widersprüchlich

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Dunkel war’s, der Mond schien helle, schneebedeckt die grüne Flur, als ein Auto blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr. Drinnen saßen  stehend Menschen, schweigend ins Gespräch vertieft, als ein ausgestopfter Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Erstaunlich, an was man sich so alles aus der Kindheit erinnert, wo es offensichtlich einen Eindruck hinterlassen hat, da es sonst in den Gehirn-Arealen nicht gespeichert wäre, um eines schönen Morgens wie heute unversehens zum Vorschein zu kommen. Es ist vermutlich die Strahlkraft des Widerspruchs, der hier unbehelligt seinen Lauf nimmt und überall in der Welt seine Daseinsberechtigung hat. Wo die Schönheit des Widerspruchs und seine Absurdität sich berühren bzw. aufeinander prallen, ist schwer zu sagen, vor allem, seit es Donald Trump gibt, das neue politische Unterhaltungsprogramm. Als ich mir neulich dann doch auf Anregung aus dem Freundeskreis hin die Podiumsdiskussion der W20 Frauen angeschaut habe, wo auch die Tochter des neuen Großgauklers saß, fühlte ich einen redlichen Sinn für Gerechtigkeit in mir aufsteigen, als ich sah, wie sie sich zwar puppenhaft korrekt, aber doch auch tochterhaft bescheiden und gut ausgebildet gab. Alle waren irgendwie spürbar froh, dass anscheinend doch ein Zugang zu noch verständlich Menschlichem im Clan der Tochter vorhanden ist, was das Nebelhafte an dem ganzen Set-up nur noch vertieft. Wenn man sich zum Nutzen eigener Imaginationserweiterung einen Mittagstisch bei den Trumps vorstellt zB mit dem unheimlichen Javed Kushner, der kein direkter Sohn ist, sondern Berater des undurchschaubaren Sugar Daddy’s, der wiederum schon immer alle Mitglieder der Family mit allem, was sie sich wünschten, bezaubern konnte, solange sie nicht in offenem Widerspruch zu dem Don stehen. Denn der pustet gerne weg, was nicht zulächelt. Wie in der Reality Show damals, als noch keiner ahnte, dass der beliebte Satz „you are fired“, sich mal im nackten Leben fortsetzen würde. Nun  ist ja durch die verwitterte Düsternis geheimer Kanäle durchgesickert, dass Barron, der jüngste Sohn von Trump, zum neuen FBI-Chief ernannt werden soll, oder bin ich hier schon in den zwitschernden Sumpf der Fake News geraten. Nun ja, manchmal fließt ein Morgen mühelos dahin, manchmal fordert er einen heraus. Gegrüßt sei der ewige Widerspruch, der lebendige Widerspruch. Gegrüßt sei das unsterbliche Ja, denn es trägt in sich das befreiende Nein. Wir wohnen im Zwiespalt, in scheinbar unversöhnlichen Kluften und kennen das Nichtverträgliche ungenügender Liebe noch nicht, noch nicht genug. Wir leben in der Wechselhaftigkeit von Ja und Nein und haben nichts als diesen gemeinsamen Ort des Geschehens, in dem wir uns begegnen, dahinfließend im Widerspruch zeitloser Zeit.

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