Ein Kraftfeld löst sich vom
Kerngerüst der Sternträgerin.
Ein Schweigegebilde,
das den Äther durchquert
wie ein majestätisches Schiff.
Legt durch weiches
Gespenstergetilge die
weltlichen Könige matt. Denn
hier gleitet nicht, wie leise
erhofft, der Tod vorbei
als ein Ort, sondern
das nackte Leben, getragen
von festlicher Maske.

Wer vom indischen Geist und seinen großzügigen Einstellungen mal inspiriert war, wird diese Inspirationsquelle vermutlich nie ganz los. Nicht nur war da Platz für so ziemlich alles, was Menschen sich unter ‚göttlich‘ vorstellen können, sondern es ging weit über jede Vorstellungskraft hinaus, und selbst für die schwärzeste Sucherseele gab es noch eine heilige Bruderschaft, die ihre Rituale pflegte. Oben das Bild, das mein Algorithmus mir im Netz als Teil des Vortragsthemas (Hinuidmus – a spiritual science) zuspielte. Ein schöner Gott, das muss man zugeben – wir Indienreisenden waren wie selbstverständlich vernarrt in ihn. Dieser Gott hatte den Eros, den man sich vorstellen konnte, und war ein bisschen auch wie wir, einerseits friedlich und andrerseits zum Kampf für die eigene Vorstellung von der existierenden Welt bereit. Es war schön, sich mal in so einer Schöpfung, der indischen Schöpfung, zu wärmen, denn sie war getragen von höchstem Anspruch an das Menschsein bei gleichzeitiger Erkenntnis des menschlichen Versagens, diesem Anspruch gerecht zu werden. Aber auch d a s kein Problem, man hat ja Zeit! Unerschütterlich ist die indische Einstellung an das Weitergehen nach dem Tod, dorthin, wo man es wieder aufnehmen und neu entwickeln kann und neue Chancen des Wachstums bekommt. Ob die Reinkarnationsidee wirklich eine Faulheitskrise ausgelöst hat, möchte ich bezweifeln. Überall wird Action und Einsatz geschätzt, und keiner möchte freiwillig zurückbleiben. Aber auch ohne Götter ging es zufriedenstellend weiter, sie waren ja selbst nur ein Zwischenstadium, eine freie Therapiequelle, eine Hindeutung auf das Wesentliche, ein Gespür für die Existenz des ganzen Rätsels an sich, das man studieren konnte soviel man wollte. Denn es gab kein Ende des Wissens, sodass man froh war, wenn einem das Prinzip des Genug begegnete. So einen urindischen Satz wie ‚Simple living, high thinking‘ (saada jivan, uchch vichaar) kann man weder erhöhen noch erniedrigen. Ohne Zwang erhält er seine Wahrheit. Kein Druck. Viel Freiheit. Nur ein angemessener Anspruch an die Umsetzungskraft.

Gerne wüsste ich, ob es tatsächlich diesen präzisen Moment gab, wo jemand das Wort ‚Mensch‘ zum ersten Mal aussprach, zum Beispiel auf Deutsch, und damit d a s meinte, was Anil, ein Freund aus Indien, nur eine weitere Spezies nennt, der Mensch also. Der Gedanke ist nicht schwer zu denken, also dass der Mensch vielleicht nur ein weiteres Produkt des kosmischen Schöpferdranges ist und eben so lange existiert, wie es dem Wesen der Erscheinung gelingt, sich zu erhalten. Andrerseits gibt es die Idee des Weltenrades, das sich unaufhörlich dreht und wo Millionen von Jahre ein Wimpernschlag an Brahmas Auge sind. Und es ist ja an diesem Punkt als Geschichte gar nicht wichtig, welche Sprache der Mensch spricht, oder welche Uniformen er oder sie tragen, überhaupt die Verkleidung, oder die Entblößung, das ist alles Menschensache. Und, wie gesagt und gesehen: dafür, dass der Mensch einfach eine weitere Art darstellt, nimmt er verdammt viel Raum ein und spielt im Script wohl die Rolle dessen, der dem Irrtum verfällt, alles würde nur ihm gehören, dem Menschen, all for mankind. Natürlich könnte man es sich auch anders denken, zum Beispiel die Menschen als Hüter-und Hüterinnen der Erde, große Dankbarkeit an den Planeten, der sie erhält undsoweiter, aber das hat sich zuweilen, aber nicht konstant durchgesetzt: das Hüten und das Bewahren von guter Qualität. Next level. Auch ohne Maschinen bieten die Ebenen sich an als Aufenthalt. Immerhin: der Mensch, also wir, können wählen. Auch wenn es scheinbar keine Wirkung hat, was wir wählen, so werden wir doch unterstützt von wissenschaftlichen Forschungen und Resultaten der Forschung über das Phänomen Mensch, das wir selbst sind.

Das barfüßige Etwas im Rampenlicht

Es ist doch eine bedenkenswerte Tatsache, dass der Blick, mit dem wir etwas betrachten, zum Beispiel die Welt oder unser Leben oder uns selbst, so einen großen Unterschied macht in der individuellen Lebensbefindlichkeit. Zweifellos sitzt da oben im Kopf eine Schaltzentrale, die allerlei Variationen des zu sehenden Bildes anbietet. Sich selbst muss man ein gewisses Knowhow zutrauen, also z.B. how to know myself, und welche Eingaben in die Instrumentarien der Zentrale sind mir denn wichtig, oder, noch etwas freundlicher temperiert gesagt: liegen mir am Herzen. Außer dieser unterstützenden Herzfrequenz darf ruhig noch ein Schuss Logik dazukommen, durch Reflektion, oder Kontemplation, oder Meditation. Hilfreich, wenn diese Spuren einem einigermaßen klar sind, damit man bei der Praxis nicht der Wortlosigkeit verfällt. Oder dem Trübsinn, oder der Schönheit des Illusionären. Ganz einfach dasitzen kann der Mensch und die Ausrichtung des Blickes wählen. Ray Kurzweil * meint, in vier Jahren sei es soweit, dass die Verschmelzung des Menschen mit der Maschine in eine ‚Singularität‘ aktuell geschieht und dadurch die bisher bekannten Gesetzmäßigkeiten aushebelt. Aber noch können wir einschalten und ausschalten und unsere eigenen Programme in den Äther senden. Oder auch nicht, und nur im Inneren erweitern.

Raymond Kurzweil – Amerikanischer ,Erfinder und Futurist, Transhumanist

Den Satz oben oben habe ich mir aus der ‚Zeit‘ ausgeschnitten, weil ich ihn anregend fand, und da hängt er schon seit Tagen über dem Schreibtisch und regt an, vor allem, wenn nachmittags dann das Licht drauffällt und man den Geist sich bewegen sieht, oder so kann zumindest der menschliche Geist es durch sich wahrnehmen. Ist es der menschliche Geist, oder ist es Geist an sich, das Bewusstsein, aus dessen unergründlicher Tiefe und Weite und Höhe und über alles menschlich Erkennbare hinaus alles entsteht und vergeht, was innerhalb unseres Rahmens sichtbar werden kann. Offensichtlich fühlen wir uns als eine durchspezifizierte Art, die den Dingen ihre Beschriftung auferlegt, damit gegenseitiges Verständnis zumindest ermöglicht wird. Ja, wir haben uns geeinigt, dass auch Fische und Nashörner und all die anderen Tiere eine eigene Sprache haben, das weiß man auch von Bäumen und Pilzen usw. Aber ihr Manifestationsdrang durch Sprache hält sich in Grenzen. Der Mensch, wann auch immer man anfing, sich so zu nennen, kennt nicht das Genug, oder hat es verloren, oder muss immer wieder daran erinnert werden, von sich selbst oder von anderen. Eben an das, worauf man sich geeinigt hat darüber, was mit ‚menschlich sein‘ gemeint ist. Obwohl es nie ganz klar geworden zu sein scheint, ob unter Menschen wirklich einer mehr zu sein oder zu bedeuten hat als der andere. Denn wie gesagt, es sind alles letztendlich Geschichten, die man sich selbst erzählen kann und sie überprüfen auf ihren Gehalt. Deswegen gefällt mir der Satz, der aussagt, dass ich bestimmen kann, dass mein Geist sich aufrichtet und mir beim Navigieren behilflich ist, denn wenn die Atmosphäre, durch die ich reise, so sein soll, wie ich es als angenehm empfinde, dann bleibt mir nichts anderes übrig zu schauen, welche Richtung meine Kompassnadel anzeigt, und stimme ich damit überein.

