getrübt

 

Nach einem kurzen Moment tiefer Sonnenwärme regnet es wieder, der April beginnt naturgetreu mit sich selbst, man sinniert über eine dichte Flocke, ob das Schnee gewesen sein kann. Es konnte. Aus Indien kommen über WhatsApp Berichte von der aufsteigenden Hitze und den abreisenden Touristen. Ich betrachte die Zeichnung, die ich gestern gemacht habe (s.o.) und sehe sie ein bisschen so, wie man es manchmal mit Träumen gelernt hat zu tun, wenn man sich an sie erinnert und von etwas in ihnen berührt wurde, also dass man alle agierenden Personen darin ist, ich also hier sehe, dass ein sich kümmerndes Augenpaar auf eine leicht ermüdete Beflügelung schaut, ein zarter Aspekt, der sich am Leben erhalten muss und kann, aber sich auch in Erschöpfungszuständen um sich selbst kümmern muss. Das kann man ja nicht immer, deswegen ist es gut zu sehen, dass es geht. Eigentlich sieht man auf der Zeichnung gar nicht, wie es geht, es kann höchstens ein Gefühl in einem auslösen. Es hat mich schon immer fasziniert, dass drei Punkte in einer Fläche unter Umständen ein Gefühl in einem auslösen können. Da ich diese Betrachtung des Bildes auch als einen Akt der Freiheit sehe, merke ich, dass es einerseits eine Dokumentation meines Zustandes sein kann, aber selbst ich beziehungsweise ich selbst bin auch an meine eigene Interpretation nicht gebunden. Sie scheint mir allerdings eine gewisse Logik zu haben, auch wenn sie gerade mit meinem bewusst erfassten Zustand nicht unbedingt übereinstimmt. Aha!, kann man denken, da ist noch was anderes, was zugelassen werden muss, eine Trübung, die es entweder zu genießen oder bewusst zu erfassen gilt. In den Berufen, die sich nach innen richten, erfährt man eher die Zeitlupensicht, die man vielleicht auch die Echtzeit nennen könnte, da sie durch keinerlei Berechnung eingegrenzt ist, als die superschnelle Frequenz, die noch größere Ladekapazität hat. Die Entrümpelung des Geistes gleicht ja auch durchaus den Schwierigkeiten der praktischen Sachenenttrümpelung, die oft als Idee durch uns hindurchgeistert, bevor Erfolge bemerkt werden können. Es braucht Zeit und eine Bereitwilligkeit zu diesem Aufwand, sich auf die Schliche zu kommen.  Gibt es Zeichen dafür, dass ein Mensch sich erkannt hat?, und in welchem Verhältnis steht die sogennannte Selbsterkenntnis mit der persönlichen Weltdarstellung? Dem Spiel, meine ich, in dem man das, was man von sich versteht, zum besten gibt. Man erkennt auch während des Spiels, dass die meisten Spieler es vorziehen, „Schach matt“ sagen zu können, als vom Brett gefegt zu werden. Und blickt man mal selbst wenig durch, kann man sich vorübergehend als Angestellte/n einstellen: als Beobachter, als Zeugin, als Seher, als Forscherin, und an die Arbeit gehen. Die innere Arbeit hat den Vorteil, dass man in der eigenen Werkstatt tätig ist. So stehen einem auch die eigenen Instrumente zur Verfügung. Gut, man hat schon in schwer durchdringbaren Feldern geackert, das ist nicht so, als würde man das Haus der Eltern erben, nein. Nein, man fand, dass man keine Wahl hatte als d e m Folge zu leisten, was aus dem Innen kam. Die Wahl des Fortbewegungsmittels. Das Vertrauen in eine nahtlose Spur, die erst beim Voranschreiten erkennbar wird, denn einerseits gab es sie schon als Anlage, und andrerseits gab es sie nicht. Keine Garantie nirgendwo.

 


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