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Da ziemlich spät am gestrigen Abend,der digitale Saft, der technische Odem also, wieder zurückfloss in die dafür geeigneten Geistesvenen, da waren wir alle natürlich sehr froh. Vier ganze Tage kein Zugang zu diesem und jenem, natürlich die eigene Arbeit, dann auch die Möglichkeit, kurz reinzuschauen, wie wahrscheinlich es langsam wird, dass Trump tatsächlich von seinem Goldstuhl abgeseilt werden muss, und dann  WhatsApp und die Notwendigkeit und Kunst kurzer Botschaften, die einem ermöglichen, im Angesicht einer Störung das Angemessene und Mögliche in die Wege zu leiten. Also es, das technische ES /Erweitertes Spiel), hat gefehlt. Das Netz ist ja auch ein grandioses Konstrukt, vor allem d a, wo es nicht zur  ‚Tyrannei der Möglichkeiten‘ führt, ein weiterer Präzisionssatz von Hannah Arendt. Aber es ist eine gute, persönliche, weitere Erfahrung mit ausfallenden Stromnetzen, dass es verhältnismäßig schnell gelingt, umzuschalten. So habe ich mal wieder länger mit der Hand in mein Notizbuch geschrieben, und ich betrauere das Versiegen der Handschriften, aber noch ist ja alles da, der Himmel, die Rose, der Stift. Und als sie nun mehr oder minder erfolgreich bewältigt war, nämlich das, was man jetzt umpolen kann in eine Kleinraumstörung (klar, ein paar tausend Menschen waren betroffen, aber was ist das schon, wenn man an die vielen Süchtigen denkt), da habe ich bedauert, dass ich das Wort ‚Großraumstörung‘ so mühelos verplempert habe für einen Informationstitel, denn ja, das Wort passt so trefflich zum Weltzustand: eine Großraumstörung, durch die ein unsichtbarer Geist wandert und vor sich hin polarisiert ohne nachvollziehbares Bewusstsein, und man ahnt auf einer gewissen Tiefe, dass es immer mehr angebracht sein wird, die Worte dort zu hüten und zu bergen, denn das entgrenzte Unverständnis aller hat ja auch eine Wirkung, vermutlich auf der selben Ebene wie die Verschwörungstheorien. Man kann die architektonischen Denkkonstrukte der Anderen ja wahrnehmen, soweit sie es erlauben, aber man muss sich nicht gefahrlos und ahnungslos in illusionäre Bauten hineinbegeben, bis man nicht mehr zugeben darf, dass es gar kein friedlicher Tempel ist, sondern zum Beispiel, eine Spielhölle für jugendliche Nerds. Wie dem auch sei, wir haben ein bisschen gefeiert, dass uns Menschen wieder vom Außen erreichen können, denn wir haben auch ständig Funklöcher hier, und haben uns gefreut, dass wir wieder zu Eigenprogrammen und Interessen zurückkehren können. Es hat ja auch was sehr Schönes und Kreatives, dass Gartenpracht und Smartphoneinhalte durchaus in Einklang zu bringen sind, wozu man sicherlich ein gutes Gehör benötigt und eine Bereitschaft für neue Klänge und Klangfarben und Klangschattierungen und Lichteinfälle. Und auch bei den ozeanischen Fahrten stößt man zum Glück nicht täglich auf die Spitze eines Eisbergs.

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