Es kann einen regelrecht in einen Denktaumel versetzen, wenn man die stocknüchtern machende Tatsache einmal gründlich vor Augen führt, dass alles, was wir erleben und sagen und denken und vordenken und nachdenken und tun und handeln, alles in zweifachem Sinn Geschichte ist. Einmal als sich selbst gestaltendes Gesamtwerk, als Weltgeschichte, und dann auf den einzelnen, persönlichen Ebenen von uns Sterblingen, die wir uns unter den vorgefundenen Bedingungen zurechtfinden, und, solange wir atmen, dabei sind, mitgestalten und unsere eigene Geschichte dazugeben. Ich denke, es gehört zur persönlichen Freiheit, dass man weiß, dass man die Geschichten auch anders erzählen kann. Was wissen wir schon wirklich von Sokrates (z.B.). Na ja, wir wissen d a s, was Platon uns erzählt hat, und man erkennt diese Stimme als authentisch. Aber es ist dennoch Platons Geschichte. Sokrates war im ‚Gastmahl‘ der einzige, der keine eigene Lehre zum besten gab, sondern die von Diotima, von der er sich (angeblich) belehren ließ über das angemessene Erkennen des Eros. Aber niemand weiß, ob Diotima wirklich gelebt hat, oder hat Plato sie erfunden, weil er wusste, dass das ein brenzliges Thema ist. Also sie war ja gar nicht persönlich da, sondern war über Sokrates zugeschaltet. Eine Frau war ja auch beim philosophischen Herumlungern mit schönen Jünglingen und Wein gar nicht mitgedacht. Vielleicht waren die Frauen ja auch mit Amazonenheergründung beschäftigt, oder litten wie Xantippe unter dem Fluch der Bedeutungslosigkeit. Es kommt darauf an, wo und wem und wie man eine Geschichte erzählt, denn jede Geschichte lässt sich auf vielfache Weise erzählen. Sokrates hat dann vor allem im letzten Teil seines Dramas eine Anekdote geliefert, die ihn mühelos zu den Unsterblichen transferiert hat. Im Angesicht des nahen und gewissen Todes hat er noch einmal Ausdruck von seinem Denken geschenkt und hat gesagt, was er sagen wollte. Und kein Mensch erinnert sich mehr an die Dummköpfe, die ihm den Mund stopfen wollten, wohl wissend, dass das, was er sagte, für sie nicht erreichbar war, und glaubten, ihn nun zu vernichten. Da konnte man u.a. von Sokrates lernen, wie man siegt, ohne siegen zu wollen. Natürlich ist auch Sokrates nur ein Symbol und eine Geschichte. Aber die Handhabung des einzelnen Schicksalsdramas macht schon einen Unterschied, den man ganz persönlich bedenken muss oder kann.

Mein Schwert

Mein Schwert ist scharf.
Zärtlich streift es entlang
an Süchten und an Illusionen.
Es bietet meiner Hand die
Präzision des Ungedachten.
Mein Schwert will sein, damit
es Klarheit gebe, und dass es
sich mit meinem Augenlicht
vereine. Und dass es dafür
sorge, dass sie zu tragen ist,
die Last des Untragbaren

Vor vielen Jahren hat einmal das Wort, also e i n Wort einer Poetin so viel Resonanz in mir ausgelöst, sodass mein Wortschatz es adoptierte. Es war das Wort ‚geschichtslos‘, das ich radikal als meines empfand, und fühlte mich abgrundtief verstanden bei gleichzeitig befreiender Leichtfüßigkeit. Da war mir noch gar nicht klar, wie verwoben und vernetzt und ins Unergründbare hinein verbunden diese ständige und sich aus sich selbst heraus speisende und immer neu erfindende Geschichte wirklich ist. Und welche Wirklichkeit in der Tat sie darstellen kann, wenn das emsige Menschenheer sich nach energetischen Mustern bewegt, die es selbst nicht versteht. Wobei niemand zum Verstehenwollen gezwungen wird, es ist ja niemand da außer uns. Wir sind es doch, die an den Webstühlen sitzen und unsere Teppiche weben, oder nicht? Mit den Farben, der Größe, den Mustern. Und wir sind es, die die Geschichten erzählen. Nicht nur unsere, nein, immer sind es Geschichten, die da aus den Mündern gleiten, als hätten sie Anspruch auf Wahrhaftigkeit. Vielleicht kann sich der Schrecken darüber, dass alles nur Geschichten sind, umwandeln durch Freude in die Erzählkunst. Also anstatt so zu tun, als wär’s die ultimate Realität (was es natürlich auch ist), könnte man darauf achten, das Wahrgenommene gut zu erzählen. Es fehlt ja an der Torte immer ein Stück, und auch wenn sie vollkommen sein könnte, käme ein erfundener Gott und würde dem Tortenbauer mit dem Finger drohen. So findet man sich wieder mit der Verantwortung für das eigene Script, und wie will man die Geschichte eigentlich erzählen? Und diese Geschichtslosigkeit, die hinter den Stories lagert, kann nur über sie, die Geschichten, erreicht werden. Aber es gibt sie (die Geschichtslosigkeit). Das wurde mir heute klar.

So rollen die auf eine atemberaubend komplexe Art und Weise kollektiv gebastelten und in großer Ausführung sich verströmenden Geschicke der Welt dahin, und solange man da ist, ist man drin. Deswegen ist die Frage, also wie und als wer will ich eigentlich hier durchgehen, so wesentlich – und kann ich das bestimmen? Klar, jede/r malt auf der eigenen Palette und spielt insofern mit. Und von Anfang an, wann immer man den setzten will, spielen die Saiten und Seiten des persönlichen Schicksals die begleitende Melodie. Es scheint einerseits etwas Vorherbestimmtes zu haben, aber andrerseits ist nicht zu leugnen, dass jeder Nu auch vollkommen neu ist und als solcher jederzeit bespielbar. Aber wie. Man stößt ja praktisch ständig und überall auf den epischen Aufruf, es mit der Selbsterkenntnis ernst zu nehmen. Denn, so heißt es doch irgendwo auf den unbeschriebenen Blättern: wer sich selbst erkennt, verändert die Welt. Warum ausgerechnet der oder die sich selbst Erkennende? Na ja, weil da der Mensch, der man wirklich ist, sich herausschält aus der Schlangenhaut, und staunend steht ein Etwas herum in der Wüste und klopft sich den Staub vom Gewand. Komisch!, das Tor der Heilanstalt war offen, weit offen, und niemand im Wärterhaus. Es ist einerseits so, wie man gedacht hat, und andrerseits jenseits von Denken. Immerhin, waches und einfaches Dasein ist möglich. Und jetzt erst kann sich das Angemessene selbst manifestieren.

