{"id":9454,"date":"2020-01-17T04:12:53","date_gmt":"2020-01-17T04:12:53","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9454"},"modified":"2020-01-17T04:24:17","modified_gmt":"2020-01-17T04:24:17","slug":"da-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9454","title":{"rendered":"da"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9488\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200117_082058-297x300.jpg\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200117_082058-297x300.jpg 297w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200117_082058-768x777.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200117_082058.jpg 954w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/p>\n<h5>Manchmal betrachte ich die Wesen, die aus meinem oder durch meinen Pinsel hervortreten und denke, dass ich sie nie gekannt h\u00e4tte ohne dieses Hervortreten durch ein Ringen, das in mir lebendig wird, bis sie da sind. Ich habe die letzten Tage viel mit einer sehr liebevollen Mutter verbracht und fand, sie schaute auch so auf ihr Kind: einerseits erstaunt, dass es aus ihr hervorkam, ein tief vertrauter Fremdling, das Kind, dessen eigenes Wesen sich nicht wirklich erkl\u00e4ren l\u00e4sst, mit dem aber diese unaufl\u00f6sbare Verbundenheit besteht. Nat\u00fcrlich ist es einfacher, ein Bild loszulassen als ein Kind, wo die Frage gar nicht auftaucht, das Mysterium der Verbundenheit aber dennoch atmet. Welche Blicke gehen in die Zukunft, welche in die Vergangenheit, und welche bewegen sich in verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger Unabh\u00e4ngigkeit von diesen zwei R\u00e4umen. Gestern hatte ich Besuch von Anil (einem Softwareprogrammierer f\u00fcr Schiffscomputer), der sich verabschiedete und mit seiner Familie auf dem Weg nach Delhi war. Mitten im Gespr\u00e4ch fing er an, mich als &#8222;Yogi&#8220; zu bezeichnen, f\u00fcr die s.E. der Tod keine gro\u00dfe \u00dcberraschung darstellt, w\u00e4hrend es f\u00fcr ihn als Familienmann wesentlich schwerer w\u00e4re. Er erz\u00e4hlte mir eine simple Anekdote, in der Yama, der Gott des Todes, zum Yogi kommt, der unbeschwerten Herzens mitgeht, w\u00e4hrend der Haush\u00e4lter um Zeit bittet, damit er f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen alles regeln kann. Noch habe ich weder in mir oder in Anderen eine Leichtf\u00fc\u00dfigkeit dem Tod gegen\u00fcber feststellen k\u00f6nnen, das ist ja nicht so einfach. Allerdings bemerke ich, dass meine klare Entscheidung, mich von Indien zu trennen, mich in ein anderes Bewusstsein und einen neuen Raum versetzt hat. Mir fielen diese S\u00e4tze ein, die tats\u00e4chlich in meinem &#8222;Yogi(ni)leben herumgegeistert sind wie &#8222;in it, but not of it&#8220;, was in Englisch einfacher auzudr\u00fccken ist im Sinne, dass man zwar in der Welt ist, aber nicht verwickelt in die Bez\u00fcge zu ihr. Das erlebe ich gerade und finde es spannend, dass es nicht nur meiner Liebe zu diesem Land und seinen BewohnerInnen keinerlei Abbruch tut, sondern eher noch eine Freiheit in dieser Liebe auftaucht, die eher an das Unausl\u00f6schbare erinnert. Einerseits suche ich zur Zeit weniger nach den Begegnungen, erfahre mich aber als sehr pr\u00e4sent, wenn sie stattfinden, sei es beim Gem\u00fcsemann oder im Gespr\u00e4ch mit dem Brahmanenpriester. Das gef\u00e4llt mir, denn es gibt Hoffnung und Mut, weiterzugehen in das Ungewisse mit einer Freude an der Sch\u00f6pfung, als was auch immer sie sich zeigt. Anil sprach auch \u00fcber das Leiden, ohne das es dem Menschen fast unm\u00f6glich sei, zu sich zu kommen, da kann ich nur zustimmen. Am schwersten ist der Weg, dem Schrecken in sich und \u00fcber sich selbst nicht auszuweichen, und es ist unentbehrlich, so tief zu tauchen, dass man wei\u00df, was der existentielle Grund ist, von dem wiederum ein Aufsteigen nicht nur m\u00f6glich, sondern automatisch m\u00f6glich ist. &#8222;Automatisch&#8220; ist ein Lieblingswort der einheimischen Inder, die damit ein positiv besetztes Schwingungsfeld meinen, das durch bereitwillige Hingabe an das Sein entsteht. Wenn man es in der Musik erf\u00e4hrt, kann man erleben, wie auf einmal die Instrumente sich selbst zu spielen scheinen, eine Ebene der sch\u00f6pferischen Virtuosit\u00e4t, die auch Aspekte des Wahnsinns in sich tragen kann, die hier sublimiert werden. Und stand es nicht einmal in einem meiner fr\u00fchen Gedichte: &#8218;Geh, bevor du gehst, damit wenigstens du da bist, wenn Da da ist.&#8216;<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal betrachte ich die Wesen, die aus meinem oder durch meinen Pinsel hervortreten und denke, dass ich sie nie gekannt h\u00e4tte ohne dieses Hervortreten durch ein Ringen, das in mir lebendig wird, bis sie da sind. 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