{"id":9779,"date":"2020-02-28T04:54:47","date_gmt":"2020-02-28T04:54:47","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9779"},"modified":"2020-02-28T04:54:47","modified_gmt":"2020-02-28T04:54:47","slug":"ausloten-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9779","title":{"rendered":"ausloten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-9780\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200228_064234-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200228_064234-300x298.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200228_064234-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200228_064234-768x763.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200228_064234.jpg 995w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/p>\n<h5>In den vielen Jahren hierzulande habe ich auch etwas \u00fcber den Unterschied zwischen &#8218;liking&#8216; und &#8218;loving&#8216; gelernt. Es ist ja eine der peinlichen Grenzen, wenn man zuweilen denkt oder glaubt oder f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, alles Daseiende mit einer Liebe, m\u00f6glichst bedingungslos, zu durchstr\u00f6men, und dann einen Stromschlag erh\u00e4lt an der n\u00e4chsten Ecke durch etwas, was man nicht lieben kann, Vergewaltigung, Mord und weiteres Uns\u00e4gliches, dem man im Laufe der Zeit begegnet. Man kann grunds\u00e4tzlich das Sch\u00f6pfungsph\u00e4nomen lieben, in dem sich all dieses Drama bewegt, und in dem das, was wir vom Menschlichen und Unmenschlichen lernen k\u00f6nnen, seinen Auftritt hat. Und es gibt eine sch\u00f6ne N\u00fcchternheit, unter deren Obhut die Bereitschaft zu Betroffenheiten sich aufl\u00f6sen kann, auch weil man wei\u00df, dass alles so stabil erscheint, in Wirklichkeit aber nur vor\u00fcberziehender Nu ist. &#8218;M\u00f6gen&#8216; ist auch die Gru\u00dfebene, besonders vortrefflich praktiziert hier in Indien, denn auf ihr muss man nicht wissen, wer wer ist, sondern man kann das Wunderbare erleben, wenn das Antlitz eines Entgegenkommenden sich aufhellt wie das\u00a0 eigene, und man hat einander als Menschen getroffen. Anders ist lieben. Ach, dieses Lieben. Man lebt mit den Anderen durch die Schattent\u00e4ler, bis etwas ins Herz trifft, was einen trennt von den Gruppierungen und Gemeinpl\u00e4tzen, und man ist allein mit der Ausbreitung des galaktischen Raumes, in dem das zeitlose Spinnrad seine eigenen Formen webt. Dann erkennt man, wenn man ein Gl\u00fcckskeks ist, die Symbolik und das Feld der eigenen Liebe, wenn sie die Karottenpr\u00fcfung bestanden und hinter sich gelassen hat. Heute habe ich mich von Rahul, dem Priester verabschiedet und ihn gefragt, ob er denn seine vielf\u00e4ltigen Selfies lieber mag als seine Frau, was er verneinte und meinte, er sei im Bhakti, also der liebevollen Anbetung verankert und au\u00dfer Gefahr. Au\u00dfer Gefahr!? Niemand ist au\u00dfer Gefahr, auch wenn sich die meisten auf dem Vorgeschriebenen niederlassen. Oder dem Nachzulesenden, oder dem Anzuschauenden, oft auch serial, wo sich Gesch\u00f6pfe in ihren austauschbaren Masken und Kost\u00fcmen um das von allen Ersehnte bem\u00fchen, das Lieben, das man nur geben kann. Bevor man das kann, kann einen ein Schmerz erfassen, den man am besten willkommen hei\u00dft in der leuchtenden H\u00fctte. Entspanne dich!, l\u00e4chelt der Buddha, du wirst sterben. Da bekommt die verf\u00fcgbare Liebe noch eine reifere Note, denn es ist nicht nur die Liebe allein, die ins Herz trifft, sondern die Liebe zur Wahrheit, die ihr den goldenen Schimmer verleiht. Wegen dem Menschen, oder dem Meer, oder den Steinen. Es gab eine Zeit, da dr\u00e4ngte sich das Wasser zu meinen Augenlidern hinauf, als sie auf Asche blickten, diese exquisite Materie, die das Lieben zu sich nimmt wie ein Hauch. Dann das Liebenswerte am Menschen, bis man die Werteskala auch nicht mehr braucht, denn an was soll man messen, wenn man liebt? Und bei aller Hilfestellung verblasst doch das viele Liken vor dem Tropfen an nicht nehr messbarer Tiefe, deren Ausloten einen zu sich selbst bringen kann.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vielen Jahren hierzulande habe ich auch etwas \u00fcber den Unterschied zwischen &#8218;liking&#8216; und &#8218;loving&#8216; gelernt. 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