Den Comic hat mir gerade meine Freundin Shivani aus Indien geschickt, und der zeigt mal wieder, dass auch humorvolle Bissigkeiten eine Möglichkeit der Völkerverständigung bieten. Der Witz kann, wie einiges andere auch, selbst ohne Worte verstanden werden. Und so könnte diese international so gesehene Farce in Alaska vielleicht dem tapferen Selenskij zugute kommen, wenn es Trump vermutlich derart aufgestoßen ist, dass er nicht als Sieger oder potentieller Friedensnobelpreisempfänger aus der Nummer hervorgegangen ist. Wenn dann irgendwann sogar einem Diktator mal klar wird, dass irgendwas zu seinen Ungunsten anfängt sich zu bewegen und, zuerst langsam und wie eine zähe Gehirnwolkenmasse, oft schon sehr lange, sich zwischen Realität und Diktatorengehirn geschoben hat, dann fängt ein schlimmes Ahnen an. Und dann dauert es wieder eine lange Weile, bis es zur Gewissheit wird. Zum Glück kann auch so gut wie niemand J.D. Vance leiden, und wenn es den Amerikanern wirklich eines Tages gelingen sollte, Trump loszuwerden, kann man sie sicherlich dann als gereiftere Frucht eines atemberaubenden Psychoprozesses erfahren, vielleicht aber auch nicht. Sein kann aber auch ebenfalls, dass Amerika so richtig untergehen muss, wie so viele Kulturen untergegangen sind. Das war nun mal die ehemalige Freiheitskultur, die Vereinigten Staaten, wo man hinging, um alles Mögliche umzusetzen, was woanders eben nicht möglich war. Undenkbar die mystifizierten Sixties ohne Amerika, die derart viel neue Weltordnung brachten, weil genug Menschen keinen Bock mehr hatten auf das, was ihnen von der kriegsdurchtobten Welt angeboten wurde. Wenn es nur nicht immer mit so viel Menschen-und Tierleid daherkäme, das sogenannte neue System, das ja letztendlich auch nur ein Durchschütteln und Rütteln an den Gefängnisstäben ist, deren wir meist erst durch Erstarren und Einfrieren des Lebensatems gewahr werden. Das ist aber, womit der Diktator rechnet, also mit dem Erlöschen des persönlichen Atems und des Freiheitswillens, denn ein Mensch, der frei atmet, kann nicht kontrolliert werden, und selbst die untertänigsten Kriecher sind zuweilen schon erwacht, oder passiert das meistens nur in Filmen. Und so sitzt man heute, am Montag, wieder zurück im Nu und wünscht Selenskij möglichst carte blanche, umringt von der Gruppe der Willigen, und trotzen vielleicht dem sinkenden Ungeheuer, und sagen zueinander vielleicht schon im Flugzeug: fürchte dich nicht, weil sich ja doch alle ein bisschen vor dem Unmenschlichsein fürchten.

Arksis

Arksis, Tochter von Synodrone, auf der
Flucht mit dem schwarzen Vogel und
ihrem Schatten.

Hier die Bedeutung des Bildes, direkt von meinem Schmierzettel aus abgelichtet: jede/r kann seine oder ihre eigene Geschichte nicht nur erfinden, sondern auch gestalten. Dann sagt meistens jemand, dass die Frauen in den Burkas es schwerer haben, aber ohne Burka fliegt einem der Zauberstein auch nicht zu, sondern da ist sie einfach, die Matrix, Mutter aller Erscheinungen, und bietet die Möglichkeiten an, die man selbst erkennen muss. Und einerseits hat keine Story mit der anderen was zu tun, und andrerseits ist alles auf verwirrenste Weise verknotet und verbunden, denn da draußen sucht der Mensch nach der großen sinnstiftenden Verbindung. Und Verbindung ist da, letztendlich, oder immerwährend, und auf radikalste Weise als pures Sein vorhanden. Und dort, sollte es diesen stillsten aller Orte tatsächlich geben, hört dann der Zirkus auf. Viellecht kichert dann was, oder staunt, denn je weniger es etwas darstellen will, desto großzügiger verhalten sich Raum und Zeit. Und klar, die Geschichten haben auch Unterhaltungswert, und wenn ich nichts mehr will von ihnen, kann ich mich durchaus an ihnen erfreuen.

Viele Augen der Welt, also wir, starren jetzt auf Alaska, oder starren viele von uns gar nicht mehr fassungslos in diese Richtung, wo, in diesem Fall, zwei machthungrige Halunken ihr dummes, reichlich überschaubares Spiel treiben. Und doch geht es die Welt, also uns, an, denn ich bin ja schon, bei aller verfügbaren Gelassenheit, besorgt. Denn findet hier nicht eine geradezu kriminelle Farce statt, die besagt, dass die Welt gerade voranrückt unter der Herrschaft der Dummheit, denn es ist doch außerordentlich dumm, was da in Alaska geschieht. Weil das, was diese Dummen da ausbrüten, zwar den Planeten nicht immer im Griff haben wird, aber das kann dauern, denn die Folgen sind unkalkulierbar. Daher ist Akzeptanz zuweilen auch Befreiung, sodass man nicht an der Hoffnungskette hängenbleibt. Außerdem gibt es überall viel zu tun, ein Weben und Flicken und Aufrechterhalten von dem, was man gern am Bleiben haben möchte, und dann gibt’s gar kein Bleiben. Man denkt ja von vielem, dass man es wüsste, bis man weiß, dass auch Wissen dahinströmt auf eigenen Wegen. Alles nur Träger von anderem. Manche werden Fans, andere Followers, wieder anderen gelingt es, das zeitliche Angebot nur begrenzt zu bedienen, denn auch im Illusionären leben Licht und Schatten gemeinsam. Dann vielleicht doch Begrüßung des Wortlosen, weil sich das nicht mehr verstecken kann unterm Anker.

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Du da! Hey! Du da!
Du warst da doch.
Warst da doch da.
Noch da doch.
Noch da.
Noch war da doch, was da war.
Wo war das doch, wo das da war?
Wo war ich?
Wo warst du?
Wo waren wir, als das alles
noch da war?
Da war ich da.
da warst du da.
War das nicht da, wo wir waren?
Jetzt bin ich da, wo sie sagen:
Geh, bevor du gehst,
damit wenigstens du da bist,
wenn Da da ist.

So, sie treffen sich also in Alaska, wahrscheinlich kann Putin dort nicht verhaftet werden, oder ein Inuit konnte den Deal nicht ablehnen. Der eine sich in Alaska Treffende geht auf die Achtzig zu, der andere auf die Neunzig, beide gieren nach der Weltmacht, bzw. stellen gerade die politische Weltmacht dar. Gerne möchte man sich, als Mann und als Frau und all das dazwischen und darüber hinaus, müde lächelnd abwenden und einander zuwenden, und zu dem ganzen Alaskabesuch Pipifatz sagen, und was nicht alles an Groteskem aus der Gehirnrinde krabbeln möchte, denn und wann und wo und wie geht es uns alle an. Das sind ja dort in Alaska gar keine politischen Vertreter ihres Volkes, sondern es sind pechschwarze Reiter ihrer Größenwahnstriebe, und jetzt ist es also soweit. Wie weit? War es nicht schon lange zu weit, also noch vor den Hereros, deren staunender Blick auf den Schamlosen ruhte. Wie kann man so sein. Und dann nicht mehr aufhören, obwohl schon alles am Boden liegt. Alles nur für dieses kleine Wimmer-Ich, das unbedingt die Weltgeschichte anpinkeln muss, um was gewesen zu sein. Aber es sagt auch was aus über uns, die Weltgemeinschaft. Entweder wir müssen aktiv werden an der Entstehung des Drehbuchs, oder wir akzeptieren vollen Herzens die maßlose Geistigkeit dieser Inszenierung. Denn wer weiß, wer am Schluss, sollte es einen solchen geben, bevor wieder Anfang sein kann, wer an irgendeinem Schluss dann den Joker zieht, oder das Sternchen, oder carte blanche. Man kann das auch Schicksal nennen, oder Kismet, oder Karma.

