Der Mensch kann so sein, wie er aussieht, aber er braucht es nicht, er kann sich durch das Wort entscheiden, ob er sich über das Bild seines Gesichtes erheben will. „Als Zopyrus, der sich damit brüstete, den Charakter eines jeden Menschen aus dessem Äußerem erkennen zu können, dem Sokrates begegnete und viele Laster aus ihm herauslas, wurde er von allen ausgelacht – denn keiner hatte noch irgendeines jener Laster bei Sokrates bemerken können – nur nicht von Sokrates selbst. Sokrates gab dem Zopyrus recht: er, Sokrates, sei allerdings mit jenen Lastern auf die Welt gekommen, aber mit Hife der Vernunft habe er sich ihrer entledigt.“ (Cicero). Das macht die Würde des Menschengesichtes aus, dass der Mensch an ihm sich entscheidet, ob er das annimmt, was das Bild des Gesichtes schweigend ausdrückt. Durch diese Entscheidung wird der Mensch herausgehoben aus dem bloßen naturhaften Ablauf, er schafft sich durch den Geist neu. Vom Äußeren, der Gestalt, braucht also der Menshc nicht abhängig sein.