deutsch

Zuerst hatte ich eine Fahne aus dem Netz entnommen, (als Nachwehe des gestrigen Tages), dann mir eine gemalt, wird ja wohl legal sein, dann war mir die selbst gebastelte Fahne zu nackt auf dem weißen Papier, und dann ist da wie von selbst Einer aus Zen-La erschienen, vielleicht gar der Silver Surfer persönlich, und ich denke mal, so schnell das Bild auch umpinselt war, kann man doch sehen, dass Zen-La und die deutsche Fahne kompatibel sind. Gestern hatten wir Freunde zu Besuch, und es kam nicht direkt zur Kontemplation über die deutsche Einheit, wohl aber zu adäquaten Details, es ging um „das Ich“ und was es für jeden sein möge und ist. Und da nun jedes Mitglied der Volkssgemeinde, das einen gültigen Pass besitzt, ein deutsches Ich besitzt im Sinne einer legalen Ausweisung, so kann man ja ruhig mal schauen, was einem so einfällt. An solchen Festtagen bin ich froh, keine Televisonsschauerin zu sein, denn sicher gibt es da ein Aufgebot an Zeremonien, die man sich nicht unbedingt reinziehen muss. Frau Merkel habe ich dann spät am Abend doch noch gehört, wie sie meinte, wir seien doch schon etwas, aber wären doch noch nicht wirklich beieinander. Da hat sie wohl recht, und ich bedaure zuweilen, mich nicht öfters hin-und herbewegt zu haben, als noch vieles nicht im Argen war. Einiges war und ist, wie ich es auch auf der  Achse mit Indien erlebe. Die Westler kamen, es kam Geld und die vielen unerfüllten Wünsche traten in den Vordergrungd, wer könnte es nicht verstehen. Was geschadet hat (u.a.) ist aber sicherlich, dass die vielen tiefen und guten Dinge, die im Osten kultiviert wurden unter den jeweiligen Umständen, einfach überrannt wurden, wobei man vereinzelt und persönlich durchaus mit diesen Qualitäten in Berührung kam, zum Beispiel eine nachvollziehbare Ablehnung gegen jede Form von Rede, die als Gehirnwäsche empfunden wurde. Es ist einfach schade, dass nur die Diktaturen Menschen zwingen können, auf ihre Rede zu achten und jedes Wort zu wägen, das würde uns allen doch aus einer Freiwilligkeit heraus guttun. Und Nüchternheit ist willkommen, vor allem, wenn es auch als pragmatisch empfunden werden kann, auf einem Planeten durchs All zu ziehen, und dort mit den Bedingungen der Wanderschaft oder des Durchgangs zurechtzukommem. Man landet auf einem Fleck, man bekommt mit, dass man Deutsche ist, man ermöglicht sich schon früh die Ausreise in fremde Länder, kehrt aber zurück und denkt über vieles nach, wie wir gründlichen Deutschen es halt gerne tun. Aus ‚Man‘ soll ‚Es‘ werden, und aus ‚Es‘ – Ich? Einmal hatte ich die Beziehungen und die Gelegenheit, die indische Staatsangehörigkeit zu bekommen, lange ein unerreichbar scheinender Traum. Das konnte ich mir dann doch nicht vorstellen, so ein Leben ohne meinen deutschen Pass. Und lange Jahre mit Frau Merkel an der Spitze, eine kluge und glaubwürdige Frau aus dem Osten. Und die Sprache! Meine Güte! Ehrenwertes Deutsch, ich danke dir. Schon wacht der Marcel Proust-Effekt in mir auf und möchte nur noch von allem erzählen, was da einfällt in den Gehirnschlund. Ich kann mir ja ein Leben ohne Deutschland gar nicht mehr vorstellen! Der geistig und körperlich nährende Rahmen im Grün! Unbeirrtes Kontemplieren des alten und ewig neuen Weges mit guten Freunden, die vertraut sind mit Höhen und Tiefen. Und was die Quelle betrifft, so kann sie ja nicht durch Pass und Namen als Trennendes wirksam sein. Nicht wirklich!

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