Man kommt ja, wenn man mal anfängt, über die Ululation (den Jubel der Lobpreisung) gar nicht mehr hinaus, wenn wir uns kurz durch den Kopf gehen lassen wollen, wieviele herrlichen Neuerfindungen es schon gab auf diesem Erdfleck, Luftholen: das Auto, das Flugzeug, der Rasenmäher, und und und schon ist Grenze erreicht, denn zu vieles gibt es, was man den begabten Techniker:innen, die hinter all dem stecken, zu danken hat. Wobei immer auch der schwarze Vogel mitflog, damit nicht vergessen wird, dass jeder helle Schein auch eine dunkle Seite hat. Noch hat der Mensch bisher das alles mitgedacht und gewollt und gekauft, und fahren das Auto (noch) selbst, und fragen uns schon mal, was dieser Blödsinn soll, dass auf einmal keine/r mehr selbst fährt. Die Überflüssigen werden zahlreicher. Beim Googeln denkt nun auf einmal der K.I.-Kumpel mit, und wer wäre nicht dankbar für eine superklare Auskunft. So schleicht sich das gefühlsentleerte Gedankentum in die Menschenwesen. Auch der Beruf der Propheten stirbt aus, es gibt nichts mehr zu prophezeien, alles ist da, drückt sich unverdrossen aus und wird gesehen, wie jeder es kann oder möchte. Technikr und Technikerinnen haben eine Zweitwelt entworfen, in der alle Welten enthalten sind, natürlich gesteuert von künstlicher Intelligenz. Man knipst, und schon ist alles da. Ja, das ist eine Zeit für Kinderfragen. Wer steckt dahinter, und warum fühlt es sich so gefährlich an. Nicht nur für sich selbst in Bezug auf Sucht-oder auch Mitgefühlstendenzen, sondern allein für die Notwendigleit der Wahrnehmung, dass wir mittendrin sind, von Maschinen bestimmt zu werden. Ich persönlich kann das Wort ‚Hoffnung‘ nicht leiden und halte mich lieber an das Sanskritmantra ‚Befreit von den Ketten der Hoffnung‘. Klaro, da, wo sie hilft, soll sie sein, aber ich sehe sie eher als Hindernis, als Schatten, der mich schützt vor der nüchternen Wahrnehmung. Auch wenn man tut, was man kann, kann es, das große Es, nur sein, was es ist. Und bewegt sich voran, als episches Drama, als Zufallsprodukt, als Windhauch im Haar des Undenkbaren. (u.s.w)

Schwer tragen wir Erdlinge an unserer Menschheitsbürde. Man weiß ja nicht von Anfang an, wo der Pfeffer wächst, wenn man es überhaupt mal weiß. Und: wer weiß es eigentlich, wie es geht? Man schaut auch selten weit in die persönlichen Lebensreiche von Personen, um ahnen zu können, wie ihnen tatsächlich zumute ist. Weiß man doch, dass, wenn man unbedingt einen Sinn finden möchte, man ihn selbst hineinlegen muss, damit man nicht zum Follower anderer Gesinnungen wird. Auch braucht man eine Menge widersprüchlicher Erfahrungen, um die Skala für sich selbst zu setzen. Das Maß, der Humor, das Mitgefühl. Wie komme ich von mir zu den Anderen und wieder zurück, und wie gut fühlt sich beides gleichermaßen an. Und froh bin ich, in einem Land zu leben mit gültigem Pass, und darf sagen, was ich sagen möchte, und muss keine Angst haben, dass sie mich verhaften oder verhungern lassen. Wir können es uns kaum vorstellen, unter Mullahs oder Putins oder Trumps oder Metanjahu zu leben, die die Energie der Rache im Blut haben. Das alles, das unermessliche Alles, das nie von einem Menschen oder von einer Maschine in seiner Ganzheit erfasst werden kann, das namenlose, ungeteilte Sein entfaltet sich unermüdlich vor unseren Augen und bietet sich an als unerfassbares Wesen.

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Transhumanismus

Wilde Ideen, die auf dem Planeten aus einem oft schwer definierbaren Urgrund auftauchen, haben immer ihre Empfänger:innen getroffen. Der Transhumanismus ist eine von ihnen. Auf einmal entsteht eine Gruppe von Menschen, die sich vollkommen darüber einig sind, dass der Mench durch das Zusammensein mit Maschinen optimiert werden kann. Gefährlich ist das Gedankentum dadurch, dass hier das Untergehen der übrigen Menschheit dafür erwünscht ist. Ich habe mal den Begriff ‚Transhumanismus‘ gegoogelt und gebe hier Teil eines Definitionsmodelles wider.

Transhumanismus ist eine Ideologie, die besagt, dass der Mensch durch technologischen Fortschritt seine natürlichen Grenzen überwinden und sich zu einem posthumanen Wesen weiterentwickeln kann. Dabei geht es um die Verbesserung und Erweiterung der menschlichen Fähigkeiten, sowohl physisch als auch kognitiv, oft mit dem Ziel, Alterung und Tod zu überwinden.

Deshalb lässt sich zum Beispiel Peter Thiel, der Hintergrundsdenker- und transhumsüchtige Zukunftsplaner von Donald Trump und seinen Followers, das Blut von jungen Männern spritzen, und seine Unsterblichkeitshülle liegt auch schon bereit. Da das alles schon auf Hochtouren läuft, sollte man vorbereitet sein, nicht mit Ängsten, sondern mit immerhin verfügbarem Wissen, das der Menschheit gehört und ist, (Louis Pasteur), die Fackel, die die Welt erleuchtet‘.

Wenn die dunklen Kräfte ins unangemessen Finstere driften und selbst das Justizsystem vergiftet ist vom Anspruch des Diktators, dann melden sich früher oder später die Gegenkräfte. Zuerst tauchen Einzelne auf, die sich wehren. und oft genug sterben sie, weil sie erkennen, dass ‚es Wichtigeres gibt als das Leben‘. Menschen haben sich zuweilen geschämt dafür, überlebt zu haben, und dennoch waren auch sie wichtig, da sie lebendige Zeug:innen der Verbrechen geworden sind. Die grausamen Taten bewegen sich oft auf verborgenen Kanälen und sind durch Todesdrohungen und Missbrauch vernetzt, und sind schnell, weil sie ihr Reich besetzen und dabei möglichst alle übertölpeln wollen. Die große, schwarze, gefährliche Spinne wird dann König, der Rest sind Untertanen. Auf der anderen Seite dauert es leider oft ziemlich lange, bis ein in diesem Kontext notwendiges Erwachen zu den krassen Folgen dieser Ausbeutungen überhaupt ins Bewusstsein dringen. Wenn man das Bewusstsein befreien kann von den Dingen wie Habgier, Machtgelüsten und der Bereitschaft zu jeglicher Form des Missbrauchs, dann ist es das Instrument, das einen herausführen kann aus dem Sog der Ideologien und aus der Wirrniss des Labyrinthes. Von einem dieser Irrwege aus hat sich der Geist über das ‚Genug'(!) erhoben und ein Schlaraffenland gebastelt, in dem den Followers vermittelt wird, dass alles zu haben ist, was der oder die Einzelne will. Nun fängt aber der unruhige Traum an zu bröckeln, und im Haus steht der Spiegel, in den man starrt. Wie geht das, sicher und unbeirrt auf der eigenen Seite zu stehen. Auch hier muss geübt werden, bis das eigene System die persönliche Botschaft nicht nur versteht, sondern auch umsetzen kann. Was sagt sie und wem und wie und warum? Bis auch die Fragen, und vor allem die Antworten, enden.

