{"id":9621,"date":"2020-02-05T05:27:57","date_gmt":"2020-02-05T05:27:57","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9621"},"modified":"2020-02-05T08:31:20","modified_gmt":"2020-02-05T08:31:20","slug":"singen-und-erzaehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9621","title":{"rendered":"singen und erz\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9619\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200205_090908-285x300.jpg\" alt=\"\" width=\"308\" height=\"324\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200205_090908-285x300.jpg 285w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200205_090908-768x808.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200205_090908.jpg 873w\" sizes=\"auto, (max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9623\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200205_092435-300x256.png\" alt=\"\" width=\"167\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200205_092435-300x256.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200205_092435-768x655.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200205_092435.png 1023w\" sizes=\"auto, (max-width: 167px) 100vw, 167px\" \/><br \/>\n(Kosmische Gauklerin mit ihrer Mondtochter)<\/p>\n<h5>Wenn es stimmt, dass man sich d a ruhig niederlassen kann, wo Menschen singen, dann habe ich gut daran getan, mich viel hier niederzulassen, denn noch habe ich keinen Einheimischen getroffen, der nicht singt. Es f\u00e4ngt mit den Mantren an und geht in die beliebten Bollywoodges\u00e4nge \u00fcber, die von d e m singen, was alle gern sagen w\u00fcrden, wenn sie so sch\u00f6ne Worte h\u00e4tten. Deswegen singen sich die SchauspielerInnen auch in den Filmen gegenseitig an, denn im Gesang steckt vieles drin, was man mit Worten nicht sagen kann. Was die Mantren betrifft, so kann man ein paar Silben oder auch nur ein einziges Wort den ganzen Tag lang singen, denn es g\u00e4be niemanden, der das verst\u00f6rend finden w\u00fcrde, im Gegenteil, es wird empfohlen. Zum Beispiel das Wort &#8222;Ram&#8220; kann gesungen und gesprochen werden, und man kommt gar nicht drum herum, denn Ram ist gleichzeitig K\u00f6nig und Gru\u00df und Gott, vielleicht so, wie man &#8218;Gr\u00fc\u00df Gott&#8216; auch mit &#8218;Gr\u00fc\u00df Gott&#8216; beantworten kann, obwohl man gar nicht vorhatte, ihn zu gr\u00fc\u00dfen. Morgens fahren M\u00e4nner auf Motorr\u00e4dern gerne laut singend durch den noch leeren Bazaar und schmettern den g\u00f6ttlichen Angstvertreiber in die frische Luft. Frauen singen meistens in Gruppen, aber alle haben Lieder, und in den Ges\u00e4ngen wird von dem erz\u00e4hlt, was alle verstehen, \u00e4hnlich wie Witze, die ohne den Hintergrund der Kultur schwer zu vermitteln sind. Ich kenne nur ein einziges indisches Lied, kann aber damit Wunder bewirken. Neulich habe ich einem Dreij\u00e4hrigen ein gef\u00e4hrliches Instrument aus der Hand nehmen k\u00f6nnen, weil ich das Lied im Takt mit dem Eisen begleiten konnte, was ihn zum Mitklatschen veranlasste. Manchen L\u00e4ndern, wie z.B. Deutschland, ist vielleicht das Singen vergangen. Es ist ja irgendwie sch\u00f6n f\u00fcr einen selbst, wenn ein Lied aus einem herauskommt, mit dem man die Welt besingen kann. Erz\u00e4hlen ist auch sehr beliebt hier, das kann auch jeder. Es gibt sehr schlichte, aber wirkungsvolle Formen, mit denen man sehr viel zu vermitteln vermag, wenn man z.B. einfach aufz\u00e4hlt, was es irgendwo und irgendwann mal gab. Der Priester z\u00e4hlt also vor einer riesigen Menge PilgerInnen auf, was es alles hier gibt, wodurch vieles klar wird, warum sie gekommen sind. Er sagt etwa: Es gibt den Sch\u00f6pfer, und seine Frau, und seine Geliebte, und es gibt den See, die heiligen K\u00fche, die Unsterblichkeit, f\u00fcr die man das Wasser umrundet und dann darin badet. Dann weist der Priester darauf hin, was sie selbst, die Pilger und Pilgerinnen, alles haben. Da sind die Ahnen, da ist der Vater und der Gro\u00dfvater, da ist die Mutter undsoweiter. Die Menschen merken dadurch, was es alles gibt, denn die meisten sind st\u00e4ndig so besch\u00e4ftigt, dass sie gar nicht wissen, was alles da ist. Die Geschichten handeln vor allem von den G\u00f6ttern, da kann man unbesorgt hinsehen und hinh\u00f6ren, schlie\u00dflich sitzt man endlich in der Geschichte drin und merkt selbst, wie es ist. Oder auch nicht, es f\u00e4llt ja nicht weiter auf. Das Wichtigste ist die blo\u00dfe Anwesenheit, und nat\u00fcrlich der Segen des Ortes. So h\u00e4lt man aufrecht, was unzerst\u00f6rbar scheint, obwohl sich das, was es gibt, st\u00e4ndig ver\u00e4ndert.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Kosmische Gauklerin mit ihrer Mondtochter) Wenn es stimmt, dass man sich d a ruhig niederlassen kann, wo Menschen singen, dann habe ich gut daran getan, mich viel hier niederzulassen, denn noch habe ich keinen Einheimischen getroffen, der nicht singt. 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