegt, ein erfrischendes Maß an Sichselbstsein also. Obwohl ich mich an Gesellschaftsdebatten so rar wie möglich beteilige, können einen doch im Inneren dieselben Fragen bewegen. Manche sitzen in ihrer Monade (seelische Einheit nach Leibniz), wozu dann eines Tages Graf Kayserling über die Deutschen sagte, sie seien eine Monade ohne Fenster. Eine innere Einheit ohne Fenster und Türen und Tore kann man auch gleich ein Rattenrad nennen, denn in der Begrenzung des Ich-Seins fängt etwas an zu kreisen, worin man leicht den Blick verliert über die Realität der Zusammenhänge, die in sich selbst eine Einheit ist, so, wie auch die Alleinheit keine Allein-heit ist, sondern eine All-Einheit, ein schönes Beispiel für die Kunst erfassbarer Möglichkeiten. Die Dinge zu sehen und zu einem gewissen Maße zu verstehen sich zu bemühen, ohne sich z.B. suchtmäßig von den fixierten Resultaten des Netzes bestimmen zu lassen. Um zu wissen, wer mich bestimmt, muss ich bei mir sein, mir selbst ein Gegenüber. Wird mir dieser spannende Dialog zur erfreulichen Gewohnheit, verliert sich langsam aber sicher die unzeitgemäße Zurückhaltung anderen Menschen und Völkern gegenüber, weil die Freiheit meiner Entscheidungen von mir selbst gesteuert werden kann. Da ich mich von einem Anfang an, der kaum erfassbar ist, in einer kosmischen Einheit bewegt habe, ganz simpel meine ich das, eben in stetigem Flug und steter Bewegung auf dem Planeten, kann ich da nie herausfallen, egal, was ich mache. Das Datennetz, mit dem wir nun zu tun haben, ist nur ein Gegenspieler dieser fürsorglichen Kraft, ein Vorgaukler der Außeneinheit, die doch immer nur und weiterhin von innen bestimmt wird. Wird es nun in den Außenbereichen immer voller und innen immer gehaltloser…ja, was dann?….dann muss man weiter schauen, was zu tun ist, und welchem Gewicht ich in den ausgleichenden Kräften innerlich zuspielen möchte und kann.

Das Bild zeigt eine Figur aus dem Schlosspark in Nymphenburg. Keinerlei Bezeichnung war angegeben, keine Schrift, gar nichts. Heute steht sie jedenfalls da in meinem Blog als das, was sie als mein Photo  von ihr ist.


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