(trans) human

Der Begriff des Transhumanismus, eine neue Form der toxisch männlichen Selbstüberschätzung, kommt genau aus der Mitte dieser Hintergrundsdenker, die gerade im globalen Politdrama dabei sind, die dunklen Strippen zu ziehen. Jeder Preis ist ihnen recht, denn sie haben die Kohle, um alles zu kaufen, was ihnen zur Gestaltung der neuen Weltordnung in den Sinn kommt. In Wirklichkeit ist es ja gar nichts Neues, diese Idee des Übermenschen, die auch Nietzsche vorschwebte, und natürlich Hitler, und den Pharaonen undsoweiter. Wann genau in welchem Kopf diese Spinnereien anfangen, und wie sie sich vergrößern und verbreiten unter denen, die sie verlockend finden, und dann diese ersehnte Zugehörigkeit auf höchster Ebene vorgaukeln, das ruht wie so ziemlich alles Weitere im Ungewissen. Nun verbünden sich im transhumanen Gedankentum vor allem Geld und Technik, beide extrem gut geeignet, einen Großteil der Menschheit abzuhängen, die bei dieser Spielart nicht mithalten können. Interessanterweise wurden im Kontext dieser Entwicklung auch mal wieder die viel diskutierten Sixties erwähnt, und ich kann mich sehr gut erinnern als aktives Mitglied des ‚Living Theater‘, dass wir uns auch radikal frei bewegen wollten, also ohne die Überwachung des Staates. Und ja, wir haben es auch als eine neue Weltordnung gesehen, die immerhin viel Leben inspiriert hat. Allerdings lag der Kern dieser Naivität, die Welt verändern zu können, eindeutig im seligen Friedenswunsch, make love, not war. Oder ‚Stell‘ dir vor, es gibt Krieg, und keiner geht hin, ach wie herrlich kindlich. Fakt ist, dass es diese gefährdeten Gehirne gibt, meist mit einer gewissen Intelligenz belastet, die mit ihrem vom eigenen Dasein ermüdeten Blick auf das starren, was sie so vorfinden an Lebensqualität, und statt einen Beitrag zu erwägen für die Verbesserung der menschlichen Lage, wählen sie den Pfad der Vernichtung dessen, was sie als ‚unwürdiges‘ Leben betrachten. Der Gedanke der ‚Optimierung‘ bietet sich an. Man kann doch, wenn man will und die Mittel und den Einfluss und die Macht dafür hat, alles tun, was einem so einfällt. Kann man? Man sieht eine Gruppe elegant gekleideter Dämonen am Spieltisch sitzen. Dem einen gehört das Unsterblichkeitshüllenunternehmen, dem anderen die Drogen, die zum Übergang ins wirklich Transhumane behilflich sein sollen. Nun gibt es gleichzeitig auf der anderen Seite des Spektrums eine voneinander unabhängig agierende Menge, die ganz andere Dinge praktiziert. Auch hier gilt hoher Standard und vielleicht sogar noch ein klareres Bewusstsein darüber, wie schwer die gesetzten Ziele zu erreichen sind. Ziele? Oder es ist nur dieses eine Ziel, mit sich selbst (statt nur mit den Ideen) in Verbindung zu sein, damit das, was wir am Menschlichen so sehr schätzen, nicht verloren geht.

Ob sich jeder Erdling für Tech-Milliardäre interessieren muss oder sollte, bleibe mal dahingestellt. Auch der tödliche Wirbelsturm richtet trotz Ansage erheblichen Schaden an. Aber vielleicht doch besser, wenn man genügend informiert ist, um nicht völlig überrumpelt zu werden, und um potentielle Fluchtwege planen zu können. So planen Wissenschaftler:innen und Künstler:innen bereits die Flucht aus Amerika, denn dort wird es vielen langsam unheimlich, und hier in Europa weiß man ja bereits, wie unheimlich es werden kann. Nun kommt aber tatsächlich Neues dazu. Die milliardenschweren Techies wollen Inseln und Länder kaufen für ihre Rechner. Sie wollen zum Mars und anderen Planeten, von deren Beherrschung sie träumen, wenn sie auf der dazugehörigen Droge sind. Sie finden den Zustand des momentanenen menschlichen Bewusstseins lächerlich. Eine neue Rasse muss her, die über die staatenlose und antidemokratische Ebene der finsteren Aufklärung sich nur durch ihre eigenen Rechte bildet, wobei Verschmelzng mit der Maschine Bedingung ist. Das alles läuft schon auf Hochtouren an verschiedenen Orten der Welt. Von der Sicht dieser Möchtegernkönige aus sind wir die überflüssigen Mücken, die vom Schachbrett gefegt werden müssen, um Raum für teure Träume zu ergattern. Endlich haben sie im nackten Kaiser von Washington eine ideale Marionette gefunden. Das war nicht schwer, denn der Kleine fühlte sich schon immer überlegen. Na ja, kurz und gut, ich habe feststellen dürfen, dass ich ein erstaunlich tiefes Vertrauen habe in die kosmische, oder ist es tatsächlich die menschliche Selbstregulierungskraft, die vielleicht mal wieder alles auf den Boden zurückbringt. Und wie hieß es doch im ‚Steppenwolf‘ über Harry, ‚dass auch er recht wohl zu wissen glaubte, was der Mensch sei, und wusste es doch durchaus nicht, obschon er es in Träumen und anderen schwer kontrollierbaren Bewusstseinszuständen nicht selten ahnte.‘ Sollte man einem von denen (Elon Musk, Nick Land, Curtis Yarvin etc.) mal irgendwo zufällig begegnen, könnte man sie das ja fragen, also ob sie in ihren schwer kontrollierbaren Bewusstseinszuständen auch manchmal ahnen, was der Mensch sei.

Einerseits spüren wir alle auf die eine oder andere Weise die rasende Schnelligkeit, mit der sich die Dinge entwickeln, angefeuert aus einem noch diffusen Hintergrund vom Gedankentum dunkler Lords, die darauf bedacht sind, diese Schnelligkeit in vorzugsweise technische Raserei zu verwandeln, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die meisten Menschen, bereits vom Druck alles Niedagewesenen völlig überfordert, nun in verschiedene Zutände und Formen der Ohnmacht verfallen und somit leichter kontrollierbar sind. Und andrerseits wird es sehr lange dauern, bis klar geworden sein wird, wer aus diesem Tohuwabohu lebend herauskam. In einem klugen Artikel in der ‚Zeit‘ meinte Ray Kurzweil, an dem noch menschliche Züge zu erkennen sind (was sind menschlich erkennbare Züge?), dass man mit der künstlichen Intelligenz verschmelzen müsse, um nicht von ihr beherrscht zu werden. Diese Leute haben powerfulle Sätze drauf, sie erregen die Gehirne der Technik-Gläubigen, ein bisschen religiös, ein bisschen sektiererisch ist das alles. Auch ich finde es in gewissen Momenten anregend, schließlich kenne ich aus mir selbst heraus den futuristischen Gedanken, und wen hat der Herdentrieb nicht schon mal genervt. Nur: wohin werden. Die Menschenbilder zerfallen, das Auge stößt an die Wand gängiger Vorstellungen. Keine Fluchtwege mehr außer dem Ort, der man selbst ist. Danke, sagte sie zu sich und war froh, dass die Welt trotzdem weiter sich drehte.

