wandern

Es sind oft die Menschen, die auf eine ernsthafte Weise eine (meist östliche) geistige Schulung und Praxis durchwandert haben, die zeitweilig vor allem in der westlichen Gesellschaft einen seltsamen Eindruck machen, da sie aus vielerlei Gründen nicht mehr wirklich integrierbar sind, bis es zu einem gewissen Punkt kommt, an dem sie sich selbst wieder, zu welchem Maß auch immer, integrieren können. Lange Zeit war es eine Tatsache, dass „spirituelles“ Wissen aus Indien kam, oder vor allem dort gesucht und zuweilen auch gefunden wurde. Das sogenannte „Göttliche“ und seine vielen Spielarten war ganz sicherlich anziehender und reizvoller in Indien dargeboten, und ich denke, viele westliche Sucher wollten dem Leidensdruck entkommen, wie auch immer. Ein großes Hin-und Herreisen begann, und für Einige war das Zurückkommen gar keine Option mehr. Durch die gegenseitigen Zugeständnisse vor Ort begannen die Lehren (zum Glück) sich zu wandeln und zu öffnen, sodass es letztendlich schien, als würde alles sich drehen und wenden und sich abstoßen und sich angleichen in einem langwierigen Waschvorgang zwischen Ost und West, dessen Resultate schwer überschaubar sind. Die Zeit  und ihr Antrieb ermöglichte eine Bewegung vom Rand in den Kern des Geschehens. Aus Seiltänzern wurden ForscherInnen des Subatomaren. Es war im Westen, dass zutiefst verstanden wurde, dass nur durch gleichermaßen ernsthaften Umgang mit der persönlichen Geschichte der bereits meditativ erfasste Raum als eine lebendige Realität möglich war. Das dauerte ein paar weitere Jahre. Es brauchte einen begeisterungsfähigen Kopf, um den Irrsinn vom Licht unterscheiden zu können. Dazwischen viele Irrlichter, man hielt sich an stabile Pfosten: Poeten, Philosophen, Psychologen, wissensvolle Persönlichkeiten, um hier die P’s abzurunden. Poetische Poiese, das war’s doch. Sich selbst erzeugende Poesie, auf deren Quellwasser man sich verlassen kann, und vielleicht ein entwaffnender Kampfgeist als Ausgleich, damit das, was einem am Herzen liegt, nicht im Zuspiel verloren geht. Die Herausforderungen des Zuammenspiels wiederum, überhaupt die belebenden Künste des Zusammenseins, der Klang eines anderen Wesens, die mit sich selbst verbundene Tonart   als Möglichkeit des Gebens, ohne dass ein Verlangen daran gebunden ist. Jetzt sind wir mit Menschsein beschäftigt. Wer will beurteilen können, wieviel davon schon erforscht ist, forscht doch jeder (Forschende) mit anderen Mitteln. Tief verborgen und doch offen sichtlich liegt der einsame Mensch (nun selbst der eine Same) in den Armen des Gemeinsamen. Jedem ist es gegönnt und erlaubt, hier das Meisterhafte in Betracht zu ziehen. Wie wird man das denn: ein Mensch, mit dem man unbedingt leben möchte, und der keinem Anderen schadet.

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