stürzen

Meist wissen ja „alle“ über verschiedene Informationspfade, wenn etwas stürzt, auch wenn es „nur“ die Tagestemperatur ist, sodass man sich schon, bevor man draußen war, nach der Herbstkleidung umsehen kann, was man eben so für sich Herbstkleidung nennt. Und tatsächlich findet man gestürzte Grade vor, begleitet von bestürzenden Nachrichten über die verschiedenen Stürze, die sich in den ostdeutschen Wahlurnen zusammenbrauten, bis klar war, wo es wächst und wo es schwindet. Auf jeden Fall wächst es d a auf unheimlichste Weise, wo Ängste erfolgreich produziert und geschürt werden, und so sprießen aus den verunsicherten  Zuständen die vielen Blumen der Verwirrung und Verirrung ungehemmt hervor. Die Geschichte hat gezeigt, dass das Volk, das sich dann, in Zeiten der Angst also, in schutzsuchender Empörung versammelt, sich gemeinsam eine Menschenform herausbastelt, die ein Gefäß werden kann für erforderliche Emotionen, die es geben muss (z.B.), um den Großteil eines Volkes zur Vernichtung oder Ablehnung eines anderen Volkes zu bewegen. Und wenn es auch angenehm ist, niemanden zu kennen, der Björn Höcke als einen Hoffnungsträger sieht, der aus uns wieder ein angstfreies Deutschland macht, so beunruhigend kann doch die hochgerechnete Zahl derer sein, die das ganz anders sehen. Und nun stürzt natürlich durch die Notwendigkeit einer demokratischen Notlösung die Demokratie selbst in eine bittere Einschränkung. Zuschauen kann man auch dabei, wie die Krassheit der Ablehnung die unerwünschten Mitgliederzahlen steigert. Auf einmal stürzen die Ablehner, auch das hat seine Logik, auch wenn man ihr ungern folgt, denn man weiß ja auch von den schleichenden Bewegungen der Dinge, bevor das wahre Gesicht offensichtlich wird. Und in der sich  als aufgeklärt empfindenden Gesellschaft die nächste Frage auftaucht über die zwiespältige Natur des Wahren, und wer sie gepachtet hat. So entsteht auch Ohnmacht. Einerseits ist man unwillkürlich HellseherIn, andrerseits ohnmächtig im Strom des sich unaufhörlich Bildenden, auf das man in sehr vieler Hinsicht keine Wirkung ausüben kann. Natürlich kommt einem dann die eigene Oase zuweilen sehr klein vor, wenn man keine Ertrinkenden aus dem Meer holt oder menschlichen Kontakt mit einem Imam anstrebt und umsetzt, aber ich lege ja mein Vertrauen eher in die starke Präsenz einzelner Punkte (Menschen), die sich mit anderen Punkten dadurch verbinden, dass sie bei sich bleiben. Das Beisichsein ist ein inneres Tor mit einer beweglichen Drehtür ins Außen. Ein System, das sich selbst organisiert auf der Basis prozentualer Wachheit als wesentlicher Schlüssel des Gelingens.

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