Beim kurzen, morgendlichen Durchforsten der Weltnachrichten, darunter natürlich die Trump-Groteske, fand ich es an der Zeit, mir zu sagen, dass Amerika nun effektiv unter unser aller Augen keine Diktatur zu werden droht, sondern bereits eine i s t. Wir waren also alle dabei und haben mitgelesen und mitgedacht und waren erstaunt, dass es tatsächlich passieren konnte, ausgerechnet Amerika, wo doch alles so frei war, nur: für wen. Lange, sehr lange in die denkende Zeit hinein durften (z.B.) dunkelhäutige Menschen nicht neben Weißhäutigen sitzen. Und wie, wabert es immer noch durch viele Gehirne, d i e studieren auch, ja können die denn das. Wenn das unpräzise Herumwabern in niemals selbsterschaffenem Gedankentum zur elitären Schlaraffenlandsprache wird, so wird dieser Geist getrieben zu Gier und Habsucht, und die Distanz zu sich selbst wird immer größer. Und ja, großer Papagott, mach du mal da oben, und lass mich aus diesem störrischen Stück Leben herausholen, was ich möchte, und dann. Dann auf einmal ein Rückstoß. Es soll keiner gewusst haben, obwohl wir doch alle dabei waren. Ohnmächtig und machtlos sehen wir zu, wie Menschen verhungern und durch Unmenschlichkeit erfrieren. Oder doch nicht so hilflos. Wenigstens tun, was man kann, denn irgendwas können wir alle. Sich selbst sein ist heilsam und reduziert den Schaden.

Der Traum

Es ist ja sehr viel darüber geunkt, beraten, philosophiert und seziert, prophezeit und behauptet worden, wie man den seltsam unbeirrt dahinwebenden Lebensstrom verstehen sollte oder könnte. Aber gerade die unüberschaubare Vielzahl der Vermutungen erklärt einem, dass bsher noch wenig Gewisses erschienen ist, das eine eindeutige Erklärung anbietet. Ich meine für alle derzeitigen Planetarier:innen, sodass uns allen ein Licht aufgeht, aha, das ist es also (gewesen) (oder wird es immer sein). Wir wissen natürlich allerhand von Ausgrabungen und Tiefgrübeleien, aber es fällt schon auf, dass z.B. im Freundeskreis sich zur Zeit die Tendenz durchsetzt, die mir auch schon aus Indien bekannt war und sich in dem Satz ‚Ham dehkenge‘, ‚wir werden sehen‘, bündelt. Wir werden es also erst sehen, wenn es sichtbar ist. Und wenn es einmal da ist, bleibt es meist eine Weile we wir selbst, und verschwindet dann. Doch auch wenn es permanent im Ungewissen ruhen sollte, muss es einen nicht davon abhalten, etwas zum laufenden Script beizutragen. Der Mensch gewöhnt sich ja wohl oder übel an seine Performance-Chancen. Nun fragt sich natürlich (wer wen?), ob es bei allem ‚Flow‘ auch ein Scriptende gibt. Ich meine im Sinne, dass tatsächlich eine radikal neue Weltordnung irgendwo ausgebrütet wird, die eine derartige Überzeugungskraft hat, dass Erdlinge sich darauf willenlos einlassen und ein Kollektiv von Süchtlingen werden. Man merkt, dass schon jede düstere Prophezeiung sich selbst einholt. Wir sind also drin und müssen selbst entscheiden, inwieweit und wodurch wir der Matrix dienen möchten, die Matrix hier verstanden als die Scheinrealität an sich. Es gab und gibt weiterhin viele Studien über die Fluchtwege, aber sie nutzen nichts mehr. Was näherrückt, ist der große Quantensprung. Nun ist es gut, die erwünschte Richtung anzusteuern. Wir werden sehen!

Rumi

In every gathering, in any chance
meeting on the street, there is a

shine, an elegance rising up. Today
I recognized that that jewel-like

beauty is the presence, our loving
confusion, the glow in which watery

clay gets brighter than fire, the one
we call the friend. I begged,

‚Is there a way into you, a ladder?‘
‚Your head is the ladder. Bring

it down under your feet.‘ The mind,
this globe of awareness, is a starry

universe that, when you push off from
it with your foot, a thousand new

roads come clear, as you yourself do
at dawn, sailing through the light.

Wie ungewiss alles ist!
Wie getragen von zarten
Händen. Wie hinter der
scheinbaren Härte des
Bildes sanft das Einfache
lächelt. So soll das bei
uns sein, wenn sich hinter
dem geistigen Vorhang
Seinsgeheimnis enthüllt
und Quantensprung. Es
soll sein wie das Licht auf
der Lieblingsmauer: tief
atmend, berückend. Nicht
zu stören das Lebendige
und das funkelnde Gut.

Eines der bemerkenswerten Vorteile vom Älter-und Altwerden ist, dass man die festgefahrenen Wahrnehmungen lockern oder gar verändern kann. Innerhalb der Menschenherde ist dann doch bei aller Zwangsanpassungsfähigkeit jede/r nochmals ganz anders und besteht meistens auch darauf. Doch nicht nur ist ein Ei nicht wie das andere, sondern jede Tätowierung ist offensichtlich auch nicht wie die andere. So lässt man zuerst viel rein, dann sortiert man irgendwann einiges aus, und die Sache, also das Leben, stabilisiert sich im günstigen Falle. Dafür sind wohl auch Phänomene wie Heirat und Krieg und Religionen erfunden worden, um die zerbrechliche Lage des Menschen zu stärken. Die meisten stimmen den erfundenen Mitteln zu und halten Ausschau nach einem geeigneten Hirten. Wenn das nur wegen ihrer höchstpersönlichen Wahrnehmung sein dürfte, würde kein Schaden entstehen. Aber wir Menschen haben oft sehr lange die seltsame Idee, dass andere und wir oder ich und sie oder er und der Rest es ähnlich sehen usw. Deswegen bietet das letzte Dreieck der Pyramide immerhin die Möglichkeit, auf der Basis von Erfahrungen Korrektur an Sichtweisen vorzunehmen, die wir als überholt oder gänzlich überflüssig erkennen. Eine dieser Korrekturen erlebe ich gerade bei mir im Hinblick auf politische Vorgänge. Ja, man kann durchaus Schmerz empfinden bei den Verhaltensweisen der Menschen, vor allem, wenn sie einem total gegen den Strich gehen. Immerhin schenkt einem die Matrix, die Möglichkeit der Steigerung des Mitgefühls. Ansonsten merke ich, dass ich es nicht als gesund empfinde, mich über das düstere Herumwerkeln krankhafter Geschöpfe zu sehr aufzuregen. Auch beim Herumgrübeln über die Ursprünge bestimmter herrschaftlicher Suchtformen stößt man an vorprogrammierte Grenzen, und daher ziehe ich mich jetzt etwas zurück von den durch Medien dargebotenen Beklemmungen. Das heißt nicht, dass man nicht mitdenken sollte! Vielleicht aus größtmöglicher Offenheit heraus, die eine angebrachte Grenze sein kann im Dienste klarer Wahrnehmung.

w.w.w.

