herumkommen

Alien auf dem Weg zum Kimakatastrophengipfeltreff.

Das war schon beeindruckend, ja, wie viele Menschen sich aufgemacht haben, um unter strahlendem Himmel ihre Besorgnis über den Planetenzustand auszudrücken. Selbst in Indien soll es Proteste  gegeben haben. Das war wirklich allerhöchste Zeit, obwohl auch da, wo Millionen von Menschen in Augenhöhe der SUV-Auspuffe ihr Leben aushauchen, man sich vor allem sorgen darf, wie diese dringenden Botschaften durch die erstarrten Strukturen dringen können, und ob sie das können. Vielleicht auch dort am ehesten die Jugendlichen, wenn die einst von den ewig Wenigen gepredigte Lehre von dem grundsätzlich gegebenen geistigen Freiraum des Menschen ihnen als gelebte Realität vor Augen tritt, auch wenn der Druck zu wirkungsvollen Aktionen eher von den Notzuständen stammt. Und so gibt es neue Abenteuer zu bestehen. Manche rüsten sich mit erstaunlicher Expertise für eine lange, lange Fahrt in die Eismeere, lassen sich dort einfrieren und von den Schollen ins Ungewisse treiben, volle Fahrt voraus. Wir werden wahrscheinlich von euch hören, vielleicht auch nicht. Beeindruckend fand ich auch an den kurzen Einblicken, die ich über Nachrichten von den großen Versammlungen hatte, wie viele Menschen einzelne Plakate bei sich trugen, oder auf irgend welchen Pappen Ausdruck davon geben konnten, was sie bewegt. Ich denke, dass Greta Thunberg mit ihrem aufwendigen Schicksal auch dazu beigetragen hat, dass sich vor allem Schüler und Schülerinnen der Bewegung ermutigt fühlen, auch allein ihre Botschaften zu zeigen, unterwegs in Zügen zum Beispiel. Die digitale Vernetzung zu direkten Treffen zu benutzen, das klappt offensichtlich auch in Hongkong so gut, dass es bei allem Ernst auch einen spielerischen Aspekt hat. Interessant könnte ich mir auch vorstellen, dass diese neue Art, das  einen Bewegende mit persönlichem Schriftzug vor sich herzutragen, sich zu einer neuen persönlichen Ausdruckswelle entfalten könnte, wo ein jede/r der oder die sich davon angesprochen fühlt, die jeweilige Befindlichkeit auf ein Stück in einer Mappe mitgetragenes Papier notieren könnte, sagen wir mal von „bin gerade nicht gut drauf, oder „bitte nicht ansprechen, Wut, bis „hey Leute, ich könnte tanzen vor Begeisterung und Freude“. Na ja , so viel Brauchbares fällt mir jetzt nicht ein, und wüsste man dann mehr vom Anderen? Und müssen mir ausgerechnet am Samstag, wo ich mich eher den absurden Aspekten des Daseins widmen möchte, dann so ernste Dinge einfallen. Immerhin müsste man (man!), bevor man ein Blatt zückt, wissen, in welchem Zustand man sich befindet, so wäre es vielleicht am ehesten hilfreich für einen selbst. Das Papier wäre dann der direkte Vermittler zwischen mir und mir, an welchem präzisen Punkt Eckhart Tolle sich dann fragte: wenn ich der Eine bin, wer ist dann der Andere. Eine gute Frage, das muss man ihm lassen. Sie hat ihm auf jeden Fall zu angemessenem Ruf und Ruhm verholfen, denn es drängt bis heute eine Menge Menschen danach, darauf eine Antwort zu finden, weil wir ahnen, dass wir um manche Fragen einfach nicht herumkommen.

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