Kamala Harris

 

US-Wahlkampf: Kamala Harris soll Bidens Vize werden - Politik - SZ.de     Bidens Wahl ist eine politische Richtungsentscheidung - Politik ...  

Das erste Bild gilt der, und wahrlich kann man hier zur Abwechslung mal „Heldin“ sagen, der Heldin also einer politischen Sternstunde. Das zweite Bild wollte ich hier erscheinen lassen, weil es gerade eine Erdstunde alt ist, und schon färbt die kluge männliche Entscheidung eines schwer zu ortenden Joe Biden auch seine Figur mit Sternenstaub. Gerade, als wir uns von einer großartigen Führungskraft in Angela Merkel verabschieden, taucht nun eine andere Frau auf, die geeignet ist, Geschichte lebendig zu machen. Ich höre, dass sie in Deutschland noch fast keiner kennt und bin froh, dass ich mich in den letzten Coronawochen mehr in amerikanischen Sendern bewegt habe. Es gab für mich verschiedene Gründe. Ich war zuerst mit 16 Jahren in Amerika, und genau wie in meiner indischen Erfahrung hatte ich (m.E.) das Glück, noch einen vielleicht vorletzten Hauch  vom Geist einer vergangenen Zeit mitzubekommen, die nicht (nur) belastet war von Gräueltaten wie hier in Deutschland, sondern viele Anregungen zu bieten hatte für empfangsbereite Gehirne. Amerika schien tatsächlich noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Interessant, dass Inder das auch von ihrem Land sagen, mal kopfschüttelnd, mal begeistert, eben dass in Indien alles möglich ist, auch das offensichtlich Unmögliche. Heute früh habe ich mich daran erinnert, dass irgendwann in einem Früher Donald Trump  eines seiner wenigen Lobesworte für Frauen an Kamala Harris gerichtet hat, während ihm heute morgen nach ihrer Nominierung zur Vizepräsidentin von Joe Biden nichts Besseres einfiel, als sie auf die dümmste Weise mit dürftigstem Wortschatz zu belagern, und es war so jämmerlich durchschaubar, dass man es nur als eine aufsteigende, wenn auch noch unbewusste, Panik seines eigenen herannahenden Verlustes sehen konnte. Nicht, dass da noch viel zu verlieren war, was jetzt die viel analysierte Persönlichkeitsstruktur von Donald Trump betrifft. Und immer noch muss man alles Mögliche fürchten, was der Mann tut, wenn auch ihm das Unausweichliche klar wird oder werden muss. Nun taucht also diese kluge und charismatische Frau auf die, wenn ihr weiterhin vieles so gut gelingt wie bisher, mehr tun kann, um dem auf verblüffende Weise ins Dunkel gefallenen Land wieder ein Gesicht und womöglich auch eine neue Struktur zu geben. So ein exzellenter Schachzug  von Biden, der sich offensichtlich gut beraten lässt. Die Beiden haben mal politisch gestritten, aber schätzen einander. Außerdem war eine der Sorgen von Bidens WählerInnen, dass er zu alt sei für die anstehenden Herausforderungen. Und gerade deshalb musste er jemanden wählen, der ihm nachfolgen kann und geeignet ist für den Job des Präsidenten. Sie ist geeignet und es wird  eine Menge Frauen geben auf dieser Erde, die sich darüber freuen können. Kamala Harris’s Mutter kommt aus Indien, der Vater aus Jamaika, da muss ich doch selber laut lachen hier an meinem Schreibtisch, wie erfrischend mir das vorkommt als Zeugungskombination. Ein bisschen wie die Hochzeit zwischen Geist und Körper, da schwingt als Nebenwirkung zumindest das Potential von liebevollem Umgang mit, auch wenn nicht jedem und nicht jeder das Durchhaltevermögen mitgegeben wird. Es sieht wirklich gut aus an einer Frau, wenn sie diesen leidenschaftlichen Fleiß hat, diese Konzentration auf das Wesentliche, was das öffentliche Leben betrifft. Jemand die weiß, was Rassismus ist und Ablehnung und Verleumdung, und sehr schöne Begegnungen muss sie auch gewohnt sein, denn die, die sie kannten und kennen, reden so herzlich und gut von ihr, das ist schon mal einen Moment der eigenen, persönlichen Freude wert. Seit Monaten habe ich immer mal wieder gehofft, dass sie wieder auftaucht auf der großen Polit-Bühne, denn sie verschwand mal nach irgendwelchen Geschichten, an die ich mich nicht mehr erinnere. Da wir immer mehr von ihr hören werden, lasse ich es bei dieser persönlichen Freude beruhen. Immerhin entfuhr mir ein Jauchzer und ein ‚Yeah!“ Und sie ist es, die den schlummernden Wahlkampf mit ‚Shakti‘ (Hindi: weibliche Kraft) beleben wird. Und ich als Zeugin des historischen Vorgangs fühle mich ebenso angeregt durch diese Wirkung, denn sie passt vorzüglich in meine Gedankenbahnen.

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