{"id":9710,"date":"2020-02-19T05:04:10","date_gmt":"2020-02-19T05:04:10","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9710"},"modified":"2020-02-20T02:49:53","modified_gmt":"2020-02-20T02:49:53","slug":"simple-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9710","title":{"rendered":"simple"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9711\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200217_171345-195x300.jpg\" alt=\"\" width=\"325\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200217_171345-195x300.jpg 195w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200217_171345-768x1179.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200217_171345-667x1024.jpg 667w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200217_171345.jpg 1074w\" sizes=\"auto, (max-width: 325px) 100vw, 325px\" \/><\/p>\n<h5>Ich habe wenig M\u00f6glichkeiten, den Geist anderer Menschen zu erkunden, die lange Jahre in einem anderen Land als ihrem Ursprungsland lebten, vielleicht mit einer Frage, die ich hier in Indien auch von l\u00e4nger Bleibenden geh\u00f6rt habe: ja, worum geht&#8217;s denn, oder ging&#8217;s denn, und warum ausgerechnet hier!? Als mich Ramesh, ein brahmanischer Paraphaneliaverk\u00e4ufer am Ufer des Sees, mal wieder fragte, wie&#8217;s mir so geht, konnte ich ihm direkt aus meinen laufenden Gedanken antworten, denn ich hatte wieder einmal wahrgenommen, wie mir das Einfache an meinem Leben so kostbar erscheint, so kostbar diese Mu\u00dfe, mit der ich mich in der Fr\u00fche frei auf meinem Weg bewegen und die Freude unendlich tiefer und uralter Gef\u00fchle genie\u00dfen kann. Denn es wurde doch in allen hohen Kulturen gepriesen, die F\u00e4higkeit zu entwickeln, sich an die Essenz und das Wesentliche halten und diesen Halt dann irgendwann auch wieder aufgeben zu k\u00f6nnen, um sich\u00a0 im Gehaltenen vorzufinden. Was wiederum die M\u00f6glichkeit schenkt, eine Sicht zu erlangen, die ungetr\u00fcbt bleibt von den vielen Angeboten und Verwirrungen und Verirrungen, die neue Berufe erschaffen, die einem aus den Abgr\u00fcnden Fluchtwege bauen aus der eigenen Inszenierung. Ein Satz, der mir h\u00e4ngengeblieben ist aus der Gita lautet &#8218;das Entsagen wunscherzeugter Taten nennen die Weisen Entsagung&#8216;, wobei hier nat\u00fcrlich vorausgesetzt wird, dass das Entsagen irgendeiner Art von Interesse ist. Oder die Frage, was man wirklich braucht, deren Beantwortung einen ersch\u00fcttern k\u00f6nnte, wenn man sich solch positiven\u00a0 Ersch\u00fctterungen\u00a0 aussetzen m\u00f6chte oder kann. Das einfache Leben hat sicherlich mit dem m\u00f6glichen \u00dcberblick zu tun, wenn die Geschehnisse nachvollziehbar bleiben und einfach zu handhaben sind. Gar kein Zweifel, ich habe die Liebe f\u00fcr das einfache Leben von Indien gelernt. Einfach dadurch, dass sie es mich haben erforschen lassen , ob es geht, und es ging, weil sie in ihrer Ewigkeit Schutzr\u00e4ume eingebaut haben f\u00fcr diese Praktiken, die aus der \u00dcberw\u00e4ltigung in die Schlichtheit f\u00fchren k\u00f6nnen, aber nicht m\u00fcssen. Auch das Steckenbleiben in hohen Anspr\u00fcchen geh\u00f6rt zum Handwerk, denn man m\u00f6chte doch zu gerne, dass &#8222;simple&#8220; &#8218;einfach&#8216; bedeutet, was es dann doch nicht ist. Die Inder selbst wandern gerade zielstrebig heraus aus dem einfachen Sein, das noch Kultur war, als ich hier ankam, sie das kollektive Verm\u00e4chtnis nicht als das ihre empfinden, womit sie recht haben.\u00a0 Von Kleidung bis Gedanken strahlte vor Jahren noch noch alles eine zeitlose Eleganz aus, die nat\u00fcrlich immer auf allen Ebenen m\u00f6glich ist, wenn sie zur pers\u00f6nlichen Werteskala geh\u00f6rt. Was zur Zeit hier in gro\u00dfen Bewegungen l\u00e4uft, interessiert mich nicht so sehr, denn ich bin ja im Westen schon einmal davon weggegangen, nicht so sehr wegen dem ansteigenden Materiezwang als des g\u00e4nzlich unerwarteten Gl\u00fccksfalls, der mich nach Indien brachte. Zu den Zwiebelt\u00fcrmen und den Pfauenschreien. Zu den sch\u00f6nen K\u00fchen und der W\u00fcstenstille. Zu der Belichtung innerer Dunkelheiten, zu erl\u00f6sendem Lachen und tiefer Ernsthaftigkeit. Simple living, high thinking: untopable truth. La vita contemplativa.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe wenig M\u00f6glichkeiten, den Geist anderer Menschen zu erkunden, die lange Jahre in einem anderen Land als ihrem Ursprungsland lebten, vielleicht mit einer Frage, die ich hier in Indien auch von l\u00e4nger Bleibenden geh\u00f6rt habe: ja, worum geht&#8217;s denn, oder ging&#8217;s denn, und warum ausgerechnet hier!? 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