worldwideweb

Heute früh fiel mir wieder einmal der Satz von T.S.Eliot ein, der besagt, dass zwischen Idee und Wirklichkeit der Schatten fällt. Und der Satz selbst ist so ein herumfleuchender Schatten. Denn man versteht die Idee, so, wie man von anderem viel versteht, aber wie wird man den Schatten los, also dass Idee und Realität zusammenfinden. Wie das so vor sich hinwebte, ging ich mit einem damit verbundenen Gedanken auf den Computer zu und beim Öffnen überblickte ich schnell wie üblich die Seite und blieb hängen. Ja an was? Da stand: ‚Wie Hulk Hogan zum Racheengel von Milliardär Peter Thiel wurde‘. Und obwohl ich davor eine wesentlich ‚bessere‘ Idee hatte, zog mich das nun fast unwiderstehlich an, so, als müsste ich unbedingt wissen, wie es dazu kam, dass Peter Thiel einen Racheengel hat. Nein, sagte ich streng zu meiner Hand, du gehst da jetzt nicht hin, und das hat auch bislang geklappt. Aber auch da möchte ich nicht hängen bleiben, sondern (schon wieder eine neue Idee), vielleicht die beiden latenten Interessen in einen Zusammenhang bringen. Also, was drängt mich zur Taste, bzw. was gehen mich Hulk und Thiel an, und bin ich nicht selbst gerade auf dem Sklavenmarkt gelandet, der mich ganz mühelos zum Reagieren bringt? So, jetzt kann ich das durchdenken und daraus einige Schlüsse ziehen. Aber nur, wenn ich beobachte, dass sich daraus eine Veränderung meiner Haltung und meines Verhaltens und sich durch das Zusammenspiel eine gewisse Stabilität ergibt, kann ich den Schatten verschwinden sehen. Es geht also einerseits um das Wissen darüber, und andrerseits um die Umsetzung davon. Das stöhnt nicht nur aus dem Kopf, sondern auch aus den Kleiderschränken. Ist nun aber d a s, was ich wirklich bin, gekoppelt mit der Umsetzung der Idee von mir, dann wird klar, dass es um Praxis geht, also weiterhin die aufmerksame Übung dessen, was wir oft als schon gewusst betrachten. Aber was kann ein Mensch wissen von sich selbst und der Welt und dem Web, wenn er oder sie nicht bei sich ist im Sinne einer Verbundenheit, die den Schatten entlässt. Wenn Idee und Wirklichkeit zusammenkommen.

warum

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Es erhebt sich die Frage: Wie ist es möglich, dass sich die Masse durch bestimmte Mittel bis zur Raserei und Selbstaufopferung entflammen lässt? Die Antwort kann nur sein: Im Menschen lebt ein Bedürfnis zu hassen und zu vernichten. Diese Anlage ist in gewöhnlichen Zeiten latent vorhanden und tritt dann nur beim Abnormalen zutage. Sie kann aber verhältnismäßig leicht geweckt und zur Massenpsychose gesteigert werden. Hier scheint das tiefste Problem des ganzen verhängnisvollen Wirkungskomplexes zu stecken.

Aus einem Briefwechsel zwischen
Albert Einstein und Sigmund Freud
zu dem Thema ‚Warum Krieg? aus
dem Jahr 1932/Diogenes Verlag

great

Make America great again? War es überhaupt jemals ‚great‘? Und was ist überhaupt ‚great‘? Eher kann man einen Einstein, der die Zunge herausstreckt, ‚great‘ nennen, denn der menschliche Humor hat die Kraft, schwierige Seinslagen auszuebnen. Und warum beschäftigt einen überhaupt der amerikanische Zirkus? Nennt man den Kerl nicht den mächtigsten Mann der Welt, weswegen Elon Musk so locker beim Verteilen von Ketamin seine Seele verkaufen konnte, bzw. das, was man aus Mangel an treffenderen Worten eine Seele nennt. Aber nun sind sie sich spinnefeind und arbeiten im Hintergrund an der Vernichtung des anderen. Ich darf hier bemerken, dass ich mich gerade zurückziehe von meinen Informationsquellen, oder besser gesagt schränke ich die Zufuhr stark ein, denn es quellen tiefschwarze Rauchwolken aus den Herrschaftszimmern. Ein gerne totgeschwiegenes Tabu bricht sich Bahn, die finstere Bahn der ‚child predators‘, also der menschlichen Raubtiere, die sich auf die eine oder andere Weise an Kindern vergehen. Und da ist der Präsident von Amerika, den das amerikanische Volk gewählt hat, auf sehr vielen Ablichtungen zu sehen mit einem Mann zusammen, von dem er, der Präsident, wusste, dass es seine Hauptbeschäftigung war, sehr junge Mädchen zu missbrauchen. Gehirne senden Warnsignale bei der Vorstellung, die sonst gerne bei kreativen Prozessen eingesetzt wird, hier aber verboten ist. Denn schon eine fehlgeleitete Pfote auf der Hand eines Kindes ist ein Missbrauch, und es macht fassungslos, dass man das Gefühl hat, es sagen zu müssen. Wegen der unfassbaren Menge der Vorfälle, die einem aus allen Richtungen und Ländern und Institutionen heraus bekannt sind, neben den schwelenden Dunkelziffern. Will man als Frau mit Kind tatsächlich sowas denken? Und dann starrt man in die Bilder vom Gazastreifen und weiß, es gibt keine Steigerungen an Grauen, sondern es ist das Grauen selbst, das Einzug genommen hat in die Menschenwelt. Wenn man es als Gnade ansehen muss, dass einem die Worte fehlen.

Die ganze Maya, unergründbare Schöpferkraft des Illusionären, beziehungsweise die Matrix, Gebärmutter des Seinsvorgangs, helfen uns ja auch dabei, Gefühle zu entwickeln, die vielleicht sonst nicht zur Ausreifung führen würden. Z.B. das Weinen durch tiefgründige Szenen des Films, oder das Schaudern, ausgelöst durch den (medialen) Anblick verhungernder Kinder im Gazastreifen. Was es, das Erleben, zuweilen so grotesk macht, ist die Bürde der Ohnmacht, die solche Geschehnisse hervorbringen, während unsere Teller prallvoll sind. Es gab, erinnere ich mich, vor ein paar Jahren das Projekt ‚Hungerhilfe‘. Die Beteiligten waren der Überzeugung, dass die freiwilige Reduzierung der eigenen Essenszufuhr zu besseren Resultaten in der Nahrungsverteilung führen würde. Man kann sich denken, warum das Projekt verschwunden ist. Nun dröhnt allerdings der kosmische Gong durch Weltall und erinnert auf unangenehme Weise daran, dass Missachtung des Gegebenen und gnadenlose Ausbeutung ihre Grenzen haben. Und das ist schon derart spürbar, dass man die pechschwarzen Reiter durchs Bild gallopieren sieht. Nur sehen sie jetzt ein bisschen anders aus, es gibt ja immer Kostümwechsel. Einer der dunklen Reiter, die auf der Bildfläche erscheinen, heißt Peter Thiel, und er bringt ‚Palantir‘ mit sich, eine ganz verdammt tolle Software, die der schwarze Peter, der ansonsten gern im Hintergrund die Zügel hält, erfunden hat. Der Peter aber, ein Milliardär wie alle apokalyptischen Reiter der Neuzeit, hat ganz andere Pläne mit der Menschheit. Denn er weiß, wie wir alle es wissen, dass das ‚Genug‘ erreicht ist, nur: was nun? Vielleicht setzt sich ja auch ein kollektiver Todestrieb in Bewegung, ein ausgelassener Tanz auf dem selbstgebastelten Vulkan, der dem dunklen Verschlingen entgegenlechzt. Denn es ist Zeit. Nur für was? Oder steht schon alles geschrieben in den Gesängen des Silenos, und spult sich nun ab in zeitloser Zeit (?). *

* Über Peter Thiel informieren!

