{"id":9687,"date":"2020-02-14T03:11:33","date_gmt":"2020-02-14T03:11:33","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9687"},"modified":"2020-02-14T03:26:36","modified_gmt":"2020-02-14T03:26:36","slug":"erwarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9687","title":{"rendered":"erwarten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9688\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200214_065756-204x300.png\" alt=\"\" width=\"311\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200214_065756-204x300.png 204w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200214_065756.png 552w\" sizes=\"auto, (max-width: 311px) 100vw, 311px\" \/><\/p>\n<h5>Ziemlich fr\u00fch im Leben erfahren wir an uns die Erwartungshaltung und die daraus resultierenden Entt\u00e4uschungen. Man schreibt Menschen etwas zu, was sie gar nicht vorhaben zu sein und ist erstaunt bis verbl\u00fcfft bis emp\u00f6rt, wenn man als etwas gesehen wird, was der eigenen Wahrnehmung von sich selbst keineswegs entspricht. So langsam kl\u00e4rt sich dann das Ganze, wenn der eigene Ma\u00dfstab etwas pr\u00e4ziser wird, was noch nicht hei\u00dft, dass man schon die Gewohnheit losgeworden ist, Andere damit zu messen. Die Anekdoten sind zahlreich und oft auch lehrreich. Gerne erinnere ich mich an einen Morgen in meiner noch sehr strikten Yogapraxiszeit, als ich vor anderen Mitpraktizierenden mein v\u00f6lliges Unverst\u00e4ndnis dar\u00fcber ausdr\u00fcckte, dass nicht alle hellbegeistert dar\u00fcber waren, morgens um vier Uhr zu meditieren, und jemand mir riet, doch zur Abwechslung auch mal auszuschlafen. Man muss ja auch einen gut gemeinten Rat nicht unbedingt annehmen, vor allem aber Anderen\u00a0 mit den eigenen konstruierten Selbstverst\u00e4ndlichkeiten nicht\u00a0 auf den Wecker gehen. Berechtigt finde ich wiederum eine gewisse Erwartungshaltung, wenn jemand sich klar \u00e4u\u00dfert \u00fcber das Erreichen bestimmter Ziele, die eine gewisse Disziplin erfordern und eine Unterst\u00fctzung auf dem Weg sinnvoll machen. Man hat ja wirklich keine Ahnung, was so alles auf einen zukommen kann. Als ich hier im indischen Ort einst ankam, hatte ich z.B. noch in Kathmandu ein aus neun Jahren Sammelleidenschaft gesch\u00f6pftes und mit Kostbarkeiten vollgepacktes Zuhause, und kurze Zeit sp\u00e4ter sa\u00df ich hier freiwillig am Leichenverbrennungsplatz (einer der sch\u00f6nsten und stillsten Pl\u00e4tze im Ort), und als einigen Brahmanen klar wurde, dass ich tats\u00e4chlich d a war, erwarteten sie sofort von mir die dazugeh\u00f6rigen Aufgaben, die daraus bestanden zu beobachten, wenn eine neue Leiche ankam, was f\u00fcr Tiere sich zeigten, um Aufschluss zu erhalten \u00fcber die n\u00e4chste Geburt Des-oder Derjenigen. Erwartungshaltung kann auch f\u00f6rdern, was man an sich noch nicht kannte oder kennt, wobei es nat\u00fcrlich nur funktioniert, wenn man offen ist f\u00fcr den Vorgang und ein gewisses Interesse daf\u00fcr empfindet. Aufpassen muss man, wenn Menschen einen f\u00fcr ihre Erwartungshaltungen benutzen oder sich mit d e m schm\u00fccken m\u00f6chten, was man in ihren Augen zu sein scheint, ohne dass die eigene Zustimmung erfragt wird. Meist wird ja die Zustimmung eh nicht erfragt, da jede\/r denken und sehen will und kann, was er oder sie m\u00f6chte. Das kann man sich als ein gnadenloses und undurchdringliches Kn\u00e4uel von Meinungsstr\u00f6men vorstellen. Mir fiel mal auf an mir, wie schnell es geht und wie unterhaltsam es sein kann, wenn man die (inneren) flotten Sichtweisen im Vor\u00fcbergehen auf Andere ablagert. Dann habe ich es mir abgw\u00f6hnt. Auch die Erwartungshaltung, die von einem sogenannten &#8218;guten Ruf&#8216; ausgeht, kann beides, anregend und ziemlich nervig sein. Genau wie beim schlechten Ruf fallen fl\u00fcchtigen Denkern eine Menge Sachen ein, mit denen man so eine Person ausschm\u00fccken oder kleintreten kann. Beides ist gleicherma\u00dfen unangenehm, und wenn es sich als notwendig erweist, lohnt\u00a0 es immer, sich um eine Einsch\u00e4tzung zu k\u00fcmmern, die ihren Inhalt aus gemeinsamen Gespr\u00e4chen n\u00e4hrt und sich vorsichtig dem nie ganz Erreichbaren antastet. Da man langsam aber sicher erkennt, dass man nur an und in sich selbst etwas erreichen oder nicht erreichen kann, muss man sich in letzter Konsequenz doch auf den eigenen Ma\u00dfstab verlassen, auch wenn man dazulernt, Andere nicht damit zu bel\u00e4stigen oder zu st\u00f6ren oder diese Ausrichtung f\u00fcr die wesentliche zu halten.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ziemlich fr\u00fch im Leben erfahren wir an uns die Erwartungshaltung und die daraus resultierenden Entt\u00e4uschungen. 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