{"id":9768,"date":"2020-02-26T03:56:44","date_gmt":"2020-02-26T03:56:44","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9768"},"modified":"2020-02-28T15:04:48","modified_gmt":"2020-02-28T15:04:48","slug":"rundgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9768","title":{"rendered":"Rundgang"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9769\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200226_070224-300x287.png\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200226_070224-300x287.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200226_070224-768x735.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200226_070224-1024x980.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200226_070224.png 1118w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/p>\n<h5>Der Rundgang, den ich morgens durchwandere, ist, wie wahrscheinlich jeder Rundgang, perfekt daf\u00fcr geeignet, die eigene Einstellung reflektiert zu bekommen, mit der man momentan, und vielleicht nur einen Nu, durch die Gegend l\u00e4uft. Nicht immer ruft es Heiterkeit hervor, wenn die Augen etwa das kleine Distelfeld streifen, in dem sich nach dem heiligen Bad abgelegte Unterr\u00f6cke und Blusen und eine erstaunliche Menge m\u00e4nnlicher Unterhosen tummeln, und mittendrin steht und niemand wei\u00df woher es kam, ein sch\u00f6nes Bild von Durga, auf dem L\u00f6wen reitend und alles M\u00f6gliche mit den vielen Armen jonglierend. Ja, man kann das auch als eine totale Verwahrlosung sehen. Aus den Steinen ragen starke, unbenutzte\u00a0 Stromstr\u00e4nge hervor, die man am besten vorsichtig umgeht, denn man wei\u00df nie, was angeschlossen ist und was nicht. (Was nicht mehr oder noch verbunden ist). Die duplikate Maya hat sich eingenistet. Man gew\u00f6hnt sich daran, das absolut K\u00fcnstliche als eine Norm zu erfahren, die sich durchgesetzt hat. Wenn man das also weiterhin rotationsm\u00e4\u00dfig oder gewohnheitsm\u00e4\u00dfig durchreflektiert, bleibt dennoch die Frage offen, wie man damit\u00a0 umgeht. Schon allein \u00fcber dieses himmelsschreiend absurde Treffen zwischen Modi und Trump, \u00fcber das ich mit dem Priester spreche, k\u00f6nnte man sich stundenlang aufregen, wenn wir nicht die Ohnmacht auch schon duchlaufen h\u00e4tten und einige Einstellungen korrigiert gem\u00e4\u00df der neuen Anforderungen durch die Zeit. Wenn ich nun aber diesen anderen Blick einschalte, den Augen wegen der auch vorhandenen Sch\u00f6nheit eine gewisse Trunkenheit zugestehend, mit den F\u00fc\u00dfen den antiken und zeitlosen Raum ersp\u00fcrend, die unausl\u00f6schliche Atmosph\u00e4re dieses Raumes auslotend, der uns nicht braucht, wir aber schon ihn, dieses Wohlwollen des Blickes also, das macht ungern Halt, und nur dann, wenn es muss. Muss es? Das Einzige, was sich direkt erschlie\u00dft, ist der Augenblick, der allerdings ohne bewusste Begleitung nicht eindeutig ist, also nicht das, was er ist. Wir n\u00e4hern uns langsam dem Herzen des Paradoxons: wir sind der Blick, der die Welt kreirt, die wir kennen. Wieviel Raum wir etwas geben, wo unsere Priorit\u00e4ten und Leidenschaften und Kr\u00e4fte und Interessen und Instrumente hineinflie\u00dfen, die wir ausloten mit dieser uns zugeh\u00f6rigen Welterfahrung. Auch ist man nicht verpflichtet, an den jeweiligen Reflektionen zu h\u00e4ngen, nein, eher den Seiltanz ehren, der leichtf\u00fc\u00dfig aber wachsam in die Arme des Ungewissen f\u00fchrt, wo andere Gesetze ihr befl\u00fcgeltes Wesen ausbreiten.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rundgang, den ich morgens durchwandere, ist, wie wahrscheinlich jeder Rundgang, perfekt daf\u00fcr geeignet, die eigene Einstellung reflektiert zu bekommen, mit der man momentan, und vielleicht nur einen Nu, durch die Gegend l\u00e4uft. Nicht immer ruft es Heiterkeit hervor, wenn die Augen etwa das kleine Distelfeld streifen, in dem sich nach dem heiligen Bad abgelegte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-9768","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9768"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9768\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9773,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9768\/revisions\/9773"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}