Neferti

 

 

Neferti, der Vorlesepriester der Göttin Bastet, wird zum
Hof von König Snofru (dem Begründer der 4. Dynastie),
gerufen, um diesen mit weiser und schöner Rede zu
erfreuen. Neferti fragt den König, ob er ihm
etwas Vergangenes oder etwas Zukünftiges erzählen soll,
und der König entscheidet sich für Letzteres, da ja das
Heute im Nu zu Vergangenem geworden ist.
Neferti dachte nach, was in der Welt geschieht, und
sprach:
„Rege dich, mein Herz, dass du dieses Land beweinst,
aus dem du stammst, denn Schweigen wäre verwerflich.
Es gab doch etwas, von dem man respektvoll sprach,
doch der Mensch ist zu Boden geworfen im Land.
Sei nicht müde, denn es ist dir vor Augen.
Steh auf gegen das, was vor dir ist!
Es gibt keine zuverlässigen Beamten mehr,
und das Geschaffene ist wie Nichtgeschaffenes.
Die Schöpfung kann neu beginnen,
denn die Welt insgesamt ging zugrunde,
kein Rest ist geblieben, nicht das Schwarze
unter dem Nagel ist geblieben von dem,
was bestimmt war…

Aus der Welt der Klagen


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