Welten

Es ist ja kein Geheimnis, dass es unzählige Welten gibt, nicht nur sind sie schon alle da, aber es kommen nulich unzählige dazu, und selbst die Welt, die wir meist als die Eine bezeichnen, ist umringt von einem Maß an Welten, die nicht mehr wirklich zu benennen sind, mag man auch noch so viel Forschung betreiben. Man kann das auch nicht mehr wirklich „Welten“ nennen, und muss früher oder später geistig zurück zur eigenen, einzige Quelle möglichen Verstehens und seiner Grenzen. In dem maßlosen Gewebe braucht es Richtlinien und Ordnungen, durch die man im Navigieren dieses Ozeans geschult und geschleust wird. Das, was persönliche Entscheidungen in der Handhabung des Schicksals betrifft, kann man nur mühsam enträtseln, wenn man dem Mysterium des eigenen Daseins auf der Spur ist. Ich bin auch erstaunt, wenn ich bedenke, dass ich öfters auf einem meiner gewählten Weltenschiffe sicher war, mit der ewigen Crew zusammen zu sein und dem Masten, der das Segel hält. Das wahrlich Ungeheuerliche geschieht doch vor allem auf diesen Wegen, auf denen ganz bestimmte Erschütterungen ausgelotet werden müssen, die zum Beispiel mit Einsichten zu tun haben, die sich als nicht mehr zeitgemäß erweisen oder erstarrt sind oder noch gar nicht aufgetaucht, oder überhaupt: was ist das Aufgetauchte, und in welchem Verhältnis steht es zum Nichtaufgetauchten. Die Sechziger Jahre z.B., so durchbruchsfähig und  die damalige Welt durchrüttelnd sie auch waren, sind zu einem Mythos erstarrt. Gab es eine durchdringende Wirkung?, und wo kann man sie erleben. Auf jeden Fall ist das, was an Essenz verblieb von dem großen Aufschrei nach Freiheit, in die demokratischen Systeme eingeflossen und hat dort seine Spuren hinterlassen. Da ging es auch viel um Tote und Überlebende, der  freie Wille produzierte seine Preisliste. War die Welt schon reif genug für die vielen Vorschläge, die aus dem Potential menschlicher Anlagen als Worte hervorströmten und dort auch blieben. Aus dieser Zeit sehe ich noch manchmal die Kinder der Überlebenden, von denen einige sich dermaßen zutätowieren, dass man ihnen zutraut, das Ende eines gewissen Menschseins darzustellen, an das man gewöhnt war. Man wird wieder mit sich selbst in Dialog gehen müssen und die neuen Fragen stellen. Diese Gewohnheit etwa, das Menschsein als eine erkennbare Gegebenheit zu betrachten, die durch die Wiederholung bestimmter Taten und Gedanken erkennbar ist. Wenn die Begrenzungen nicht wirklich auferlegt sind. Und war das nicht das gefährliche Denken, das man gehütet hat, wenn das sogenannte Wissen in Gefahr war, missbraucht zu werden, so, als wüsste nicht jede/r, dass es vom Spiel her erwünscht ist, dass jeder sich in der Matrix so gut auskenne, wie es jeweils möglich ist im individuellen und im kosmischen Raum. Wer will letztendlich wen erkennen als tot oder lebendig. Oder auf dem Weg zum Lebendigen, oder auf dem Weg zur Verbrennungsstätte. Oder zum Hades hin, oder vom Hades her. Gestern hatte ich ein Gespräch mit einem mitteljungen Mann in Boston, den ich einmal in einer früheren Szene meines Lebens nicht in der Lage war, als meinen Sohn annehmen zu können. Seine Mutter wollte ihn nicht mehr nach der Geburt, und ich reiste mit seinem Vater hinaus in unsere Welt und wir kehrten erst Jahre später zurück. In der Zwischenzeit hatte ihn seine Babysitterfrau adoptiert. „I am an adopted son“, sagte er, dass er aber stolz sei auf seine Biographie. Es gibt so Momente, da halte ich eine demutsbereite Geste ins Nichts hinein durchaus für angebracht, denn es zeigt sich, dass auch die wunderbaren Epen sich immer neu gestalten und Raum lassen für das Ungeahnte. Auch wenn nichts mehr fehlt, und das letzte Puzzlepiece in seinen Platz gerückt ist, geht es weiter in unermüdlichem Weben. Ratsam ist auf jeden Fall, sich für die gute Qualität der Fäden zu entscheiden, solange man noch am Weben beteiligt ist. Vielleicht erwartet uns ja auch noch eine web-lose Zeit, in der Weiteres angesagt ist. Das keinen Schaden anrichtende Menschsein zum Beispiel, als eine Blüte geistiger Hochkultur. Das Einfache.

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