retten

Die planetarische Weltrettungsaktiona ist zweifellos in vollem Gange, auch wenn man darauf beharren will, dass alles, wenn auch in anderem Kostüm, schon mal da war. Sybille Berg, ein kluger Kopf, stellte leider die etwas dümmliche Bemerkung zur Verfügung, dass Menschen doch immer wieder das gleiche Zeug machen, nämlich essen, schlafen, ficken und sterben, zum Glück sagt sie auch noch andere Sachen. Man kann sich ja nicht immer auf das Tröpfchen Wahrheit in jedem Allerlei beziehen, wenn man sehr wohl von sich selber und ein paar Anderen weiß, dass Menschen auch eine Menge anderer Sachen machen. Zum Beispiel, so höre ich aus Castrop-Rauxel, interessanter Ortsname, dass dort ein 21-jähriger, junger Mann sich mit Kletterseil in eine alte Eiche hochgehievt hat, um dort dem Fällen des alten Baumes entgegenzuwirken. Er wird bestens von unterstützenden Menschen aus dem Dorf versorgt, und die Polizei kann ihn nicht verhaften, weil er nichts Gewalttätiges tut, sondern nur was retten will. Die Jugend, die ihren Planeten in einen auf ihm lebbaren Zustand zurückmutieren will, spürt ihre Heldenkräfte in Bewegung kommen, und spürt auch die Verheißung, der drohenden Bedeutungslosigkeit auf diesen Pfaden gründlich zu entkommen. Leider hat Greta schon abgesahnt, aber es gibt noch viel zu tun, obwohl gar nicht klar ist, ob daraus nicht auch ein Ungemach wird. Aber vielleicht rüttelt es ja tatschlich ein wenig an der Gemächlichkeit, eben, wenn alles da ist, was man so braucht für den Grundbedarf. Gleichzeitig wird natürlich auch an anderer Stelle aufgerüttelt, wie bitte, noch ein Krieg im nimmerendenden Krieg in Syrien. Und irgendwie hängt das alles zusammen, nur gibt es ebenfalls diesen unguten Zusammenhang, der sich fast lautlos in Abhängigkeiten verwandelt. Es gab ja Zeiten, da kamen Menschen nicht so einfach an Infos ran, oft nicht mal an Telefone oder Kameras, mit denen man sein Leben in eine lebendige Chronik verwandeln kann. Was sagt da der Hindu, zB wenn man die Details wegen der Überforderung der einbrechenden Einfälle nicht sortiert kriegt, da sagt also der Hindu, wenn er sich noch daran erinnert, dass er selbst gerade mittendrinsteckt, ja wo?, : im Kali Yuga natürlich, der Zeitphase, in der der illusionäre Output keine Grenzen mehr kennt, und ja, der unruhige Geist der Bedeutungslosigkeit seine Nahrung sucht, kommt alle, ihr Helden und Heldinnen, jetzt ist eure Zeit, alle gemeinsam auf der Bühne zu erscheinen und etwas darzustellen, was die eigene Vorstellung übersteigt. In der indischen Saga aus dieser Zeit (die sich ihrem Weltbild entsprechend kreisförmig bewegt) kämpfen die Nicht-Demonen mit den Dämonen, ich kann mich nicht erinnern, ob eine Seite gewinnt. Was möchte man nicht so gerne hören, dass es die Guten sind, oder steter Tropfen höhlt den Stein, oder dass eine mächtige Welle unfassbarer Zärtlichkeit sich in den Gemütern, um nicht ‚Herzen‘ zu sagen, breitmacht und sich weigert, uns zu verlassen. So als ob wir auf einmal verstehen, um was es wirklich geht und immer gegangen ist hinter Essen, Trinken, Vögeln und Sterben. Auch diese Tür steht immer offen.

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