…und tu, was du willst….

Liebe und tu, was du willst.*
Liebe und tu, was du willst?
Ein mutiger Satz, man könnte ihn leicht missverstehen.
Heißt es, man kann einem liebenden Menschen zutrauen,
dass er nichts anrichtet, was Anderen schaden könnte?
Dass er oder sie den Raum öffnen kann, ohne sich fürchten
zu müssen? Fürchten vor was? Vor den Seinsweisen anderer?,
vor ihrem lieblosen Blick? Vor ihrer Urteilskraft? Vor ihrer
Scheinheiligkeit? Vor ihrer Unfähigkeit, sich selbst zu
reflektieren, damit die schmerzhaften Felder und die
mitlaufenden Störungen nicht in den Blickpunkt geraten?
Die Furcht vor Vernichtung, wenn in den Anfängen der
persönlichen Geschichte dieses Sein nicht genügend zugelassen
wurde, um zumindest eine Ahnung zur Verfügung zu haben von
der Einzigartigkeit individueller Existenz – bei gleichzeitigem
Wissen um die Flüchtigkeit des Vorübergehens?
Was will ich tun, wenn ich liebe? Es erscheint nur natürlich,
das Beste zu geben, zu dem man im Moment in der Lage ist.
Man kann da sein und dabei sein. Ich kann Raum geben
und staunen, was darin alles möglich ist. Wenn eine Tiefe im
Raum sich verdichtet, die das Verborgene und das Bangende
löst und sich hervortraut aus den unruhigen Verstecken.
Wenn mein Wille sich fügt in das nicht mehr Deutbare,
wenn  Freude sich weitet und überströmt in  unleugbares Erleben.
Dann ist Liebe im Raum und unbeschränkte Wahrnehmung.

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*Augustinus


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