*

Jemand von uns sagte heute:
Das hat ja ins Herz getroffen.
Aber in welches Herz, das
möchte ich wohl gerne sehen,
das getroffene Herz. Ich kann
aber auch hier sitzen in meiner
Monadeund zu meinem Herzen,
das hinter der Stirn ruhevoll
sich auflädt, sagen: Wie schön,
dass ich dich getroffen habe,
o Herz. Und es ist zwar meines,
aber ich bitte Sie, meine Damen
und Herren, ja reichtdas denn
nicht. Man sieht einen Nu, dem
es reicht. Er übergibt sich, fühlt
sich besser, und öffnet mit dem
dargereichten Schlüssel eine
unsichtbare Tür und whooosh!
Weg war’s. Ich meine jetzt: Weg.
Oder war er erst jetzt da? Im Nu!

* Das Bild habe ich einem K:I-gesteuerten
Beitrag über, bzw. von C.G.Jung,
entnommen (per Screenshot).

entfesselt

Unleugbar ist zur Zeit auf dem Planeten eine gewaltige Entfesselung der dunklen Kräfte zu beobachten. Mit bemerkenswert schlauer Gerissenheit agiert der Triebtäter im eigenen Feld als ‚role model‘. Und weil im Volk so viele sind, die glauben, auch so sein zu wollen, so herrlich und erbarmungslos verlogen, geht das leider oft sehr lange ‚gut‘ für den Player im Sinne von keinerlei Konsequenzen zu seinen Ungunsten. Gerne wüsste man, was in den Gehirnen um Hitler herum wirklich passierte, und genau wann es war, dass einige der Nahestehenden keinen Zweifel mehr haben konnten, dass sie ihre kostbaren Leben einem Irren verkauft hatten. Und ja!, das ist immer wieder mal passiert in der Menschheitsgeschichte. Die durch Papas ud Mamas gedemütigten Geschöpfe wollen entweder Rache oder Gegenwehr oder warum nicht gleich die Vernichtung, vorzugsweise von anderen. Aber wer weiß?, vielleicht sind wir alle nur kosmische Angestellte, die den Plan durchleben, der wir selber sind. Denn im Script sind wir ja vorhanden, sonst wären wir nicht hier. Jetzt kommt es darauf an, was wir selbst machen mit unserer Empörung über die entfesselten Kräfte. Und warum führt diese Bewegung, die ja auch Befreiung heißen könnte, nur in die nächste Dunkelkammer? Und sind wir selbst schon befreit von den Fesseln der Hoffnung? Und was, wenn das tatsächlich schon so wäre? Was würden wir tun, und was können wir jetzt schon tun, um, nur für uns selbst, Klarheit zu erschaffen über die inneren und äußeren Verhältnisse. Denn klar ist auch, dass wir etwas zurückgeben möchten, denn wir haben, God knows why (?), gute Karten erhalten, man will doch irgendwohin danken können, auch wenn es dem Nichts ist. Oder der radikalen Absurdität des Daseins. Oder dem verwunschenen Schloss hinter der Dornenhecke. Und nichts gegen das radikale Erwachen vom Traum innerhalb des Traumes! Auch schön!

Neuerdings fällt mir auf, dass mir die einfachsten Dinge, also die stets verstanden geglaubten, noch einmal neu erscheinen. Zum Beispiel die eigene Geburt. Es gibt ja hier schon viele Vermutungsmodelle, zum Beispiel: kommt man schon schon als ein Ganzes an, um genau d a s dann zu entfalten, oder wird man geprägt vom Einfluss der Umgebung, des Glaubens, der Welt. Philosophen hat es zuweilen empört, dass sie so gar nicht konsultiert wurden darüber, ob sie hier mitmachen wollen oder nicht. Es hilft schon, wenn man so eine gewisse Dosis von Spieltrieb in sich hat, sehr schön verkörpert von Einstein, der sich im Wissenswerten ziemlich weit hinausgelehnt, will sagen: Formeln des Lebendigen erschaffen hat! Denn das wurde vom Menschen am Menschen entdeckt, dass er immer mehr wissen will, und immer noch und trotz allem, gibt nur das Mysterium höchstpersönlich Antwort. Und d a s in stocknüchterner Logik, da es das Unergründliche selbst ist. Und es ist und bleibt klar, dass man selbst der/die sich begleitende/r Reisebegleiter/in ist , also verantwortlich für die Gestaltung des Trips. So weit, wie das in meiner jeweiligen Möglichkeit steht. Aber hallo! rief eine Stimme aus dem Kepos. Sind wir nicht auch ein Raumschiff, eine Wüste, ein Garten, eine Kugel. Wir können Trump denken, können wir nicht auch Beflügelung denken, das sind erschreckende Einsichten, die einen zu sich rufen. Also sachte und humorvoll und stetig von Level zu Level. Macht doch Freude, die Spielregeln selbst zu erkennen.

Pantherauge

Nein, kein drohendes Pantherauge, das mich fragend anstarrt, sondern nur ein Photo von meinem fahlblauen Farbtöpfchen, gesehen als Auge. Oh weh, schon wieder Samstag. Samstags spüre ich, dass die Zeit vergeht, andere haben das vielleicht am Donnerstag, oder eher am Montag, wenn das Freiheitsverheißende schon vergangen ist und mehr oder weniger verhießen hat. Mein Samstageln ist auch kein Klagelied, denn die Woche war gut, die verheißungsvolle Arbeit getan, die Sonne geschienen, ein paar Regentropfen reingestreut, mit Freunden gute Gespräche geführt, was will man mehr. Man, beziehungsweise ich selbst will gar nicht mehr, und der Faden ‚genug‘ hat mich zum Ausgang geführt, also dahin, wo auch der Eingang war oder immer noch ist, denn immer sind Eingang und Ausgang. Es ist eine Drehtür, und jeder kann durch. Es kommt eben nicht von ungefähr, dass sich irgendwann der Duft des Vergänglichen in einem ausbreitet und dann vorüberzieht, so, als hätte man gar nicht bemerkt, dass schon wieder Samstag ist und man wahrscheinlich wieder die Nachtstunden verschläft. Und was, wenn da, in nächtlicher Stille, noch tiefere Gedichte lauern als der Tag gedacht, und ist noch was Übersehenes zu bedenken? Meine samstagliche Bedenklichkeitsprägung kommt natürlich aus den vielen Jahren in Indien, wo der Shani Tempel direkt auf meinem Morgenweg lag, und samstags, auf dem pechschwarzen Marmorboden die tiefroten Hibiskusblüten gestreut, für Saturn, den Gott Shani, den Samstagsgott. Ein leider toxisch männlicher Gott, vor dessen Potential alle Angst haben, deswegen wird gespendet. Frauen durften zwar vorübergehen, aber nicht hoch auf die tiefschwarze Plattform, dabei sind sie doch die Hibiskusblüten, oder nicht? Daher hilft auch d a s, also die Distanz zu Shani, meinen Abschied von der indischen Nabelschnur zu akzeptieren. Unheimlich bleibt ja trotzdem, dass die Zeit einfach so vergeht und einen mitnimmt in ihre Verhältnisse und ihre strengen Bedingungen, die zielsicher zur Asche führen.