froh

Es regnet sehr viel, aber das gibt auch Raum, um das Indien, mein Indien, in den Hintergrund treten zu lassen. Kann es denn wirklich ein Hintergrund sein, eine Lehr-Sphäre, die der oder die ganz und gar von ihr Betroffene irgendwann dann doch verlassen muss,  einfach auch deswegen, weil man das, was man da rundherum ist und sein kann, nicht überall sein kann. Diese anarchische Freiheit inmitten von sehr hohen Ordnungen. Und ob das, was wir Indien geben konnten, und was es uns gegeben hat, zu den Geschichten gehört, die mit „Es war einmal….“ beginnen, das wissen wir nicht. Dass die Geistigkeit Indiens die Richtung gewechselt hat, mag wie ein gigantischer Verlust erscheinen, aber es geht wohl jetzt um ganz andere, dringlichere Dinge. Die Tragweite weiblicher Schicksale, die Möglichkeit des erwachenden Bewusstseins, und ja, why not, wer bin ich (und wenn ja, wie viele)? Nun bin ich ja hier im Westen und habe Deutschland in der letzten Zeit in Indien u.a. als eine Kultur der Freundschaft deklariert. Wir sind ja auch verhältnismäßig frei in der Wahl unserer Freundschaften und Beziehungen, was die Bedingungen nicht einfacher macht. Aber ja, ich schätze sehr das freie Feld, das ich hier vorfinde. Wir können gestalten und haben eigene Zimmer, die unserer Existenz Ausdruck verleihen. Unser Innen ist tief und nicht so leicht zugänglich. Wir strecken unsere Fühler aus nach Wärme und Licht. In Indien sitzt man dann gern mal im Schatten und überlässt sich der Kontemplation. So ist das, wenn man sehr viel Liebe für etwas empfindet, und kann es dann sein lassen, wo es ist in einem, denn es verschwindet nicht, Und dann ist auch hier die Liebe ganz wach, das beruhigt doch zutiefst den unruhigen Geist, der dann still wird und lächelnd, und froh ist.

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