ablösen

Dass man sich eines Tages von Engeln und Göttern ablöst, hat seine Konsequenzen. Nicht, dass man sie ganz außer Acht lassen kann, nein, das Göttliche hat durchaus und durchweg seine Funktion zu erfüllen, von denen  e i n e ist, dass man durch das vorgestellte Oben gleichsam in eine Vertikale gezogen wird, die einen durch die notwendige Weile oder Meile hindurch lehren kann, sich von den aufgebauten Identitätsvorstellungen zu lösen und dadurch die Wahrnehmung anderer Ebenen zu ermöglichen, die man in allen geistigen Konstrukten wiederfinden kann, als Stufen, als Baum, als Pyramide usw. Was für das Oben gilt, gilt natürlich ebenso für das Unten. Wie hoch ich hinauf kann, und wie tief hinunter, hängt von meinen Einstellungen ab, von meiner Fähigkeit zu kontemplieren und zu differenzieren. Überhaupt dient alles Daseiende für die Anwesenden vor allem als ein Beispiel, wie es a u c h sein kann und oft vorkommt, wenn es sich durchgesetzt hat, aber wie es für einen selbst  nicht sein muss, obwohl die universellen Grundgesetze nicht zu ignorieren sind. Man muss sich nicht verhalten wie ein Narr, oder wie Luzifer, der es darauf ankommen lässt, dem souveränen Spieler doch noch ein Schnippchen zu schlagen. Deswegen ist es auch ohne Glauben an Gott manchmal interessant, menschliche Auswüchse scheitern zu sehen. Wenn man das Wunder des Daseins auf die eigenen Schultern nimmt, wird man ja selten enttäuscht, sondern wird eher überrascht von der Vielfalt der Vorkommnisse, bei deren Handhabung es keine Grenzen zu geben scheint. Und dennoch ist das Verhalten des Menschen erkennbar. Zum Beispiel war und ist Donald Trump schon auch ein interessanter Player im Sinn, dass er das ganze Ausmaß eines von sich selbst derart überzeugten Ichs verkörpert, das nie auf die Idee zur Selbstreflektion kam und nie zu spüren bekam, dass nicht alles käuflich ist und dennoch seinen Preis hat. Einmal zu sehen, wie so ein scheinbar stabiler Thron nicht nur zu wackeln beginnt, sondern tatsächlich unter der Last der Einbildungen zusammenbricht, und dann die Einbildungen selbst zerfallen, weil sie vom Spieler nicht mehr gestützt werden, dann die Begriffe versagen, weil sie sich als die bedeutungslose Leere zeigen, die sie ja tatsächlich sind, nur Worte, nichts weiter, das bricht schnell zusammen und kann sich gar nicht erholen, weil es gar nichts ist. Deshalb nennt die Nichte von Trump, von dem es ja viele gibt, viele Trumps und viele TrumpanhängerInnen, ihn den gefährlichsten Mann der Welt, und das gilt für alle gefährlichen Männer oder Menschen der Welt, dass, wenn im Ozean des Ungewissen  das Gewissen und das Wissen entfällt, das nur zu Gutem führen kann, wenn da noch etwas ist, oder endlich etwas ist, das sich selbst erspüren kann als Substanz mit durchaus erfreulicher Handlungsfähigkeit, die die Gefahren bannen kann. Und wer könnte mehr staunen als man selbst, und wer einen vom Staunen abhalten beim Durchkreuzen der absoluten Glaubensfreiheit. Und was n o c h ist oder noch n i c h t ist, wird sichtbar werden, warum sollte man daran zweifeln.

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