vorwärts

Ja, so muss man es dann wohl sehen, nämlich, dass (zumindest) sein Tod nicht umsonst war. ‚Nicht umsonst‘ hat hier den Klang von etwas, dessen Preis sehr hoch war, aber etwas daran hat sich wenigstens gelohnt, ist wohl gemeint, beziehungsweise wären ohne seinen Tod nicht so viele Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen gekommen und haben akzeptierten Maßnahmenbruch begangen, weil zB. anstatt der erlaubten 500 DemonstrantInnen dann 1.500 kamen, und d a s in vielen Ländern, das ist schon bemerkenswert. Ich denke, dass Greta Thunberg die einleitende Melodie zu dieser Bewegung war, denn ihre emotionslose Brillianz hatte eine kühlende Wirkung auf den Inhalt der hitzigen Meinungen. Dennoch ebbte der Auftrieb ab, denn zu wenige haben dieses Vertrauen in d i e Gruppe, die wir alle „die Menschen“ nennen, von denen wir gerne mehr erwarten, als das, was wir offensichtlich gemeinsam zu leisten imstande sind. Die Leute also, zu denen wir alle gehören, die ihre Leben in den jeweiligen Blasen koordinieren, und diese Sphäre meist für das Ganze halten. Und sicherlich stimmt auch in seinem eigenen Maß das physikalische Gesetz, dass da, wo ein Körper ist, kein zweiter sein kann. Und es könnte ja sein, dass zu dem Ausmaß, zu dem dieser Körper durch sich selbst belebt wird, auch der Schritt aus der sicheren Blase heraus ermöglicht wird. Und ja, die Frage bleibt, ob man tatsächlich einen Menschen, der bei sich ist (was immer das heißen mag), nicht mehr fürchten muss. Die Logik wäre, dass ein Mensch, der eine gute Beziehung zu sich selbst erschafft, auch gerne Zeit und Muße mit sich selbst verbringt, auch Arbeit natürlich, wenn sie dem eigenen System entspricht, auch wenn das ‚System‘ nur noch den Rahmen bildet, in dem man sich vorwärts  bewegt, der eigene Rahmen also, oder der eigene Garten, oder die eigene Welt. Nahezu unmerklich also ist die Welt einen kurzen Moment durch diese auferlegte, massive Virus-Blockade auf sich selbst zurückgeworfen worden, jede/r auf das, was er oder sie gerade ist. Das scheint sich nun, vielleicht wegen der freigewordenen Energie durch die verlassenen Orte der Gewohnheit, an die Oberfläche  zu bewegen, und dort wird es auf einmal sichtbar, ob man nun will oder nicht. Selbst an dem Na(r)(r)zissmus, der jetzt politisch öfters mal Thema ist und jeden verstehen lässt, dass der überlegene und wertgeschätzte Führungsstil von Angela Merkel in Donald Trump Abscheu erregt. Die notwendigen Mittel für dieses Augenmaß kennt er nicht. Und ich sage es gerne noch einmal, dass die ziemlich uneitle und kluge Frau aus Ostdeutschland genau die Krisenmanagerin war, die man sich gewünscht hat, was wiederum in zuvor unerwarteter Weise auf ihr eigenes politisches Werk respektvoll zurückspiegelt. Die immer paraten, oft dümmlichen Klagen sind auf jeden Fall im Angesicht der großen Menschheitsgeschichtenbewegung etwas eingedämmt worden. Was soll man auch mehr verlangen, weiß man doch selbst, dass nur die kontinuierliche Mühe der eigenen Wahrnehmungen und Entscheidungen den freien Blick freihalten kann auf die planetarischen Landebahnen. Vermutlich ist auch das Flugobjekt, das die indischen Gottheiten alle bei sich haben, gemeint als der eigene Geist, mit dem wir uns sicherer vorwärts bewegen können als mit dem  anderer Geister, die eigene Flugbahnen in Anspruch nehmen.

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