durchweg

Es ist schon bemerkenswert, dass es durchweg auf allen vefügbaren äußeren und inneren Kanälen  e i n  vorherrschendes Thema gibt, mit dem sich unsere Geister jeweils auf verschiedene Art und Weise auseinandersetzen können oder wollen oder müssen. Ein befreundeter Arzt, der bei uns zu Besuch war, empfand das ganze Geschehen nicht nur als einen Hype, sondern als unlauteres Hervorkitzeln von Paranoia. Auch wir wissen inzwischen, dass das oder der Virus schon lange unter uns weilt  und ja, die erschreckende Zahl von jährlich 20 000 Grippetoten ist genauso wenig fassbar wie so vieles andere. Auch soziale Distanz kann durchaus eine gewisse Nähe erzeugen, es kommt ja auf gewisse Komponenten an, und auf das Zusammenspiel. Ich höre, dass wir Frühlingsanfang haben, die entstandene Stille findet hier einen Ausgleich. Oder findet auf dunklen Kanälen schon der Aufruhr statt und die Gegenwehr? Wir wissen es nicht, auch das kann man genießen. Wer wohnhaft sein kann in der Stille, wird höchst wahrscheinlich weder von den Gerüchten noch durch die vorgegebenen Schritte Schaden erleiden. Dann habe ich noch über eine WhatsApp Nachricht erfahren, dass in meinem indischen Dorf zwei der ältesten Tempel geschlossen wurden (wegen der Krise). Einer davon ist der Brahma Tempel, also das Zuhause des Schöpfergottes. Leider könnte ich darüber mit den wenigsten Einheimischen herzlich lachen wegen der ‚ko(s)mischen‘ Tiefe, denn entweder Zeichen s i n d  Zeichen, oder sind eben keine. Ich mag ja die Idee des Großen Spiels, das sich (als sich selbst) enthüllt, aber Spielverderberin muss nicht sein, wenn es vermieden werden kann. Es geht ja letztendlich auch um intelligente Taktiken, die vor allem nicht auf Profit ausgerichtet sind, sondern auf (u.a.) spielerische Beweglichkeit, vor allem im Umgang mit fixierten Meinungskonstrukten.
Heute früh wurden die vier Täter des sogenannten ‚Nirbhaya‘- Verbrechens um 5 Uhr 30 im Tihari Gefängnis in Delhi gleichzeitig gehängt. Man hatte extra ein Gerüst anfertigen lassen, damit alle vier wirklich gleichzeitig hängen können, ihre Lebensmöglichkeiten waren rechtlich ausgeschöpft. Niemand konnte mehr zurück, sonst wäre das Justizsystem noch unglaubwürdiger geworden. Der Henker musste erneut anreisen, denn es war den Männern gelungen, ihren Tod ein paar Mal hinauszuzögern. Der Schlimmste unter ihnen war auch der Jüngste zur Zeit der Tat, er war siebzehn und hat der jungen Frau ein Rohr in die Vagina gestoßen und tief in ihre Eingeweide, sie ist dann kurz danach gestorben. Er kam drei Jahre in eine Jugendeinrichtung und ist jetzt wieder frei. Hinrichten ist kein Weg, der offen sein sollte. Ich war auch wach um 1 Uhr nachts, als es dort 5 Uhr 30 war, als sie gehängt wurden. Vor dem Gefängnis hatten sich einige hundert Frauen und Männer versammelt ‚to celebrate the hanging‘. Ein Kalender kann einem sagen, dass der Frühling beginnt, auch wenn eisige Winde wehen.

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