bedenken

Menschen allerortens sollen Kisten vor ihre Türen gestellt haben mit Dingen, die sie bereit sind, wegzugeben. Es sollte auch heitere Gesetze geben ohne Anbindung an Religion und Gutseinszwang. Für sich selbst natürlich schon wissen, was gut und was nicht gut tut. BürgerInnen könnten also alles, was sie wirklich nicht mehr brauchen, vor die Tür stellen, aber ich merke, das gibt es auch schon. Nur haben viele Menschen zur Zeit mehr Möglichkeiten, sich mit d e m  zu beschäftigen, was schon lange in ihnen herumkreist, und jetzt gibt die Virus-Blockade einen Schub, günstigerweise da, wo so ein Schub hilfreich ist. Oben im Bild sieht man eine Scherbe aus einer der drei Kisten, die ich bisher in der Corona-Krise leeren konnte, und das ist, was noch übrig blieb, die Füße mit dem Nagel drin, ein Fund bei einer Haus-Renovierung. Ob es wohl noch Christen gibt, die froh sind, dass er nach dieser Tortur endlich in den Himmel fahren konnte, ich weiß es nicht. In der neuen, globalen Bedenkzeit hat man auch Chance, herauszufinden, was einen Klang in einem erzeugt und was nicht. Ich habe auch schon den Schmerz als eine reife und reifende Erfahrung erleben können, und selbst der Grundton der Freude kann immer mal wieder neu ausgelotet werden. Wenn das Spiel vehement unterbrochen wird von einem Störfaktoren, der uns alle auf die eine oder andere Weise betrifft, bleibt nichts anderes übrig, als sich zu fragen, was m i c h eigentlich betrifft und die Anderen um mich herum, was wiederum den Blick erzeugt, mit dem ich die Welt sehe, und auf den die Welt auch reagiert. Vor allem, wenn die Sprache hinter den Sprachen sich noch ausdrücken lässt oder kann. Obwohl der Schmerz tiefer zu dringen scheint als die Heiterkeit, ist die tiefe Freude weniger sichtbar und oft auch schwieriger zu erreichen, da sie so sehr im Ungewissen gehalten werden muss, nämlich, was jeder Mann und jede Frau und jedes Kind und jedes Tier darunter versteht. Bedenkzeit also, frei ins Haus für alle. Was ich an den Katastrophen der Flüchtlinge und der Naturkatastrophenopfer, wie zum Beispiel gerade in Kalkutta, so schrecklich finde, ist diese Entwurzelung aus den Ecken des Daseins mit den paar Dingen, die diesen Betroffenen vertraut sind. Ich war in Indien in vielen Hütten von sehr armen Menschen, aber alle hatten eine angenehme und warme Atmosphäre: die Feuerstelle, wo man herumsaß und auf den Tee wartete, die Matratzen zum Ausruhen und Schlafen. Auf jeden Fall auch die e i n e Metallkiste, wo die Dinge gefaltet wurden, die man nur manchmal trug, zu Hochzeiten und Trauerfeuern. Dann alles weg und da, wo man hingehen kann oder muss, will niemand einen haben, denn man ist eine Belastung. Später hört man oft, wie schlecht es ihnen tatsächlich geht. Aber manchmal kommen die untragbaren Zustände ans Licht, eben durch so einen Virus, der plötzlich erscheint und Antrieb und Auslöser ist für Bedenken. Das gibt es ja bereits für die Fleischfabriken, durch die Ansteckungsgefahr entlarven sich die Systeme. Wie man sich vorstellen kann, sind auch Bordelle stark betroffen durch die kaum durchzuführenden Maßnahmen. Wie wär’s, wenn die Bedenkzeit genutzt werden würde für einen Systemwechsel. Man ist ja nicht naiv genug zu glauben,  dass etwas , was sich so lange als das sogenannte Normal durchsetzen konnte,  verschwindbar gemacht werden wollte von denen, die es wollen. Sklavenmarkt, G5, Frauenhandel etc, aber Eindämmung des Übels wäre schon hilfreich. Das Augenmaß an den Darknet-Systemen mal schärfer angelegt.

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