Aufschrei

Es gab nach längerer Zeit mal wieder einen landesweit hörbaren Aufschrei der Frauen über dasselbe Thema, das bereits einige Aufschreie verursacht hat, vor allem seit der 2012 weltweit dokumentierten Vergewaltigung einer Frau, der man den Namen ‚Nirbhaya‘ gab und die an den Folgen unvorstellbarer Grausamkeit starb. Priester und Gurus und Politiker schlugen daraufhin einige bizarre Dinge vor wie: Frauen und Mädchen sollten doch lange Mäntel tragen oder dem Vergewaltiger die Füße berühren und ihn ‚Bruder‘ nennen, damit er von der bösen Absicht abgelenkt wird, und abends nicht auf die Straße gehen usw. Das wirklich Irrsinnige an der Entwicklung ist, dass es sich zu oft um Gruppenvergewaltigungen dreht. Bei der Anzahl der beteiligten Männer scheint es kaum Grenzen zu geben.  Nun ist ein ähnlich gruseliger Fall in Hyderabad aufgetaucht. Schwer betrunkene Männer, die abwechslungsweise über eine Frau herfallen. Um sie danach töten zu können, sagten die Männer aus, mussten sie nochmal zur Flasche greifen, so, als würde es dadurch begreiflicher. Nun hat sich über den Hyderabad Fall ein Filmemacher gemeldet (Daniel Shravan) mit zwei Vorschlägen, die seiner Meinung nach hilfreich wären. Er schlug vor, Frauen sollten ihren Vergewaltigern Kondome anbieten, um sich davor zu schützen, ermordet zu werden (Hä?). Dann schlug er vor, „Vergewaltigung ohne Gewalt“ zu legalisieren. Bei dieser Art von Fassungslosigkeit stockt einem der Atem, und man kann das Ausmaß des Abgrundes zwischen einer großen Masse von Frauen und einer großen Masse von Männern nur ahnen. Nicht, dass das Thema in der Weltgeschichte  unbekannt gewesen wäre. Immer mal wieder war man fassungslos gestrandet in der Vorstellung, wie zB. in Kriegen auf einmal so viel Entzetzliches und Unvorstellbares möglich wird, sodass der Strohhalm des Menschlichen ins Wanken gerät. Und kann sich das wirklich erholen, wenn nicht nur der Aufschrei lauter, sondern auch die Betroffenheit tiefer wird. Ja, wie tief soll diese Betroffenheit gehen. Wie tief kann sie gehen. Natürlich wird jetzt das Netz angeklagt, die schlimmen Angebote, die Filme, der Westen. Es sind ja (scheinbar) gar nicht so viele, die wirklich wissen, dass sie die Gestalter ihres eigenen Schicksals sind. Vor allem, wenn ich bereit bin, ins dunkle Netz zu gehen, muss ich wissen, was ich dort suche. Müsste, sollte, könnte. Die Täter von 2012 sollen in den nächsten Tagen gehängt werden, man sucht noch nach einem Henker. Man hofft, dass es abschreckt. Aber es sieht aus, als würde es immer mehr werden. Oder es sind Phasen, wo eine ungeheure Enthemmung sich durchsetzt. Das Angeln nach den Worten führt nicht hin, wo man ist. Man lässt sie in Ruhe.

One thought on “Aufschrei

  1. Anja Antworten

    Fassungslos steht man da!
    Welch kalte Grausamkeit überall!
    Es ist erbärmlich, die Täter im Egorauch, hirnlos, selbstsüchtig und unmenschich, was für ein Karma!? Die Gerechtigkeit stürzt hoffentlich voller Kraft über Alle herein!!!
    Männlichkeit erniedrigt sich selbst zutiefst, was für ein Armutszeugnis kranker Köpfe!
    FrauenandieMacht! Schamlos und voller Mut!!!

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