mausetot

Dass Karl Lagerfeld es als Toter in die Nachrichten der „Times of India schaffte, war schon bemerkenswert, auch wenn es auf der „Global News“ Seite war, aber noch fragwürdiger schien es den indischen Freunden, dass er seine Katze anbetete und sie auch geehelicht hätte, wäre die Gesellschaft (meinte er) genug gereift für solche Vorgänge. Seit Millionen von Fremdlingen durch Indien traben und viele von ihnen dadurch auffallen, dass sie besonders lieb zu Tieren sind und sie gnadenlos retten und füttern können, löst sich auch in indischen Gehirnen das Bild von der Katze als böse durch die  menschlichen Schluchten und Gruften streunender Geist, beziehungsweise jagt sie Ratten, das heilige Traveltier von Ganesh, dem Elefantengott. (JaJa) Wir haben eben auch zwei sehr schöne Katzen, und man kann viel von ihnen lernen, unter anderem auch, wie man in seelische und geistige Bredouillen kommt angesichts ihrer natürlichen Begierden. Die Große der beiden ist schon älter und gediegen in ihrer Art, aber der Kleinen gehört ein Teil des Waldes, und von dort bringt sie regelmäßig Tiere im Maul mit, es war auch schon mal ein kleiner Marder, oder ein Vogel. Mir wurde einmal erklärt, dass es Geschenke sind an die, die sie gerade favorisiert. Diese Personen, ungern eine Maus zwischen der vertrauten Materie wissend, suchen dann mit dem Tier die Maus. Neulich bemerkte ich eine Atmosphäre tiefer Innigkeit beim Suchen (nach der Maus) zwischen mir und der Katze, und alle Zeichen deuteten darauf hin, dass sie sich freute,  dass ich ebenfalls die Maus will zum Spielen. Da ist die Kommunikationsebene doch wieder sehr begrenzt, denn ja, will auch ich die Maus, aber aus anderer Motivation heraus. Oft überleben sie ja, wenn wir fit sind beim Retten, doch so manche sind beim Spiel auch gestorben, und wir tragen sie an den Ort, den wir das Mausoleum nennen, das ist schon ganz schön voll.  Als ich die winzige Maus gestern vor diesem Gang spontan an die Yogi Figur lehnte, (siehe Bild), da fiel mir auf, wie ähnlich sie doch auch in ihrer Zartheit waren, die beiden, die Katze und die Maus. Jemand erzählte uns, dass sie irgendwo gesehen haben, dass eine Katze und eine Maus sich täglich das Fressen im Futternapf teilen. Das ist wirklich verblüffend, dass auch hier durch bestimmte Vorgänge der Trieb des Jagens und Mordens vom vermeintlichen Feind gebändigt werden konnte. Hört man mal wieder von Bordellen und Frauenhandel, fragt man sich das ja auch, in dem Falle vielleicht eher, wie es dazu kommen konnte, dass das als „natürlich“ gesehen wird, denn ist die Lust an der Jagd und der Erniedrigung nicht tierisch? Auch wenn man Mensch ist und des Bewusstseins fähig, kann einem das Morden beigebracht werden, denn man muss nicht die Hand heben mit einer Waffe, um des Mordes fähig zu sein, man braucht, wie wir (Deutschen) von unserer Geschichte wissen, nur die willigen Ausübenden. Man stempelt ein ganzes Volk zu gejagten, unwürdigen Mäusen, und obwohl so viele Fragen gefragt wurden, sind manche Antworten nie gefunden worden. In einer Zeit, als ich in einer strikten Mediationsausbildung war, traf in diesem Hof einmal ein Ausgestiegener aus der amerikanischen Navy Seal Elitetruppe  ein, der sich verfolgt fühlte von den Knechten seiner Seniors, denn man verlässt eine Elitetruppe nicht freiwillig. Er war in armen Verhältnissen in Harlem geboren und war irgendwie im  Dunstkreis der als ehrenhaft gesehenen Eliteeinheit gelandet, wurde gnadenlos trainiert und zum Morden geschickt. Sie wussten nie, wo sie aus Fallschirmen herausgelassen wurden, nur, dass sie die dort befindlichen Menschen umzulegen hatten. Als ihm klar wurde, dass dieses sich als nobel tarnende Männerbündnis ihn zu einem Instrument des Mordens gezüchtet hatte, nahm er sein goldenes Navy Seal Emblem ab und gab es zurück, nämlich dahin, wo sie gar nicht amused waren, da vorher noch nie jemand dem Mythos der Elite, sprich: der Gehirnwäsche, entkommen war. Diese Geschichte taucht auch deshalb wieder bei mir auf, weil gerade ein Navy Seal Elitecommander mit bestem Ruf vor Gericht steht, weil einige seiner Elite-Mitspieler ihn angeklagt haben, ohne Grund und aus purer Tötungslust Menschen abgeknall zu haben. Ich denke, es ist ratsam, die dunklen und hellen Anteile in der eigenen Psyche sorgsam zu erforschen, denn es fällt doch auf, dass die Gewohnheit, sich selbst als „gut“ zu empfinden, sehr weit verbreitet ist und keine Garantie dafür, wie ein Mensch sich verhält, der von anderen Gehirnen noch gewaschen werden kann, selbst also ohne Waschmaschin lebt. Auch, dass Bildung keine Garantie ist, wusste man lange nicht. Der Weg der Selbsterkenntnis ist nicht gepflaster mit Garantien. Risikoreich, ganz sicher, aber auch spannender als das Vorgaukeln. Dass noch vor Kurzem ein Dichter (Paul Celan) den Tod als einen Meister aus Deutschland nannte, kann durchaus bedacht werden. Es sagt u.a. etwas sehr Tiefes aus über die Gefahren der Meisterschaften.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.