{"id":9825,"date":"2020-03-04T06:54:34","date_gmt":"2020-03-04T06:54:34","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9825"},"modified":"2020-03-04T07:15:29","modified_gmt":"2020-03-04T07:15:29","slug":"simpel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9825","title":{"rendered":"simpel"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9826\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200304_103324-210x300.png\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"272\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200304_103324-210x300.png 210w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200304_103324-716x1024.png 716w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200304_103324.png 762w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9827\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200304_103228-281x300.png\" alt=\"\" width=\"253\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200304_103228-281x300.png 281w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200304_103228-768x819.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200304_103228-960x1024.png 960w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200304_103228.png 1059w\" sizes=\"auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/><\/p>\n<h5>Es kamen ja dann Nachrichten und gutgemeinte Ratschl\u00e4ge von Freunden, man solle Delhi lieber meiden, weil es dort Ger\u00fcchte gebe, dass neue Unruhen ausbrechen k\u00f6nnten, keiner wusste mal wieder nichts Genaues. Interessant, wenn man dann entscheiden muss. Das l\u00e4uft ja gerade im Zwiegespann mit dem Corona Virus, auch bei Freunden im Dorf lagen bereits ganze Boxen mit Gesichtsmasken herum, jetzt schon die mit dem speziellen Ein-und Asatmungsteil vorne wie bei einer Gasmaske. Ich besitze nur die einfache Form und merke mir eher die \u00fcberall durchgesagten Simplizit\u00e4ten: H\u00e4nde waschen und nicht mit den Fingern ins Gesicht fassen wegen der Selbstansteckung. Das finde ich als Aufmerksamkeits\u00fcbung praktisch, weil man ja merkt, wie h\u00e4ufig man sich selbst ins Gesicht fasst, oder schneuzt oder schminkt usw. Vor der Abfahrt mit dem Nachtbus musste ich noch ein Paar Schuhe zur\u00fccklassen, die einzigen, die mir bequem vorkamen, aber die Sohle hatte sich gespalten, das war nicht mehr tragbar. Im Bus selbst hatte ich eine der starken\u00a0 Baumwolldecken mitgenommen aus der uns heutzutage ungetr\u00fcbt vorkommenden Baumwollzeit, die ich dann auch am Morgen verabschiedete und im Abteil lie\u00df, aber der Luxus der guten Decke hat sich tats\u00e4chlich gelohnt zur Aufhellung des dunklen Nachtlagers. Ich bin also in Delhi angekommen und auf dem Weg in mein Hotelzimmer habe ich kurz in der Zeitung, die in der Halle ausliegt, gelesen, dass Indien alle Einreisenden\u00a0 auf den Virus testet wegen der rasanten Verbreitung. Ich w\u00fcrde mal sagen, dass jeder Zehnte schon eine Maske tr\u00e4gt, oft in wei\u00dfer Farbe, aber man sieht auch ganze Reisegruppen mit schwarzem Mundschutz, man denkt an den eigenen und ob man das Ding tats\u00e4chlich mal tragen wird. Wer geh\u00f6rt zu den Vorsichtigen und wer zu den \u00dcberm\u00fctigen, die sich nun \u00f6ffentlich den lauernden Gefahren aussetzen? Ich kann nicht behaupten, dass sich in mir eine Unruhe regt. Ich habe die Nachtfahrt schon hinter mich gebracht, dann den Kampf um die Riksha um f\u00fcnf Uhr morgens noch im Dunkeln, wo doch jeder wei\u00df, dass eine Frau allein in Delhi nicht im Dunkeln rikshafahrend unterwegs sein sollte. Weil es dunkel ist, murmle ich in meine Handfl\u00e4che ein paar Smartphoneworte von wegen &#8218;Riksha&#8216; und &#8218;Hotel&#8216;, aber der Fahrer findet es nur auch sehr kalt und rollt mir den Seitenschutz runter und bringt mich schnurstracks in das vorgebuchte Schutzdepot. \u00dcberall freundliche Menschen, man kann nicht klagen. Ob sich in dieser verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Ruhe in rastlosen Gehirnen etwas Ungutes zusammenbraut, wir wissen es nicht. Man kann nur immer dem vertrauen, zu was man gerade in der Lage ist einzzusch\u00e4tzen, nicht unterzusch\u00e4tzen, aber auch nicht \u00fcbersch\u00e4tzen. Seit ich in den letzten drei Jahren hier \u00fcbernachte, gehe ich in ein in der N\u00e4he gelegenes Cafe, das uns Traveller willkommen hei\u00dft und d a s auf der Karte hat, was man sich vorstellen kann zu essen. Toasted brown bread mit butter, und guten, starken Neskaffe etc. Man sitzt leicht bet\u00e4ubt vom Erlebten und starrt auf den brummenden Bazaar, wo so ziemlich alles erlaubt ist, was rollt und Dreck ausspuckt. Man ist irgendwie froh, am Leben zu sein und hat zum Gl\u00fcck nicht viel zu tun, als\u00a0 innen sich langsam alles setteln lassen, wo es hingeh\u00f6rt, das eine zum Weizen, das andere zum K\u00f6pfchen. Und sch\u00f6n, dass es die Maschinen gibt, unsere lieben Freunde. Wie w\u00e4ren wir ohne sie drauf. Undenkbar!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kamen ja dann Nachrichten und gutgemeinte Ratschl\u00e4ge von Freunden, man solle Delhi lieber meiden, weil es dort Ger\u00fcchte gebe, dass neue Unruhen ausbrechen k\u00f6nnten, keiner wusste mal wieder nichts Genaues. Interessant, wenn man dann entscheiden muss. 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