To me/you

Bildergebnis für Ardhana Ishwara

Fern liegt es mir (denke ich mal), an diesem Punkt meine geistigen Leidenschaften auf die Me /too Debatte zu lenken, mit diesem Verständnis für die Notwendigkeit des Durchgangs einerseits, und anderen Belichtungen des Themas andrerseits, mit denen viele von uns ja auch schon ziemlich lange zu tun hatten, und vielleicht tut sich ja auch durch die mannigfaltigen Umgrabungen und gedanklichen Ackereien letztendlich mehr, als sich in der ganzen uns bekannten Menschheitsgeschichte an diesem Punkt getan hat. Und in logischer Konsequenz muss man sich dann fragen, was denn nun der Punkt i s t? Nun spaltet sich der Punkt gleich in mehrere auf, deren Wahrheitsgehalt sich prozentual ähnelt. Immer gab es Frauen, die auf Pferden aus irgendeinem Grund durch die Gegend geritten sind. Man könnte auch die Geschichte der Menschen als eine Geschichte sexueller Zwanghaftigkeit sehen, mit der ganzen Latte von Prüderie bis Sadismus. Und komplex! Was dachte wer wann, und in welcher Kultur fand und findet es statt? Und wie konnte das, was wir jetzt vorfinden, überhaupt passieren, und wer hat das alles mitgemacht und warum, und warum konnte man es nicht besser wissen? Und ist nicht die Menschheit eine Masse von Einzelnen, die alle betroffen sind, und die verletzt wurden und mit denen, also mit uns, was gemacht wurde, was nie hätte sein dürfen, und wieso konnte man so vieles zulassen. Und wer wäre man ohne den Mut und Drang zur Erfahrung. Die ermüdende Phantasiegaukelei indischer Hochzeiten etwa hat auch nicht dazu beigetragen, die Schrecken der Nacht in einen entspannten Morgen zu führen…nicht, dass es jemals ein Ziel war. Und klar!, hat es mich einigermaßen interessiert, was Jens Jessen in der letzten Ausgabe der Zeit mit „Der bedrohte Mann“ meint, bzw. war der Titel: Schäm dich, Mann! Das überholt sich alles schon von selbst. Denn selbst wenn ein Mann sich schämen wollte (ich finde Scham ja nicht hilfreich), würde er es nicht auf Anhieb können. Und ja!, Frauen sind auch nicht viel besser so im Allgemeinen, aber auch wir als Frauen wollen doch mal eine Weile schauen, was wir so alles bewegen können durch unsere Kunst und Weisheit, und unseren verfügbaren Spielraum nutzen ohne die aufoktroyierten, und vorübergehend von (uns Frauen?) akzeptierten, männlichen Spielregeln. Eine gute Wendung in der Problematik fände ich, wenn man an sich selbst ein erhöhtes Interesse feststellen könnte, den Dingen, die zu einem sprechen, aus eigener Sicht zu begegnen und noch einmal zu schauen, was man eigentlich an der persönlichen Wirklichkeit entlang denkt, und dann, ja, mit der inneren Verbundenheit wieder hinaus in die sich ewiglich neu gestaltende Maya, also zum einen die illusorische Manifestation des Weltgefüges, andrerseits das Übungsrevier für die Glaubwürdigkeit des eigenen Ausdrucks. Zweifellos ist der Zusammenhang zwischen „wer bin ich?“, und „wer sind die Anderen?“(!). So kann man von mir aus das MeToo gerne erweitern, z.B. durch „to me“, oder „to you“ , oder „you too, mit  wachsamerer Aufmerksamkeit vielleicht die menschliche Begegnung in Erfahrung bringen, und die Katastrophen bedenken, die bei flüchtiger Betrachtung daraus entstehen können. Ich ganz persönlich denke, es könnte ein Erwachen  geben hin zur Erotik des Daseins, und die damit verbundene, wichtige Frage, was denn das Leben tatsächlich lebendig macht.

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